Kulturnachbau bei Schäden durch Rübenderbrüssler möglich

07.05.2018 Ausnahmebestimmungen bei Umbruch von Rübenflächen

Derzeit kommt es in Teilen Niederösterreichs, des Burgenlandes und in Wien durch das massive Auftreten des Rübenderbrüsslers in Kombination mit der Trockenheit zu massiven Problemen. In vielen Fällen ist der Nachbau von Rüben nicht mehr sinnvoll und auch die Möglichkeit, andere Kulturen anzubauen, eingeschränkt.

Auf Basis eines Erlasses des Bundesministeriums für Nachhaltigkeit und Tourismus vom 4. Mai 2018 gilt für Teilnehmer an der ÖPUL 2015-Maßnahme "Umweltgerechte und biodiversitätsfördernde Bewirtschaftung" folgende Ausnahmeregelung.

Die Ausnahmebestimmung gilt für Betriebe mit Betriebssitz in den Bezirken Baden, Bruck/Leitha, Hollabrunn, Gänserndorf, Korneuburg, Krems/Donau, Mistelbach, Mödling, St. Pölten, Tulln, Wiener Neustadt, Neusiedl/See, Eisenstadt, Rust, Mattersburg und Wien:

  • Für die betroffenen Betriebe ist es möglich, bis spätestens 15. Mai auf geschädigten Rübenflächen (auch wenn schon eine Düngung oder eine Pflanzenschutzmaßnahme erfolgt ist) Biodiversitätsflächen (Code DIV) anzulegen. Für diese Biodiversitätsflächen gilt auf Grund der besonderen Umstände keine Verpflichtung zur Zweijährigkeit. Andere Auflagen wie Anlagetermin, Mischungspartner und Pflegevorgaben sind jedoch jedenfalls einzuhalten. Für DIV-Flächen zwischen 5 und 10 % der Ackerfläche wird eine Prämie in Höhe von 450 EUR gewährt.
  • Wenn angebaute Rübenflächen durch den Rübenderbrüssler zerstört wurden und auf diesen Flächen ein Nachbau von Mais erfolgt, kann dadurch auch bei Betrieben mit mehr als 5 ha Acker die Grenze von 75 % Getreide und Mais überschritten werden. In diesem Fall kommt es zu keinen Förderungskürzungen wegen Nichteinhaltung der Grenze.
  • Alle anderen Auflagen bei der Maßnahme "Umweltgerechte und biodiversitätsfördernde Bewirtschaftung", z.B. max. 66 % eine Kultur bei mehr als 5 ha Acker oder mindestens 3 verschiedene Kulturen bei mehr als 30 ha Acker, müssen jedenfalls eingehalten werden. Unabhängig von diesen Regelungen müssen auch die Fruchtfolgeauflagen im Rahmen des "Greenings" bei den Direktzahlungen weiterhin eingehalten werden.

Meldung an die AMA ist notwendig

Um die Ausnahmebestimmungen in Anspruch nehmen zu können, muss eine Einzelfallmeldung betreffend "flächen- und bewirtschaftungsverändernder Umstände" bis spätestens am 11. Juni 2018 an die AMA übermittelt werden. Dabei handelt es sich um ein formloses Schreiben, in dem die betroffenen Flächen und die gewünschte Ausnahme (DIV-Flächen oder 75 %) anzuführen sind. Der von der Agrana ausgesendete Kontrahierungsvertrag ist dem Ansuchen in Kopie beizulegen. Das formlose Ansuchen kann postalisch (Agrarmarkt Austria, Referat 14, Dresdner Straße 70, 1200 Wien), per E-Mail an oepul@ama.gv.at oder per Fax an 01/33151-295 gesendet werden.

Für die richtige Kulturangabe im Mehrfachantrag-Flächen 2018 gelten die regulären zeitlichen Fristen (15. Mai für die Antragsabgabe, Kulturänderungen bis 3. Juni ohne zeitliche Kürzung und Nachfrist mit zeitlicher Kürzung bis 11. Juni).

Alternative Anbaumöglichkeiten

Neben dem Maisanbau gibt es auch noch andere Kulturen, die zum jetzigen Zeitpunkt noch sinnvoll angebaut werden können. Wurden die Rüben bereits mit Stickstoff gedüngt, bestehen folgende Möglichkeiten:

  • Anbau einer Folgekultur mit niedrigerem Stickstoffdüngebedarf (z.B. Sojabohne) als die bereits erfolgte Düngung: Es besteht kein Verstoß gegenüber den Bestimmungen der Nitrat-Aktionsprogramm-Verordnung, da zum Zeitpunkt der Düngung noch von einer normalen Entwicklung des Bestandes und somit eines normalen Düngerbedarfes ausgegangen werden konnte. Eine zusätzliche Düngung der Nachfolgekultur ist jedoch nicht mehr zulässig.
  • Anbau einer Folgekultur mit höherem Stickstoffbedarf als die bereits erfolgte Düngung: Die bereits ausgebrachte Düngemenge ist aufgrund des engen zeitlichen Zusammenhanges als Düngung für die Folgekultur anzusehen und die ausgebrachte Düngemenge daher in der Düngeplanung der Folgekultur zu berücksichtigen.