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Rohmilch-Qualität


Eine einwandfreie Rohmilch-Qualität bildet die Basis für die Herstellung von hochwertigen Milchprodukten. Aufgrund der großen wirtschaftlichen Bedeutung hängt der Preis, den ein Landwirt für die von ihm angelieferte Milch erzielen kann, in hohem Ausmaß von deren Qualitätsmerkmalen ab.

Die Qualitätsfeststellung für die in Österreich produzierte Milch erfolgt in sieben von der AMA anerkannten und regelmäßig kontrollierten Untersuchungslabors. Die rechtliche Grundlage dafür stellt die Milchquoten-Verordnung 2007 dar. Die detaillierten Bestimmungen zu den einzelnen Untersuchungsmethoden sind in den AMA-Merkblättern festgelegt.

Was und wie häufig wird untersucht?


Von der Milch jedes landwirtschaftlichen Betriebs werden regelmäßig Proben gezogen. Folgende Inhaltsstoffe bzw. Qualitätskriterien werden untersucht:
Kriterium Mindestanzahl der Untersuchungen pro Monat
Fett 3
Eiweiß 3
Keimzahl 2
Somatische Zellen 2
Gefrierpunkt (zeigt evtl. Verwässerung der Milch an) 1
Hemmstoffe 1
Quelle: AMA

Dem Fettgehalt der Milch kommt in der Quotenverwaltung
ein besonders hoher Stellenwert zu:
Die Österreich weit angelieferte Milchmenge muss nach Ablauf jedes Zwölfmonatszeitraums der EU "fettkorrigiert" gemeldet werden. Im Fall einer Überlieferung der national zustehenden Quote beeinflusst er also entscheidend die Höhe der an Brüssel zu entrichtenden Zusatzabgabe. Eine mit dem internationalen Messniveau übereinstimmende Bestimmung dieses Inhaltsstoffs ist daher von zentraler Bedeutung.

Vor-Ort-Kontrollen


Um eine möglichst einheitliche Vorgangsweise der Labors bei der Rohmilch-Untersuchung sicherstellen zu können, werden alle Untersuchungsgeräte nach einem allgemein gültigen Schema auf ihre Funktionsfähigkeit überprüft. In jedem der sieben anerkannten Labors kontrolliert die AMA zumindest einmal jährlich, ob die Justierungen der Geräte korrekt durchgeführt und dokumentiert werden. Auch die Bedingungen der Probenlagerung und -identifikation sowie der Datentransfer zwischen Milchsammelwagen, Molkerei und die Rückverfolgbarkeit der Ergebnisse werden vor Ort unter die Lupe genommen.

Messqualität im österreichischen und internationalen Vergleich


Um Messgenauigkeit und das Messniveau der einzelnen Untersuchungsstellen mit einander vergleichen zu können, werden von der AMA in Zusammenarbeit mit der Bundesanstalt für Alpenländische Milchwirtschaft Rotholz/Tirol monatliche Vergleichstests durchgeführt:

Dabei wird Milch, deren Zusammensetzung zuvor exakt bestimmt wurde, in Probefläschchen abgefüllt, die an die teilnehmenden Labors versendet werden. Die Ergebnisse werden zurückgemeldet und bei der Auswertung miteinander in Beziehung gesetzt. Jedes Labor erhält anschließend einen Prüfbericht mit grafischer Darstellung, aus der für jedes Untersuchungsgerät sofort und übersichtlich abgelesen werden kann, wie es abgeschnitten hat.

Neben diesen österreichischen Tests werden im Rahmen der Mitarbeit der AMA im Arbeitskreis "Qualitätsuntersuchungen in Rohmilch" der "Arbeitsgruppe zur Förderung von Eutergesundheit und Milchhygiene in den Alpenländern (AFEMA)" zwei Mal jährlich internationale Vergleichstest durchgeführt. Im Jahr 2012 haben Labors aus Österreich, Deutschland, der Schweiz, Ungarn, Italien,  Tschechien und Polen dieses Angebot genutzt.

Die Labors können ihre Ringtest-Ergebnisse online erfassen und auch sämtliche Auswertungen über das Internet abrufen. Für die nicht deutschsprachigen Teilnehmer steht das gesamte Programm einschließlich der Prüfberichte in Englisch zur Verfügung.

Der Vergleichstest leistet nicht zuletzt einen Beitrag zur Harmonisierung des Messniveaus in Österreich und dem internationalen Umfeld.

Probenahme - die Basis für richtige Ergebnisse


Eine noch so präzise Untersuchung im Labor kann falsche Ergebnisse liefern, wenn bei der Probenziehung Fehler passieren. Daher kommt der Überprüfung der Probenahme-Geräte in den Milchsammelwagen eine besonders wichtige Bedeutung zu. Folgende Kriterien haben höchste Priorität:

Die Probe muss
  • den gesamten Inhalt des Hoftanks beim Milcherzeuger optimal repräsentieren und
  • unbeeinflusst von der Milch-Zusammensetzung der im Verlauf einer Sammeltour zuvor beprobten Betriebe sein.

Ein Milchsammelwagen darf daher nur dann zur Probenahme verwendet werden, wenn vor dem Ersteinsatz und dann zumindest ein Mal jährlich Prüfungen auf "Repräsentativität" und "Verschleppung" nach genau festgelegten Vorgaben bestanden wurden. Diese Sammelwagen-Kontrollen werden von den Untersuchungslabors durchgeführt. Die Ergebnisse der Österreich weit rund 300 eingesetzten Probenahme-Anlagen werden der AMA übermittelt und hier in einer Übersicht erfasst, so dass der Gültigkeitsstand aller Sammelwägen jederzeit abgerufen werden kann.

Qualitätskennzahlen


Die Tabelle bietet einen Überblick über das Qualitätsniveau der in Österreich angelieferten Milch für die Jahre 2010 bis 2012:

Qualitätsergebnisse der Anlieferungsmilch in Prozent
Detaillierte Ergebnisse finden Sie im Bereich Marktinformation für Milch und Milchprodukte

    S-Klasse Keimzahl  Keimzahl  Som. Zellen  Som. Zellen 
  Milch
ohne
Q-Abzüge*
KZ
≤50.000**
SZ
≤250.000***
1. Stufe
KZ
≤100.000
2. Stufe
KZ
>100.000
1. Stufe
SZ
≤400.000
2. Stufe
SZ
>400.000
  % % % % % %
2010 98,90 85,31 14,10 0,58 14,08 0,61
 2011  98,97 85,13 14,34 0,52 14,25 0,61
 2012   98,83   84,70   14,73   0,58   14,63   0,68 
* Milch ohne Qualitätsabzüge: S-Klasse und Stufe 1
**) KZ = Keimzahl, ***) SZ = Somatische Zellen (Zellzahl)

Quelle: AMA

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