Imkereiförderung

Das Förderprogramm für Imker basiert auf der Verordnung (EU) Nr. 1308 / 2013 und wird national im Rahmen der „Sonderrichtlinie für die Förderung von Maßnahmen zur Verbesserung der Vermarktungsbedingungen von Bienenzuchterzeugnissen“ umgesetzt.

Ziele

Die Imkereiwirtschaft ist ein Sektor, dessen wichtigste Funktionen die Erzeugung von Honig und anderen Imkereierzeugnissen und der Beitrag zur Erhaltung des ökologischen Gleichgewichts sind.

Die Ziele des österreichischen Programms sind daher:
  • Die Erhaltung einer gesunden, flächendeckenden Bienenhaltung und Imkereiwirtschaft
  • Die Sicherstellung der unverzichtbaren Bestäubungsfunktion der Bienen für die landwirtschaftlichen Nutzpflanzen und darüber hinaus für das gesamte Ökosystem
  • Die Weiterentwicklung und Verbesserung der Kenntnisse und Fähigkeiten der Imkerinnen und Imker, insbesondere auch in der biologischen Bienenhaltung
  • Die Weiterentwicklung und Verbesserung der hohen Produktqualität und Rückstandsfreiheit der Imkereiprodukte
  • Die Bekämpfung und Prävention von Bienenkrankheiten auf Grundlage des Österreichischen Bienengesundheitsprogramms 2016
  • Verbesserung der Wirtschaftlichkeit der Honigproduktion durch Zucht genetisch leistungsstarker und krankheitsresistenter Bienenvölker (Leistungsprüfung und Zuchtwertschätzung)
  • Die Zusammenarbeit bei Forschungsprogrammen

Förderwerber

Als Förderwerber kommt nur eine bundesweit tätige Organisation in Betracht, die die im Bereich der Bienenzucht und Imkereiwirtschaft bundes- oder landesweit tätigen Organisationen repräsentiert.

Wirtschaftlich Begünstigte

Wirtschaftlich Begünstigte können, neben dem Förderwerber selbst, natürliche oder juristische Personen mit Niederlassung in Österreich sein, die

1. Bienenstöcke im eigenen Namen und auf eigene Rechnung im österreichischen Staatsgebiet bewirtschaften und
  • Mitglieder einer durch den Förderwerber vertretenen Organisation sind, oder
  • Zum Förderwerber oder einer durch den Förderwerber vertretenen Organisationen in einem solchen vertraglichen Verhältnis stehen, dass die ordnungsgemäße Durchführung des Programms gesichert ist.

2. Durch den Förderwerber vertretenen Organisationen sind oder zum Förderwerber oder einer durch den Förderwerber vertretenen Organisation in einem solchen vertraglichen Verhältnis stehen, um Maßnahmen im Sinne dieser Sonderrichtlinie durchzuführen oder zu koordinierten und die ordnungsgemäße Durchführung des Programms gesichert ist.

Wie werden die Förderungen beantragt?

Förderungsantrag

Der Förderungswerber reicht bis spätestens 31.12. des laufenden Förderjahres einen Förderungsantrag samt Jahresplan bei der AMA ein.

Auszahlungsantrag

Der Auszahlungsantrag kann vom Förderungswerber bis zum 31.3. und 15.8.des laufenden Förderjahres (= 01.08. – 31.07.) bei der AMA eingereicht werden.

Alle Anträge der Wirtschaftlich Begünstigten (=Imker) sind bei der Biene Österreich (= Förderwerber) einzureichen.
Die Antragstellung bei der AMA erfolgt durch die Biene Österreich.

Die Auszahlung der Förderung erfolgt über den Förderwerber (Biene Österreich), welcher verpflichtet ist diese dem jeweiligen Wirtschaftlich Begünstigten innerhalb von drei Monaten zu überweisen.

Die Bestimmungen für die Einreichung beim Förderungswerber entnehmen Sie der Webseite der Biene Österreich www.biene-oesterreich.at.

I) Direkte Fördermaßnahmen für Imker

Neueinsteigerförderung

Dadurch sollen die Grundanschaffungen von Neubeginnern in der Imkerei erleichtert werden. Gewährung eines Pauschalbetrages für die Anschaffung von 3 Beuten, 3 Kunstschwärmen, 3 Reinzuchtköniginnen und 1 Fachliteratur.

Kleingeräteförderung

Förderfähig sind vor allem Geräte zur Qualitätshoniggewinnung, z.B.: Honigauftaugeräte, Abfülltöpfe , Lagergefäße und Schleudern aus Edelstahl, Entdeckelungsgestelle, Raumtrocknungsgeräte, Refraktometer, Konduktometer, eichfähige Waagen, sowie Geräte zur Wachs- und Pollenproduktion.

Der Mindestanschaffungswert pro Förderantrag beträgt EUR 400,-  (pro Förderperiode ist nur ein Antrag je Imker zulässig), der Zuschuss beträgt maximal 40 Prozent des tatsächlichen Aufwandes und ist u.a. abhängig von der Völkeranzahl; Voraussetzung ist die Teilnahme am Qualitätsprogramm der Biene Österreich und/oder am Österreichischen Bienengesundheitsprogramm. Nimmt der Imker an beiden Programmen teil, so erhöht sich der Zuschuss auf maximal 50 Prozent. 

Investitionsförderung

Förderfähig sind Anlagen zur Honiggewinnung, -abfüllung und -bearbeitung (z.B.: Schleuderstraßen, Abfüllanlagen, Rührgeräte), sowie Maschinen und Geräte für die Bienenwanderung (z.B.: Hebebühnen, selbstfahrende Wanderhilfen, elektronische Trachtbeobachtungssysteme).

Die Mindestinvestitionssumme beträgt EUR 2.000,- . Als Zuschuss werden maximal 40 Prozent des tatsächlichen Aufwandes bei Teilnahme am Honigqualitätsprogramm der Biene Österreich und/oder am Österreichischen Bienengesundheitsprogramm gewährt.  Nimmt der Imker an beiden Programmen teil, so erhöht sich der Zuschuss auf maximal 50 Prozent.

Die Investitionsförderung kann nur durch Imker mit imkerlich begründetem Einheitswertbescheid, beruflicher Qualifikation und Bewirtschaftung von mindestens 50 Bienenvölkern unter Vorlage eines Betriebsverbesserungsplanes in Anspruch genommen werden.

Neben den bereits erwähnten Voraussetzungen müssen alle Imker im VIS (Veterinärinformationssystem) registriert sein um eine Neueinsteiger-, Kleingeräte- bzw. Investitionsförderung in Anspruch zu nehmen.  

II) Indirekte Fördermaßnahmen für Imker

über die Imkereiverbände einzureichen

Laboruntersuchungen

  • Honig: Inhaltsstoffe, Wassergehalt, Leitfähigkeit, HMF – Wert, Pollenanalyse, Rückstandsuntersuchung: Antibiotika, Varroazide, Diastase, Invertase, Sensorik
  • Wachs: Rückstandsuntersuchung: Antibiotika, Varroazide
  • Propolis: Abdampfrückstand
  • Waben: Amerikanische Faulbrut

Die Förderung beträgt 80 Prozent des Pauschalbetrages für die jeweilige Analyse.

Bildungs- und Beratungstätigkeiten der Verbände

Im Rahmen der Bildungsmaßnahmen wird die Durchführung von Schulungen, Kursen, Seminaren und Vorträgen gefördert. Dadurch sollen die Kosten für das Honorar und die Reisekosten der Vortragenden, Sachkosten, Saalmiete und die Bereitstellung von Schulungsunterlagen abgedeckt werden.

Einzelbetriebliche Beratungen im Rahmen des Qualitätsprogrammes der Biene Österreich

Spezialberatungen können von Imkereibetrieben in Anspruch genommen werden, die auch die Bedingungen für die Inanspruchnahme der Investitionsförderung aufweisen (u.a. mindestens 50 Völker, imkerlicher Einheitswertbescheid, etc.).

Basisberatungen können von Imkern mit weniger als 50 Bienenvölker in Anspruch genommen werden.

Die Förderung für die Tätigkeit von Sachverständigen im Rahmen der Varroabekämpfung und zur Unterstützung der Bienenwanderung steht jedem in einem Imkerverband organisierten Imker offen.

Weiterführende Informationen

Imkereiförderung

Hier finden Sie alle aktuellen Antragsformulare, die Sie benötigen, um eine Kleingeräte,- Neueinsteiger,- oder Investitionsförderung zu beantragen: Einreichformulare, Gerätelisten, Betriebsverbesserungsplan; Voranmeldung Investitionen und Teilnahmeerklärungen für das Österr. Bienengesundheitaprogramm und das Qualitätsprogramm der Biene Österreich