Agrarpreise Österreich - Preisentwicklung ausgesuchter Produkte

19.01.2018 Erzeugermilchpreis steigt auch im November, Jungstiere stark nachgefragt, umfangreiches Schweineangebot, Sinkende Premium- und stabile Mahlweizenpreise, sehr guter Absatz von Eiern, Ruhiger Kartoffelmarkt

Erzeugermilchpreis steigt auch im November

Wie schon im Vormonat führten die höheren Fett- und Eiweißgehalte in Verbindung mit einem höheren Grundpreis zu einem Anstieg des Erzeugermilchpreises.

Im November wurden von den Molkereien 41,44 Cent/kg (alle Qualitäten, natürlicher Fettgehalt, netto) an die Produzenten bezahlt. Auch für Dezember wird nach Einschätzung der AMA, aufgrund der hohen Gehalte an Inhaltsstoffen, ein weiterhin stabiler Milchpreis erwartet.

Die hohe Milchanlieferung sowie die Inhaltsstoffe-Bezahlung (Fett- und Eiweiß) wird mit ein Grund sein, dass zu Jahresbeginn mit einem rückläufigen Erzeugermilchpreis zu rechnen ist.

Jungstiere stark nachgefragt

Auf dem Schlachtstiermarkt setzte sich die positive Entwicklung der letzten Monate fort. Die Nachfrage blieb lebhaft, obwohl im November auch Wild und Gänse im Mittelpunkt standen. Daher ging der Aufwärtstrend der Preise ungebremst weiter. Für Jungstiere zahlten die Schlachthöfe im Durchschnitt (E-P) 4,11 EUR/kg, um 9 Cent mehr als im Oktober. Damit wurde das Vorjahresniveau um 3,8 % übertroffen. Im Dezember zogen die Preise abermals an.

Umfangreiches Schweineangebot

Der Schweinemarkt war zunächst noch von einem umfangreichen Angebot geprägt. Nicht alle Partien gelangten zeitgerecht an die Schlachtbänder. In der zweiten Monatshälfte sorgte die steigende Nachfrage der Wurst- und Schinkenfabrikanten für ausgeglichene Verhältnisse und eine Preisstabilisierung. Dennoch sank der durchschnittliche Schlachtschweinepreis (S-P) gegenüber dem Vormonat um 6 Cent auf 1,55 EUR/kg. Im Vergleich zum November 2016 bedeutete das einen Rückgang um 3,7 %. Vor dem Jahreswechsel gaben die Preise erneut nach.

Sinkende Premiumweizen- und stabile Mahlweizenpreise

Die Notierung für Premiumweizen an der landwirtschaftlichen Produktenbörse in Wien bewegte sich von Anfang November bis Anfang Dezember nach unten. Sie lag zu Monatsbeginn noch bei 184 bis 188 EUR/t und sank im Laufe des Monates auf 177 bis 186 EUR/t. Vor einem Jahr lag der Preis zu diesem Zeitpunkt sogar etwas höher. Mahlweizen konnte im Laufe des Novembers sein gutes Niveau halten. Damit lag seine Notierung weit über der Vorjahresnotierung zu diesem Zeitpunkt. Gründe für die unterschiedlichen Preisdifferenzen zum Vorjahr waren bei der konträren Aufteilung von Mahl-, Qualitäts- und Premiumweizen der heurigen und vorjährigen Ernte zu finden.

Mahlroggen verzeichnete ein weiteres Plus im Laufe des Novembers und landete zuletzt bei stolzen 195 bis 199 EUR/t. Importierter Roggen wurde mit 180 bis 182 EUR/t franko Niederösterreich gehandelt und hielt somit sein Niveau der letzten Monate mit einer leichten Aufwärtskorrektur. Futtergerste kletterte im Laufe des Monats um 4 EUR/t nach oben. Mais hingegen blieb preislich konstant. Die Maisnotierung in Wels lag wie üblich höher als in Wien und konnte sich im Laufe des Monates weiter steigern.

Heimischer Eiermarkt: sehr guter Absatz im November

Saisonbedingt stieg die Nachfrage über den Lebensmitteleinzelhandel und über die verarbeitende Industrie. Da keine preisgünstige Ware aus dem Ausland zur Verfügung stand, kletterte auch die Nachfrage nach heimischer Ware in die Höhe. Die internationalen Spotmarktpreise pendelten sich auf hohem Niveau ein.

Die von der AMA erhobenen Packstellenabgabepreise bestätigten den positiven Preistrend, der seit Juli zu beobachten ist. Der Packstellenabgabepreis für Eier aus Bodenhaltung der Klasse M stieg im November gegenüber dem Vormonat um 15 Cent auf 11,30 EUR/100 Stück. Im Vergleich zum November 2016 ergab das einen Preisanstieg von 15,5 %.

Ruhiger Kartoffelmarkt

Im November gab es saisontypisch sehr wenig Bewegung auf dem heimischen Kartoffelmarkt. Die Preise für die festkochenden Sorten blieben unverändert zum Vormonat auf einem Niveau von 244,50 EUR/1000 kg.
Im Vergleich zum Vorjahr ergab sich aufgrund der kleineren Ernte ein deutliches Plus. Der heimische Markt war sehr gut mit Ware versorgt. Die Aussicht auf weiter stabile Preise veranlasste die Landwirte zu einer kontinuierlichen Räumung der Lagerbestände. Diese mussten allerdings im Inland abgesetzt werden, da auf den Exportmärkten das heimische Angebot nicht konkurrenzfähig war.

 

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