AgrarMarkt
Austria
AMA Adler

25.05.2012: International Price Monitoring

Newsletter Nr. 05 - Mai 2012
der DG-AGRI der Kommission der Europäischen Union

Bericht über Rekordpreissteigerungen bei Sojabohne und Sojabohneprodukten

Überblick über die globale aktuelle Preisentwicklung im April 2012:
 
Die Preise im April 2012 notierten insgesamt fest, aber uneinheitlich: 
  • Weizenpreise gaben nach, Reisnotierungen blieben fest,
  • Sojabohnenpreise, Sojamehlpreise, Sojaölpreise zeigten deutlich nach oben,
  • Zuckerpreise gaben nach,
  • Milchproduktpreise haben wieder Preisermäßigung gezeigt,
  • Rindfleischpreise blieben praktisch gleich, Schlachthähnchenpreise (Broilerpreise)verharrten auf dem historischen Rekord.

Die aktuelle Preisentwicklung bei den, in die Preisbeobachtung einbezogenen Produkten:

Getreide:
Für die Getreidepreise bilden die FAO-Erhebungen die Grundlage.
Der Exportpreis für Weizen (US Nr.2 Hard Red Winter) fiel leicht im April 2012, und lag um die 280 USD/Tonne Marke.
Der Exportpreis für Weizen (US Nr.2 Soft Red Winter) notierte im April 2012 minimal niedriger, und lag um die 260 USD/Tonne Marke.
Der Exportpreis für Mais (US No. 2 Yellow) lag weiterhin zwischen den zwei Weizenpreisnotierungen.

Die entspannte Preissituation auf den Märkten wird durch die gute Wettersituation, und die dadurch erwartete höhere Erntemengen bei Weizen begründet. Bei Mais wird sogar Rekordernte erwartet. Das wird sichtbar durch die niedrige Preishöhe der Kontrakte an den Terminmärkten für September.
Der Exportpreis für Reis (Thai 100 % B, second grade, f.o.b. Bangkok) verharrte im April 2012 auf der 570 USD/Tonne Marke.


Ölsaaten:
Für die Ölsaatenpreise bildet die Zusammenfassung der Weltbank die Grundlage.
Die Preistendenz für die Ölsaaten zeigte im April 2012 weiterhin nach oben, bei Sojabohne und Sojabohnenmehl mehr, bei Sojabohnenöl eher bescheiden.
Sojabohne (c.i.f. Rotterdam) notierte im April 2012 mit
575 USD/Tonne mit 6%-iger Steigerung gegenüber dem Vormonat,
Sojabohnenmehl (c.i.f. Rotterdam) notierte im April 2012 mit
461 USD/Tonne mit 9,5%-iger Steigerung gegenüber dem Vormonat,
Sojabohnenöl (f.o.b. ex-Mühle in der Niederlande) notierte im April 2012 mit 1.308 USD/Tonne um 1,6 Prozentpunkte höher als im Vormonat.

Die Situation auf dem Markt der pflanzlichen Öle bleibt ziemlich eng. Die Ernteerwartung in Südamerika ist getrübt. China aktivierte alte Kontrakte noch zu besseren Preiskonditionen. Europa wird auch nicht mit wirklich üppigen Mengen in dieser Saison aufwarten können.

Zucker:
Für die Zuckerpreise bilden die Notierungen der NYSE-EURONEXT
(White Sugar Futures Contract 407) die Grundlage.
Nach einem Höchstwert vom 800 USD/Tonne, notiert im Juli 2011, setzte bei der Preisnotierung für Zucker eine Talfahrt ein, die bis Dezember 2011
(608 USD/Tonne) anhielt. Nach einer Stabilisierungsphase fiel
die Preisnotierung im April 2012 für Zucker auf 605 USD/Tonne.

Für die Weltzuckerernte wird insgesamt eine Menge erwartet, die über die Nachfrage liegen wird. Die Ernte in Brasilien wird nicht sehr üppig ausfallen, dafür in Thailand und Indien.

Milchprodukte:
Für die Milchproduktpreise bilden die Erhebungen der Agricultural Market Survey (AMS) des US-Landwirtschaftsministeriums (USDA) die Grundlage.
Die durchschnittlichen Referenzpreise (f.o.b. Export Ozeanien) waren im April 2012 im Vergleich zu den Märzwerten 2012 leicht rückläufig, und betrugen für:
· Butter 3.500 USD/Tonne anstatt 3.650 USD/Tonne,
· Käse (Cheddar) 3.700 USD/Tonne anstatt 3.950 USD/Tonne,
· Magermilchpulver 3.025 USD/Tonne anstatt 3.200 USD/Tonne,
· Vollmilchpulver 3.294 USD/Tonne anstatt 3.481 USD/Tonne.
Die früheren hohen Erzeugermilchpreise, die wiederum eine Folge der hohen Produktpreise waren, schlagen sich mit einer Zeitverzögerung in höheren Rohmilch-Angebotsmengen nieder. In den USA wurden mit Plus 5 % gegenüber dem Vorjahr Rekordanlieferungen gemeldet. Die hohen Lagerbestände werden die Preise der oben gelisteten Produkte kurzfristig niedrig halten, die wiederum die Nachfrage ankurbelt, und ein Preis-Mengen-Zyklus auf und ab beginnt von vorne.

Fleisch:
Für die Fleischpreise bildet die Zusammenfassung der Weltbank die Grundlage.
Der historische überhitzte Höchststand des Referenzpreises für Rindfleisch mit 4.277 USD/Tonne im Februar 2012 (Provenienz Ozeanien, c.i.f. USA) wurde im
April 2012 mit 4.236 USD/Tonne nicht mehr ganz erreicht.

Die Referenzpreise für Schlachthähnchen (Broiler) steigen beharrlich weiter und die Notierung (Großhandel USA) im
April 2012 verharrte mit 2.046 USD/Tonne auf dem Rekordwert des Vormonates.

Das globale Angebot an Fleisch und Fleischwaren ist weiterhin eng.
Die globale Nachfrage nach Fleisch und Fleischwaren ist ausgezeichnet.


Globale FAO und World Bank (speziell für Länder mit mittlerem bis schwachem Einkommen) Nahrungsmittelpreisindices im April 2012:

· FAO: 214, blieb fest
· WB: 210, ist etwas gestiegen

Methodologie:
Der International Price Monitoring Newsletter der DG-AGRI der Kommission der Europäischen Union stellt monatlich, auf der Grundlage der Angaben über repräsentativ erachtete Preise von internationalen Organisationen, die selber die Preiserhebungen durchführen oder durchführen lassen, versehen mit kurzen Kommentaren über die Ursachen der Preistrends, den vorliegenden Bericht zusammen.
Die Quellen der Preise sind die FAO, die Weltbank, das USDA und die Londoner Warenterminbörse. Für jede Produktgruppe wird eine Quelle herangezogen. Dadurch wird sichergestellt, dass für jede Produktgruppe homogene Angaben erfolgen.

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