EU-Preisindex für Mai 2020

23.06.2020 Im Jahrespreisvergleich sticht Durumweizen mit +30,6 % hervor, aber auch Butter mit einem Preisrückgang von -29,5 %. Der Lebensmittel-Verbraucherpreisindex steigt minimal um +0,3 %.

Die folgende Aktualisierung der Preise und Preisindizes für ausgewählte landwirtschaftliche Produkte und Konsumentenpreise für Lebensmittel in der Europäischen Union beruht auf der Ausgabe Nr. 96 („Commodity Price Dashboard“) vom 22. Juni 2020.

Entwicklung der Preise für ausgewählte landwirtschaftliche Produkte in der EU

 

Jährliche Änderung von
Mai 2020 zu Mai 2019 in %

Monatliche Änderung von Mai 2020 zu April 2020 in %

Mahlweizen +7,6 -0,8
Durumweizen +30,6 +1,9
Mais -1,5 -1,3
Gerste -1,1 -2,4
Rindfleisch -4,3 -0,2
Schweinefleisch -6,1 -10,2
Hähnchenfleisch-Broiler -8,2 -2,9
Butter -29,5 -3,3
Cheddar-Käse -2,3 +0,1
Magermilchpulver -1,3 +1,3
Vollmilchpulver -10,5 -0,9
Rapssaat +2,6 +0,4
Weißzucker +18,8 +1,1


Die höchste Preissteigerung war im Mai 2020 im Vergleich zum Vormonat bei Durumweizen (+1,9 %) sichtbar. Preiseinbußen waren in diesem Monat deutlich bei Schweinefleisch zu erkennen (-10,2 %). Der gesamte Getreide-Sektor verzeichnete wieder einen Absturz nach einer kurzen Erholung im April, bei Mahlweizen (-0,8%), Durumweizen (+1,9), Gerste (-2,4 %) und Mais (-1,3 %). Der Fleisch-Sektor konnte einen deutlichen Preisabfall  bei Schweinefleisch (-10,2 %) beobachten. Der Preis bei Hähnchenfleisch (-2,9%) und Rindfleisch (-0,2%) bewegten sich ebenfalls weiterhin abwärts. Der Milchsektor stabilisierte sich im Vergleich zum April. Magermilchpulver (+1,3 %) legte nach dem vergangenen Preisabfall wieder deutlich zu, ebenso  Cheddar-Käse (+0,1 %). Butter (-3,3 %) sowie auch Vollmilchpulver (-0,9 %) spielgelten den Trend, wenn momentan auch noch im Minusbereich. Rapssaat (+1,1 %) kletterte, wenn auch langsamer, nach oben. Weißzucker hält sich weiterhin im Plus (+1,1 %) auf.

Im Jahresvergleich für Mai stachen die Preise für Durumweizen (+30,6 %) und Butter (-29,5 %) hervor. Preisanstiege gab es bei Weißzucker (+18,8 %), Mahlweizen (+7,6%) und Rapssaat (+2,6 %).  Alle übrigen Produkte gliederten sich zwischen Gerste  (-1,1 %) und Vollmilchpulver (-10,5 %) ein und wiesen zum Vorjahr Negativabweichungen auf. 

Entwicklung der Konsumentenpreise für Lebensmittel (Verbraucherpreisindex) in der EU

Hinweis: England wurde in den Mai-Zahlen der EU nicht berücksichtigt. Im Monatsvergleich erhöhte sich der EU-weite Verbraucherpreisindex (HVPI) für den Teilindex Lebensmittel im Mai 2020 gegenüber dem Vormonat um +0,3 %. Großteils kletterten  die Konsumentenpreise der Produktgruppe „Früchte“ (+6,2 %), „andere Produkte“ (+0,4 %), „Milch, Käse und Eier“ (+0,3 %), „Zucker, Marmelade, Honig, Schokolade und Konfekt“ (+0,2)  nach oben. Bei „Fleisch“ (-0,1 %)“, „Öle und Fette“ (-0,2 %), Fisch und Meeresfrüchte“ (-1,0 %)  und „Gemüse“ (-2,4 %) zeigten sich Preisabnahmen. „Getreide und Brot“ hielt sich alleinig stabil zum Vormonat (0,0 %).  Der generelle Verbraucherpreisindex veränderte sich zum Vormonat nicht 0,0 %. 

Gegenüber dem Vorjahr nahm der EU-weite Verbraucherpreisindex (HVPI) für den Teilindex Lebensmittel im Mai 2020 um +4,1 % zu. Lediglich die Produktgruppe „Öle und Fette“ (-1,4 %) lag preislich unter dem Vorjahresniveau. Die mit Abstand größten Steigerungen verzeichneten im Vergleichszeitraum „Früchte“  (+14,1 %), gefolgt von „Fleisch“ (+5,8 %) und Gemüse“ (+3,2 %). Die vom Index erfassten Produktgruppen „Fisch und Meeresfrüchte“ (+2,6 %) und „Zucker, Marmelade, Honig, Schokolade und Konfekt“ (+1,6%)  umschließen die übrigen Konsumentenpreise. Der generelle Verbraucherpreisindex nahm im Mai gegenüber dem Vorjahr um +0,5 % zu.

Methodologie für die Ermittlung der Preisentwicklung ausgewählter landwirtschaftlicher Produkte in der EU im Monats- und Jahresvergleich:

Die Verordnung (EU) Nr. 1308/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 17. Dezember 2013 über eine gemeinsame Organisation für landwirtschaftliche Erzeugnisse mit den dazugehörigen Kommissionsverordnungen über die Preiserhebungen bei ausgewählten Produkten verpflichtet alle Mitgliedstaaten zu periodischen Preismeldungen.
Diese Meldungen bilden die Basis für die hier durchgeführte Preisindexberechnung. 11 wichtige Produkte werden von der DG-AGRI ausgewählt und diese für die EU als Prozentänderung gegenüber dem Vormonat und dem Vorjahr als gewogener Durchschnitt dargestellt.

Methodologie für die Ermittlung der Entwicklung der Preise für Lebensmittel (Verbraucherpreisindex) in der EU im Monats- und Jahresvergleich:

Die Preisindexberechnung obliegt in den Mitgliedstaaten den nationalen statistischen Ämtern (VPI und HVPI).
Der Verbraucherpreisindex (VPI) ist ein Maßstab für die allgemeine Preisentwicklung bzw. für die Inflation in den einzelnen Staaten.
Der Harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) ist die Grundlage für die vergleichbare Messung der Inflation in der Europäischen Union.
Die Preisindexberechnung für die Europäische Union errechnet und veröffentlicht das EUROSTAT.