Agrarpreise Österreich - Preisentwicklung ausgesuchter Produkte

20.04.2018 Milchpreis gibt weiter nach, Jungstierangebot ging zurück, Erholung der Schweinepreise, Stabile Futtergetreidepreise, Hochsaison für die Färbereien, Kartoffelmarkt von Kälteeinbruch unbeeindruckt.

Milchpreis gibt weiter nach

Im Februar 2018 bezahlten die Molkereien 38,18 Cent/kg (Durchschnitt aller Qualitäten, natürlicher Fettgehalt, netto) für die angelieferte Rohmilch an die Landwirte aus. Der Abwärtstrend des Erzeugermilchpreises setzt sich somit wie erwartet fort. Nach Schätzungen der AMA wird der Milchpreis für März 2018 weiterhin nachgeben und voraussichtlich bei 36,20 Cent/kg liegen.

Jungstierangebot ging zurück

Nach umfangreichen Schlachtungen im Jänner fiel das Angebot an Jungstieren im Februar deutlich geringer aus. Die Rindfleischnachfrage war für die Fastenzeit verhältnismäßig gut. Somit folgten die Preise zwar zunächst dem vorherrschenden Abwärtstrend, konnten sich am Monatsende aber etwas erholen. Im Monatsschnitt gaben Jungstiere (E-P) um 9 Cent auf EUR 4,03 je kg nach. Der Vergleich zum Februar 2017 ergab ein Plus von 2,5 %. Im Gegensatz zur Entwicklung in den meisten Jahren legten die Preise im März leicht zu.

Erholung der Schweinepreise

Der Schweinemarkt drehte im Februar von Über- auf Unterversorgung. Dafür verantwortlich war aber nur zu einem geringen Teil die Belebung der Nachfrage, bedeutender war der starke Rückgang des Angebotes. Die tiefen Temperaturen verlangsamten das Wachstum der Tiere. Zudem sank die Abgabebereitschaft der Mäster, die ein Abkühlen der Ställe vermeiden wollten. Der Durchschnittspreis für Schlachtschweine (S-P) stieg um 11 Cent auf EUR 1,54 je kg. Dadurch wurde der Rückstand auf das Preisniveau des Vorjahres auf 2,5 % reduziert. Im März blieb die Entwicklung hinter den Erwartungen zurück.

Stabile Futtergetreidepreise

Premiumweizen sank im Laufe des Februars an der landwirtschaftlichen Produktenbörse in Wien auf 176 bis 178 EUR/t. Qualitätsweizen wurde Ende Februar (21.02.2018) mit 170 bis 173 EUR/t gehandelt. Hartweizen wurde mit 200 bis 205 EUR/t gehandelt, was ein Preisabstieg zur letzten Hartweizennotierung Ende November bedeutet. Gerste für Futterzwecke konnte im Februar ihr gutes Niveau von 140 bis 145 halten, nachdem sie in den Vormonaten Anstiege verzeichnete. Mahlroggen lag Mitte Februar bei 185 EUR/t und setzte damit die Abwärtsbewegung seit Ende Jänner fort.

Hochsaison für die Färbereien

Im Februar liefen die Färbereien auf Hochtouren und hatten einen hohen Bedarf an farbfähiger Ware in allen Haltungsformen. Da das Osterfest heuer früh gefeiert wird, wollen viele Betriebe ihre Herden erst nach Ostern ausstallen. Daher wurde auf hohem Niveau produziert. Trotzdem wurde das Angebot, insbesondere bei farbfähiger Ware, zunehmend knapper. Marktexperten rechnen damit, dass der Höhepunkt des Ostereierabsatzes in der Karwoche sein wird. Der Absatz im Frischeierbereich verlief im Februar eher ruhig. Das winterliche Wetter konnte die Nachfrage ein kleinwenig ankurbeln. Die Preise blieben stabil. Der Packstellenabgabepreis für Eier aus Bodenhaltung der Klasse M stiegen im Februar gegenüber dem Vormonat um 10 Cent auf 11,56 Euro je 100 Stück. Im Vergleich zum Februar 2017 ergab das einen Preisanstieg von 18,3 %.

Kartoffelmarkt von Kälteeinbruch unbeeindruckt

Der Kartoffelmarkt zeigt sich vom späten Wintereinbruch in der KW 9 unbeeindruckt. Die Anlieferungen wurden von Seiten der Landwirte gänzlich eingestellt. Lieferengpässe waren kein Thema da die Händler entsprechend gut eingedeckt sind. Auf Bewegung im Kartoffelmarkt warten die Beteiligten nach wie vor vergebens. Insgesamt bleibt es bei einem relativ ruhigen Marktverlauf. Qualitativ zeigen sich zunehmend physiologische Alterungen und die jahreszeittypischen Lagerdruckstellen. Das zur Verfügung stehende Angebot reicht weiterhin gut aus, die bestehende Nachfrage zu bedienen. Engpässe zum Saisonende werden aus heutiger Sicht keine erwartet. Seit bereits 6 Monaten zeigt sich der Erzeugerpreis auf unverändert konstantem Niveau. In Niederösterreich werden für mittelfallende Ware meist 22 bis 25 Euro/100 kg bezahlt – Übergrößen werden generell mit 20 Euro/100 kg abgegolten. An der Differenz zwischen österreichischen und europäischen Kartoffelpreisen hat sich nichts geändert. Absatzseitig fehlt es weiter an neuen Impulsen. Abschlüsse nur auf unverändert niedrigem Preisniveau, in überschaubaren Mengen, am europäischen Markt möglich.

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AMA-Grafikpaket