Agrarpreise Österreich - Preisentwicklung ausgesuchter Produkte für April 2019

05.06.2019 Erzeugermilchpreis hält das Niveau vom Vormonat – leichter Rückgang der Milchanlieferung, Abwärtstrend bei Jungstieren, Schweinepreise deutlich über Vorjahr, Stabile Weizenpreise versus steigende Futtergerstenpreise, Zufriedenstellendes Ostergeschäft, Importe prägten das Geschehen am heimischen Kartoffelmarkt

Erzeugermilchpreis hält das Niveau vom Vormonat – leichter Rückgang der Milchanlieferung

Im April beträgt der Erzeugermilchpreis (Durchschnitt aller Qualitäten und Inhaltsstoffe) für ein Kilogramm Rohmilch 37,84 Cent und liegt somit um 0,19 ct/kg über dem Vormonat. Die heimischen Landwirte erhalten heuer um etwa 5,7 % mehr für die angelieferte Milch als im Vergleichszeitraum des Vorjahres.
Die AMA schätzt den Erzeugermilchpreis für Mai 2019 auf 37,50 ct/kg (Durchschnitt aller Qualitäten und Inhaltsstoffe).
Im April wurden die österreichischen Molkereien und Sennereien mit in etwa 281.448 t Rohmilch versorgt. Dies bedeutet eine geringere Milchanlieferung von 1,6 % gegenüber dem Vorjahresmonat. Der Rückgang der Anlieferungsmenge ist seit August 2018 zu beobachten.

Abwärtstrend bei Jungstieren

Im April war der Schlachtstiermarkt nach wie vor angespannt. Die Vermarktung des großen Angebotes verlief keineswegs reibungslos. Die Nachfrage fiel bescheiden aus. In den ersten vier Monaten wurden um 4,5 % weniger Stiere geschlachtet als im Vorjahr. Das späte Osterfest brachte nur geringe Impulse. Erzeugergemeinschaften und Schlachthöfe konnten sich oftmals nicht auf einheitliche Preise einigen. Im Monatsschnitt sank der Jungstierpreis (E-P) um 15 Cent auf EUR 3,72 je kg und lag damit um 6,3 % unter dem Vergleichswert von 2018. Weitere Abschläge folgten im Mai.

Schweinepreise deutlich über Vorjahr

Der stark erhöhte Importbedarf Chinas führte auf dem europäischen Schweinemarkt zu einem außergewöhnlichen Preisauftrieb. Das knappe Angebot reichte nicht für die starke Nachfrage. In Österreich stieg der durchschnittliche Schlachtschweinepreis (S-P) im April um 24 Cent auf EUR 1,77 je kg. Nachdem der Vergleich zum Vorjahr im März noch ein Minus von 3,2 % ergeben hatte, wies er nun ein Plus von 14,2 % aus. Durch den feiertagsbedingten Ausfall von Schlachttagen präsentierte sich der Markt am Monatsende wieder ausgeglichener. Im Mai zogen die Preise geringfügig an. 

Stabile Weizenpreise versus steigende Futtergerstenpreise

Die Restvermarktung der alten Ernte läuft ruhig und dementsprechend leert sich das Kursblatt an der landwirtschaftlichen Produktenbörse in Wien immer weiter. Premiumweizen verzeichnete ein kleines Minus und lag Ende April bei 188 bis 191 EUR/t. Gerste für Futterzwecke konnten sich entsprechend der wachsenden Nachfrage leicht erholen und lag Ende April bei 174 bis 177 EUR/t deutlich (+ 6 EUR/t) über der Notierung Anfang April, aber weiterhin weit entfernt vom Vierjahreshoch an der Produktenbörse aus Jänner 2019 (194,5 EUR/t).
Die Maisnotierung in Wien verzeichnete zumindest eine leichte Steigerung um 2 EUR/t zum Vormonat und lag zuletzt bei 148 bis 149 EUR/t, während an der Fruchtbörse in Wels durch die höhere Veredelungsdichte ein deutlich höherer Preis (157 bis 162 EUR/t) notiert wird.
Die Wiener Notierung für Raps musste – entsprechend den internationalen Vorgaben – im Laufe des Monats April Federn lassen und lag Ende April bei 320 bis 330 EUR/t.

Zufriedenstellendes Ostergeschäft

Die Eierbranche kann wieder auf ein sehr erfolgreiches Ostergeschäft zurückblicken. Der hohe Bedarf an farbfähigen Eiern konnte sehr gut mit heimischer Ware gedeckt werden, da auf hohem Niveau produziert wurde und die Ausstallungen erst nach Ostern gestartet wurden.
Wie in allen Bereichen konnte auch bei den gefärbten Eiern ein Trend zu Freiland- und Biohaltung verzeichnet werden. Den größten Anteil haben aber nach wie vor Eier aus Bodenhaltung.
Der Packstellenabgabepreis für Eier aus Bodenhaltung der Klasse M stieg im April gegenüber dem Vormonat um 5 Cent auf 12,10 Euro je 100 Stück. Im Vergleich zu April 2018 ergab das einen Preisanstieg von 2,20 %.

Importe prägten das Geschehen am heimischen Kartoffelmarkt

Die Erzeugerpreise für niederösterreichische Speisekartoffeln mittelfallend hatten sich im April unverändert bei 25,00 EUR/dt festgesetzt.
So vorhanden, wurde kleinpackungsfähige, drahtwurmfreie Premiumware mit AMA- Gütesiegel, um 30,00 EUR/dt gehandelt.
Alles in allem lag das Preisniveau für Standardware 6 % über dem korrespondierenden Zeitraum des Vorjahres.
Importe, vorwiegend aus Frankreich und dem Mittelmeerraum, weiteten im Laufe des Monats ihre Präsenz sichtlich aus. Durch ansprechende Qualitäten zogen sie die Aufmerksamkeit der Endverbraucher auf sich.

Marktdaten visualisiert: zum AMA Grafikpaket