Prämienberechnung von ÖPUL-Landschaftselementen

19.05.2016 Die Landschaftselemente-Prämienberechnung im Detail.

Der Versand der Auszahlungsmitteilung 2015 an die ÖPUL-TeilnehmerInnen erfolgt in diesen Tagen. In der Auszahlungsmitteilung wird die Prämie für ÖPUL-Landschaftselemente gesondert ausgewiesen.

Maßnahmentabelle in der Auszahlungsmitteilung

Grundsätzlich sind die ÖPUL 2015-Mitteilungen sehr ähnlich wie im ÖPUL 2007 aufgebaut. Das ÖPUL 2015 brachte Neuerungen unter anderem im Bereich der Landschaftselemente und Biodiversitätsflächen. Ausbezahlt wird die Prämie für ÖPUL-Landschaftselemente (ÖPUL-LSE) im Rahmen der Maßnahmen "Umweltgerechte und biodiversitätsfördernde Bewirtschaftung" (UBB) oder "Biologische Wirtschaftsweise". In der Auszahlungsmitteilung zum Antragsjahr 2015 wird die ÖPUL-LSE-Prämie gesondert ausgewiesen. Die ÖPUL-LSE-Prämie ist unmittelbar nach der Maßnahme "UBB" und "Biologische Wirtschaftsweise" angeführt. Beispielhaft für einen UBB-Betrieb haben die betreffenden Spalten in der Maßnahmentabelle der Auszahlungsmitteilung folgendes Aussehen:

Maßnahme
Einheit beantragt prämienfähig bei Kontrolle ermittelt berücksichtigt Betrag (€)
Umweltgerechte und biodiversitätsfördernde Bewirtschaftung
Fläche (ha) 22,0000 21,9800   21,9800 989,10
Umweltgerechte und biodiversitätsfördernde Bewirtschaftung - Landschaftselemente
Fläche (ha) 26,0000 25,5800   25,5800 196,59
Gesamt (€) 1.185,69
 

Sämtliche Einheiten (Flächen in ha, Tiere in GVE, Bienenstöcke, m³ Gülle…) in den Mitteilungen werden mit vier Kommastellen ausgewiesen. Der Betrag in Euro (€) wird auf zwei Kommastellen kaufmännisch gerundet angedruckt. Die Differenz in den Spalten bei der Maßnahme "UBB" zwischen "beantragt" und "prämienfähig" ist auf nicht prämienfähige UBB-Flächen wie z.B. Sonstige Grünlandflächen, Sonstige Ackerflächen, Grünbrache ohne DIV-Code, WF-, ENP- und K20-Acker sowie AG-, OG-, ZOG- und GI-Flächen zurückzuführen.

Berechnungsmodus der Prämie für die ÖPUL-LSE

Vereinfacht wird oft gesagt, dass je Ar LSE eine Prämie von 6 Euro gewährt wird. Das stimmt nicht in jedem Fall, da tatsächlich die prozentuelle Ausstattung des Betriebes mit ÖPUL-LSE ausschlaggebend ist. Dabei ist nicht jede Fläche prämienfähig und es gibt auch eine Obergrenze. Zur Ermittlung des Prozentsatzes wird die Summe der beantragten ÖPUL-LSE-Fläche in Relation zur Ausgangsfläche der landwirtschaftlichen Nutzfläche des Betriebes gesetzt. Folgende Berechnungsschritte samt einem nachfolgend angeführten Rechenbeispiel sollen dies veranschaulichen und helfen, die gewährte LSE-Prämie 2015 am eigenen Betrieb nachzuvollziehen.

Ermittlung der ÖPUL-LSE-Fläche:

Die ÖPUL-LSE-Fläche setzt sich aus flächigen und punktförmigen LSE zusammen. LSE-Bäume/Büsche werden pauschal mit 100 m² LSE-Fläche gerechnet. Mit Plausibilitätsfehlern belegte ÖPUL-LSE werden nicht berücksichtigt. Zu den ÖPUL-LSE zählen:

  • Bäume/Büsche
  • Hecke/Ufergehölz
  • Feldgehölz/Baumgruppe/Gebüschgruppe
  • Rain/Böschung/Trockensteinmauer

Ermittlung der landwirtschaftlichen Nutzfläche (ÖPUL-LN):

Die Ausgangsfläche bezüglich der ÖPUL-LSE umfasst die gesamte landwirtschaftliche Nutzfläche des Betriebes abzüglich jener Flächen, auf denen keine ÖPUL-LSE angerechnet werden. Die Ausgangsfläche ergibt sich somit aus der Summe aus Acker, Grünland, Wein, Spezialkulturen und Flächen im geschützten Anbau minus Hutweiden, Sonstige Flächen, K20, Energieholz, Reb- und Baumschulen, GLÖZ-LSE und Flächen, die mit Plausibilitätsfehlern behaftet sind.

Ermittlung des LSE-Prozentsatzes und Hektarprämiensatzes:

Die ÖPUL-LSE-Fläche wird durch die ermittelte ÖPUL-LN dividiert und mit 100 multipliziert. Dies ergibt den LSE-Prozentsatz am Betrieb. Der errechnete Prozentwert wird mit 6 € multipliziert. Daraus erhält man den Prämiensatz/ha prämienfähige Fläche (Hektarprämiensatz). Der Hektarprämiensatz kann maximal 150 € betragen (das entspricht einem LSE-Prozentsatz von 25).

Ermittlung der ÖPUL-LSE-Prämie:

Der Hektarprämiensatz multipliziert mit der prämienfähigen LSE-Fläche ergibt die tatsächliche LSE-Prämie am Betrieb. Folgende Flächen sind nicht prämienfähig:
Hutweiden, Sonstige Flächen, K20, Energieholz, Reb- und Baumschulen, GLÖZ-LSE, Grünlandbrachen ohne Code WF oder ENP, Grünbrachen ohne Code AG, BG, DIV, OG, ZOG, WF oder ENP, OP- bzw. GI-codierte Flächen, Flächen in bestimmten Nationalparks und nach der Nachreichfrist des Mehrfachantrages-Flächen 2015 beantragte Flächen.

Rechenbeispiel

Ermittlung der ÖPUL-LSE-Fläche:

Hecke 0,0734 ha
Rain/Böschung/Trockensteinmauer  0,1245 ha
13 Bäume/Büsche   0,1300 ha
Summe ÖPUL-LSE-Fläche 0,3279 ha
 

Ermittlung der ÖPUL-LN:

20 ha Acker (davon 0,02 ha Grünbrache ohne Code)  20,00 ha
2 ha Grünland (davon 0,10 ha Hutweide) 1,90 ha
4 ha Weingarten (davon 0,30 ha Sonstige Weinflächen) 3,70 ha
Summe LN-Ausgangsfläche bezüglich der LSE 25,60 ha
 

Ermittlung des LSE-Prozentsatzes und Hektarprämiensatzes:

[Summe ÖPUL-LSE (0,3279) dividiert durch Summe ÖPUL-LN (25,60)] x 100 = 1,2809 % LSE-Ausstattung. 1,2809 % LSE-Ausstattung mal 6 € = 7,6852 €/ha Hektarprämiensatz.

Ermittlung der LSE-Prämie am Betrieb:

Die prämienfähige LSE-Fläche bestehend aus 19,98 ha Acker plus 1,90 ha Grünland plus 3,70 ha Wein (25,58 ha) mal 7,6852 € Hektarprämiensatz = 196,59 €. Dieser Betrag aus dem Rechenbeispiel würde in der Mitteilung aufscheinen.

Nach der vereinfachten Rechenmethode (je Ar LSE 6 Euro Prämie) würde sich eine Prämie am Betrieb von 196,74 Euro ergeben, was in dem Rechenbeispiel aber nicht stimmt.

Weitere Informationen zu Landschaftselementen können im Maßnahmenerläuterungsblatt zu "Umweltgerechte und biodiversitätsfördernde Bewirtschaftung" nachgelesen werden.