Agrarpreise Österreich - Preisentwicklung ausgesuchter Produkte

24.08.2017 Österreichischer Erzeugermilchpreis stieg im Juni erneut, Jungstiere behauptet, Erneuter Anstieg der Schweinepreise, Endgültige Erzeugerpreise für Weizen unter Vorjahr, Gedämpfte Nachfrage am Eiermarkt, NÖ Frühkartoffelmarkt gestartet

Österreichischer Erzeugermilchpreis stieg im Juni erneut

Im Juni lag der durchschnittliche österreichische Erzeugerpreis für Milch mit 4,2% Fett und 3,4% Eiweiß bei 36,64 Cent/kg, netto. Verglichen mit dem Vormonat stieg der Preis für konventionelle Rohmilch um 1,84 Cent/kg auf 33,86 Cent/kg. Damit dürfte der österreichische Erzeugermilchpreis auch weiterhin über dem EU-weiten Durchschnitt liegen. Für Bio-Heumilch wurde ein durchschnittlicher Erzeugermilchpreis von 51,49 Cent/kg ausbezahlt, wobei der Heumilchzuschlag mit 5,03 Cent/kg und der Biomilchzuschlag mit 12,61 Cent/kg in die Preiszusammenstellung einflossen.
Der für Juli geschätzte Erzeugermilchpreis wird weiterhin leicht steigen und bei 36,80 Cent/kg Rohmilch mit natürlichem Fettgehalt liegen.

Jungstiere behauptet

Das geringe Angebot bestimmte den Jungstiermarkt im Juni. Die Stierschlachtungen lagen wieder deutlich unter dem Vorjahr. Während die Nachfrage insgesamt verhalten ausfiel, lief der Absatz von Edelteilen sehr gut. Wie im Mai zahlten die Schlachthöfe für Jungstiere im Durchschnitt (E-P) 3,72 EUR/kg und damit um 5,1 % mehr als im Juni 2016. Im Juli zogen die Preise bereits an.

Erneuter Anstieg der Schweinepreise

Weitgehend ausgeglichene Verhältnisse herrschten am Schweinemarkt im Juni. Dabei traf ein nach wie vor unterdurchschnittliches Angebot auf eine zufriedenstellende Nachfrage. Am Fleischmarkt standen Grillartikel im Mittelpunkt, wobei die große Hitze einen besseren Absatz verhinderte. Der Durchschnittspreis für Schlachtschweine (S-P) stieg um 2 Cent auf 1,85 EUR/kg. Im Jahresvergleich ergab das ein Plus von 16,4 %. Dieses hohe Niveau konnte im Juli nicht ganz gehalten werden.

Endgültige Erzeugerpreise für Weizen unter Vorjahr

Die endgültigen Erzeugerpreise (Akontopreise inklusive Nachzahlung) für Mahl-, Qualitäts- und Premiumweizen der Ernte 2016 liegen deutlich unter den Vorjahren. Mahlweizen, der in der vorjährigen Ernte einen größeren Anteil als üblich ausmachte, erzielte einen Fixpreis von lediglich 113 EUR/t. Demgegenüber war der endgültige Erzeugerpreis im Durchschnitt höher. Qualitätsweizen erzielte 138 EUR/t und Premiumweizen 160 EUR/t. Qualitätsweizen sank rund 20 EUR/t und der im Vorjahr rare Premiumweizen um 10 EUR/t. Hartweizen erlitt aufgrund des hohen Angebots durch die vorjährigen Flächenausdehnungen den höchsten Preisverfall von rund 80 EUR/t.
Die gegenteilige Entwicklung zeigte sich bei Mahlroggen: Die Fläche und somit das Angebot nahmen im Vorjahr deutlich ab, wodurch der Preis zulegte. Der Preis für Futtergerste sank wie die Weizenpreise ebenfalls gegenüber dem Vorjahr.
Der Körnermaispreis sank entsprechend den Marktvorgaben ebenfalls, jedoch führten die hohen Erträge zu einem deutlich höheren Deckungsbeitrag als bei Mahlweizen. Österreich ist durch die ständig wachsende Stärke-, Zitronensäure- und Bioethanolindustrie sogar im Rekorderntejahr 2016 ein Maisimportland, was sich stützend auf den Preis auswirkt. Die Bundesländerpreise für Mais liegen in Kärnten am höchsten aufgrund der geringsten Entfernung zum Maisimportland Italien. Das zweithöchste Preisniveau befindet sich in der Steiermark aufgrund des zweitkürzesten Transportweges nach Italien und in Oberösterreich aufgrund der hohen Verarbeitungsmengen der ansässigen Industrie.

Gedämpfte Nachfrage am heimischen Eiermarkt

Die Feiertage sorgten für etwas Marktbelebung, jedoch war das Angebot in allen Haltungsformen mehr als ausreichend. Vor allem schwere Ware war reichlich vorhanden. Obwohl laufend Ausstallungen durchgeführt wurden, war das Produktionsniveau sehr hoch. Zusätzlich bremsten die hohen Temperaturen die Nachfrage.
Der Packstellenabgabepreis für Eier aus Bodenhaltung der Klasse M fiel im Juni gegenüber dem Vormonat um 4 Cent auf 9,49 EUR/100 Stück. Im Vergleich zum Juni 2016 ergab das einen Preisverfall von 0,5 %.

NÖ Frühkartoffelmarkt gestartet

Der NÖ Frühkartoffelmarkt startete mit durchaus positiven Vorzeichen in die neue Saison. Der Markt war von alter Lagerware vollständig geräumt. Zudem sorgten Spätfröste sowie fehlende Niederschläge in praktisch allen wichtigen Regionen für einen verzögerten Saisonstart. Der Junipreis lag für die Erzeuger bei 344,92 EUR/t. Bei schwachen Hektarerträgen ging die Flächenräumung entsprechend rasch vonstatten und sorgte in den ersten Vermarktungswochen auch für einen entsprechend moderaten Preisrückgang.

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