Agrarpreise Österreich - Preisentwicklung ausgesuchter Produkte für September 2020

09.11.2020 September 2020: positive Entwicklung des Erzeugermilchpreises setzt sich fort, steigender Jungstierpreis, Schweinepest in Deutschland, Preissteigerungen für Mais, Weizen stabil, Roggen im Minus, Langsame Belebung des Eiermarktes, Interesse an heimischen Erdäpfeln im September dosiert aber stetig

September 2020: positive Entwicklung des Erzeugermilchpreises setzt sich fort

Der österreichische Erzeugermilchpreis konnte im September 2020 neuerlich ein Plus gegenüber dem Vormonatspreis erzielen. Die heimischen Milchlieferanten erhielten von den Molkereien und Sennereien im Schnitt 38,32 ct/kg (Durchschnitt aller Qualitäten und Inhaltsstoffe), um 1,06 ct/kg mehr als im Monat davor.

Der Auszahlungspreis für Milch im Durchschnitt aller Qualitäten und Inhaltsstoffe betrug im September des Vorjahres 35,98 Cent pro Kilogramm Rohmilch und lag somit um 2,34 ct/kg unter dem aktuellen Erzeugermilchpreis.

Die AMA schätzt den Erzeugermilchpreis für Oktober 2020 auf 39,00 ct/kg (Durchschnitt aller Qualitäten und Inhaltsstoffe); hauptsächlich verantwortlich für die Preissteigerung sind die steigenden Inhaltsstoffe.

Der durchschnittliche EU-Erzeugermilchpreis für August 2020 betrug 33,05 ct/kg und stieg somit um 0,20 Cent gegenüber dem Vormonat. Der Tiefpunkt des im Juni dieses Jahres mit 32,53 Cent pro Kilogramm Rohmilch scheint endgültig überwunden zu sein, die Entwicklung des Erzeugermilchpreises ist aus heutiger Sicht erfreulich. Der EU-Erzeugermilchpreis für September 2020 wird von der EU-Kommission auf 33,43 ct/kg geschätzt.

Anmerkung: die Preisangaben beziehen sich auf die EU ohne Großbritannien.

Steigender Jungstierpreis

Der Aufwärtstrend der Jungstierpreise setzte sich im September fort. Verantwortlich dafür war vor allem das geringe Angebot, außerdem wurde die Nachfrage seitens des Lebensmitteleinzelhandels und der Gastronomie lebhafter. Rindfleisch aus Qualitätsprogrammen war besonders gefragt, weshalb die Qualitätszuschläge angehoben wurden. Für Jungstiere zahlten die Schlachthöfe im Durchschnitt (E-P) EUR 3,77 je kg, um 11 Cent mehr als im August. Damit lag das Preisniveau weiterhin um 0,5 % über dem Vorjahr. Im Oktober folgten weitere Preiserhöhungen.

Schweinepest in Deutschland

Im September löste der Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in Deutschland eine weitere Krise auf dem Schweinemarkt aus. Obwohl ausschließlich Wildschweine in der Nähe der Grenze zu Polen betroffen waren, verhängten China und andere wichtige Abnehmer Importstopps für Schweinefleisch aus ganz Deutschland. Somit konzentrierte sich der Absatz auf den EU-Binnenmarkt. In Österreich meldeten viele Mäster aus Angst vor einem Preisverfall Tiere frühzeitig zur Schlachtung an, weshalb ein Rückstau entstand. Der Durchschnittspreis für Schlachtschweine (S-P) sank um 2 Cent auf EUR 1,65 je kg. Im Vergleich zum September 2019 war das ein Rückgang um 14,9 %. Der Oktober war ebenfalls von den Marktverwerfungen in Deutschland geprägt.

Preissteigerungen für Mais, Weizen stabil, Roggen im Minus

Zögerlich schreitet die Maisernte durch Regenunterbrechungen voran. Die Erträge liegen erwartungsgemäß auf einem überdurchschnittlichen Niveau. Der Preis für Körnermais der neuen Ernte steigerte sich laut Notierungen der Produktenbörse in Wien von 138 EUR/t Ende September auf 143 bis 145 EUR/t Anfang Oktober (07.10.2020). Futtergerste setzte im September das unterdurchschnittliche Niveau von durchschnittlich 126 EUR/t der Vormonat fort, kletterte Anfang Oktober auf 125 bis 135 EUR/t. Die Kurse für Premium-, Qualitäts- und Mahlweizen zeigten sich im September stabil mit einer leichten Befestigung Anfang Oktober. Mahlroggen hat im Gegensatz dazu seine Abwärtsbewegung seit Erntebeginn fortsetzten müssen und lag zuletzt bei 137 bis 140 EUR/t. Hartweizen kann im September erneut sein Mehrjahreshoch an der Produktenbörse ausbauen und liegt bei 260 bis 266 EUR/t.

Langsame Belebung des Eiermarktes

Mit Schulbeginn und dem Ende der hochsommerlichen Temperaturen zog die Nachfrage wieder an. Die Absatzsituation im Handel entsprach dem jahreszeitlich üblichen Niveau. Die Bedarfsmengen in der Gastronomie und Hotellerie lagen weiterhin unter der Vorjahreslinie. Das Warenangebot war trotz Umstallungen bei allen Haltungsformen ausreichend.

Die Packstellenabgabepreise für Eier aus Bodenhaltung der Klasse M stiegen gegenüber dem Vormonat um 13 Cent auf EUR 10,98 je 100 Stück. Im Vergleich zu September 2019 zeigte sich ein Preisrückgang von knapp 2 %.

Interesse an heimischen Erdäpfeln im September dosiert aber stetig

Die niederösterreichischen Erzeugerpreise befanden sich, mit durchschnittlich 11,00 EUR/dt für mittelfallende Ware und minus 56 % zum korrespondierendem Vorjahreswert nach wie vor auf Tauchstation. Auch die Forderungen für Übergrößen konnten, aufgrund deren Covid-bedingt begrenzten Vermarktungsmöglichkeiten, nicht angehoben werden und stagnierten je nach Qualität bei 5,00 bis 8,00 EUR/dt. Für drahtwurmfreie, kleinpackungsfähige Premiumware mit AMA Gütesiegel wurden seitens der Produzenten immerhin bis zu 18,00 EUR/dt realisiert. Durch europaweit ansprechende Ernteergebnisse und mittlerweile gut gefüllten Lägern war die Nachfrage aus den traditionellen Exportmärkten begrenzt.