Angespannte Marktsituation im Eier- und Geflügelsektor

21.03.2016 Im Ausschuss der gemeinsamen Marktordnung für Eier und Geflügel am 17. März 2016 in Brüssel berichtete die Kommission über die aktuelle Marktsituation

Im Ausschuss der gemeinsamen Marktordnung für Eier und Geflügel berichtete die Kommission von extrem niedrigen EU-Durchschnittpreisen (Klasse A) der Eierpackstellen. Die Prognose der EU-Konsumeierproduktion für das Jahr 2016 weist eine Steigerung von 1,9 % gegenüber dem Vorjahr aus, wobei Frankreich der größte Produzent vor Italien und Deutschland ist. Die Marktsituation im Eierbereich wird für die EU als führendes Exportland im Jahr 2016 sicherlich schwieriger. Die USA war im letzten Jahr neben Japan das Hauptexportland der EU, da die Vogelgrippe den dortigen Eier und Geflügelmarkt sehr geschwächt hat und deshalb nicht genug Eier am heimischen Markt produziert wurden. Die Branche in den USA hat sich aber erholt und wird ausgebaut. Die Kommission erwartet, dass durch den jetzigen Produktionsanstieg in den USA bald keine Eier aus der EU mehr benötigt werden. Die Kommission verweist auf die im Vergleich zur EU zwar hohen aber sinkenden d.h. erholenden US-Preisen.

Die Preissituation im Geflügelmarkt zeigt ein ähnliches Bild. Auf die sehr niedrigen EU-Durchschnittspreise bei Masthuhn (März: 178 €/100 kg) treffen im Jahr 2016 eine steigende EU-Produktion, was auf keine Entspannung der  Preissituation hoffen lässt. In Polen als wichtigstes Produktionsland wird eine Steigerung von 11,2 % erwartet. Auf der anderen Seite hat die EU international gesehen das höchste Preisniveau, das die Wettbewerbsfähigkeit der EU stark herabsetzt. Südafrika als wichtigstes Exportland der EU sieht den Anstieg der importierten EU-Geflügelmengen skeptisch und überlegt derzeit Restriktionen.

DI Da Silva Teixeira, 21. März 2016