AgrarMarkt
Austria
AMA Adler

Systembestandteile

der Lebendrinderkennzeichnung

Das System zur Kennzeichnung und Registrierung von Rindern basiert auf den Grundpfeilern Kennzeichnung, Meldung an die zentrale Rinderdatenbank, Bestandsverzeichnis, Tierpass. Diese Bestandteile sind durch entsprechende Vor-Ort-Kontrollen abzusichern.

Kennzeichnung

Rinder sind mittels amtlicher Kennzeichnung zu versehen, als Kennzeichnungsmittel sind entsprechende Ohrmarken zu verwenden. Die Ausgabe der Österreichischen Rinderohrmarken (für neu geborene Kälber und im Verlustfall) erfolgt über die Agrarmarkt Austria.
Aufgrund der Herkunft der Rinder und des Alters ergeben sich folgende Kennzeichnungsregeln:
Ab 01.01.1998 geborene Rinder sind innerhalb von sieben Tagen nach der Geburt an beiden Ohren mittels Ohrmarken zu kennzeichnen.
Rinder, die vor 1998 geboren sind, müssen mit mindestens einer Ohrmarke gekennzeichnet sein, wobei auch in diesen Fällen die Kennzeichnung mit zwei Ohrmarken empfohlen wird.
Tiere, die aus Drittländern (ausgenommen Schweiz) importiert werden, sind unter Aufsicht des zuständigen Amtstierarztes mit speziellen Ohrmarken umzukennzeichnen. Diese Ohrmarken werden über die zuständige Bezirksverwaltungsbehörde (Amtstierarzt) bezogen.
Tiere aus anderen EU-Mitgliedsstaaten (inkl. Schweiz) behalten ihre Ohrmarkennummer.
Bei der Kennzeichnung von Rindern besteht das Lebensnummernprinzip, das bedeutet, dass das Rind die Ohrmarkennummer von der Geburt bis zum Tod in den Mitgliedsstaaten der EU begleitet. Die Nummer darf nicht verändert werden.
Bei Verlust einer Ohrmarke ist diese Nummer unverzüglich über Internet (http://www.eama.at), schriftlich bzw. per Telefon bei der zuständigen Bezirksbauernkammer oder in der AMA nachzubestellen. Die entsprechende Ohrmarke wird nachproduziert und dem Tierhalter per Post zugesandt, wobei hier von einer durchschnittlichen Lieferzeit von fünf bis sieben Tagen auszugehen ist. Diese Frist ist abhängig von der Zustellgeschwindigkeit der Post.

Meldewesen

Jeder Rinderhalter (Landwirt, Händler, Schlachthof, Sammelstelle) muss jede Tiergeburt, Umsetzung (Zu- und Verkauf), Schlachtung oder Verendung innerhalb von sieben Tagen an die zentrale Rinderdatenbank der AMA melden.
Rinderhalter ist jede natürliche oder juristische Person, die vorübergehend oder ständig, auch beim Rindertransport oder auf dem Viehmarkt (Sammelstelle), für Rinder verantwortlich ist.
Für Rinder, die nur transportiert und nicht eingestallt werden, besteht keine Meldeverpflichtung. Der Transporteur muss aber Auskünfte über den Verbleib der Rinder geben können.

Grundsätzlich besteht die Möglichkeit für alle Rinderhalter die Meldungen über Internet (http://www.eama.at) selbst zu erfassen und zu bearbeiten. Landwirte haben darüber hinaus noch die Möglichkeit telefonisch bzw. per Fax oder Brief an die zuständige Bezirksbauernkammer zu melden. Eventuell benötigte Formulare können über die Bezirksbauernkammer bezogen werden.

Für Händler und Schlachthöfe besteht als Alternative die Möglichkeit zur Meldung per Fax an die AMA.

Eine Sonderform der Meldung ist die Verbringung von Tieren auf Almen bzw. Weiden vom Besitzer (Obmann) der jeweiligen Alm oder Weide. Nähere Informationen zu dieser Meldung finden Sie im Bereich Merkblätter / Handbücher.

Bestandsverzeichnis

Dieses ist nach einem von der AMA herausgegebenen Muster bzw. elektronisch vom Tierhalter für alle am Betrieb gehaltenen Tiere zu führen. Folgende Felder sind anzuführen: lfd. Nummer, Ohrmarke, Geburtsdatum, Geschlecht, Rasse, Zu- und Abgangsdatum, Schlacht- bzw. Verendungsdatum, Vor-/Nachbesitzer, Almaufenthalt, Kontrollvermerke. Es wird empfohlen bei Geburten im Betrieb bei den jeweiligen Kälbern die Mutter- und Vaterohrmarkennummer zu vermerken, dies erleichtert im Fehlerfall die Recherchen.
Änderungen sind spätestens sieben Tage nach deren Eintritt im Bestandsverzeichnis zu vermerken. Die Aufbewahrungsfrist beträgt vier Jahre vom Ende des Kalenderjahres an, auf das es sich bezieht.

Seit 2007 besteht die Möglichkeit, das Bestandsverzeichnis für Rinder online über das Internetserviceportal http://www.eama.at zu führen. Nähere Informationen und Regelungen zu diesem Onlineservice der AMA finden Sie im eAMA RinderNET.

Muster - Bestandsverzeichnis für Rinderpdf

Tierpass

Für jedes Rind wird automatisch ein Tierpass bei der AMA geführt. Auf diesem scheinen die genauen Daten, die an die Rinderdatenbank gemeldet wurden, auf. Wenn das Tier in ein anderes EU-Land verkauft wird, muss ein Tierpass über die Bezirksbauernkammer bzw. die AMA oder selbst über Internet angefordert werden.
Der Tierpass ist vom letzten österreichischen Halter zu unterzeichnen und vom Tierarzt, der die Verbringung ins Zielland (EU Land) abfertigt, zu validieren.

Muster- Österreichischer Tierpasspdf

Rinder, die aus anderen EU Staaten nach Österreich verbracht werden, müssen durch einen Tierpass der zuständigen Behörde des EU Landes begleitet werden. Dieser Original - Tierpass ist mit der Zugangsmeldung EU bzw. Schlachtmeldung an die AMA zu übermitteln. Zugangsmeldungen aus dem innergemeinschaftlichen Raum bzw. aus Drittländern können nur direkt in der Agrarmarkt Austria (AMA) und nicht über die Internetmeldeschiene (http://www.eama.at) erfasst werden.

Vor-Ort-Kontrolle

Aufgrund der gesetzlichen Bestimmungen sind im Rahmen von Vor-Ort-Kontrollen die Kennzeichnung der Rinder, die Meldungen an die zentrale Rinderdatenbank und das Bestandsverzeichnis auf Richtigkeit und Vollständigkeit zu überprüfen. Vor-Ort-Kontrollen im Bereich Rinderkennzeichnung und -registrierung gelten ab 2005 als CC relevant und werden im Rahmen der Cross Compliance bewertet. Verstöße im Bereich der Rinderkennzeichnung können zur Kürzung von Direktzahlungen führen.
Transparente Grafik zwecks Webanalyse