Agrarpreise Österreich - Preisentwicklung ausgesuchter Produkte

24.10.2017 Erzeugermilchpreis weiter gestiegen, Jungstierpreis legte kräftig zu, Schwache Nachfrage nach Schlachtschweinen, Roggenpreise im Aufwind, Schleppende Nachfrage am Eiermarkt, Kartoffelmarkt mit stabilen Preisen

Erzeugermilchpreis weiter gestiegen

Auch für August konnte ein leichter Anstieg des Erzeugermilchpreises festgestellt werden. So wurde durchschnittlich (alle Qualitäten, 4,2% Fett, 3,4% Eiweiß) ein Nettopreis von 38,45 Cent/kg Rohmilch ausbezahlt. Verglichen mit dem Vormonat bedeutet das einen leichten Anstieg (+2,2%). Ein Blick auf den Vorjahrespreis zeigt, dass der Augustpreis knapp ein Drittel über dem Vorjahr liegt. Weiterhin stabil bzw. gut entwickeln sich die Zuschläge für Heu- und Bio-Milch. So konnte im August ein Heumilchzuschlag von durchschnittlich 5,60 Cent/kg und für Bio-Milch ein Zuschlag von durchschnittlich 12,34 Cent/kg ausgezahlt werden. Heumilch und Bio-Milch konnten somit einen Zuschlagsanstieg im Vorjahresvergleich von 32,4% (Heumilch) und 21,0% (Bio-Milch) verzeichnen.
Für September 2017 wird ein weiterer Anstieg erwartet. Der geschätzte Auszahlungspreis liegt bei 39,10 Cent/kg Rohmilch (netto, Durchschnitt aller Qualitäten, Basis tatsächliche Inhaltstoffe).

Jungstierpreis legte kräftig zu

Ein starker Aufwärtstrend herrschte auf dem Schlachtstiermarkt im August. Das anhaltend knappe Angebot traf auf eine lebhafte Nachfrage. Dementsprechend stieg der durchschnittliche Jungstierpreis (E-P) um 12 Cent auf 3,87 EUR/kg. Im Jahresabstand wurde damit ein Plus von 5,4 % erzielt. Die positive Entwicklung setzte sich im September fort.

Schwache Nachfrage nach Schlachtschweinen

Gut versorgt präsentierte sich der Schweinemarkt im August. Unterdurchschnittliche Schlachtzahlen und –gewichte reichten zur Bedarfsdeckung, weil der Fleischmarkt weiterhin keine Nachfrageimpulse lieferte. Nach einem Rückgang um 2 Cent erzielten Schlachtschweine (S-P) 1,80 EUR/kg. Damit lag der Durchschnittspreis um 5,3 % über dem Vergleichswert von 2016. Im September gaben die Preise deutlich nach.

Roggenpreise im Aufwind

Die Erzeugerpreise für Getreide sind wesentlich höher als im Vorjahr. Hartweizen wird mit derzeit 215 EUR/t gewichtetem Fixpreis, verglichen mit dem endgültig ausbezahlten Erzeugerpreis der letzten Saison, um 35 EUR/t höher bezahlt. Der heuer am häufigsten geerntete Premiumweizen wird mit rund 170 EUR/t ebenfalls besser bezahlt als im Vorjahr (155 EUR/t). Der Fixpreis für Mahlroggen ist mit 150 EUR/t (2016: 130 EUR/t) ein deutliches Signal für die knappe österreichische Roggenversorgung aufgrund des Rekordtiefs seiner Fläche und niedriger Hektarerträge. An der landwirtschaftlichen Produktenbörse wird Premiumweizen seit Ende August konstant mit 190 bis 202 EUR/t notiert. Mahlweizen kann für sich eine konstante Aufwärtsbewegung in Anspruch nehmen, da er aufgrund der heuer hohen Proteingehalte in Österreich und dem Umland knapp ist und entsprechend rege nachgefragt wird. Mahlweizen und Futterweizen werden demzufolge auch aus den umliegenden EU-Ländern kräftig importiert und mit 170 bzw. 160 EUR/t frachtfrei Niederösterreich bezahlt.

Schleppende Nachfrage am heimischen Eiermarkt

Auch im August herrschte eine schleppende Nachfrage nach Frischeiern vor. In allen Haltungsformen und Gewichtsklassen gab es genügend Angebot. Die Packstellenabgabepreise konnten etwas zulegen. Nur bei Bio-Freilandeiern wurde bei den Gewichtsklassen L und M ein leichtes Minus verzeichnet. Die kurzfristig kühleren Temperaturen in diesem Monat haben sicherlich ihres dazu beigetragen und auch den Markt etwas belebt. Gegenüber August 2016 sind die Packstellenabgabepreise in fast allen Kategorien als positiv zu bezeichnen.
Der Packstellenabgabepreis für Eier aus Bodenhaltung der Klasse M stieg im August gegenüber dem Vormonat um 8 Cent auf 9,69 EUR/100 Stück. Im Vergleich zum August 2016 ergab das einen Preisanstieg von 2,1 %.

Kartoffelmarkt mit stabilen Preisen

Die Erntearbeiten auf den Feldern waren bis auf wenige Restflächen abgeschlossen, die Lager der Händler aufgrund des hohen heimischen Preisniveaus gut gefüllt. Die Erzeugerpreise zeigten keine Veränderungen. Für mittelfallende Ware wurden in NÖ 22,00 bis 25,00 EUR/dt bezahlt. Die Übergrößen wurden mit 20 EUR/dt abgegolten. Die kleinpackungsfähige Premiumware mit AMA-Gütesiegel erreichte einen Preis von 26,00 EUR/dt. Auch in Oberösterreich blieb der Preis mit 25 EUR/dt gleichbleibend stabil.

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AMA-Grafikpaket