16.07.2012: OECD-FAO Agricultural Outlook 2012-2021
Prognose für die weltweite Entwicklung der Landwirtschaft
Gemeinsame Pressekonferenz in Rom am 11. Juli 2012, gehalten von beiden Generaldirektoren
Die 18. Ausgabe des gemeinsamen Jahresberichtes der OECD und der FAO, eine Prognose für die weltweite Entwicklung der Landwirtschaft in den Jahren 2012-2021, wurde in einer gemeinsamen Pressekonferenz beider Generaldirektoren am 11. Juli 2012 in Rom, vorgestellt. Die Publikation erscheint im Verlag der OECD. Die Publikation bringt die umfangreichen und exzellenten Kapazitäten beider Institutionen zusammen, mit dem Ziel, jährlich den umfassendsten Bericht über weltweite Trends im Bereich der Landwirtschaft zu veröffentlichen.Der Bericht analysiert die Weltmarktrends für:
- Biotreibstoffe,
- Getreide,
- Ölsaaten,
- Zucker,
- Fleisch,
- Fisch und Meeresfrüchte,
- Milch und Milchprodukte
für die kommenden 10 Jahre.
- Das diesjährige Spezialkapitel der Studie beschäftigt sich mit den Herausforderungen, die eine nachhaltig betriebene Landwirtschaft, die mit weniger Inputs als heute wird auskommen müssen, aber mit den gleichzeitig notwendigen Ertragsteigerungen, um die wachsende Bevölkerung langfristig und sicher ernähren zu können, an die Forschung und an die Praxis stellen
Das von beiden Instituten entworfene statistisch-mathematische Modellsystem AGLINK (OECD) und COSIMO (FAO) stellt die Basis für die Berechnungen der Studie dar.
Die internationalen Märkte für landwirtschaftliche Produkte scheinen in ruhigerem Fahrwasser, nach den turbulenten Jahren, angekommen zu sein. Es muss aber weiterhin mit hohen Preisen zu rechnen sein, weil einer sehr massiven Nachfrage eine immer langsamer wachsende Produktion korrespondiert.
Anhaltendes Bevölkerungswachstum, höheres Pro-Kopf Einkommen in weiten Teilen der Welt, Wachstum der städtischen Bevölkerung und das immer größere Verlangen nach hochwertigen Nahrungsmitteln (Milch und Milchprodukte, Fleisch und Fleischwaren) in immer breiteren Bevölkerungsschichten treiben die Nachfrage nach Nahrungsmitteln in die Höhe.
Die Nachfrage nach Biotriebstoffen steigt auch unaufhaltsam weiter.
Auf der Angebotsseite ist ein Nachlassen der Wachstumsraten der Erträge in den traditionellen Exportländern zu beobachten. Mit einer Expansion von neuen Flächen, die unter Kultivierung genommen werden könnten, ist kaum mehr zu rechnen. Der einzige Ausweg, um des Auseinanderdriften zwischen größerer Nachfrage und nicht so großem Angebot hinten anzuhalten, wird das Antreiben der Produktivität werden. Vor allem die Entwicklungsländer müssen in die Forschung, um massive Produktivitätssteigerungen zu erreichen, investieren.
Ständig höhere Kosten für Vorleistungen, Beschränkungen bei der zur Verfügung Stellung von Rohstoffen, der Klimawandel und Umweltfragen, all diese Faktoren werden Druck auf die weltweiten Produktionsmöglichkeiten ausüben.
Die aufstrebenden Länder werden versuchen, ihre Produktionskapazitäten auszubauen und sie werden auch auf den Weltmärkten als Exporteure mehr Präsenz zeigen.
Der Generalsekretär der OECD, Angel Gurría wies darauf hin, dass höhere Produktivität, grünes, nachhaltiges Wachstum und offene Märkte der Garant dafür sein werden, dass zukünftige Generation mit gesunden und sicheren Nahrungsmitteln in ausreichender Menge versorgt werden können. Er rief die Regierungen der Welt dazu auf, alles daran zu setzten, dass die Voraussetzungen für die weltweite Nahrungsmittel-Versorgungssicherheit auch verwirklicht werden können.
Der Generaldirektor der FAO, José Graziano da Silva betonte, dass enorme Anstrengungen unternommen werden müssen, um die enorm hohe Anzahl der Hungernden effektiv zu reduzieren. Wir müssen uns auf die nachhaltige Entwicklung, vor allem in den Entwicklungsländern konzentrieren. Offene Märkte mit exzellent funktionierendem Preismechanismus sind der Garant dafür, dass die Produzenten entsprechend dazu ausgerüstet werden, ausreichend die zunehmende Nachfrage in Qualität und Quantität zu befriedigen bereit sind.
Die Forderung nach und die Förderung einer nachhaltigen Landwirtschaft:
Die Wissenschaftler des Berichtes betrachten mit Sorge, dass
- bereits ein Fünftel des weltweit bearbeiteten Ackerlandes Schäden aufweisen, die die Erträge mindern,
- zunehmend Wasserknappheit in vielen Ländern herrscht,
- die Bestände von wichtigen Fischarten, die Millionen von Menschen als wichtigste Eiweißquelle dienen, überfischt sind, und stehen deshalb nicht mehr in ausreichender Menge zur Verfügung,
- der Klimawandel zunehmend den Produktionsbedingungen zusetzt.
Die Regierungen aller Länder wurden aufgerufen, den Weg für die nachhaltige Landwirtschaft durch
Verbesserung der Rahmenbedingungen zu ebnen. Diese betreffen insbesondere das Geschäft- und Handelsregime, die Forschungsförderung, die Beratung, den Unterricht und den Ausbau der Infrastruktur, wie
Elektrizität und der Informations- und Kommunikationssysteme.
Auch die Vermeidung der Verluste (post harvest losses) der Nahrungsmittel ist in der Zukunft stärker zu
beachten. Neueste Studien zeigen, dass bis zu einem Drittel der produzierten Rohstoffe (die Ernte) nach der Ernte direkt oder in der späteren Verarbeitungs- und Verteilungsphase oder bei den Konsumenten, verloren gehen.
Wir werden uns in der nächsten Zeit mit allen acht Kapiteln dieses hochinteressanten Berichtes näher beschäftigen und hier in unserer Marktinformationsseite darüber reflektieren.
Der Bericht im Original und Analysen der einzelnen Kapitel .....

