Agrarpreise Österreich - Preisentwicklung ausgesuchter Produkte für August 2019

11.10.2019 Erzeugermilchpreis gibt leicht nach, Steigender Jungstierpreis, Schweinemarkt im Hoch, Weizen- und Roggenpreise sinken weiter - Qualitätsprämien zum Vorjahr erhöht, Urlaubszeit bremst den Eierabsatz, Haupternte der Lagerkartoffeln angelaufen

Erzeugermilchpreis gibt leicht nach

Der österreichische Erzeugermilchpreis (Durchschnitt aller Qualitäten und Inhaltsstoffe) für August 2019 belief sich auf 35,45 Cent je Kilogramm; Hauptgrund für den neuerlichen leichten Preisrückgang von Juli auf August waren die saisonal niedrigen Inhaltsstoffe, die im Sommer den Tiefpunkt erreichen. Die heimischen Landwirte erhielten für die angelieferte Rohmilch um 0,29 ct/kg weniger als im August des Vorjahres. Den Erzeugermilchpreis für September 2019 schätzt die AMA auf 36,00 ct/kg (Durchschnitt aller Qualitäten und Inhaltsstoffe); hauptverantwortlich für den prognostizierten Preisanstieg sind die steigenden Inhaltsstoffe.

Der durchschnittliche EU-Erzeugermilchpreis für Juli 2019 beträgt 33,52 ct/kg und liegt somit um 0,10 ct/kg über dem Vormonat. Die Europäische Kommission geht von einem stabilen durchschnittlichen EU-Erzeugermilchpreis für August 2019 aus und schätzt diesen auf 33,51 ct/kg.

Steigender Jungstierpreis

Der August brachte die erwartete Trendwende auf dem Jungstiermarkt. Nachdem sich die Preise in den Vormonaten auf niedrigem Niveau stabilisiert hatten, legten sie erstmals in diesem Jahr zu. Verantwortlich dafür war einerseits das unterdurchschnittliche Angebot, andererseits die anziehende Nachfrage in der zweiten Monatshälfte. Der durchschnittliche Jungstierpreis (E-P) stieg um 5 Cent auf EUR 3,64 je kg. Damit lag er allerdings noch immer 3,2 % unter dem Vergleichswert des Vorjahres. Der Aufwärtstrend setzte sich im September fort.

Schweinemarkt im Hoch

Die leichte Preiskorrektur auf dem Schweinemarkt war nur von kurzer Dauer. Im August wurde der vormonatliche Rückgang mehr als ausgeglichen. Durch einen Anstieg um 7 Cent erreichten Schlachtschweine (S-P) mit EUR 1,93 je kg ein neues Jahreshoch. Der Vergleich mit dem August 2018 ergab ein Plus von 19,1 %. Das verlangsamte Wachstum der Tiere im Hochsommer führte zu einer weiteren Verknappung des Angebotes. Während der Absatz auf dem heimischen Fleischmarkt unter den Erwartungen blieb, profitierte die Nachfrage weiterhin von den Exporten nach China. Das hohe Preisniveau wurde im September gehalten.

Weizen- und Roggenpreise sinken weiter, Qualitätsprämien zum Vorjahr erhöht

Die Kassamarktpreise entwickelten sich im August – entsprechend den internationalen Vorgaben – negativ. Premiumweizen verlor im Mittel 8 EUR/t und lag Anfang September bei 178 bis 185 EUR/t, Qualitätsweizen entwickelte sich ähnlich und notierte nur mehr mit 170 bis 175 EUR/t und Mahlweizen wurde mit 162 bis 165 EUR/t gehandelt. Das Preisniveau ist somit generell niedriger, jedoch besteht wieder eine Qualitätsprämie von 10 EUR/t zwischen Mahlweizen und Qualitätsweizen und weiteren 10 EUR/t zwischen Qualitätsweizen und Premiumweizen. Im alten Wirtschaftsjahr war diese Prämie nur marginal vorhanden.

Etwas erfreulicher entwickelte sich der Hartweizenpreis mit zuletzt 215 bis 216 EUR/t. Das ist die höchste Notierung seit zwei Jahren und stellt einen Zuwachs von 10-15 EUR/t zur alten Ernte dar. Eine reduzierte europäische Ernte ist neben dem inländischen Produktionsrückgang der Grund für eine Unterstützung des Preises.

Mahlroggen wurde Anfang September mit 160 EUR/t gehandelt. Dieses Preisniveau liegt um 15-20 EUR/t unter der alten Ernte, da im alten Wirtschaftsjahr – insbesondere in Deutschland – eine knappe Roggenversorgung vorherrschte. Die diesjährige deutsche Roggenernte wurde zum Vorjahr kräftig erhöht, was neben einer leichten Mengensteigerung in Österreich auf den Preis wirkt.

Urlaubszeit bremst den Eierabsatz

Die Ferien und die sommerlichen Temperaturen im August haben für eine schleppende Nachfrage am Eiermarkt gesorgt. Ende August ist es durch die Rückkehr der Urlauber in die Ballungszentren wieder zu einer Belebung des Eiermarktes gekommen. Verschiedene Aktionen des Lebensmittelhandels haben zusätzlich den Absatz gefördert. Die wieder ansteigende Konsumentennachfrage nach Frischeiern kann in allen Haltungsformen gut gedeckt werden. Der Eierpackstellenabgabepreis ist in allen Gewichtsklassen und Haltungsformen stabil geblieben.

Der Packstellenabgabepreis für Eier aus Bodenhaltung der Klasse M sank im August gegenüber dem Vormonat um 6 Cent auf 11,20 Euro je 100 Stück. Im Vergleich zu August 2018 ergab das einen Preisrückgang von 1,6 %.

Haupternte der Lagerkartoffeln angelaufen

Mit dem Markteintritt der mittelfrühen Sorten und zunehmenden Verfügbarkeiten an festschaliger Ware verlor der zunächst noch ungewöhnlich stabile niederösterreichische Erzeugerpreis im Laufe des August an Substanz und notierte gegen Ende bei durchschnittlich 27,50 EUR/dt für festkochende Ware.

Angebotsdruck kam, ob der verhaltenen Abladungen, nicht auf. Die Absatzseite zeigte sich saisontypisch und stetig. Vereinzelt sorgten Aktionen im LEH für einen zusätzlichen Nachfrageschub. Unterdessen wurden auch Exporte von geeigneter Ware in äußerst überschaubaren Umfang getätigt.