Agrarpreise Österreich - Preisentwicklung ausgesuchter Produkte für Dezember 2019

13.02.2020 Dezember 2019: positive Tendenz beim Erzeugermilchpreis zum Jahresausklang, Nahezu unveränderter Jungstiermarkt, Schlachtschweine deutlich über 2 Euro, Preise für Qualitätsweizen im Plus, Österreichischer Eiermarkt: erfolgreiches Weihnachtsgeschäft, Ausgeglichener Kartoffelmarkt zu Jahresende

Dezember 2019: positive Tendenz beim Erzeugermilchpreis zum Jahresausklang

Der österreichische Erzeugermilchpreis (Durchschnitt aller Qualitäten und Inhaltsstoffe) für Dezember 2019 beläuft sich auf 37,31 Cent je Kilogramm. Die heimischen Landwirte erhielten für die angelieferte Rohmilch um 0,35 ct/kg mehr als im vorangegangen Monat. Im Dezember des Vorjahres erlösten die Milchbauern von den Molkereien pro Kilogramm 39,22 Cent. Zum Jahresende 2018 lag der ausbezahlte Milchpreis um etwa 5 % höher als 2019 zum Jahresausklang.

Die AMA schätzt den Erzeugermilchpreis für Jänner 2020 auf 37,50 ct/kg (Durchschnitt aller Qualitäten und Inhaltsstoffe).

Der durchschnittliche EU-Erzeugermilchpreis für November 2019 beläuft sich auf 35,31 ct/kg und liegt somit um 0,39 ct/kg über dem Vormonat. Die Europäische Kommission geht von einem stabilen EU-Erzeugermilchpreis für Dezember 2019 aus und schätzt diesen ebenfalls auf 35,31 ct/kg.

Nahezu unveränderter Jungstiermarkt

Der heimische Jungstiermarkt präsentierte sich im Dezember ähnlich wie im November. Auffällig war weiterhin die gute Nachfrage nach Gütesiegel-Stieren, während der Absatz ansonsten eher stagnierte. Das Angebot erreichte ein für die Jahreszeit ungewöhnlich hohes Niveau. Zudem bremsten Importe von Edelteilen die Preisentwicklung. Somit zahlten die Schlachthöfe für Jungstiere (E-P) mit EUR 3,87 je kg nur um 2 Cent mehr als im Vormonat. Das Minus im Jahresvergleich vergrößerte sich dadurch auf 4,4 %. Im Jänner gerieten die Preise allmählich unter Druck.

Schlachtschweine deutlich über 2 Euro

Die guten Rahmenbedingungen ermöglichten im Dezember erneut einen starken Preisanstieg bei Schlachtschweinen. Europaweit florierte die Nachfrage durch den großen Importbedarf Chinas und das Weihnachtsgeschäft. Auch in Österreich reichte deshalb das Angebot nicht zur vollständigen Deckung des Bedarfs. Dementsprechend stieg der durchschnittliche Schlachtschweinepreis (S-P) um 11 Cent auf EUR 2,09 je kg. Damit wurde der Vergleichswert vom Dezember 2018 um 43,2 % übertroffen. Auf den rasanten Anstieg folgte ein noch größerer Rückgang im Jänner.

Preise für Qualitätsweizen im Plus

Die Geschäftstätigkeit am Getreidemarkt verlief über die Weihnachtszeit gewohnterweise ruhig. Die Notierung für Premiumweizen konnte im Laufe des Dezembers zulegen und lag Anfang Jänner bei 185 bis 196 EUR/t. Qualitätsweizen bewegte sich in dieselbe Richtung und Mahlweizen notierte mangels Geschäftstätigkeit nur kaum. Gründe für den Anstieg sind die Steigerungen der internationalen Weizenkurse in Paris und Chicago. Der Maispreis in Wien tritt im Dezember an der Stelle mit nur 140 EUR/t und schafft es somit derzeit nicht sich von seinem Tiefpunkt des laufenden Wirtschaftsjahres zu erheben. Futtergerste liegt Ende Dezember nach einer Zick-Zack-Bewegung bei 138 bis 140 EUR/t. Die AMA-Erzeugerpreiserhebung zeigt einen kontinuierlichen Anstieg der Erzeugerpreise für Premium- und Qualitätsweizen, während Mahlweizen stagniert und Futtergerste zurückrudert. Während die Getreidekurse im Dezember nur kleine Schritte in die eine oder andere Richtung zurücklegten, konnte der internationale Rapskurs in Paris eine regelrechte Rallye zurücklegen. Der Rapskontrakt legte um mehr als 30 EUR/t zu und landete Anfang Jänner auf 417 EUR/t, wodurch das höchste Niveau seit fast drei Jahren erreicht wurde.

Österreichischer Eiermarkt: erfolgreiches Weihnachtsgeschäft

Die absatzstarke Weihnachtszeit hat für Schwung am heimischen Eiermarkt gesorgt. Die Produktion konnte den steigenden Bedarf nach Frischeiern gut abdecken, lediglich bei Bioeiern und Eiern aus Freilandhaltung wurde das Angebot knapper. Ein Trend bei der Konsumentennachfrage in Richtung Eier aus Freiland- bzw. Biohaltung ist auch in der Weihnachtszeit bemerkbar. Der Packstellenabgabepreis für Eier aus Bodenhaltung der Klasse M stieg im Dezember gegenüber dem Vormonat um 2 Cent auf 11,26 Euro je 100 Stück. Im Vergleich zu Dezember 2018 ergab das einen Preisrückgang von 4,5 %.

Ausgeglichener Kartoffelmarkt zu Jahresende

Die niederösterreichischen Erzeugerpreise für Kartoffeln festkochend werteten im Dezember unverändert bei durchschnittlich 25,00 EUR/dt und damit 14 % über dem korrespondierendem Vorjahreswert.

Laufende Anlieferungen gewährleisteten eine zügige Abwicklung der Geschäfte. Die Landwirte streben heuer zügige Auslagerungen an, da auch in der zweiten Saisonhälfte ein Anziehen der Preise nicht erwartet wird. Ein Versorgungsengpass mit heimsicher Ware, wie im letzten Frühjahr, ist nicht absehbar. Nennenswerte Eingänge an nordafrikanischer Importware werden erfahrungsgemäß ab Mitte Februar marktwirksam.