Prämienberechnung für Biodiversitätsflächen (Code "DIV")

19.05.2016 Rechenschritte und Beispiele helfen bei der Nachvollziehbarkeit der Berechnung

In der Auszahlungsmitteilung wird die Prämie für die Maßnahme "Umweltgerechte und biodiversitätsfördernde Bewirtschaftung" (UBB) für den gesamten Betrieb in einer einzigen Zeile dargestellt. Wie hoch die Prämie für Biodiversitätsflächen (Code DIV) am Betrieb ist, geht aus der Auszahlungsmitteilung nicht direkt hervor, da sie in der Prämie für UBB enthalten ist. Nachfolgend angeführte Rechenschritte und Beispiele können helfen, die am eigenen Betrieb gewährte DIV-Prämie nachzurechnen.

Reiner Grünlandbetrieb

Für sämtliche Grünlandflächen und somit auch für Grünlandflächen mit dem Code DIV hängt die Prämie davon ab, ob der Betrieb als Tierhalter eingestuft ist oder nicht. Im Gegensatz zum Acker gibt es keinen Prämienzuschlag für Biodiversitätsflächen auf Grünlandflächen über 5 % hinaus.

 

Einstufung als Tierhalter:

Als Tierhalter gilt ein Betrieb, der mindestens 0,50 RGVE/ha Futterfläche im Jahresdurchschnitt hält. Die Futterfläche ergibt sich aus der Summe von Grünland- und Ackerfutterflächen des Betriebes. Zu den RGVE zählen Rinder, Schafe, Ziegen, Pferde, Ponys, Esel und deren Kreuzungen, Rotwild, Damwild, Lamas und anderes Zuchtwild. Der Rinderbestand wird aus der Rinderdatenbank aus 13 Stichtagen (jeder Monatserste und der 15. Juli) ermittelt. Die anderen RGVE werden aus der Tierliste ermittelt. Ist in der Tierliste ein Durchschnittsbestand angegeben, wird dieser herangezogen, ansonsten der Stichtagsbestand. Auf www.eama.at steht im Register Flächen ein „GVE-Rechner“ zur Verfügung.

 

Die Prämiensätze für DIV-Biodiversitätsflächen auf Grünland lauten:

Status Prämie in € pro ha DIV-Fläche
Nicht-Tierhalter 15 €
Tierhalter 45 €

Zu beachten ist, dass auf Grünlandflächen mit den Codes DIV und WF oder ENP keine UBB-Prämie (ausgenommen Landschaftselemente) gewährt wird. Flächen mit dem Code GI oder bestimmten Plausibilitätsfehlern sind ebenfalls nicht prämienfähig. 

Reiner Ackerbaubetrieb

Für zusätzlich angelegte Biodiversitätsflächen auf Acker über 5 % hinaus bis maximal 10 % wird ein Prämienzuschlag gewährt. Auf Ackerfutterflächen mit dem Code DIV bis 5 % und über 10 % hinaus hängt die Prämie davon ab, ob der Betrieb als Tierhalter eingestuft ist oder nicht.

Sind DIV-Ackerflächen zusätzlich mit den Codes WF, ENP oder K20 belegt, wird die jeweilige Prämie gewährt und nicht die UBB-Prämie (ausgenommen Landschaftselemente).

 

Bei Biodiversitätsflächen auf Ackerflächen gelten folgende Prämiensätze:

DIV-Ackerflächentyp Prämie pro ha in €
bis 5 % und über 10 %
Prämie für zusätzliche DIV-Flächen
von 5 % bis 10 % pro ha in €
Grünbrache ohne WF/ENP/K20 45 € 450 €
Genutzter Acker (Klee, Sonstiges Feldfutter) ohne WF/ENP Nicht-Tierhalter 15 € 450 €
Tierhalter 45 €
Grünbrache mit WF/ENP WF-/ENP-Prämie + LSE-Zuschlag
Grünbrache mit K20 K20-Prämie


Berechnung eines Hektarmischsatzes:

Die ersten 5 % Biodiversitätsflächen am Acker werden mit 45 € für Grünbrache bzw. Ackerfutterflächen bei Tierhaltern prämiert. Für Nicht-Tierhalter gilt auf Ackerfutterflächen ein Prämiensatz von 15 €. Biodiversitätsflächen, die 10 % übersteigen, erhalten eine Prämie analog zu den ersten 5 %. Jene Biodiversitätsflächen, die zwischen 5 % und 10 % der Ackerfläche liegen, werden mit 450 € prämiert. Ackerfutterflächen werden in der Berechnungsabfolge so einbezogen, dass sie möglichst im Bereich von 5 bis 10 % zu liegen kommen und daher mit der höheren Prämie versehen werden. Im Gegensatz dazu werden DIV-Flächen mit WF, ENP oder K20 erst angerechnet, wenn sie für die Erfüllung der 5 % benötigt werden. Die sich aus der Berechnungssumme ergebende Prämie für die DIV-Flächen wird durch die Summe der DIV-Flächen dividiert. Daraus erhält man den betriebsindividuellen Hektarmischsatz für Biodiversitätsflächen am Acker. 

Gemischter Betrieb mit Acker und Grünland

Werden mindestens 5 % DIV-Flächen gerechnet auf das Grünland nicht erreicht, so kann die Verpflichtung zur Anlage von Biodiversitätsflächen mit vorhandenen DIV-Acker-Flächen erfüllt werden. Betriebe, die 5 % DIV-Flächen am Acker überschreiten und eine Anrechnung für das Grünland benötigen, erhalten jedoch nicht die erhöhte Prämie von 450 €/ha.

 

Beispiele:

Ein Betrieb beantragt 20 ha Acker und 8 ha gemähtes Grünland. Der Betrieb muss also 1,40 ha Biodiversitätsflächen anlegen. Wenn alle DIV-Flächen am Acker angelegt werden, sind das zwar 7 % bezogen auf die Ackerfläche, aber der Betrieb bekommt nicht die Prämie von 450 €/ha, da in Summe nicht mehr als das geforderte Maß angelegt wurde. Legt der Betrieb z.B. 2,00 ha Biodiversitätsflächen am Acker an (entspricht rund 7 % am Gesamtbetrieb und 10 % am Acker) so erhält er für 0,60 ha 450 €/ha.

Ein Betrieb beantragt 10 ha Acker und 25 ha gemähtes Grünland. Der Betrieb muss also insgesamt 1,75 ha Biodiversitätsflächen anlegen. Legt der Betrieb z.B. 1,60 ha am Acker und 0,50 ha am Grünland an (für die mindestens 5 % wären 0,50 ha am Acker und 1,25 ha am Grünland erforderlich), so werden 0,75 ha der angelegten Acker-DIV-Fläche für die Erfüllung der betrieblichen mindestens 5 % verbraucht. Da dadurch in Summe schon 10 % DIV-Flächen am Acker überschritten wird, kommt keine Mehranlage im Bereich von 5 bis10 % zu liegen und es wird daher keine erhöhte Prämie von 450 €/ha gewährt.

Weitere Informationen zu Biodiversitätsflächen können im Maßnahmenerläuterungsblatt zu "Umweltgerechte und biodiversitätsfördernde Bewirtschaftung" nachgelesen werden.