Agrarpreise Österreich - Preisentwicklung ausgesuchter Produkte für Dezember 2020

16.02.2021 Dezember 2020: Erzeugermilchpreis - positiver Ausblick zum Jahresende, Jungstierpreis mit Plus am Jahresende, Großes Angebot an Schlachtschweinen, Weizen- und Maispreise am heimischen Kassamarkt im Plus, Eiermarkt: weiterhin geänderte Vermarktungswege aufgrund von Covid-19-Maßnahmen, Erzeugerpreise für Speisekartoffel unverändert - Gastronomie und Tourismus fehlt

Dezember 2020: Erzeugermilchpreis - positiver Ausblick zum Jahresende

Der österreichische Erzeugermilchpreis tendierte auch im Dezember 2020 nach oben. Die Molkereien und Sennereien zahlten ihren Milchlieferanten im Schnitt 41,41 Cent pro Kilogramm Rohmilch (Durchschnitt aller Qualitäten und Inhaltsstoffe). Gegenüber dem Vormonat bedeutet das ein Plus von 1,34 ct/kg. Grund dafür ist hauptsächlich die im Monat Dezember von mehreren Molkereien und Käsereien getätigte Nachzahlung für das abgelaufene Jahr. Das Vorjahresniveau für Dezember wurde um 4,1 ct/kg oder rund 11 % übertroffen.
Die AMA schätzt den Erzeugermilchpreis für Jänner 2021 auf 39,70 ct/kg (Durchschnitt aller Qualitäten und Inhaltsstoffe).
Der durchschnittliche EU-Erzeugermilchpreis für November 2020 betrug 35,40 ct/kg und stieg somit um 0,36 Cent gegenüber dem Vormonat. In den USA befindet sich der Erzeugermilchpreis weiterhin auf einer Berg-und Talfahrt. Im November belief sich der US-Milchpreis auf 48,2 ct/kg.
Die EU-Kommission schätzt den EU-Erzeugermilchpreis für Dezember 2020 auf 35,34 ct/kg, trotz der verschärften Maßnahmen und Lockdowns in einzelnen Mitgliedsstaaten, bleibt der Auszahlungspreis für Rohmilch relativ stabil.
Anmerkung: die Preisangaben beziehen sich auf die EU ohne Großbritannien.


Jungstierpreis mit Plus am Jahresende

Nachdem der zweite Lockdown dem Rindermarkt im November zugesetzt hatte, verbesserte sich die Lage im Dezember wieder deutlich. Impulse aus dem Weihnachtsgeschäft und ein eher knappes Angebot ermöglichten eine Erholung der Preise für weibliche Schlachtrinder. Bei Jungstieren machte sich ebenfalls die erhöhte Nachfrage im Lebensmitteleinzelhandel, insbesondere nach Rindfleisch aus Qualitätsprogrammen, bemerkbar. Der durchschnittliche Auszahlungspreis der Schlachthöfe für Jungstiere (E-P) stieg daher um 5 Cent auf EUR 3,95 je kg. Somit lag das Preisniveau am Jahresende um 2,1 % über jenem von 2019. Im Jänner 2021 konnten sich die Preise behaupten.


Großes Angebot an Schlachtschweinen

Auf dem Schweinemarkt wurden im Dezember große Mengen umgesetzt. Obwohl die Schlachtbranche auf Hochtouren arbeitete, kam zeitweise etwa ein Viertel der Schweine verspätet zur Schlachtung. Die Angebotsüberhänge verringerten sich bis knapp vor Weihnachten, stiegen durch die ausgefallenen Schlachttage aber wieder sprunghaft an. Nachfrageseitig fehlten die Gastronomie sowie die zusätzlichen Umsätze durch den Wintertourismus. Besser lief es dagegen im LEH, Exporte nach China sorgten für Entlastung. Für Schlachtschweine (S-P) wurden im Durchschnitt EUR 1,43 je kg gezahlt, um 8 Cent weniger als im Vormonat. Der Vergleich mit dem Dezember 2019 ergab ein Minus von 31,6 %. Zu Jahresbeginn folgte eine Stabilisierung auf niedrigem Niveau.


Weizen- und Maispreise am heimischen Kassamarkt im Plus

Die Anstiege der internationalen Getreide- und Ölsaatenmärkte der zweiten Dezemberhälfte bis Jänner spiegelten sich in steigenden Kassamarktpreisen in Österreich wider. Insbesondere Mais konnte aufgrund seiner internationalen Preisrallyes an der Produktenbörse in Wien gegenüber dem Vormonat zulegen. Futtermais lag im Dezember mit durchschnittlich 167 EUR/t um 11 EUR/t über dem Vormonat und sogar um 20 EUR/t gegenüber Oktober 2020. Qualitätsweizen festigte sich im Dezember auf durchschnittlich 187,5 EUR/t (+3 EUR/t zum Vormonat). Gerste für Futterzwecke konnte durch die positiven Impulse vom Maismarkt weiter zulegen und lag im Monatsmittel bei 152 EUR/t (+12 EUR/t zum Vormonat). Unter den Getreidearten weist nur Mahlroggen eine Abwärtsbewegung auf, da die heimische Roggenernte sowie die EU-Roggenernte höher ausfiel als in den Vorjahren.


Eiermarkt: weiterhin geänderte Vermarktungswege aufgrund von Covid-19-Maßnahmen

Auch im Dezember zeigte sich der Eiermarkt zweigeteilt: Einerseits herrschte eine hohe Nachfrage nach Bio- und Freilandeiern über den LEH, zusätzlich belebt durch die vorweihnachtliche Backsaison. Hingegen gab es Überhänge bei Bodenhaltungseiern durch den weggebrochenen Absatz in Gastronomie und Tourismus.
Die Packstellenabgabepreise für Eier aus Bodenhaltung der Klasse M stiegen gegenüber dem Vormonat um 4 Cent auf EUR 11,04 je 100 Stück. Im Vergleich zu Dezember 2019 zeigte sich ein Preisrückgang von knapp 2 %. Die Preise für Hühnerfilet lagen 0,3 % über dem Vorjahresniveau.


Erzeugerpreise für Speisekartoffel unverändert - Gastronomie und Tourismus fehlt

Naturgemäß war der Wegfall der Gastronomie und des Tourismus und der neuerlich verordnete Lockdown über die Weihnachtsferien ein weiterer Tiefschlag für die ohnehin schon im Sommer schwer ins Trudeln gekommene Branche. Mit durchschnittlich 11,00 EUR/dt für niederösterreichische Speisekartoffeln, mittelfallend war der durchschnittliche Erzeugerpreis im Dezember nach wie vor auf unzureichendem Niveau einzementiert. Übergrößen wurden um 5,00 – 8,00 EUR/dt übernommen. Für gesuchte drahtwurmfreie, kleinpackungsfähige Premiumware mit AMA-Gütesiegel konnten bis zu 18,00 EUR/dt realisiert werden.
  Kellner, 16.02.2021