Agrarpreise Österreich - Preisentwicklung ausgesuchter Produkte

08.04.2019 Erzeugermilchpreis hält Niveau vom Jahresbeginn, Verhaltene Nachfrage nach Jungstieren, leichte Entspannung auf dem Schweinemarkt, Preiskorrekturen am inländischen Getreidemarkt, Wintertourismus belebt den Eiermarkt im Februar, Kartoffelmarkt ausgeglichen - Erzeugerpreis über Vorjahresniveau

Erzeugermilchpreis hält das Niveau vom Jahresbeginn

Der Erzeugermilchpreis (Durchschnitt aller Qualitäten und Inhaltsstoffe) für Februar beträgt 38,02 ct/kg Rohmilch. Im Februar des Vorjahres war der Milchpreis für die heimischen Landwirte etwas höher und betrug 38,34 ct/kg. In den Jahren 2017 und 2016 lag der Erzeugermilchpreis für Februar weit darunter. Vor allem an die Milchpreissituation im Jahr 2016 wird sich nicht gerne zurückerinnert. Damals lag der Preis bei 33,22 ct/kg und somit um 12,6 % unter dem heurigen. Für März 2019 schätzt die AMA den Erzeugermilchpreis auf stabile 38,00 ct/kg (Durchschnitt aller Qualitäten und Inhaltsstoffe).
Die Europäische Kommission rechnet mit einem durchschnittlichen EU-Erzeugermilchpreis für Februar 2019 von 35,08 ct/kg. Auch der EU-Erzeugermilchpreis hält somit das Niveau vom Jahresbeginn.

Verhaltene Nachfrage nach Jungstieren

Der Jungstiermarkt stand Anfang Februar noch im Zeichen einer verhaltenen Nachfrage, vor allem an Nichtprogrammstieren herrschte geringes Interesse. Im Monatsverlauf stellten sich aber zunehmend ausgeglichene Verhältnisse ein, die zu einer Stabilisierung führten. Somit sank der durchschnittliche Auszahlungspreis für Jungstiere (E-P) nur um 5 Cent auf EUR 3,95 je kg. Der Vergleich zum Februar 2018 ergab ein Minus von 2,0 %. Mit dem Beginn der Fastenzeit ging die Nachfrage zurück, weshalb die Preise im März wieder stärker nachgaben.

Leichte Entspannung auf dem Schweinemarkt

Dank eines sinkenden Angebotes entspannte sich die Lage auf dem Schweinemarkt im Februar. Die Überhänge konnten endgültig abgebaut werden. Allerdings blieb die Nachfrage hinter den Erwartungen. Sowohl der heimische Fleischmarkt als auch der Export lieferten nicht die gewünschten Impulse. Daher legte der Durchschnittspreis für Schlachtschweine (S-P) nur um 3 Cent auf EUR 1,48 je kg zu. Damit konnte er sich nicht über die Linie des Vorjahres halten und lag um 3,9 % unter dem Vergleichswert. Ende März zogen die Preise deutlich an.

Preiskorrekturen am inländischen Getreidemarkt

Die Aussaat von Sommerbraugerste und Sommerhartweizen ist bereits abgeschlossen und erfolgte im Vergleich zum Vorjahr zeitgerecht. Die Landwirte stehen bereits in den Startlöchern für die Maisaussaat. Der Kassamarkt für Premium- und Qualitätsweizen zeigte sich im Laufe des Februars gedämpft. Der Preis verlor entsprechend den Kursentwicklungen an der Euronext ein paar Euro. Mais für Futterzwecke musste ebenfalls Kursverluste hinnehmen, während Futtergerste im Februar mangels Geschäftstätigkeit nicht notiert wurde. Importierter GVO-Sojaschrot verlor im Laufe des Monats 20 EUR/t, während inländischer GVO-freier Sojaschrot einen Verlust von 10 EUR/t erlitt und weiterhin eine Prämie von rund 70 EUR/t gegenüber Importware erzielen kann.

Wintertourismus belebt den Eiermarkt im Februar

Nach Ende der Semesterferien hat sich die Nachfrage nach Frischeiern von den Skigebieten wieder in die Städte verlagert. Da heuer das Osterfest später gefeiert wird, steigt der Bedarf an farbfähiger Ware erst langsam an. Die Nachfrage nach Bodenhaltungseiern kann gut gedeckt werden. Bio- und Freilandhaltungseier sind schwerer zu bekommen. Der Eierpackstellenabgabepreis bleibt auf einem stabilen Niveau. Die Entwicklung der Nachfrage in den Wochen vor Ostern bleibt spannend.
Mit 01.01.2020 sind in Österreich die ausgestalteten Käfige verboten. Derzeit leben etwa 54.000 Legehennen (0,8 %) noch in den ausgestalteten Käfigen. Österreich hat in diesem Bereich eine Vorreiterrolle innerhalb der EU übernommen, derzeit leben EU-weit rund 53 % der Legehennen in dieser Haltungsform.
Der Packstellenabgabepreis für Eier aus Bodenhaltung der Klasse M stieg im Februar gegenüber dem Vormonat um 32 Cent auf 12,00 Euro je 100 Stück. Im Vergleich zu Februar 2018 ergab das einen Preisanstieg von 3,81 %.

Kartoffelmarkt ausgeglichen, Erzeugerpreis über Vorjahresniveau

Wie von der AMA berichtet hatten Vermarkter der heimischen Knolle in dieser Saison wenig zu lachen. Auch wenn die Erzeugerpreise spät aber doch mitzogen, wurden die zusätzlichen Aufwände der Landwirte bei weitem nicht abgegolten. In Niederösterreich konnten für Speisekartoffeln mittelfallend 25 EUR/dt angeschrieben werden. Die Notierungen für kleinpackungsfähige, drahtwurmfreie Premiumware mit AMA- Gütesiegel wurden zum Vormonat auf 30 EUR/dt erneut angehoben. Ungeachtet dessen lief der Absatz auf dem inländischen Markt auf saisontypisch ruhigen Niveau. Exporte wurden heuer aufgrund der straffen Verfügbarkeiten kaum bis gar nicht getätigt.

Marktdaten visualisiert: zum AMA Grafikpaket