Getreideernte 2012 - Rund ein Viertel weniger Ertrag im Vergleich zum Vorjahr

03.08.2012 Lebensmittelproduktion mit sehr guten Qualitäten versorgt – bei Futter- und Industriegetreide Import notwendig


„Das Getreidejahr 2012 ist geprägt von enttäuschenden Ergebnissen im Osten des Landes und von guten Erträgen in den westlichen Anbaugebieten“, bringt Dipl.-Ing. Günter Griesmayr, Vorstandsvorsitzender der Agrarmarkt Austria (AMA) die Ergebnisse der Getreideernte 2012 auf den Punkt.

Ein trockener Herbst, wenig Winterfeuchte, ein trockenes Frühjahr, starke Fröste im Februar sowie der Spätfrost am 18. Mai 2012 mit bis zu minus 6 Grad Celsius – die Witterungsbedingungen in den Getreidehauptanbaugebieten (Weinviertel, Marchfeld, südöstliches NÖ, Burgenland) haben die geringen Erwartungen der Getreidebauern noch übertroffen. Die Erntemengen in der Kornkammer Österreichs sind enttäuschend. Die hervorragenden Qualitäten, die aufgrund der geringen Erntemengen erzielt werden konnten, sind hier nur ein schwacher Trost. Manche Landwirte können sich an eine derart schwache Ernte in ihrem jahrzehntelangen Berufsleben gar nicht erinnern. „Bei der Körnererbse haben wir mehr angebaut als geerntet“, so die ernüchternde Bilanz eines Landwirtes. Er hat 200 kg/ha Saatgut eingesetzt und 100 kg/ha geerntet.
Zusätzlich wurde der Ernteverlauf wie schon in den letzten Jahren Mitte Juli immer wieder von Regenfällen unterbrochen. Damit sind die später gedroschenen Weizenbestände auch noch von niedrigen Hektolitergewichten und Fallzahlen betroffen.

Die Prognose der Erntemengen gestaltet sich heuer schwierig wie noch nie – im Osten geringe Erträge wie schon Jahrzehnte nicht, westlich von Tulln durchwegs gute Erträge. Positiv sind die Qualitäten bei Weichweizen mit einem hohen Anteil an Premiumweizen aufgrund der geringen Mengen. Bei der Sommergerste sind die guten Qualitäten mit den hohen Proteinwerten allerdings kein Vorteil, da hohe Proteinwerte nur geringe Mengen an Braugerste erwarten lassen. Mahlweizen wird heuer aus den westlichen Anbaugebieten kommen, Futterweizen und Gerste wird nicht in ausreichender Menge zur Verfügung stehen.
„Mit einer prognostizierten Gesamternte von über 2,3 Mio. Tonnen ohne Mais und einer Gesamternte inklusive Mais von rund 4,6 Mio. Tonnen wird heuer um rund ein Viertel weniger geerntet als im Vorjahr. Damit ist die heurige Ernte die schlechteste seit über 40 Jahren und deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt von knapp 3 Mio. Tonnen Getreide ohne Mais“, erklärt Dipl.-Ing. Griesmayr.

Dipl.-Ing. Günter Griesmayr
 

Volatiler Markt für heurige Ernte

Zum Vorjahr ergeben sich damit ganz andere Voraussetzungen für die Vermarktung. Das deutlich niedrigere Angebot lässt die Landwirte zwar auf ein gutes Preisniveau hoffen, jedoch werden die drastisch gesunkenen Erntemengen ein negatives Ergebnis bei den Erlösen bewirken.
„Konnten wir im Jahr 2011 ein gutes Einkommen erwirtschaften, so gilt heuer das Gegenteil. Die Getreideproduzenten, vor allem im östlichen Anbaugebiet, müssen heuer froh sein ohne Verlust auszusteigen. Die Notwendigkeit von Leistungsentgelten für die Landwirtschaft zeigt sich gerade in diesem Jahr“, so der Vorsitzende des Verwaltungsrates der AMA, ÖkR Franz Stefan Hautzinger.

Markt benötigt Importgetreide

Die alternativen Verarbeitungswege sind für den österreichischen Getreidemarkt von großer Bedeutung. „Diese Kapazitäten werden heuer nicht zur Gänze aus der heimischen Ernte gedeckt werden können“, stellt ÖkR Hautzinger klar. Die Versorgung mit Brot und Gebäck ist gesichert, die Industrie muss teilweise auf die Überschussregionen in Zentraleuropa zurückgreifen.
Der erhöhte Inlandsverbrauch und die geringe Erntemenge machen Österreich zum Nettoimporteur.
Österreich hat in den letzten Jahren die Inlandsvermarktung von Getreide um 50 % gesteigert. Waren es im Zeitraum 2007/2008 noch rund 2 Mio. Tonnen, so werden es im Zeitraum 2012/2013 bereits rund 3 Mio. Tonnen sein. Durch diese Verarbeitungskapazitäten bleibt die Wertschöpfung im Land und werden Arbeitsplätze gesichert.
„Nur so gute Ernten wie im Vorjahr lassen Österreich ausgeglichen bilanzieren. Die Versorgung Österreichs mit Getreide ist gesichert und wir können weiterhin die traditionellen Exportmärkte mit Qualitätsgetreide bedienen, solange Zentraleuropa eine bedeutende Überschussregion darstellt“, hält ÖkR Hautzinger fest.

Präsident ÖkR Franz Stefan Hautzinger
 

Weltmarkt: Trockenheit und Dürre stürzen die Prognosen nach unten

Nicht nur in Österreich sind die Erntemengen geringer, auch weltweit wird weniger geerntet. Der Internationale Getreide Rat (IGC) hat in seinen letzten Schätzungen die weltweite Getreideproduktion deutlich verringert. Sowohl bei Weizen als auch bei Mais wird die Produktion den weltweiten Verbrauch nicht decken. Vor allem die deutliche Reduzierung der Ernteprognosen bei Mais in den USA um mehr als 50 Mio. Tonnen beeinflussen die Weltversorgungsbilanzen negativ.
„Die globalen Getreidereserven werden sich um mindestens 30 Mio. Tonnen reduzieren. Wesentliche Gründe dafür sind geringere Ernteerwartungen für die wichtigen Exportregionen der USA und der Schwarzmeerländer“, berichtet Christian Gessl, Abteilungsleiter für Marktordnungen und Marktberichte.

In weiten Teilen Europas ist die Ernte noch nicht abgeschlossen, trotzdem hat die EU-Kommission die Prognose für die Getreideproduktion zuletzt um knapp 7 Mio. Tonnen auf rd. 279 Mio. Tonnen zurückgenommen. Unabhängig davon hält die EU-Kommission am jährlichen Exportprogramm von deutlich über 20 Mio. Tonnen Getreide fest. In den für den österreichischen Markt wichtigen Überschussgebieten Zentraleuropas wurden die Ernteprognosen reduziert, trotzdem wird der prognostizierte Überschuss bei Weizen und Mais aus dieser Region mit rd. 7 Mio. Tonnen erwartet.

„Das mehrmalige Revidieren der weltweiten Erntemengen nach unten lassen derzeit die Preise für Weizen und Mais an den Hauptbörsen stark ausschlagen“, berichtet Gessl.

Christian Gessl
 

Flächenentwicklung in Österreich stabil

Die Getreideanbaufläche ist österreichweit gegenüber dem Vorjahr geringfügig um 1.600 ha auf insgesamt 585.160 ha ausgedehnt worden. Die BIO-Anbauflächen für Getreide erhöhten sich um 2,4 %.
Die Anbauflächen für Weichweizen und Roggen wurden ausgedehnt. Die Anbauflächen für die übrigen Getreidesorten wurden wie schon in den letzten Jahren zurückgenommen. Die gesamte Fläche für Ölsaaten und Eiweißpflanzen wurde um 1,2 % verringert. 

Anbaubedingungen und Ernteergebnisse

Das Vegetationsjahr 2011/2012 war geprägt durch einen trockenen Herbst, welcher die Aussaatbedingungen bei Winterkulturen beeinflusste. Der Winter insgesamt war trocken, es fehlte die Winterfeuchte. Zudem folgte im Februar starker Frost. Trocken, sonnig und überdurchschnittlich warm begann das Frühjahr, wodurch es beim Wintergetreide zu nachhaltigen Schäden kam und schon erste Probleme bei der Entwicklung des Sommergetreides zu befürchten waren. Hinzu kamen einige rekordverdächtige Wetterkapriolen:
  • 20 Tropentagen (Temperaturen über 30 Grad) bis Ende Juni
  • Der heißeste Juni-Tag seit Messbeginn in NÖ mit 37,7 Grad
  • Gleichzeitig die tiefste jemals gemessene Temperatur in der zweiten Maihälfte
  • Im Bezirk Mistelbach die seit 80 Jahren trockenste Periode mit weniger als 50 % der durchschnittlichen Niederschlagsmenge
  • Rekordschäden von 120 Mio. EURO in der Landwirtschaft

In den westlichen und südlichen Anbaugebieten sorgten ausreichende Niederschläge für bessere Erträge, doch die Hauptanbauflächen liegen in den niederschlagsarmen Gebieten.
Niedrige Mengenerwartungen zu Erntebeginn wurden in den Hauptanbaugebieten noch übertroffen. Die guten Qualitäten waren bei den geringen Mengen die logische Folge, vor allem bei Weizen.

Hartweizen
(Durum, Verwendung in der Teigwarenherstellung)

Die Hartweizenfläche wurde gegenüber dem Vorjahr um 7 % auf ca. 14.200 ha relativ stark zurückgenommen. In den traditionellen Anbaugebieten Ostösterreichs ist man mit den bisherigen Ergebnissen hinsichtlich Menge enttäuscht. Die Ernteunterbrechungen der letzten beiden Wochen trüben die Qualitäten der bescheidenen Ernte.
Die Erträge bewegen sich bei Winterdurum und Sommerdurum zwischen 10 und 45 dt/ha, im Durchschnitt bei 31 dt/ha.

Weichweizen
(Verwendung bei der Erzeugung von Mehl, Brot und Gebäck)

Die Anbaufläche hat sich gegenüber dem Vorjahr um ca. 5.000 ha erhöht (+1,7 %). Das Ertragsniveau wird derzeit österreichweit im Durchschnitt auf 43 dt/ha geschätzt. Man kann davon ausgehen, dass der heurige Weizen zu rund 60 % Premium- und Qualitätsweizen (mind. 14 % Protein) und rund 40 % Mahl- und Futterqualität aufweist.
Die bisherigen Ergebnisse weisen durchwegs sehr hohe Proteinwerte aus, die Fallzahlen sind für die Mengen vor der Regenunterbrechung sehr gut.

Laut dem ersten vorliegenden Bericht der Versuchsanstalt für Getreideverarbeitung aus den Frühdruschgebieten weisen die Weizenpartien ein sehr gutes durchschnittliches Hektolitergewicht von über 82 kg sowie sehr gute Proteinwerte von durchschnittlich 15 % (Streuung von 12 % bis knapp 20 %) aus. Die Fallzahlen sind im Mittelwert mit 360 Sekunden gut. Hier ist abzuwarten, auf welchem Niveau die nach den Regenfällen geernteten Partien liegen werden.
In Oberösterreich konnte der Großteil des Weizens mit guten Qualitäten geerntet werden. Die Hektolitergewichte waren mit 77 bis 82 kg bei den früh geernteten Partien gut, bei den letzten aber deutlich schwächer. Oberösterreichischer Mahlweizen mit Proteinwerten von 12 bis 13 % könnte heuer noch ein gefragtes Produkt werden, so die Einschätzung von Getreideexperten.
Mit den letzten Schönwettertagen konnte die Weizenernte in Österreich großteils abgeschlossen werden.
Die österreichischen Mühlen werden ausreichend mit Weizen guter Qualität versorgt und auch die traditionelle Schiene des Premiumweizenexportes nach Italien wird bedient werden. Weizenqualitäten, die nicht ausreichend zur Verfügung stehen, werden aus den Nachbarländern kommen.

Roggen
(Verwendung bei der Broterzeugung)

Die heurige Roggenanbaufläche mit 48.590 ha ist gegenüber dem Vorjahr um 5,8 % ausgedehnt worden. Die Roggenerträge werden bei rd. 36 dt/ha erwartet. Die bereits geernteten Qualitäten sind zufriedenstellend. Abzuwarten ist noch die Ernte und deren Ergebnisse aus dem klassischen Anbaugebiet Waldviertel.

Wintergerste
(Verwendung in der Tierfütterung)

Die Anbaufläche beträgt heuer rd. 77.850 ha (-0,8 % gegenüber dem Vorjahr). Das Ertragsvolumen schwankt zwischen 20 und 70 dt/ha. Die Qualitäten im Osten sind jedoch zum Teil sehr schlecht, im Westen zufriedenstellend. In Oberösterreich sind sowohl die Erträge, im Landesschnitt mit 65 dt/ha, als auch die Qualitäten mit Hektolitergewichten von ca. 62 bis 65 kg gut.

Braugerste – Inlandsbedarf nicht gedeckt
(Sommergerste; Verwendung in der Malz- bzw. Biererzeugung)

Die Fläche von rund 72.700 ha ergibt zum Vorjahr einen Rückgang um 2.114 ha
(-2,8 %) und wurde wie in den Vorjahren erneut deutlich reduziert. Diese Kultur ist seit 2007 von einem starken Rückgang der Anbauflächen gekennzeichnet. Die heurige Ernte lässt schlechte Erträge von 10 bis 45 dt/ha erwarten. Aufgrund der hohen Proteinwerte werden lediglich maximal 40 % der Erntemenge Braugerstenqualität (niedriges Protein, hohe Siebung) haben. Somit besteht bei Braugerste ein deutlicher Zuschussbedarf.

Triticale
(Verwendung in der Tierfütterung und in der Ethanolerzeugung)

Triticale ist neben seinem Hauptverwendungszweck als betriebseigenes Futtermittel ein wertvoller Rohstoff für die Ethanolproduktion. Die Anbaufläche hat sich um 1.800 ha auf 43.750 ha (-4,0 %) reduziert. Erträge von 40 dt/ha werden erwartet.

Ölraps
(Verwendung als Speiseöl und Biodiesel)

Die Anbaufläche ist gegenüber dem Vorjahr um 4 % auf rd. 55.750 ha ausgedehnt worden. Bei Raps ist festzustellen, dass diese Kulturart noch am besten bei der heurigen Ernte abgeschnitten hat, obwohl zum Teil erhebliche Frostschäden festzustellen waren und im gesamten Anbaugebiet durchwegs durchschnittliche Erträge erzielt werden konnten. Die Erträge bewegen sich bei ca. 20 bis 30 dt/ha.

Sojabohne – wichtigstes Eiweißfuttermittel
(Verwendung als Nahrungsmittel und Tierfutter)

Sojabohne wurde erstmals geringfügig weniger angebaut. Im Vergleich zum Vorjahr wurde die Anbaufläche um 2,7 % auf knapp 37.000 ha zurück genommen. Die gute Nachfragesituation an heimischer Ware sowie zufriedenstellende Erlöse in den letzten Jahren sollte den Anbau dieser Marktfrucht begünstigen, jedoch lassen immer wieder schlechte Ertragsjahre keine größere Ausdehnung zu.

Sonnenblume
(Verwendung als Nahrungsmittel und Tierfutter)

Die Sonnenblume wurde heuer auf einer Fläche von 23.400 ha (-10,3 %) angebaut. Die Bestände entwickeln sich aufgrund des Spätfrostes nicht sehr günstig und lassen wenig zufriedenstellende Erträge erwarten.

Körnererbsen
(Verwendung in der Tierfütterung)

Der Körnererbsenanbau hat in Österreich nur mehr geringe Bedeutung. Bei dieser Kulturart ist ein stetiger Rückgang im Anbau zu verzeichnen. Die heurige Anbaufläche von rd. 10.700 ha zeigt eine weitere Reduktion um 8,3 % zum Vorjahr. Die Erträge sind enttäuschend, in manchen Regionen wird von einem Totalausfall gesprochen. Diese Kultur wird als betriebseigenes Futtermittel und aus Gründen der Fruchtfolge angebaut.

Körnermais
(Verwendung bei Stärke- und Ethanolerzeugung sowie in der Tierfütterung)

Der Anbau von Körnermais wurde auf eine Fläche von knapp 199.000 ha um 1,7 % ausgedehnt. Die Bestände zeigen sich momentan in den Hauptanbaugebieten in einem sehr guten Zustand, die derzeitigen Witterungsbedingungen mit den Niederschlägen im Juli haben die Bestände sehr gut entwickeln lassen. Mais dürfte heuer die einzige Marktfrucht sein, welche mit zufriedenstellenden Erträgen aufwarten kann. Ertragsmindernd dürften jedoch die vielen Unwetter- und Hagelschäden sein, welche regional große landwirtschaftliche Flächen geschädigt haben.

Internationaler Getreidemarkt

Europa: Wetterextreme verringern Ernteschätzungen

Die heurige Getreideernte in der EU-27 wird mittlerweile nur mehr auf rund 279 Mio. Tonnen geschätzt und bringt somit wie im Vorjahr eine unterdurchschnittliche Ernte (Rekordernte 2008/2009: 311 Mio. t).

Die Getreidefläche in der EU-27 wurde um etwa 1,2 Mio. ha ausgedehnt, die größten Zuwächse werden bei Gerste und Mais verzeichnet, dem gegenüber wurde die Ölsaatenfläche um 700.000 ha verringert, wobei Raps den größten Rückgang verzeichnet.

Die Wetterverhältnisse teilen Europa heuer in zwei unterschiedliche Zonen, heiß und trocken im Osten und Süden, nass und kühl im Westen. Die Grenzlinie verläuft dabei geradewegs durch Österreich. Hauptbetroffen von der extremen Trockenheit ist die Region Zentraleuropa, aber auch Spanien, Italien, Rumänien, Bulgarien und außerhalb der EU die Ukraine melden Ernteeinbußen.

Trockenheit und Frostschäden haben nicht nur zu einer Flächenverschiebung geführt, sondern auch die Ernteschätzungen zurücknehmen lassen. Die Bilanz der EU-27 zeigt daher derzeit nur einen geringen Produktionsüberschuss, trotzdem hält die EU-Kommission weiter an ihrem Exportprogramm in der Höhe von rd. 24 Mio. Tonnen fest. Die Importe werden für das Wirtschaftsjahr 2012/2013 auf 13 Mio. Tonnen geschätzt. Die Getreideendbestände werden sich im Laufe des Jahres deutlich verringern.

Trotz der ständig nach unten revidierten Ernteschätzungen der EU-27 wird die für Österreich wichtige Region „Zentraleuropa“ (Tschechien, Slowakei, Ungarn und Slowenien) sowohl bei Weizen als auch bei Mais einen deutlichen Überschuss erwirtschaften, in Summe wird dzt. von einem Exportvolumen von rd. 7 Mio. Tonnen ausgegangen.

Weltmarkt: Dürre in den USA beeinflusst Weltgetreidebilanzen

Die Hitze im mittleren Westen der USA sowie geringere Ernteaussichten in der Schwarzmeerregion lassen mittlerweile die weltweiten Weizen- und Maisbilanzen negativ ausfallen, während die internationalen Preisnotierungen weiter steigen.

Die ersten Schätzungen des IGC für die weltweite Getreideernte 2012/2013 sind noch von einem Rekordergebnis ausgegangen, inzwischen wurden diese Zahlen deutlich reduziert und liegen bei rd. 1,81 Mrd. Tonnen. Die letzte Schätzung zur weltweiten Getreideversorgungsbilanz zeigt daher mit 1,83 Mrd. Tonnen einen bereits höheren Verbrauch gegenüber einer geschätzten Produktion und somit einen Abbau der weltweiten Lagerbestände auf.

In der Schwarzmeerregion wird die Getreideernte deutlich geringer als im Vorjahr ausfallen. Der IGC hat die Ernteprognosen für Russland, Kasachstan und Ukraine nach unten revidiert, die Exportaussichten für Russland sogar gegenüber dem Vorjahr halbiert. Eine der wichtigsten Exportregionen wird daher die im Vorjahr erreichte Exportmenge (vornehmlich Weizen) deutlich verfehlen.

Auch die weltweite Maisernte wurde in den letzten Schätzungen deutlich verringert während das amerikanische Landwirtschaftsministerium (USDA) in seinen letzten Berichten die gesamten Maisernte auf rd. 900 Mio. Tonnen reduziert hat, schätzt der IGC die weltweite Produktion lediglich auf rd. 864 Mio. Tonnen. Die derzeitigen Wetterprognosen für die USA zeigen keine Entspannung der Dürrekatastrophe, sodass mit einer weiteren Reduktion bei Mais zu rechnen ist. Der Abbau der weltweiten Maisbestände wird sich daher auch im heurigen Jahr weiter fortsetzen.

Die niedrigen Ernteerwartungen verbunden mit der deutlichen Reduzierung der weltweiten Exportmöglichkeiten in den wichtigsten Ausfuhrländern haben die Preissteigerungen deutlich beeinflusst.

Die internationalen Notierungen liegen generell deutlich über jenen im Vergleichszeitraum des Vorjahres (Weizen +30 %, Mais +10 %, Raps +16 %, Sojaschrot +40 %), weitere negative Ernteschätzungen werden den Trend der Preissteigerung fortsetzen.

Nach den heurigen schlechten Ernteaussichten müssen die Zuwächse in den nächsten Jahren deutlich gesteigert werden. Die Langzeitstudien der FAO zeigen einen kontinuierlichen Anstieg des Verbrauches bei Getreide und Getreideprodukten. In 10 Jahren muss die weltweite Getreideproduktion um rd. 230 Mio. Tonnen oder 12 % gesteigert werden um den prognostizierten Verbrauch abdecken zu können.

Informationen zum Getreidemarkt finden Sie auch im Internet unter www.ama.at.

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