Aufzeichnungsverpflichtungen im ÖPUL

21.08.2019 Bei Teilnahme am ÖPUL sind für die Förderung relevante allgemeine und maßnahmenspezifische Aufzeichnungsverpflichtungen zu beachten.

Die Aufzeichnungsverpflichtungen sind in der Sonderrichtlinie ÖPUL 2015 geregelt. Aufzeichnungen werden bei Vor-Ort-Kontrollen auf ihre Richtigkeit und Vollständigkeit geprüft. Die Führung von Aufzeichnungen, die je nach ÖPUL-Maßnahme täglich zu aktualisieren sind, ist eine wichtige Voraussetzung, um die Prämien in voller Höhe zu erhalten. Ebenso sind je nach Betriebsart und Betriebsgröße Aufzeichnungen im Rahmen der Cross Compliance-Verpflichtungen zu führen.

Aufzeichnungsverpflichtungen gemäß den ÖPUL-Mindestanforderungen

Im ÖPUL sind für die Ausbringung von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln Aufzeichnungen vorgeschrieben. Diese Mindestanforderungen sind nahezu bei sämtlichen flächenbezogenen ÖPUL-Maßnahmen zu erfüllen, bei denen Dünge- und Pflanzenschutzmittel zum Einsatz gelangen. Im Bereich der Mindestanforderungen für die Ausbringung von Düngemitteln sind beispielsweise die betriebs- bzw. kulturartenbezogenen Aufzeichnungen über die Stickstoffdüngung laut dem Aktionsprogramm Nitrat zu erstellen (Stickstoff-Bilanz). Weiteres müssen zusätzliche Phosphordünger aus Handelsdünger über 100 kg/ha P2O5 dokumentiert und begründet werden. Relevante Aufzeichnungsanforderungen gemäß den ÖPUL-Mindestanforderungen sind unter anderem im Maßnahmenerläuterungsblatt „Allgemeine Teilnahmebedingungen“, welches unter www.ama.at/Fachliche-Informationen/Oepul/Formulare-Merkblaetter einsehbar ist, beschrieben.

Maßnahmenspezifische Aufzeichnungen

Nachfolgend werden überblicksmäßig die Aufzeichnungsverpflichtungen bei einzelnen ÖPUL-Maßnahmen aufgezählt. Die detaillierten Anforderungen zu den Aufzeichnungsverpflichtungen können den jeweiligen ÖPUL-Maßnahmenerläuterungsblättern unter www.ama.at/Fachliche-Informationen/Oepul/Formulare-Merkblaetter bzw. betriebsbezogen unter www.eama.at entnommen werden.

Anbau seltener landwirtschaftlicher Kulturpflanzen:

Dokumentation von Sorte und Saatgutmenge

Begrünung von Ackerflächen – System Immergrün:

Schlagbezogene Aufzeichnungen über folgende Termine: Ernte der Hauptfrucht, Anlage und Umbruch der Zwischenfrucht (Begrünung) und Anlage der Nachfolge-Hauptfrucht

Bodennahe Ausbringung flüssiger Wirtschaftsdünger und Biogasgülle:

Schlagbezogene Aufzeichnungen über gedüngte Flächen in Bezug auf Art, Menge und Zeitpunkt der Ausbringung von flüssigem Wirtschaftsdünger und Biogasgülle; Dokumentation der Abgabe sowie des Zukaufs von Dritten

Erosionsschutz Obst, Wein, Hopfen:

Aufzeichnungen über Betrieb, Feldstücksnummer und -bezeichnung, Schlaggröße, Datum der Rodung bzw. Neuauspflanzung der Dauerkultur, Datum der Anlage und des Umbruchs der Begrünung oder der Bodengesundung

Einsatz von Nützlingen im geschützten Anbau:

Schlagbezogene Aufzeichnungen über Art und Menge der eingesetzten Nützlinge, Grund, Ziel und Datum des Einsatzes sowie die Entwicklung der Nützlinge

Vorbeugender Grundwasserschutz auf Ackerflächen:

Für Ackerflächen im Projektgebiet bezüglich Stickstoff-Düngung: Schlagbezogene Düngeplanung, laufende Dokumentation der Düngung, schlagbezogene Düngebilanz sowie betriebliche Nährstoffbilanz

Vorbeugender Grundwasserschutz auf Grünlandflächen in Salzburg:

Für Grünlandflächen innerhalb der Gebietskulisse bezüglich Stickstoff-Düngung: Laufende schlagbezogene Aufzeichnungen, betriebliche Nährstoffbilanz

Naturschutz:

Schlagbezogene Aufzeichnungen bei verpflichtender Beweidung bezüglich Dauer der Beweidung, Anzahl der Tiere und Angabe der Tierart (Weidetagebuch); Monitoringaufzeichnungen

Ergebnisorientierter Naturschutzplan:

Schlagbezogene Aufzeichnungen, Dokumentation im Fahrtenbuch

Naturschutzfachlich wertvolle Pflegeflächen:

Schlagbezogene Aufzeichnungen bei verpflichtender Beweidung bezüglich Dauer der Beweidung, Anzahl der Tiere und Angabe der Tierart (Weidetagebuch); Monitoringaufzeichnungen

Biologische Wirtschaftsweise:

Dokumentationsverpflichtungen gemäß der Bio-Verordnung wie z.B. Aufzeichnungen über Ursprung, Art, Menge und Verwendung aller Betriebsmittel sowie über Art, Menge und Abnehmer der verkauften Erzeugnisse, Aufzeichnungen über Arzneimitteleinsatz in der Tierhaltung etc.

Tierschutz – Weide:

Dokumentation über die Weidehaltung der jeweiligen Tierkategorien bezüglich Zeiträume, Weideort sowie der tageweisen Hinderungs- und Unterbrechungsgründe (Weideblatt)

Tierschutz – Stallhaltung:

Anfertigung einer Stallskizze sowie eines Belegungsplanes (max. mögliche Belegung) für die jeweiligen Stallabteile

Wasserrahmenrichtlinie – Landwirtschaft:

Dokumentation im Betriebsbuch gemäß Grundwasserschutzprogramm Graz bis Bad Radkersburg

In welcher Form sind diese Aufzeichnungen zu führen?

Für die erforderlichen Aufzeichnungen gibt es keine Formvorschriften. Aufzeichnungsvorlagen für einzelne ÖPUL-Maßnahmen stehen unter anderem online unter www.ama.at/Fachliche-Informationen/Oepul/Formulare-Merkblaetter bzw. betriebsbezogen unter www.eama.at zur Verfügung. Auch andere Aufzeichnungen werden anerkannt, sofern diese die notwendigen Angaben enthalten. Die erforderlichen Aufzeichnungen können z.B. auch über EDV-Aufzeichnungsprogramme durchgeführt und am Betrieb ausgedruckt werden.
 

Aufbewahrungspflichten von ÖPUL-Unterlagen

Laut der Sonderrichtlinie ÖPUL 2015 sind generell sämtliche Unterlagen, welche die Förderung betreffen, sicher und überprüfbar am Betrieb aufzubewahren. Bei elektronisch geführten Aufzeichnungen wird empfohlen, diese in regelmäßigen Abständen auszudrucken. Die Aufbewahrungspflicht gilt für sämtliche im ÖPUL erforderlichen Aufzeichnungen, aber auch für Rechnungen und andere Belege des Betriebes. Diese beträgt zehn Jahre gerechnet ab Ende des Förderungsjahres, jedoch mindestens bis 31. Dezember 2026.