Klarstellungen des BMLFUW für die Maßnahmen Silageverzicht, Umweltgerechte und biodiversitätsfördernde Bewirtschaftung und Begrünung von Ackerflächen

29.01.2015

Die Agrarmarkt Austria (AMA) gibt nachfolgende Informationen bekannt:

Silageverzicht:

Um auch Betrieben, die im Jahr 2014 noch mit Silage gewirtschaftet und entsprechende Wintervorräte angelegt haben, einen geordneten Einstieg in die Maßnahme "Silageverzicht" im Jahr 2015 zu ermöglichen (Beantragung im Herbstantrag 2014), wird Folgendes festgelegt:
Betriebe, die im Antragsjahr 2014 noch nicht an der Maßnahme "Silageverzicht" des ÖPUL 2007 teilgenommen haben, dürfen die betriebseigenen Silagevorräte verbrauchen. Dieses Aufbrauchen muss bis spätestens 31. Mai 2015 erfolgen. Die Futtergewinnung und -bereitung des Jahres 2015 muss jedoch ausschließlich silagefrei erfolgen, auch darf keine Silage zugekauft werden.

Umweltgerechte und biodiversitätsfördernde Bewirtschaftung (UBB) – Biodiversitätsflächen (Code "DIV"):

Hinsichtlich der Anrechnung von sogenannten Altbrachen und der dafür notwendigen "Ansaat oder Übersaat" einer Mischung aus zumindest 4 insektenblütigen Mischungspartnern (Biodiversitätsflächen) wird Folgendes festgelegt: Bei bestehenden Altbrachen (Flächen, die im Jahr 2014 als Brachen bewirtschaftet wurden wie z.B. Nützlings- und Blühstreifen, GLÖZ A, Bodengesundungsflächen), die auch mehrere Jahre auf der Fläche verbleiben sollen, ist ein vollflächiger Umbruch zur Anlage von Biodiversitätsflächen mit mindestens 4 insektenblütigen Mischungspartnern nicht notwendig.

Es bestehen für sogenannte Altbrachen folgende Optionen:

Umbruch mit verpflichtender Neueinsaat:

Es ist zulässig, nur auf einem Teil der Altbrachen einen Umbruch mit verpflichtender Neueinsaat mit zumindest 4 insektenblütigen Mischungspartnern vorzunehmen. In diesem Fall müssen ein Umbruch und eine folgende Neuansaat auf zumindest 15 % des jeweiligen Altbrache-Schlages erfolgen. Die Breite derartiger Neuansaaten muss mindestens 2,50 Meter betragen. Als Umbruch gilt auch die Bodenbearbeitung mittels Fräse oder Kreiselegge. Eine Schlitzsaat/Übersaat ist bei dieser gewählten Option nicht zulässig.

Im Falle der Einsaat von Teilflächen hat dies bis spätestens 15. Mai 2016 zu erfolgen. Dadurch wird ermöglicht, dass im Herbst 2015 entsprechende Vorbereitungsarbeiten getätigt werden können. Dies hat auch bei einem Einstieg im Jahr 2016 in die Maßnahme "Umweltgerechte und biodiversitätsfördernde Bewirtschaftung" so zu erfolgen - in dem Fall wird keine verlängerte Anlagefrist gewährt.

Klarstellungen und ergänzende Hinweise:

 
  • Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln ist verboten.
  • Alle anderen Auflagen für Biodiversitätsflächen gelten ab 1. Jänner 2015.
  • Die vorgenommenen Maßnahmen sind entsprechend zu dokumentieren (insbesondere Saatgutnachweis).
  • Die Vorgangsweise ist nur bei Dauerbrachen, die grundsätzlich bis 2020 bestehen bleiben sollen, sinnvoll.
 

Schlitzsaat oder Streifensaat:

Eine Einsaat in einen bestehenden Bestand ist auch dann zulässig, wenn es sich nachweislich um eine vollflächige "Saat" mittels Schlitzsaat oder Streifensaat mit einer Saatgutmischung mit 4 insektenblütigen Mischungspartnern handelt. Die Samenkörner sind mit derartigen Geräten in den Boden einzubringen. Eine reine Übersaat mit z.B. einem Kleinsamenstreuer ist nicht zulässig.

Klarstellungen und ergänzende Hinweise:

 
  • Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln ist verboten.
  • Alle anderen Auflagen für Biodiversitätsflächen gelten ab 1. Jänner 2015.
  • Die Einsaat hat bis 15. Mai des ersten Verpflichtungsjahres zu erfolgen. Bereits erfolgte Einsaaten (gilt auch für Neueinsaaten) sind frühestens ab Herbst des Vorjahres auf die Verpflichtung anrechenbar.
  • Die vorgenommenen Maßnahmen sind entsprechend zu dokumentieren (insbesondere Saatgutnachweis) und eine Bestandesänderung muss erkennbar sein.
  • Die Vorgangsweise ist nur bei Dauerbrachen, die grundsätzlich bis 2020 bestehen bleiben sollen, sinnvoll.
 

Kein Umbruch:

"Altbrache-Schläge" unter 0,20 ha können ohne weitere Tätigkeit als Biodiversitätsfläche angerechnet werden.

Weitergabe von Biodiversitätsflächen oder Verringerung der Ausgangsfläche:

Im Rahmen der Maßnahme "UBB" müssen Biodiversitätsflächen am Acker zumindest zwei Jahre und im Grünland über den gesamten Verpflichtungszeitraum auf der gleichen Stelle verbleiben. Diese Verpflichtung bezieht sich auf den Betrieb und die jeweilig notwendige Verpflichtungsfläche.

Beispiele:

 
  • Beispiel 1: Betrieb A hat 30 ha Ackerfläche und legt drei Biodiversitätsflächen zu 40, 55 und 60 a an. Im zweiten Jahr verliert er das Feldstück (Pachtfläche im Ausmaß von 2 ha) auf dem die 40 a Biodiversitätsfläche liegt. Im zweiten Jahr hat er 28 ha (also mindestens 1,40 ha Biodiversitätsfläche erforderlich). Die 55 und 60 a Flächen müssen lagegenau weitergeführt werden und es müssen zusätzlich zumindest 35 a neu angelegt werden. Auch wenn die 40 a vom neuen Bewirtschafter nicht als Biodiversitätsfläche weiter geführt werden, liegt kein Verstoß vor.
  • Beispiel 2: Betrieb B hat 20 ha Grünland (alles Mähwiesen und Mähweiden) und legt drei Biodiversitätsflächen zu 35, 50 und 20 a an. Im zweiten Jahr verliert er ein Feldstück (Pachtfläche im Ausmaß von 2 ha, auf welcher sich keine Biodiversitätsfläche befindet). Im zweiten Jahr hat er 18 ha (also mindestens 90 a Biodiversitätsfläche erforderlich). Die bestehenden und weiter notwendigen Biodiversitätsflächen müssen lagegenau weitergeführt werden. Es ist aber z.B. möglich, die ursprünglich 50 a große Biodiversitätsfläche auf 40 a zu verkleinern.

Herbizideinsatz nach Begrünungen im Rahmen der Maßnahmen "Begrünung von Ackerflächen - Zwischenfruchtanbau" oder "Begrünung von Ackerflächen - System Immergrün" sowie nach dem Biodiversitätsflächenzeitraum im Rahmen der Maßnahme "UBB":

Grundsätzlich müssen Begrünungen oder Biodiversitätsflächen nach dem vorgeschriebenen Begrünungszeitraum mechanisch beseitigt werden. Darunter ist der Einsatz von Bodenbearbeitungsgeräten wie Pflug, Grubber, Kreiselegge, Scheibenegge oder Messerwalze zu verstehen. Danach oder auch im gleichen Zuge kann die Anlage einer Folgekultur erfolgen. Bei Direktsaat-, Mulchsaat- und Strip-Till-Verfahren gilt die Einsaat einer Folgekultur gleichzeitig als Beseitigung der Begrünung. Wurde die Begrünung durch die erwähnten Methoden beseitigt, kann der Einsatz von zugelassen Herbiziden erfolgen.

Folgende Punkte sind dabei zu beachten:

 
  • Vorsaatherbizide dürfen nicht direkt auf den bestehenden bzw. abgefrosteten Begrünungsbestand ausgebracht werden. Dies ist nur nach einer Bodenbearbeitung zulässig.
  • Sonderfall Häckseln/Mähen: Wird die Begrünung nach dem Abfrosten der Zwischenfrucht oder nach dem vorgeschriebenen Begrünungszeitraum bodennah gehäckselt oder gemäht, so zählt auch diese Maßnahme als Beseitigung der Begrünung (Achtung: bei der Maßnahme "Begrünung von Ackerflächen - System Immergrün" gilt dies ab diesem Zeitpunkt als begrünungsfreier Zeitraum). Ein anschließender Einsatz von Herbiziden kann dann erfolgen.
  • Das Einkürzen der Begrünung im Herbst zur Masseverringerung ist nicht als eine derartige Maßnahme anrechenbar.
  • Sonderfall Walzen von vollständig abgefrorenen Begrünungsbeständen: Wird die abgefrorene Begrünung in gefrorenem Zustand gewalzt und vollständig zerkleinert, so zählt dies als Beseitigung der Begrünung (Achtung: bei der Maßnahme "Begrünung von Ackerflächen - System Immergrün" gilt dies ab diesem Zeitpunkt als begrünungsfreier Zeitraum). Ein anschließender Einsatz von zugelassen Herbiziden kann dann erfolgen.
  • Das Striegeln einer Fläche zählt nicht als Beseitigung der Begrünung.
  • Erfolgt keine mechanische Beseitigung der Zwischenfrucht/Biodiversitätsfläche oder eines daraus entstandenen Aufwuchses, so ist ein Herbizideinsatz erst nach der Saat zulässig.