Agrarpreise Österreich - Preisentwicklung ausgesuchter Produkte

24.05.2017 Erzeugermilchpreis 11% über Vorjahr, Geringes Jungstierangebot, Schweinepreis im Aufwind, Zurückhaltung für Verkäufe der neuen Getreideernte, Färbereien belebten den Eiermarkt, Kartoffelpreise leicht gestiegen

Erzeugermilchpreis knapp 11 % höher als im Vorjahr
Der Auszahlungspreis für Milch mit 4,2% Fett und 3,4% Eiweiß lag im März 2017 bei 34,92 Cent/kg. Im Vergleich zum Vormonat bedeutet das einen Anstieg von 0,42 Cent/kg.
Die Agrarmarkt Austria schätzt den Auszahlungspreis für April 2017 auf 34,70 Cent/kg (für Milch mit natürlichen Inhaltsstoffen).
 
Geringes Jungstierangebot
Das geringe Angebot prägte den Jungstiermarkt im März. Wie im Februar lagen die Schlachtzahlen unter dem Vorjahr. Die Nachfrage blieb auf niedrigem Niveau stabil. Erneut führte Preisdruck aus Deutschland auch in Österreich zu Abschlägen. Im Monatsschnitt gaben Jungstiere (E-P) um 6 Cent je kg nach. Mit 3,87 EUR/kg lag der Durchschnittspreis um 1,6 % über dem Vergleichswert von März 2016. Die Preisabschläge fielen auch im April kleiner aus als im Vorjahr.
 
Schweinepreis im Aufwind
Der österreichische Schweinemarkt nahm im März Fahrt auf. Das schon zuvor geringe Angebot ging als Folge der seit langem knappen Ferkelversorgung nochmals zurück. Ermöglicht wurde die überfällige Preisverbesserung aber erst durch eine höhere Fleischnachfrage. Der Durchschnittspreis für Schlachtschweine (S-P) stieg um 5 Cent auf 1,63 EUR/kg. Das Plus im Jahresvergleich vergrößerte sich dadurch auf 22,6 %. Im April zeigte der Trend noch stärker nach oben.
 
Zurückhaltung für Verkäufe der neuen Ernte
Die Getreide- und Ölsaatenbestände haben den Kälteeinbruch Mitte April nach derzeitigen Meldungen ohne Schäden überstanden. Im Vorjahr wurden die Rapserträge durch das Abfrieren der Rapsblüten deutlich reduziert. Die Kältewelle brachte auch Niederschläge mit sich, die von den trockenen Kulturen dringend benötigt wurden. Die Preise am inländischen Kassamarkt für die alte Ernte halten sich auf einem stabilen Niveau trotz der Talfahrt der Kurse an den internationalen Börsen. Die Verkaufsvolumen halten sich in Grenzen, es sind noch unverkaufte Getreidemengen vorhanden. Geschäfte für die neue Ernte werden nur zögerlich abgeschlossen, da das Ausmaß der diesjährigen österreichischen und europäischen Ernte noch schwer einzuschätzen ist. Die Preise für Premiumweizen und Qualitätsweizen hielten sich im März wie schon im Vormonat auf einem stabilen Niveau. Aufgrund mangelnder Geschäftstätigkeit wurde Premiumweizen Ende März vom Kursblatt der landwirtschaftlichen Produktenbörse genommen. Mahlweizen folgte der konstanten Bewegung der beiden hohen Weizenqualitäten, erfuhr jedoch Ende März eine leichte Kurskorrektur nach unten. Mahlroggen wurde nach einer Pause im Februar ab Anfang März wieder notiert und verzeichnete eine Zunahme des Kurses um 2 EUR/t gegenüber den Januarnotierungen. Gerste für Futterzwecke hält sich seit Ende Dezember konstant um die 130 EUR/t. Im März wurde dieser Trend fortgesetzt. Industriemais notierte im März erstmals seit Januar mit 140 EUR/t.
 
Die Färbereien belebten den heimischen Markt im März
Der Bedarf der Färbereien an farbfähiger Ware der Gewichtsklasse M stieg im Monat März kontinuierlich an. Die Nachfrage im Lebensmitteleinzelhandel konnte man als gut bezeichnen. Kurzfristige Aktionen sorgten für eine zusätzliche Belebung des Marktes. Durch das hohe Produktionsniveau war ausreichend heimische Ware vorhanden, allerdings gab es Überhänge bei schwerer Ware, da vorwiegend ältere Herden im Einsatz waren. Lediglich bei der Freilandhaltung war das Angebot etwas knapper.
Der Packstellenabgabepreis für Eier aus Bodenhaltung der Klasse M stieg im März gegenüber dem Vormonat um 3 Cent auf 9,80 EUR/100 Stück. Im Vergleich zum März 2016 ergab das einen Preisverlust von 1,3 %.
 
Lagerabbau bei Kartoffeln schritt zügig voran – Preise steigen leicht an
Am österreichischen Speisekartoffelmarkt dürfte die Vermarktung der Ernte 2016 in geordneten Bahnen zu Ende gehen. Nach wie vor haben Händler und auch Landwirte noch einiges an Ware auf Lager. Der Bestandsabbau schreitet aber planmäßig voran, sodass ein reibungsloser Übergang zur neuen Ernte erwartet wird. Der Inlandsabsatz lief stetig auf zufriedenstellendem Niveau. Man erhoffte sich durch das Osterwochenende und die damit verbundenen Aktionen im Lebensmitteleinzelhandel eine Belebung der Nachfrage. Im Export blieben die Absatzmengen trotz entsprechender Preiszugeständnisse dagegen überschaubar.
Die Erzeugerpreise für festkochende Kartoffeln sind im Vergleich zum Vormonat leicht angestiegen (4,45 %).

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