Agrarpreise Österreich - Preisentwicklung ausgesuchter Produkte

09.03.2017 Aufwärtstrend beim Erzeugermilchpreis, Trendwende am Jungstiermarkt, Preisrückgang bei Schlachtschweinen, Steigende Weizen- und Maispreise, Färbereien entlasteten Eiermarkt, Entwicklung am Kartoffelmarkt zufriedenstellend

Erzeugermilchpreis: Aufwärtstrend auch zu Beginn des Jahres 2017

Auch zu Beginn des Jahres 2017 war ein Anstieg des Erzeugermilchpreises zu beobachten. Der Auszahlungspreis lag für Milch mit 4,2% Fett und 3,4% Eiweiß bei 33,95 Cent/kg. Im Vergleich zum Vormonat bedeutet das ein Plus von 0,7 Cent/kg.
Die Agrarmarkt Austria schätzt den Auszahlungspreis für Februar 2017 auf  35,00 Cent/kg (für Milch mit natürlichen Inhaltsstoffen).
 
Trendwende am Jungstiermarkt

Zu Jahresbeginn hielten die Jungstierpreise zunächst das hohe Niveau. Der Lebensmittelhandel war allerdings noch gut mit Ware eingedeckt. Durch den Exportbedarf machte sich der große Preisunterschied zu Deutschland verstärkt bemerkbar. Die deshalb notwendigen Abschläge drückten den Durchschnittspreis für heimische Jungstiere (E-P) um 2 Cent auf 3,99 EUR/kg. Damit wurde der Vergleichswert von Jänner 2016 um 0,3 % unterschritten. Im Februar setzte sich der Abwärtstrend fort.
 
Preisrückgang bei Schlachtschweinen

Im Jänner war der österreichische Schweinemarkt von einem Auf und Ab der Notierung geprägt. Nach dem vorweihnachtlichen Preisrückgang lieferte das knappe Angebot Argumente für eine Anhebung. Wie in Deutschland musste diese auf Drängen der Schlachtbranche aber wieder zurückgenommen werden. Gegenüber dem Vormonat gaben Schlachtschweine (S-P) um 4 Cent je kg nach, mit 1,58 EUR/kg erzielten sie aber ein Plus von 20,6 % im Jahresvergleich. Der erhoffte Preisanstieg blieb im Februar aus.
 
Steigende Weizen- und Maispreise am Kassamarkt

Das Marktgeschehen in Österreich kam im Jänner nach der Weihnachtspause langsam wieder in Schwung. Qualitätsweizen notierte an der landwirtschaftlichen Produktenbörse in Wien Anfang Jänner mit 174,5 EUR/t. Das bedeutete eine Steigerung zur letzten Notierung im alten Jahr um 4 EUR/t. Qualitätsweizen konnte sich durch rege Nachfrage weiter auf 178 EUR/t im Laufe des Monats steigern. Das Monatsmittel für die Qualitätsweizennotierung im Jänner lag mit 175,75 EUR/t erstmals in diesem Getreidewirtschaftsjahr nur mehr knapp unter dem Monatsmittel des Referenzzeitraumes des abgelaufenen Wirtschaftsjahres (178,67 EUR/t).
Mahlweizen stieg an der landwirtschaftlichen Produktenbörse ebenfalls im Laufe des Monats von 146,5 EUR/t im Mittel Anfang Jänner auf 149 EUR/t Ende Jänner. Der Preis für Futtergerste hat sich am Kassamarkt eingependelt. Nach Steigerungen im Dezember, gab es im Jänner eine Stagnation. Mais notierte Anfang Februar an der landwirtschaftlichen Produktenbörse in Wien erstmals seit Oktober 2016 mit 138,5 EUR/t. Die Maisnotierung an der Welser Fruchtbörse, die in der Regel über der Wiener Notierung liegt, stieg von Mitte Dezember mit 147,5 EUR/t auf 152,5 EUR/t Ende Jänner.
Die Gefahren für Auswinterungen des Wintergetreides hielten sich durch eine großteils vorhandene – wenn auch dünne – Schneedecke trotz der tiefen Temperaturen in Grenzen.
 
Färbereien entlasteten den Eiermarkt

Im Frischeierbereich hätte der Absatz über den Lebensmitteleinzelhandel besser sein können, doch die Färbereien nahmen bereits farbfähige Ware vom Markt. Das Produktionsniveau war hoch, besonders in der Kategorie Bodenhaltung war das Angebot mehr als genügend.
Der Monat Jänner war auch von den Ausbrüchen der Vogelgrippe in Europa geprägt und sorgte bei den Eierproduzenten für Verunsicherung. Daher wurde in Österreich am 10. Jänner für die Tiere sämtlicher Geflügelhalter eine bundesweite Stallpflicht verordnet. Auf den Eierkonsum sind jedenfalls bislang keine Auswirkungen feststellbar.
Der Packstellenabgabepreis für Eier aus Bodenhaltung der Klasse M fiel im Jänner gegenüber dem Vormonat um 8 Cent auf 9,80 EUR/100 Stück. Im Vergleich zum Jänner 2016 ergab das einen Preisverlust von 0,9 %.
 
Kartoffelmarkt: Entwicklung zufriedenstellend

Am heimischen Kartoffelmarkt setzte sich die stabile Entwicklung des Vorjahres fort. Für Mitte Jänner waren die Absatzzahlen im LEH zufriedenstellend – laufende Aktionen sorgten für zusätzliche Impulse. Ende Jänner stiegen auch die Anfragen für Exportgeschäfte bei den heimischen Vermarktern. Im Bereich der Premiumware konnten sich die Erzeugerpreise verbessern. Hier wurden für kleinpackungsfähige Premiumware mit AMA-Gütesiegel Preise zwischen 17 und 20 EUR/100 kg genannt. Für mittelfallende Ware wurden meist 12,00 EUR/100 kg bis 15,00 EUR/100 kg und für Übergrößen 8,00 EUR/100 kg bezahlt.
 

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