Agrarpreise Österreich - Preisentwicklung ausgesuchter Produkte

18.06.2018 Erzeugermilchpreis bei 35,80 Cent, Abwärtstrend bei Jungstieren, Schweinepreis deutlich unter Vorjahr, Konstant niedrige Weizenpreise, Futtergerste erneut auf Vierjahreshoch, Ruhiger Absatz an Eiern im April, Abwicklung der Kartoffelernte 2017 weit fortgeschritten

Erzeugermilchpreis bei 35,80 Cent

Im April 2018 hat sich der Abwärtstrend des Erzeugermilchpreises vor allem aufgrund der niedrigeren Inhaltsstoffe (-0,56 Cent/kg zum Vormonat) weiter fortgesetzt. Laut Meldungen der Molkereien beträgt der gewichtete Durchschnittspreis aller Qualitäten und Sorten 35,80 Cent/kg auf Basis natürlicher Inhaltsstoffe.

Der Milchpreis für Mai 2018 wird nach Schätzungen der AMA wahrscheinlich bei 35,50 Cent/kg liegen.

Abwärtstrend bei Jungstieren

Nachdem der Rindermarkt im März vom frühen Osterfest noch profitiert hatte, fehlten im April die zusätzlichen Nachfrageimpulse. Gleichzeitig lag das Angebot deutlich über dem Vorjahr. Dementsprechend sank der durchschnittliche Jungstierpreis (E-P) um 10 Cent je kg. Mit EUR 3,97 je kg lag er aber noch 5,0 % über den Vergleichswert von April 2017. Der für das erste Halbjahr typische Abwärtstrend setzte sich im Mai fort.

Schweinepreis deutlich unter Vorjahr

Auf dem Schweinemarkt blieben die erhofften Preisverbesserungen im April aus. Trotz frühsommerlicher Temperaturen kam der Fleischabsatz nicht in Schwung. Da der Export nach China weiterhin enttäuschte, war der europäische Markt insgesamt belastet. In Österreich gaben Schlachtschweine (S-P) um 3 Cent auf EUR 1,55 je kg nach. Damit lag der Durchschnittspreis um 12,9 % unter dem Vorjahr. Diese Differenz vergrößerte sich im Mai noch einmal.

Konstant niedrige Weizenpreise, Futtergerste erneut auf Vierjahreshoch

Die Notierung für Premiumweizen an der landwirtschaftlichen Produktenbörse in Wien bewegte sich im Laufe des April seitwärts auf einem weiterhin niedrigen Niveau. Die Preise für Qualitätsweizen sind ebenfalls konstant und liegen nur knapp unter Premiumweizen. Mahlweizen wurde aufgrund mangelnder Geschäftstätigkeit im April nicht notiert. Mahlroggen lag Mitte April mit einer Notierung von 175 EUR/t um 5 EUR/t unter der Vorwoche und 20 EUR/t unter dem langanhaltenden, hohen Preis bis Ende Jänner. Futtergerste erreichte im April erneut einen neuen Vierjahresrekord an der landwirtschaftlichen Produktenbörse in Wien von 155 bis 160 EUR/t, da sie im April um rund 10 EUR/t zulegte. Verantwortlich dafür sind einerseits die knappe globale Versorgung wegen Produktionsrückgänge und erhöhte Verbräuche und andererseits eine steigende Nachfrage der inländischen Mischfutterwerke wegen des geringen Anteils an Futterweizen in Österreich und den Nachbarländern. Mais für Futterzwecke steigerte sich im April auf 155 bis 163 EUR/t. Anfang Mai wurde ein Teil des Preisanstieges wieder zurückgenommen. In Wels lag der Preis Mitte April mit 157 bis 162 EUR/t ausnahmsweise nur geringfügig über Wien.

Ruhiger Absatz an Eiern im April

Das frühe Osterfest war eine Herausforderung für alle Beteiligten, ob Produzent, Packstelle oder Färberei. Obwohl auf einem hohen Niveau produziert wurde konnte die Nachfrage nach Ostereiern in der Karwoche nicht mehr durch ausschließlich heimische Ware gedeckt werden. Nach dem Osterfest waren vor allem Freilandeier noch ein knappes Gut. Generell wurde das Angebot durch massive Ausstallungen entlastet und die Nachfrage verlief zu Beginn des Monats noch zügig. Jedoch mit den sommerlichen Temperaturen in der zweiten Aprilhälfte bremste sich die Nachfrage stark ein. Und so kam es, trotz der Ausstallungen, bei der Bodenhaltungsware zu Angebotsüberhängen.

Der Packstellenabgabepreis für Eier aus Bodenhaltung der Klasse M stiegen im April gegenüber dem Vormonat um 14 Cent auf 11,84 Euro je 100 Stück. Im Vergleich zum April 2017 ergab das einen Preisanstieg von 20,3 %.

Abwicklung der Kartoffelernte 2017 weit fortgeschritten

Die Preisentwicklung der Erzeugerpreise war im April, wie in den Monaten zuvor, konstant unaufgeregt. Für Kartoffeln festkochend, mittelfallend zahlte man je nach Kondition 22-25 €/dt, für Premiumware, kleinpackungsfähig, gewaschen, drahtwurmfrei mit AMA-Gütesiegel konnten die bis zu 26 €/dt anschreiben. Ein sattes Plus von 35% gegenüber dem Vorjahr. Für exportbestimmte Ware ohne AMA-Gütesiegel lagen die Erzeugerpreise regional deutlich tiefer. Die Ernte 2017 ist so gut wie verkauft. Landwirte und Vermarkter orientieren sich bereits Richtung Frühkartoffelsaison. Einstandspreise von 35-38 €/dt werden erwartet.

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