Begrünung von Ackerflächen – Zwischenfruchtanbau

20.02.2017 Im Begrünungszeitraum und bei Umbruch von Zwischenfrüchten sind die geltenden Förderungsvoraussetzungen zu beachten

Im Begrünungszeitraum sind die generellen Förderverpflichtungen bezüglich des Verbots der Bodenbearbeitung (ausgenommen für Strip-Till-Verfahren), der mineralischen Stickstoffdüngung und des Einsatzes von Pflanzenschutzmitteln einzuhalten. Zwischenfruchtbegrünungen dürfen nur mit "mechanischen" Methoden beseitigt werden.

"Mechanische" Beseitigung von Zwischenfrüchten


Als "mechanische" Beseitigung ist Folgendes anrechenbar:

 
  • Nach dem Begrünungszeitraum erfolgt die Einsaat einer Folgekultur mittels Direkt- oder Mulchsaat bzw. Saat im Strip-Till-Verfahren.
  • Bodenbearbeitungsgeräte wie Pflug, Grubber, Kreiselegge, Scheibenegge oder Messerwalze werden nach dem vorgeschriebenen Begrünungszeitraum eingesetzt.
  • Die Begrünung wird nach dem Abfrosten oder nach dem vorgeschriebenen Begrünungszeitraum bodennah gehäckselt, anders zerkleinert oder gemäht.
  • Die abgefrorenen Begrünungspflanzen werden niedergewalzt. Ein frühzeitiges Walzen im Winter kann aber auch als Pflegemaßnahme gesehen werden und muss nicht eine mechanische Beseitigung darstellen.
  • Die Begrünungspflanzen sind vollständig abgefrostet und niedergebrochen.

Nicht als "mechanische" Beseitigung anrechenbar sind das Striegeln der Begrünung sowie das Einkürzen der Begrünung im Herbst zur Masseverringerung.

Verzicht auf den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln

Auf Pflanzenschutzmittel muss vom Zeitpunkt der Anlage der Begrünung bis zum Ende des Begrünungszeitraumes verzichtet werden. Der Verbotszeitraum beginnt ab Aussaat der Begrünung und dauert bis zum Ende der jeweiligen Variantenvorgabe. Bis dahin dürfen keinerlei registrierte Pflanzenschutzmittel (auch z.B. kein Schneckenkorn) eingesetzt werden. Ein Pflanzenschutzmitteleinsatz zur Beseitigung von Zwischenfrüchten darf auch nach dem Begrünungszeitraum nicht erfolgen. Begrünungen dürfen nur mit den angeführten "mechanischen" Methoden beseitigt werden.

Sobald die Zwischenfrüchte durch zulässige Methoden "mechanisch" beseitigt wurden, dürfen Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden. Sind z.B. die Begrünungspflanzen vollständig abgefrostet und niedergebrochen (unabhängig davon, ob sich noch Ausfall aus vorhergehenden Hauptkulturen bzw. aufgelaufenes Unkraut auf der Begrünungsfläche befindet), ist ein Einsatz von registrierten Pflanzenschutzmitteln nach Ende des Begrünungszeitraumes zulässig.

Erfolgt keine "mechanische" Beseitigung der Zwischenfrucht, ist ein Pflanzenschutzmitteleinsatz erst nach der Saat der Folgekultur zulässig. Bei Anbau der Folgekultur in Direktsaat darf unmittelbar nach der Saat ein dafür zugelassenes Herbizid eingesetzt werden, da sich dieser Herbizideinsatz bereits auf die Hauptfrucht bezieht.

Begrünungsvarianten 4, 5 und 6

Die Varianten 4, 5 und 6 mussten über den Winter begrünt bleiben. Der früheste Umbruch ist zu folgenden Terminen möglich:

  • Variante 4: frühester Umbruch am 15. Februar
  • Variante 5: frühester Umbruch am 1. März
  • Variante 6: frühester Umbruch am 21. März

Mulch- und Direktsaat (inkl. Strip-Till)

Zusätzlich zu den Bodenbearbeitungsverboten innerhalb des Begrünungszeitraums (ausgenommen für Strip-Till-Verfahren) bei der Maßnahme "Begrünung von Ackerflächen –  Zwischenfruchtanbau" ist eine wendende Bodenbearbeitung (z.B. Pflugeinsatz) nach dem Begrünungszeitraum bis zum Anbau der Folgekultur im Rahmen der Maßnahme "Mulch- und Direktsaat (inkl. Strip-Till)" nicht zulässig. 

Der Zeitraum zwischen der ersten Bodenbearbeitung und dem Anbau der Folgekultur darf nicht mehr als 4 Wochen betragen. Zulässig sind nur Bodenbearbeitungen, bei denen an der Oberfläche Begrünungsreste (Mulchschicht) verbleiben. Dies ist z.B. mittels Grubber, Kreiselegge, Rotoregge etc. möglich.
Eine Bodenbearbeitung im Rahmen des Strip-Till-Verfahrens ist im Begrünungszeitraum zulässig. Hier gelten auch die 4 Wochen nicht.
Eine Nachmeldung von MZ-Flächen zum Herbstantrag 2016 war bis spätestens 15. Dezember 2016 möglich. Ab dem 16. Dezember 2016 sind nur mehr Streichungen bzw. Reduzierungen von MZ-Flächen möglich. Streichungen bzw. Reduzierungen sind sofort vorzunehmen, sobald sich herausstellt, dass auf einem beantragten MZ-Schlag die Bedingungen nicht erfüllt werden können.
Weiters ist darauf zu achten, dass im Mehrfachantrag-Flächen 2017 die Fläche mit einer gültigen Nachfolgekultur gleich oder größer als die beantragte Mulchsaatfläche laut Herbstantrag 2016 ist. Ungültige Nachfolgeangaben im Mehrfachantrag-Flächen sind z.B. Winterungen wie Winterweichweizen, Winterraps, Winterwicken oder Grünbrachen, sonstige Ackerflächen, Grünland-, Wein-, Obst- und Hopfenflächen etc.
Weitere detaillierte Informationen zu den Maßnahmen "Begrünung von Ackerflächen –  Zwischenfruchtanbau" und "Mulch- und Direktsaat (inkl. Strip-Till)" finden Sie in den jeweiligen Maßnahmenerläuterungsblättern unter www.ama.at/Fachliche-Informationen/Oepul/Formulare-Merkblaetter.