Agrarpreise Österreich - Preisentwicklung ausgesuchter Produkte für Mai 2021

14.07.2021 Erzeugermilchpreis tendiert leicht nach oben, Preiskorrektur bei Jungstieren, Ausgeglichener Schweinemarkt, Maispreise weiterhin hoch, Gastronomie-Öffnung belebt den Eiermarkt, Erzeugerpreis für heimische Lagerkartoffeln vor Saisonabschluss unverändert

Mai 2021: Erzeugermilchpreis tendiert leicht nach oben

Die heimischen Milchlieferanten erhielten im Mai 2021 von den Molkereien und Sennereien im Schnitt 38,59 Cent pro Kilogramm Rohmilch (Durchschnitt aller Qualitäten und Inhaltsstoffe). Gegenüber dem Vormonat bedeutet das ein Plus von 0,47 ct/kg, das Vorjahresniveau wurde um 2,20 ct/kg übertroffen.

Der Auszahlungspreis für ein Kilogramm Rohmilch mit 4,2 % Fett und 3,4 % Eiweiß betrug heuer im Mai im Schnitt 38,63 Cent; im Vormonat erhielten die Lieferanten dafür 37,86 ct/kg und im Mai 2020 waren es 36,52 ct/kg. Die AMA schätzt den Erzeugermilchpreis für Juni 2021 auf stabile 38,50 ct/kg (Durchschnitt aller Qualitäten und Inhaltsstoffe). Der durchschnittliche EU-Erzeugermilchpreis für April 2021 betrug 35,44 ct/kg und stieg gegenüber dem Vormonat um 0,27 Cent an.

Der Trend des steigenden Erzeugermilchpreises geht weiter, die EU-Kommission schätzte den EU-Erzeugermilchpreis für Mai 2021 auf 35,57 ct/kg.

Preiskorrektur bei Jungstieren

Nachdem der Jungstiermarkt in den Vormonaten ungewöhnlich stabil geblieben war, gaben die Preise im Mai spürbar nach. In der ersten Monatshälfte fehlte der Absatz an die noch geschlossene Gastronomie. Gleichzeitig ging die Nachfrage im Lebensmitteleinzelhandel zurück. Daher war das durchschnittliche Angebot mehr als ausreichend. Die Lockerung der Corona-Maßnahmen, die auch den Außer-Haus-Verzehr wieder erlaubte, führte gegen Monatsende zu einer Nachfragebelebung und ausgeglichenen Marktverhältnissen. Der durchschnittliche Auszahlungspreis für Jungstiere (E-P) sank um 5 Cent auf EUR 3,88 je kg. Damit lag er aber immerhin noch +9,3 % über dem Vergleichswert vom Mai 2020. Im Juni kehrte die Stabilität zurück.

Ausgeglichener Schweinemarkt

Der Schweinemarkt präsentierte sich im Mai weitgehend ausgeglichen. Selbst der feiertagsbedingte Ausfall von Schlachttagen verursachte keinen Rückstau. Ein überschaubares Angebot traf auf eine eher schwache Nachfrage. Das für die Jahreszeit zu kühle Wetter dämpfte den Verkauf von Grillartikeln. Zudem sanken die Erlöse im Chinaexport. Positive Impulse brachte schließlich die Öffnung der Gastronomie. Im Monatsschnitt wurden für Schlachtschweine (S-P) unverändert EUR 1,73 je kg bezahlt. Damit lag des Preis erstmals über dem Vergleichswert des Vorjahres (+2,4%). Mit den Temperaturen stiegen im Juni auch die Preise.

Maispreise weiterhin hoch

Im Mai zeigte sich der österreichische Getreidemarkt weiterhin von seiner freundlichen Seite: Die Preise für Qualitätsweizen konnten sich etwas weiter befestigen, während Mitte Juni schließlich die bereits an den internationalen Märkten vollzogene Kurskorrektur erfolgte. Mitte Juni notierte Qualitätsweizen mit durchschnittlich 221 EUR/t unter dem Niveau im Mai, aber weiterhin deutlich über dem Vorjahreswert (176 EUR/t). Futtermais setzt im Mai den Aufwärtstrend der Vormonate fort und liegt Mitte Juni mit 249 EUR/t um 100 EUR/t über dem Vorjahreszeitpunkt. Auch die internationalen Märkte zeigten sich im Mai und Juni für Mais deutlich preisstabiler als für Weizen.

Gastronomie-Öffnung belebt den Eiermarkt

Die Nachfrage stieg nach der unterdurchschnittlichen Absatzsituation im April wieder an und hat sich auf das saisonübliche Niveau eingependelt. Die Lockerungsschritte unterstützten vor allem Bodenhaltungsbetriebe dabei, die festgefahrene Absatzsituation im Außer-Haus-Konsum anzukurbeln. Bodenhaltungs - und Freilandeier waren ausreichend vorhanden, die Situation bei Bioware war ausgeglichen. Die Packstellenabgabepreise für Eier aus Bodenhaltung der Klasse M fielen gegenüber dem Vormonat um 22 Cent auf 10,79 EUR je 100 Stück und lagen um -1,4 % unter dem Vorjahresniveau.

Auch beim Hühnerfleisch zeigt sich nach der schwachen Nachfrage im April ein leichtes Absatzplus. Die weiter steigenden Futtermittelpreise belasten die Geflügelhalter.

Erzeugerpreis für heimische Lagerkartoffeln vor Saisonabschluss unverändert

Die Öffnungen der Gastronomie Mitte Mai brachten die langersehnten Impulse am Absatzmarkt. Die Erzeuger konnten davon nicht unmittelbar profitieren. Die Erzeugerpreise wurden daher auf Vorwochenniveau fortgeschrieben.

In Niederösterreich wurde für mittelfallende Lagerware meist 12,00 EUR/dt verrechnet. Für Übergrößen und den Export bestimmte Erdäpfel wurden um 5,00 bis 8,00 EUR/dt übernommen. Für drahtwurmfreie, kleinpackungsfähige Premiumware mit AMA-Gütesiegel konnten bis zu 18,00 Euro/dt zu erzielt werden. Gegen Monatsende lag der Fokus dann ganz auf heimischen Frühkartoffeln, deren Ernte sich witterungsbedingt heuer allerdings verzögerte.