Agrarpreise Österreich - Preisentwicklung ausgesuchter Produkte für März 2021

10.05.2021 Erzeugermilchpreis gibt leicht nach, Geringes Angebot an Jungstieren, Schweinepreis stark gestiegen, Anstieg der Weizen- und Maispreise setzt sich am Kassamarkt fort, Eiermarkt: reger Absatz von Frischeiern an den Lebensmittelhandel, Covid-Maßnahmen blockieren weiterhin Großhandel für Speisekartoffeln

Erzeugermilchpreis gibt leicht nach

Der österreichische Erzeugermilchpreis konnte im März 2021 das Niveau vom Vormonat nicht halten. Die heimischen Milchlieferanten erhielten von den Molkereien und Sennereien im Schnitt 38,16 Cent pro Kilogramm Rohmilch (Durchschnitt aller Qualitäten und Inhaltsstoffe). Gegenüber dem Vormonat bedeutet das ein Minus von 0,88 ct/kg, das Vorjahresniveau wurde um 0,96 ct/kg übertroffen.
Der Auszahlungspreis für ein Kilogramm Biomilch, ebenfalls im Durchschnitt aller Qualitäten und Inhaltsstoffe, betrug heuer im März im Schnitt 45,25 Cent. Im Vormonat erhielten die Lieferanten für Biomilch noch 46,14 ct/kg.
Die AMA schätzt den Erzeugermilchpreis für April 2021 auf 37,80 ct/kg (Durchschnitt aller Qualitäten und Inhaltsstoffe); Grund für den etwas niedrigeren Auszahlungspreis ist der leichte Rückgang an Inhaltstoffen.
Der durchschnittliche EU-Erzeugermilchpreis für Februar 2021 betrug 34,98 ct/kg und stieg gegenüber dem Vormonat um 0,03 Cent an. Die EU-Kommission schätzt den EU-Erzeugermilchpreis für März 2021 auf 34,76 ct/kg. 
Anmerkung: die Preisangaben beziehen sich auf die EU ohne Großbritannien.

Geringes Angebot an Jungstieren

Die Jungstierpreise konnten sich im März weitgehend behaupten. Das lag vor allem am unterdurchschnittlichen Angebot, denn nachfrageseitig gab es einige Entwicklungen, die den Marktdruck erhöhten. Zusätzlich zum schon in den Vormonaten kaum vorhandenen Absatz an die Gastronomie, ging die Nachfrage im Lebensmitteleinzelhandel zurück. Bei den Konsumenten war eine gewisse „Corona-Müdigkeit“ spürbar. Sinkende Stierpreise in Deutschland erschwerten zudem den Export. Dennoch gab der durchschnittliche Jungstierpreis (E-P) in Österreich nur um 1 Cent je kg nach. Mit EUR 3,95 je kg lag er 4,8 % über dem Vergleichswert vom März 2020. Ungewöhnlich stabil präsentierte sich der Markt auch im April.

Schweinepreis stark gestiegen

Obwohl die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie die Nachfrage weiterhin dämpften, verbesserte sich die Lage auf dem Schweinemarkt im März schlagartig. Neben dem geringen Angebot sorgten umfangreiche Drittlandexporte und das Ostergeschäft für Entlastung. Preisverbesserungen ermöglichte letztlich die kräftige Anhebung der deutschen Notierung. In Österreich stieg der Durchschnittspreis für Schlachtschweine (S-P) um 24 Cent auf EUR 1,70 je kg. Das Minus im Jahresvergleich wurde dadurch kleiner, war mit 17,1 % aber noch immer beträchtlich. Im April folgte eine Seitwärtsbewegung.

Anstieg der Weizen- und Maispreise setzt sich am Kassamarkt fort

Im Laufe des Monats März konnte die Qualitätsweizennotierung in Wien durch das positive internationale Marktumfeld um 5 EUR/t zulegen. Mahlroggen erzielte auch ein Plus zum Vormonat und liegt somit bereits 18 EUR/t über dem Langzeittief im Dezember. Die Futtergetreidepreise waren von der starken Nachfrage nach Futterweizen geprägt, welcher mit 208 EUR/t Anfang April 4 EUR/t höher (!) notiert als Mahlweizen. Der Grund für den Anstieg ist in den weiterhin festen Maismärkten zu suchen. Mais für Futterzwecke legte vom Langzeithoch Ende Februar im März weitere 9 EUR/t zu, da die Maisnachfrage aus China und die geringeren Ernten in Übersee weiterhin die internationalen Märkte befeuerten. Futtergerste konnte im März ihren Aufwärtstrend nicht mehr weiter fortsetzen und stagnierte mit 173 EUR/t.

Eiermarkt: reger Absatz von Frischeiern an den Lebensmittelhandel

Die meldepflichtigen Packstellen setzten im März gegenüber dem Vormonat rund 
30 % mehr Frischeier an den Handel ab. Bio- und Freilandeier wurden gut nachgefragt. Die Situation bei Bodenhaltungseiern ist weiterhin prekär durch den fehlenden Vertrieb über Gastronomie und Tourismus. Die weiter steigenden Futtermittelpreise belasten die Geflügelbranche. Die Packstellenabgabepreise für Eier aus Bodenhaltung der Klasse M stiegen gegenüber dem Vormonat um 4 Cent auf 11,14 EUR je 100 Stück, lagen aber immer noch um 2,4 % unter dem Vorjahresniveau.

Covid-Maßnahmen blockieren weiterhin Großhandel für Speisekartoffeln

Heimische Landwirte und Vermarkter verlieren zusehends die Hoffnung auf Großabnehmer, jenseits des LEH, und suchen nach alternativen Verwertungsformen. Mit steigenden Temperaturen dürfte sich zudem die Qualitätsproblematik in den nach wie vor gut gefüllten Lägern verschärfen. Im März wurde Importware aus Ägypten und Israel marktwirksam und erschwerte die Geschäfte zusätzlich. 
Bei den Erzeugerpreisen ergaben sich wie erwartet keine Änderungen. In Niederösterreich wurde für mittelfallende Ware weiterhin meist 12,00 EUR/dt geboten. Übergrößen wurden um 5,00 bis 8,00 EUR/dt übernommen. 
Für drahtwurmfreie, kleinpackungsfähige Premiumware mit AMA-Gütesiegel konnten bis zu 18,00 EUR/dt zu erzielt werden.