Agrarpreise Österreich - Preisentwicklung ausgesuchter Produkte für Oktober 2019

12.12.2019 Gleichbleibend stabile Tendenz beim Erzeugermilchpreis, Jungstierpreise stiegen moderat, Stabilität auf dem Schweinemarkt, Steigende Weizen- und Roggenpreise versus fallende Maispreise, Guter Absatz von Frischeiern vor der bevorstehenden Weihnachtszeit, Stabile Erzeugerpreise bei Kartoffeln

Gleichbleibend stabile Tendenz beim Erzeugermilchpreis

Der österreichische Erzeugermilchpreis (Durchschnitt aller Qualitäten und Inhaltsstoffe) für Oktober 2019 belief sich auf 36,43 Cent je Kilogramm. Die heimischen Landwirte erhielten um 0,45 ct/kg mehr für die angelieferte Rohmilch als im vorangegangen Monat. Im Oktober des Vorjahres erhielten die Milchbauern von den Molkereien pro Kilogramm 37,88 Cent.

Die AMA schätzt den Erzeugermilchpreis für November 2019 auf annähernd gleichbleibende 36,30 ct/kg (Durchschnitt aller Qualitäten und Inhaltsstoffe).

Jungstierpreise stiegen moderat

Der Aufwärtstrend der Jungstierpreise hat im Oktober an Schwung verloren. Die Nachfrage nach Rindfleisch litt, wie zu dieser Jahreszeit üblich, unter dem verstärkten Interesse der Konsumenten an Wild. Zudem drückten importierte Teilstücke die Erlöse. Daher legten die Jungstierpreise zwar zu, aber weniger als in den Vorjahren. Im Durchschnitt (E-P) zahlten die Schlachthöfe EUR 3,81 je kg, um 6 Cent mehr als im September. Das Minus im Vergleich zu 2018 vergrößerte sich auf 2,8 %. Moderate Zugewinne gab es auch im November.

Stabilität auf dem Schweinemarkt

Hohe Stabilität kennzeichnete den Schweinemarkt im Oktober. Üblicherweise sorgt das steigende Angebot im Herbst für Preisdruck. In diesem Jahr entlasten jedoch die Exporte nach Asien den europäischen Markt. Daher blieb der durchschnittliche Schlachtschweinepreis (S-P) in Österreich unverändert bei EUR 1,94 je kg und lag damit bereits um 31,1 % über dem Vorjahreswert. Die gute Nachfrage ermöglichte im November sogar einen Preisanstieg.

Steigende Weizen- und Roggenpreise versus fallende Maispreise

Premium- und Qualitätsweizen konnten ihre Notierung im Laufe des Oktobers befestigen. Premiumweizen lag zum Monatsbeginn bei 180 bis 188 EUR/t und erreichte Ende des Monats 189 bis 192 EUR/t. Qualitätsweizen entwickelte sich in eine ähnliche Richtung und landete zum selben Zeitpunkt bei 179 bis 180 EUR/t. Mahlweizen konnte im selben Zeitraum nicht zulegen, erreichte jedoch Anfang November einen Preisanstieg. Die Preissteigerungen sind eine Widerspiegelung der leicht gesteigerten Kurse für Weizen an der europäischen Leitbörse in Paris. Mahlroggen hat von Anfang September bis Ende Oktober in Wien preislich verloren, da das in Österreich sowie Europa (v.a. in Deutschland und Polen) gesteigerte Roggenangebot auf den Preis drückte. Am Futtergetreidemarkt kann sich das zum Vorjahr eingebrochene Preisniveau wieder leicht erholen. Der Futtergerstenpreis stieg im Laufe des Oktobers auf ein Notierungsmittel von 140 EUR/t. Futtermais hingegen bricht entsprechend der fortgeschrittenen Ernte, den im Inland und dem Hauptimportland Ungarn gesteigerten Mengen weiter ein. Das Monatsmittel der Wiener Notierung lag für September bei 144,5 EUR/t und sinkt im Oktober auf nur mehr 141,6 EUR/t.

Guter Absatz von Frischeiern vor der bevorstehenden Weihnachtszeit

Die Nachfrage nach Frischeiern ist zufriedenstellend und kann noch in allen Haltungsformen gut durch heimische Ware gedeckt werden. Allerdings wird das Angebot in einigen Gewichtsklassen bereits knapper. Zusätzlich zu den laufenden Angeboten im Lebensmitteleinzelhandel hat der Welt-Ei-Tag am 11. Oktober wieder ein Augenmerk auf das Lebensmittel Ei geworfen.

Der Packstellenabgabepreis für Eier aus Bodenhaltung der Klasse M sank im Oktober gegenüber dem Vormonat um 2 Cent auf 11,16 Euro je 100 Stück. Im Vergleich zu Oktober 2018 ergab das einen Preisrückgang von 3,1 %.

Stabile Erzeugerpreise bei Kartoffeln

Der Kartoffelmarkt präsentierte sich im Oktober ausgesprochen stabil. Aufgrund optimaler Rodebedingungen konnten die Erntearbeiten kontinuierlich und zügig abgeschlossen werden. Qualitätsbedingte Aussortierungen bewegten sich bis Dato im saisonüblichen Rahmen und niederösterreichische Landwirte waren, auch aufgrund der attraktiven Bewertung, durchaus abgabebereit. Die häufigsten Erzeugerpreise in Niederösterreich für festkochende Sorten notierten mit 25,00 EUR/dt nach wie vor unverändert zum Vormonat, und damit 28 % über dem adäquaten Zeitraum des Vorjahres. Von größeren Exportaktivitäten wurde, ob des starken heimischen Preisniveaus, vorerst noch abgesehen.