Agrarpreise Österreich - Preisentwicklung ausgesuchter Produkte

14.02.2017 Erzeugermilchpreis steigt kontinuierlich, Jungstierpreis über 4 Euro, Auf und Ab am Schweinemarkt, Stagnierende Weizenpreise, Feiertage belebten Eiermarkt, Kartoffelabsatz zog feiertagsbedingt an

Erzeugermilchpreis steigt kontinuierlich

Seit Mitte des Jahres 2016 ist der stetige Rückgang des Erzeugermilchpreises beendet und er stieg wieder kontinuierlich an. Dies änderte sich auch nicht im Dezember 2016. Hier lag der Auszahlungspreis für Milch mit 4,2% Fett und 3,4% Eiweiß bei 33,23 Cent/kg. Im Vergleich zum Vormonat bedeutete das wieder einen Anstieg von 0,99 Cent/kg.
Zu Beginn des Jahres 2017 schätzt die Agrarmarkt Austria den Auszahlungspreis auf  34,40 Cent/kg (für Milch mit natürlichen Inhaltsstoffen).

Jungstierpreis über 4 Euro

Dank der guten Rindfleischnachfrage legten die Stierpreise im Dezember nochmals zu. Für Jungstiere erhielten die Mäster im Durchschnitt (E-P) 4,01 EUR/kg, um 5 Cent mehr als im November. Der Vergleich mit dem Vorjahr ergab nach wie vor ein Minus von 0,5 %. Im Jänner folgte die Trendwende, die Abschläge blieben aber noch gering.

Auf und Ab am Schweinemarkt

Der österreichische Schweinemarkt profitierte im Dezember zunächst noch vom Weihnachtsgeschäft. In der zweiten Monatshälfte gerieten die Preise aber stark unter Druck. Das lag einerseits am reduzierten Fleischbedarf, andererseits nahm das Angebot sprunghaft zu. Trotzdem erzielten  Schlachtschweine im Durchschnitt (S-P) mit 1,62 EUR/kg einen Anstieg um 1 Cent im Vergleich zum November. Das Vorjahresniveau wurde damit um 25,6 % übertroffen. Zu Beginn des neuen Jahres setzte sich das Auf und Ab der Preise fort.

Stagnierende Weizenpreise und steigende Futtergerstenpreise am Kassamarkt

Das Marktgeschehen in Österreich verlief vor der Weihnachtszeit im Dezember ruhig. Qualitätsweizen notierte an der landwirtschaftlichen Produktenbörse in Wien Anfang Dezember im Mittel mit 173,5 EUR/t, sank zur Monatsmitte auf 170,5 EUR/t, konnte sich jedoch Anfang Jänner auf 174,5 EUR/t steigern. Premiumweizen stagnierte im Laufe des Monats Dezember (Notierungsmittel 187,5 bis 188,5 EUR/t). Mahlweizen verzeichnete ein leichtes Minus: Er begann mit einem Notierungsmittel von 148,5 EUR/t und sank im Verlauf des Monats auf 146,5 EUR/t.
Gerste für Futterzwecke erfuhr durch die wachsende Nachfrage einen starken Kursanstieg. Anfang Dezember notierte die Futtergerste im Mittel bei 122,5 EUR/t, sie steigerte sich bis Anfang Jänner auf ein Notierungsmittel von 131,5 EUR/t. Zur diesjährigen Ernte lagen die Notierungsmittel lediglich bei 111,0 bis 116,5 EUR/t.
An der Fruchtbörse in Wels notierte Mais im Dezember mit 145 bis 150 EUR/t und stagnierte damit im Vergleich zum Vormonat. Futtergerste lag bei 130 bis 135 EUR/t. Die Futtergerstennotierung konnte sich im Dezember wie auch in Wien im Vergleich zur Notierung Ende November steigern.
Die Weizennotierungen lagen im Dezember 2016 trotz den Steigerungen seit der Ernte deutlich unter den Notierungen des Vorjahres. Premiumweizen lag im Dezember 2015 im Mittel bei 202,5 EUR/t, Qualitätsweizen bei 182,5 bis 185 EUR/t, Mahlweizen bei 161,5 bis 163,5 EUR/t. Mais notierte an der Fruchtbörse in Wels im Dezember des Vorjahres ebenfalls deutlich höher (167 bis 172 EUR/t).

Feiertage belebten die Nachfrage am heimischen Eiermarkt

Vermarktungstechnisch fielen die Feiertage heuer sehr günstig. Daher kam es zu einem kontinuierlichen Absatzverlauf und die ansonsten üblichen Nachfrageverschiebungen blieben aus. In der Boden- und Freilandhaltung konnten auch höhere Nachfragen problemlos gedeckt werden. Im Bioeierbereich war das Angebot eher knapp. Auch die verarbeitende Industrie zeigte zunehmendes Kaufinteresse.
Der Packstellenabgabepreis für Eier aus Bodenhaltung der Klasse M stieg im November gegenüber dem Vormonat um 10 Cent auf 9,88 EUR/100 Stück. Im Vergleich zum Dezember 2015 ergab das einen Preisanstieg von 5,1 %.

Kartoffelmarkt: Absatz zog feiertagsbedingt an

Der Kartoffelabsatz zog im LEH auf Grund der Weihnachtsfeiertage wieder an, der Erdäpfelmarkt zeigte sich in Niederösterreich gut und ausgeglichen. 2016 kämpften die Landwirte mit sehr hohen Aussortierungen schadhafter Kartoffeln, die das Angebot verkaufsfähiger Ware stärker reduzierten als in anderen Jahren. Dies hatte zur Folge, dass der Erzeugerpreis für kleinpackungsfähige Premiumware mit AMA-Gütesiegel im Dezember einem Preisanstieg von 15 EUR/100 kg auf 17 EUR/100 kg unterlag.
 

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