ÖPUL 2015: Festlegungen und Klarstellungen für die Abwicklung

16.12.2015 Informationen zur Übergangsregelung bei Silageverzicht und zum Einsatz von biologischen Bekämpfungsmethoden gegen Engerlinge

Das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft hat am 15. Dezember für bestimmte ÖPUL-Bereiche nachfolgende Festlegungen und Klarstellungen getroffen:

Übergangsregelung bei "Silageverzicht"

Um auch Betrieben, die im Jahr 2015 noch mit Silage gewirtschaftet und entsprechende Wintervorräte angelegt haben, einen geordneten Einstieg in die Maßnahme "Silageverzicht" im Jahr 2016 zu ermöglichen, wurde Folgendes festgelegt:

  • Betriebe, die neu in die Maßnahme "Silageverzicht" einsteigen, dürfen die betriebseigenen Silagevorräte verbrauchen. Dieses Aufbrauchen muss bis spätestens 31. Mai 2016 erfolgen.
  • Die Futtergewinnung und -bereitung ab dem Einstieg in die Maßnahme "Silageverzicht" muss ausschließlich silagefrei erfolgen, auch darf keine Silage zugekauft werden.
Die Antragsfrist für die Maßnahme ist bereits abgelaufen, ein Neueinstieg ist zum jetzigen Zeitpunkt daher nicht mehr möglich.

Einsatz von biologischen Bekämpfungsmethoden gegen Engerlinge

In den letzten Jahren sind in Österreich hohe Engerlings-Populationen aufgetreten. Auf betroffenen Flächen kam es vielfach zu Totalausfällen. Zur Bekämpfung der Engerlinge wurden in den vergangenen Jahren erfolgreich natürliche Antagonisten (z.B. Pilz Beauveria brongniartii) als vorbeugende Bekämpfungsmethode eingesetzt, welche auch im Bio-Landbau zulässig sind. Meist wird der Pilz mithilfe von Schlitzsaatgeräten in Form von verpilzten Gerstenkörnern in den Boden eingebracht.

In gewissen ÖPUL-Maßnahmen oder auf gewissen ÖPUL-Flächen ist ein Einsatz von Pflanzenschutzmitteln jedoch generell nicht zulässig (z.B. Biodiversitätsflächen, Bodengesundungsflächen, Bergmähder, auswaschungsgefährdete Ackerflächen, Gewässerrandstreifen sowie Naturschutzflächen). Der Einsatz der Pilz-Gerste gegen Engerlingsbefall (z.B. Melocont-Pilzgerste bzw. GranMet-P) stellt einen Pflanzenschutzmitteleinsatz dar, da Pflanzenschädlinge bekämpft werden sollen. Eine generelle Voraussetzung für derartige Verwendungen von Pflanzenschutzmitteln ist es, dass die eingesetzten Mittel für diese Art der Anwendung zugelassen sind und indikationsgemäß eingesetzt werden können.

Aufgrund des hohen Schadenspotentials und der damit verbundenen Auswirkungen auf die pflanzliche Biodiversität und eventueller Erosionsgefahr wurde gemäß Punkt 1.7.3.5 der Sonderrichtlinie ÖPUL 2015 folgende Festlegung mit allgemeiner Wirkung getroffen:

Der Einsatz von biologischen Bekämpfungsmethoden gegen Engerlingsbefall (gemäß Bio-Betriebsmittelkatalog) ist auch auf Flächen mit ansonsten gänzlichem Pflanzenschutzmittelverzicht zulässig. Eine allfällige Anwendung hat ausschließlich entsprechend den für das jeweilige zugelassene Pflanzenschutzmittel festgelegten Anwendungsbestimmungen (indikationsgemäß) zu erfolgen. Verbote und Gebote gemäß anderen Regelungen (etwa im Gewässerschutz) sind jedenfalls einzuhalten. Es ist keine gesonderte Meldung an die AMA erforderlich, sämtliche Nachweise und Unterlagen sind jedoch am Betrieb aufzubewahren. Eventuelle Verpflichtungen bezüglich eines Umbruchverbots bleiben von dieser Regelung unberührt, jedenfalls zulässig ist aber ein Einbringen der Pilzgerste mittels Schlitz-Saatverfahren. Wenn in einer ÖPUL-Maßnahme der Einsatz von im Bio-Landbau zugelassenen Pflanzenschutzmitteln erlaubt ist (z.B. Einschränkung ertragssteigernder Betriebsmittel), so ist der indikationsgemäße Einsatz der Pilz-Gerste gemäß der Sonderrichtlinie ÖPUL 2015 jedenfalls möglich (sofern eine aufrechte Zulassung für das jeweilige Mittel vorliegt).