EU: aktuelle Marktlage bei tierischen Produkten

20.12.2018 Der Verwaltungsausschuss der Europäischen Kommission hat am 13.12.2018 über die aktuelle Marktlage im tierischen Bereich berichtet.

Steigerung der Milchanlieferung um 1,2 %

Im Milchbereich wurde die steigende EU Milchanlieferung im Jahr 2018 aufgezeigt. Von Jänner bis Oktober 2018 wurde um 1,2 % mehr Milch als 2017 geliefert. Vergleicht man Oktober 2018 mit Oktober des Vorjahres gibt es einen Rückgang der Milchanlieferung um 0,4 %. Die Reduktion betraf Frankreich, Niederlande, Deutschland und Italien.
Die Erhöhung der Gesamtmilchanlieferungen führt natürlich auch zu einem Anstieg bei der Produktion von Milchprodukten. Die Butterproduktion stieg um 1,6 % sowie die Käseproduktion um 0,4 %, lediglich die Magermilchpulvererzeugung liegt unter dem Vorjahresniveau. Der EU Magermilchpreis stieg zwar seit August konstant an liegt aber noch immer auf niedrigem Niveau, es wurde vor allem in Drittländer exportiert. Der durchschnittliche EU-Rohmilchpreis lag im Oktober bei 35,8 c/kg.

60.000 t Magermilchpulver aus Interventionsbeständen verkauft

Besonderer Augenmerk lag auf der laufenden Ausschreibung für Magermilchpulver aus Interventionsbeständen. Die eingelangten Angebotspreise reichten von 123,50 bis 153,50 EUR/100kg. Akzeptiert wurde schlussendlich ein Mindestpreis von 145,10 EUR/100kg für 60.537 Tonnen, somit wurde der Preis von November (131,30 EUR/100kg) deutlich übertroffen und die Bestände drastisch reduziert. Die Interventionsmengen belaufen sich somit auf 100.000 Tonnen und konnten 2018 um 277.000 Tonnen reduziert werden.

Preise für Schlachtkühe im freien Fall

Die Kommissionsexperten wiesen auf einen Anstieg der Produktion von Rindfleisch um 1,7 % hin. Das Jahr 2018 war geprägt durch ungewöhnliche Situationen, wie die Trockenheit im Sommer, die zu betriebswirtschaftlichen Entscheidungen in der Landwirtschaft führten. Besonders zu spüren waren die Bestandsreduktionen im Bereich der Milchkühe. Bei Kühen (O3) war der Preis in der ersten Jahreshälfte zufriedenstellend doch seit den Sommermonaten befindet sich der Preis im freien Fall und liegt 7 % unter dem Vorjahresniveau.

Export von Schweinefleisch wieder leicht gestiegen

Der EU-Schlachtkörperpreis bleibt stabil auf einem niedrigen Niveau. Das gesunkene Interesse der Konsumenten an Schweinefleisch liegt sicher auch an den Ausbrüchen der Afrikanischen Schweinepest in Europa. Der Ferkelpreis ist seit dem Vormonat um 11,5 % gestiegen allerdings noch immer unter dem Vorjahresniveau.
Beim Export von Schweinfleisch wurde nach dem Rückgang im Vorjahr für die Monate Jänner bis Oktober 2018 wieder ein Anstieg von 1,8 % erreicht. Statt Hong Kong wurde 2018 Süd-Korea zum drittwichtigsten Abnehmer nach China und Japan.

EU-Eierpreise auf niedrigem Niveau

Zu Jahresbeginn konnte man sich noch über ein relativ hohes Preisniveau freuen, doch seit August 2018 befindet sich der EU-Eierpreis unter dem EU-Durchschnittspreis von 2013 bis 2017. Die Exporteure haben einen Rückgang von 1 % der Menge verzeichnet.

EU-Geflügelfleisch wettbewerbsfähig am Weltmarkt

Die Exporte von Geflügelfleisch konnten 2018 (Jänner bis Oktober) um 7,2 % gesteigert werden trotz des relativ hohen Preises. Der Preis lag von Jänner bis Oktober deutlich über dem Vorjahresniveau und nähert sich aktuell dem EU-Geflügelpreis von Winter 2017.
Die Handelsbilanz von Geflügelfleisch fällt wertmäßig negativ aus, da hochwertige Teilstücke importiert werden und eher wertmäßig niedrige exportiert. Da einige brasilianischen Betriebe nicht in die EU importieren dürfen, hat sich hier der Import von Geflügelfleisch in die EU auf andere Hauptimporteure (Ukraine, Chile) verschoben.