ÖPUL 2015: Programmänderung der Ländlichen Entwicklung - Maßnahmenbeantragungen im Herbstantrag 2014 noch bis 15. Dezember 2014 möglich

19.11.2014

Auf Basis eines Schreibens des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft (BMLFUW) vom 18. November 2014 gibt die Agrarmarkt Austria (AMA) nachfolgende Informationen bekannt:

Im Rahmen der Programmverhandlungen der Ländlichen Entwicklung 2014-2020 des BMLFUW mit der Europäischen Kommission hat es im ÖPUL 2015 Anpassungsnotwendigkeiten gegeben. Der letzte Stand der Programmänderung hat im ÖPUL 2015 teilweise Auswirkungen auf die Antragstellung der einzelnen Maßnahmen. Eine Neubeantragung von Maßnahmen (ausgenommen "Begrünung von Ackerflächen - Zwischenfruchtanbau") ist noch bis zu der Frist 15. Dezember 2014 mit dem Herbstantrag 2014 möglich. Damit Landwirtinnen und Landwirte jedenfalls noch fristgerecht bis spätestens am 15. Dezember reagieren können, wird über folgende wichtige - für die Antragstellung relevante - Änderungen bei den Maßnahmen informiert:

  • Bei der Maßnahme "Begrünung von Ackerflächen - System Immergrün" ist die Mindestteilnahmegröße im ersten Teilnahmejahr auf 2,00 ha Ackerfläche reduziert worden. Das hat die AMA bereits bekannt gegeben. Neu bei dieser Maßnahme ist jedoch die Kombinationsverpflichtung mit der Maßnahme "Umweltgerechte und biodiversitätsfördernde Bewirtschaftung" oder "Biologische Wirtschaftsweise". Landwirtinnen und Landwirte, die bis dato die Maßnahme "Begrünung von Ackerflächen - System Immergrün" ohne die Maßnahme "Umweltgerechte und biodiversitätsfördernde Bewirtschaftung" oder "Biologische Wirtschaftsweise" beantragt haben, müssen die entsprechende Maßnahme mittels Korrektur zum Herbstantrag 2014 bis spätestens am 15. Dezember 2014 beantragen, um nicht mit Prämienkürzungen bei der Maßnahme "Begrünung von Ackerflächen - System Immergrün" im Antragsjahr 2015 konfrontiert zu werden. Möchten betroffene Betriebe die Kombinationsverpflichtung nicht eingehen, ist daher die Abmeldung der Maßnahme "Begrünung von Ackerflächen - System Immergrün" anzuraten.

  • Die Maßnahme "Mulch- und Direktsaat (inkl. Strip-Till)" wird um die Variante 6 der Maßnahme "Begrünung von Ackerflächen - Zwischenfruchtanbau" erweitert. Somit haben alle Antragstellerinnen und Antragsteller die Möglichkeit, wenn sie die Variante 6 fristgerecht bis spätestens am 15. Oktober 2014 beantragt haben, bei der Variante 6 den Code "MZ" mittels Korrektur zum Herbstantrag nachzureichen. Die Maßnahme "Mulch- und Direktsaat (inkl. Strip-Till)" kann bis spätestens am 15. Dezember 2014 beantragt werden, daher wird auch für nachgereichte Beantragungen eine Prämie gewährt.

  • Im Rahmen der Maßnahme "Umweltgerechte und biodiversitätsfördernde Bewirtschaftung" können nun auch Flächen, die in die Maßnahmen "Naturschutz" (Acker-Stilllegungen und Grünlandflächen mit Schnittzeitverzögerung) und "Weiterführung 20-jähriger Verpflichtungen" (K20-Acker-Stilllegungen) eingebracht werden, auf die erforderlichen 5 % "Biodiversitätsflächen" angerechnet werden.

  • Bei der Maßnahme "Einschränkung ertragssteigernder Betriebsmittel" wurde die ursprünglich vorgesehene "max. 170 kg Stickstoff/ha-Anfallsgrenze" gestrichen. Somit können auch wieder Betriebe mit Wirtschaftsdüngerabnahmeverträgen an dieser Maßnahme teilnehmen.

  • Die nun als eigenständig konzipierte Maßnahme "Einsatz von Nützlingen im geschützten Anbau" wurde aus den Maßnahmen "Umweltgerechte und biodiversitätsfördernde Bewirtschaftung" und "Biologische Wirtschaftsweise" herausgelöst. Die Maßnahme "Einsatz von Nützlingen im geschützten Anbau" ist nicht mittels Herbstantrag 2014 zu beantragen, sondern wird im Mehrfachantrag-Flächen 2015 automatisch vorgedruckt, sofern mit Herbstantrag 2014 eine Beantragung von "Umweltgerechte und biodiversitätsfördernde Bewirtschaftung" oder "Biologische Wirtschaftsweise" erfolgt ist. Die Teilnahme an der Maßnahme "Einsatz von Nützlingen im geschützten Anbau" ist daher erst im Mehrfachantrag-Flächen 2015 zu beantragen.

  • Die neu im ÖPUL 2015 angebotene Maßnahme "Natura 2000 - Landwirtschaft" ist grundsätzlich als einjährige Maßnahme konzipiert. Diese Maßnahme ist ebenfalls nicht mittels Herbstantrag 2014, sondern erst im Mehrfachantrag-Flächen 2015 zu beantragen.

  • Die ursprünglich konzipierten Maßnahmen "Mahd von Steilflächen" und "Mahd von Bergmähdern" wurden in der neuen Maßnahme "Bewirtschaftung von Bergmähwiesen" zusammengeführt. Da Steilflächen erst mit einer durchschnittlichen Hangneigung von mindestens 50 % prämienfähig sind, wird die Einstiegsmindestgröße für das erste Jahr der Verpflichtung bei der neuen Maßnahme "Bewirtschaftung von Bergmähwiesen" mit 0,10 ha festgelegt. Eine Änderung der Maßnahmenbeantragung im Herbstantrag 2014 ist nicht erforderlich. Die Maßnahmen "Mahd von Steilflächen" und "Mahd von Bergmähdern" werden automatisch in die Maßnahme "Bewirtschaftung von Bergmähwiesen" übergeführt und im Mehrfachantrag-Flächen 2015 vorgedruckt.

Wir empfehlen, die notwendigen und gewünschten Nachbeantragungen zum Herbstantrag 2014 über die zuständige Bezirksbauernkammer bzw. das landwirtschaftliche Bezirksreferat vorzunehmen. Der Herbstantrag 2014 kann auch online über www.eama.at bis spätestens am 15. Dezember 2014 eingereicht werden, sofern noch kein Antrag gestellt wurde.

Das Programm zur Ländlichen Entwicklung 2014-2020 wurde zwar mit der Europäischen Kommission verhandelt, ist aber noch nicht endgültig genehmigt. Auskünfte über das ÖPUL 2015 gelten daher vorbehaltlich der Genehmigung bzw. sonstiger Änderungserfordernisse.