Agrarpreise Österreich - Preisentwicklung ausgesuchter Produkte

06.02.2019 Stabiler Erzeugermilchpreis im Dezember 2018, Jungstierpreis erreichte Höhepunkt, Weihnachtsgeschäft stabilisierte Schweinemarkt, Weihnachtspause am inländischen Getreidemarkt, Österreichischer Eiermarkt: erfolgreiche Weihnachtszeit, Preisveränderung bei Kartoffeln vor Jahresende

Stabiler Erzeugermilchpreis im Dezember 2018

Der österreichische Erzeugermilchpreis konnte gegenüber dem Vormonat das Niveau halten und beträgt für Dezember 39,20 ct/kg (Durchschnitt aller Qualitäten und Inhaltsstoffe). Im Dezember des Vorjahres bezahlten die Molkereien ihren Lieferanten pro Kilogramm Rohmilch 42,32 Cent. Die heimischen Milchbauern erhielten somit im letzten Jahr im Durchschnitt um 3,12 ct/kg mehr.
Die AMA schätzt den Milchpreis für Jänner 2019 auf 39,00 ct/kg (Durchschnitt aller Qualitäten und Inhaltsstoffe). Somit hält sich der Erzeugermilchpreis auch im Neuen Jahr auf einem stabilen Niveau. Die Europäische Kommission rechnet mit einem minimalen Rückgang des durchschnittlichen EU-Erzeugermilchpreis von 36,06 ct/kg im November 2018 auf 35,87 ct/kg für Dezember 2018.

Jungstierpreis erreichte Höhepunkt

Die Jungstierpreise zogen im Dezember noch einmal an. Allerdings verlor der Aufwärtstrend an Dynamik. Verantwortlich dafür war die sinkende Nachfrage nach Stieren, die nicht über Qualitätsprogramme vermarktet werden. Gefragter waren dagegen AMA-Gütesiegel-Stiere, aber auch hier stand ein ausreichendes Angebot zur Verfügung. Der Durchschnittspreis über alle Qualitäten (E-P) stieg um 4 Cent auf EUR 4,05 je kg, lag jedoch um 3,1 % unter dem Wert von Dezember 2017. Damit war der Zenit erreicht – im Jänner gaben die Preise bereits nach.

Weihnachtsgeschäft stabilisierte Schweinemarkt

Große Stückzahlen und hohe Schlachtgewichte sorgten auch im Dezember für ein umfangreiches Angebot auf dem heimischen Schweinemarkt. Da die Fleischbranche vor Weihnachten auf Volllast arbeitete, herrschten dennoch weitgehend ausgeglichene Verhältnisse. Somit blieb der durchschnittliche Auszahlungspreis für Schlachtschweine (S-P) konstant bei EUR 1,46 je kg. Im Jahresvergleich verringerte sich das Minus auf 3,3 %. Die übliche Marktschwäche nach den Feiertagen führte nur zu geringen Preiskorrekturen.

Weihnachtspause am inländischen Getreidemarkt

Am österreichischen Kassamarkt kehrte im Laufe des Dezembers die übliche Weihnachtsruhe ein. In den ersten Dezemberwochen kletterte Futtergerste an der landwirtschaftlichen Produktenbörse in Wien auf einen erneuten Mehrjahresrekord. Premiumweizen konnte sich im Laufe des Dezembers etwas befestigen und erreichte Anfang Jänner 194 bis 203 EUR/t. Die Maisnotierung bewegte sich auf einem konstanten Niveau von 155 EUR/t. Die Rapsnotierung in Wien verlor im Laufe des Monats 10 EUR/t. Importierter GVO-Sojaschrot erlitt dieselben Verluste, während GVO-freier inländischer Sojaschrot sogar 20 EUR/t verlor.

Österreichischer Eiermarkt: erfolgreiche Weihnachtszeit

Die Weihnachtszeit und somit die umsatzstarke Zeit für Eier sorgte für eine erhöhte Nachfrage nach heimischen Eiern. Die Packstellenabgabepreise sind seit November in allen Bereichen stabil auf einem hohen Niveau geblieben und befinden sich über dem Vorjahresniveau. Der Bedarf an Frischeiern konnte durch heimische Betriebe gut gedeckt werden, lediglich in manchen Kategorien kam es zu Engpässen.
Der Packstellenabgabepreis für Eier aus Bodenhaltung der Klasse M stieg im Dezember gegenüber dem Vormonat um 8 Cent auf 11,79 Euro je 100 Stück. Im Vergleich zu Dezember 2017 ergab das einen Preisanstieg von 3,31 %.

Preisveränderung bei Kartoffeln vor Jahresende

Der von vielen Seiten erwartet große Preisanstieg ist im Dezember nicht eingetreten. Nach wie vor wurden in Niederösterreich und Oberösterreich Speisekartoffeln feldfallend für zumeist 22 EUR/dt, netto übernommen und notierten damit weiterhin
6 % unter Vorjahresniveau. Alleine drahtwurmfreie, kleinpackungsfähige Ware Premiumware mit AMA-Gütesiegel konnte Ende des Monats von 24 EUR/dt auf 29 EUR/dt zulegen und überholte damit den Durchschnittspreis des Dezember 2017 um 11 %.
Der Exportmarkt wurde, angesichts der rasch schwindenden Lagervorräte, kaum bedient. Im Jänner wird, der Marktlage geschuldet, auch der Erzeugerpreis für Standardware nachziehen.

Marktdaten visualisiert: zum AMA Grafikpaket