Im November dreht sich alles um Gansl’n und Truthühner

06.11.2015 In Österreich produzieren rund 250 Betriebe Weidegänse

In Österreich produzieren rund 250 Betriebe Weidegänse für Martini und Weihnachten. Vor allem das Martinigansl erfreut sich großer Beliebtheit. Kein Wunder also, dass die heimischen Gansl’n gefragter sind denn je. Der Selbstversorgungsgrad bei Weidegänsen konnte in den letzten Jahren deutlich gesteigert werden und pendelte sich bei ca. 25 Prozent ein. Die Produzenten legen großen Wert auf Qualität und Regionalität. Doch Österreichs Gänsebauern produzieren heuer ein Fünftel weniger. Einige haben sogar ganz aufgehört. Grund dafür ist nicht zuletzt die Vogelgrippe. Die Stallpflicht als Vorsorgemaßnahme hat die österreichischen Gänsebauern vorsichtig werden lassen, denn in Österreich gibt es ausschließlich Weidegänse, wobei pro Hektar 80 bis maximal 100 Tiere gehalten werden. Somit haben die Gänsebauern entweder mit der Zucht aufgehört oder im heurigen Frühjahr bis zu 20 Prozent weniger Küken in ihren Betrieben eingestellt. Dadurch sinkt die Versorgungsquote auf unter 20 Prozent. Für die Konsumenten wird es schwierig werden heimische Ware zu ergattern. Bis zu 80 Prozent der Gänse werden importiert, vor allem aus Ungarn, Polen und auch Frankreich. Der Kilopreis für heimische Gänse bewegt sich zwischen 10 und 14 Euro. Im Supermarkt finden wir jedoch auch weitaus günstigere Gänse. Bei dieser Ware liegt der Kilopreis bei etwa 6 Euro. Die heimischen Gansl’n werden in erster Linie ab Hof verkauft oder kommen auf direktem Weg in die Gastronomie. Nur ein kleiner Teil kommt in den Handel. Der Handel hätte zwar Interesse an mehr Ware, aber Handel und Produzenten werden sich nicht einig bei den Preisverhandlungen und das Statement von Herrn Mayringer von der Landwirtschaftskammer Oberösterreich ist eindeutig: „Wir verschenken unsere Gänse nicht!“. Bis die Weidegänse über den Verkaufstisch gehen, werden die Tiere fast ein halbes Jahr (rund 24 Wochen) lang aufgezogen. Bei der gemästeten Konkurrenzware aus dem Ausland werden die Tiere nur zwölf Wochen alt, bevor sie geschlachtet werden. Natürlich entstehen somit auch Unterschiede bei der Fleischqualität. Die langsam aufgezogenen Gänse haben ein feinfasrigeres, dünkleres Fleisch, setzten weniger Fett an und lagern weniger Waser in den Muskeln ein. Laut Statistik Austria verzehrt jeder Österreicher 0,2 Kilogramm Gänsefleisch pro Jahr. Bundesweit werden 100.000 Gänse pro Jahr gehalten. Der Inlandsbedarf von 600.000 kann somit keinesfalls gedeckt werden.
In den USA steht im November der Truthahn im Vordergrund. Immer am vierten Donnerstag im November wird Thanksgiving zelebriert und dabei darf der Truthahn beim traditionellen Festtagsessen nicht fehlen. Die amerikanischen Haushalte befüllen den 7 – 15 kg schweren Truthahn mit einem klassischen Corn Bread Stuffing oder mit einer anderen Variante. Die Truthühner werden hauptsächlich im Supermarkt gekauft. Direktvermarktung spielt hier eine sehr geringe Rolle. Der November ist selbstverständlich der wichtigste Monat im Jahr für die Truthahnproduktion. Jedoch auch während des Jahres findet der Truthahn beim amerikanischen Volk seinen Anklang im Gegensatz zu unserem Gansl.