Agrarpreise Österreich - Preisentwicklung ausgesuchter Produkte für Juni 2019

08.08.2019 Juni 2019: Erzeugermilchpreis leicht gesunken, Stabilisierung bei Jungstieren, Hitze beeinflusste Schweinemarkt, Preise für Futtergerste unter Druck, Ferienbeginn schwächt die Nachfrage nach Frischeiern, Frühkartoffelmarkt im Juni weiter angespannt

Juni 2019: Erzeugermilchpreis leicht gesunken

Im Juni belief sich der österreichische Erzeugermilchpreis (Durchschnitt aller Qualitäten und Inhaltsstoffe) für ein Kilogramm Rohmilch auf 36,33 Cent; im Vergleich zum Vormonat waren das um 1,12 ct/kg mehr. Der leichte Preisrückgang war in erster Linie auf die gesunkenen Inhaltsstoffe zurück zu führen.
Die AMA schätzt den Erzeugermilchpreis für Juli 2019 auf stabile 36,30 ct/kg (Durchschnitt aller Qualitäten und Inhaltsstoffe). Die Europäische Kommission rechnet mit einem durchschnittlichen EU-Erzeugermilchpreis für Juni 2019 von 33,81 ct/kg und hält somit das Niveau vom Vormonat.

Stabilisierung bei Jungstieren

Der seit Jahresbeginn andauernde Abwärtstrend der Jungstierpreise ging im Juni zu Ende. Wie im Vormonat betrug der durchschnittliche Auszahlungspreis (E-P) der Schlachthöfe EUR 3,59 je kg. Das Preisniveau von Juni 2018 wurde damit um 4,3 % unterschritten. Verantwortlich für die Stabilisierung war der Rückgang des Angebotes, das unter den Durchschnitt der letzten Jahre fiel. Die Nachfrage entsprach der Jahreszeit. Im Juli folgte eine erneute Seitwärtsbewegung.

Hitze beeinflusste Schweinemarkt

Der Schweinemarkt stand im Juni im Zeichen der ungewöhnlich hohen Temperaturen. Diese verlangsamten das Wachstum der Tiere, weshalb das ohnehin geringe Angebot nochmals schrumpfte. Für nachfrageseitige Impulse sorgten private Grillaktivitäten. Allerdings begrenzte die anhaltende Hitze den Appetit auf Fleisch. Der Durchschnittspreis für Schlachtschweine (S-P) stieg um 6 Cent auf EUR 1,88 je kg. Somit ergab der Vergleich mit dem Vorjahreswert ein Plus von 20,5 %. Im Juli gaben die Preise vorübergehend etwas nach. 

Preise für Futtergerste unter Druck

Entsprechend der gesteigerten Futtergerstenmenge durch die Flächenausdehnung und gute Ertragserwartungen notiert die neue Ernte mit 135 bis 139 EUR/t um 43 EUR/t unter der letzten alterntigen Notierung Mitte Mai. Die Notierung für Premiumweizen der alten Ernte kann sich im Laufe des Junis preislich befestigen mit 200 bis 202 EUR/t Ende Juni, musste jedoch Anfang Juli die Unterkante deutlich (-7 EUR/t) absenken und landete auf 193 bis 200 EUR/t. Der Preis für Futtermais konnte von Ende Mai bis Anfang Juni entsprechend des freundlichen internationalen Maismarktes auf 148 EUR/t zulegen, kann aber seitdem keine weiteren Preiszuwächse realisieren. Angesichts des Erntebeginns in den benachbarten EU-Staaten werden auch Importgetreidepartien von Futterweizen mit 167 EUR/t CPT Steiermark, von Mahlroggen mit 165 EUR/t CPT Niederösterreich und von Hartweizen mit 221 EUR/t CPT Steiermark gehandelt.

Ferienbeginn schwächt die Nachfrage nach Frischeiern

Die Nachfrage nach Frischeiern erlebt wie jedes Jahr mit Beginn des Sommers und der Ferienzeit einen Dämpfer. Die zahlreichen Ausstallungen seit Ostern haben den Markt auf Angebotsseite entlastet und für einen relativ stabilen Markt gesorgt. Dennoch können die Eierpackstellen den Lebensmittelhandel mit genügend heimischer Ware versorgen.
Der Packstellenabgabepreis für Eier aus Bodenhaltung der Klasse M sank im Juni gegenüber dem Vormonat um 11 Cent auf 11,90 Euro je 100 Stück. Im Vergleich zu Juni 2018 ergab das einen Preisanstieg von 3,9 %.

Frühkartoffelmarkt im Juni weiter angespannt

Zu guter Letzt war im Juni die Durststrecke bei den Kartoffeln vorbei. In fast allen Bundesländern hatte die heimische Frühkartoffelsaison Einzug gehalten.
Während unter Vlies Hektarerträge von 20-25 t möglich waren, fehlte es im ungeschützten Freiland witterungsbedingt noch an Größe.
Das knappe Angebot an vorwiegend kleinfallender Ware konnte die lebendige Nachfrage nur unzureichend befriedigen und so blieb der Erzeugerpreis für niederösterreichische Frühkartoffeln auf Vormonatsniveau von durchschnittlich
42,50 EUR/dt.