FAO-Preisindex im September 2020

15.10.2020 Der FAO-Nahrungsmittelpreisindex markierte den vierten monatlichen Anstieg in Folge

Der FAO-Nahrungsmittel-Preisindex stellt eine Maßzahl für die monatliche Änderung der Preise auf den internationalen Märkten dar. Er ist der gewogene Durchschnitt getrennt ermittelter Preisindizes von 5 verschiedenen Produktgruppen (Getreide, pflanzliche Öle, Zucker, Milchprodukte, Fleisch) und repräsentiert insgesamt 95 weltweite Notierungen. Die Gewichtung der 5 Teil-Indizes erfolgt anhand der Exportanteile der jeweiligen Produktgruppe in den Jahren 2014-2016. Die nachträgliche Berichtigung der Indexreihe ist möglich und üblich. Daher muss für Vergleichszwecke immer die allerjüngste Ausgabe des FAO-Nahrungsmittel-Preisindexes herangezogen werden.

FAO-Nahrungsmittel-Preisindex für einzelne Produktgruppen und gesamt:

  September 2020 August 2020 berichtigt
Getreide 104,0 99,0
Pflanzliche Öle 104,6 98,7
Milchprodukte 102,2 102,1
Fleisch 91,6 92,4
Zucker 79,0 81,1
FAO-Nahrungsmittel-Preisindex 97,9 95,9


Der FAO-Nahrungsmittel-Preisindex lag im September 2020 durchschnittlich bei 97,9 Punkten, 2,0 Punkte (2,1 %) höher als im August und jetzt 4,6 Punkte (5,0 %) höher als sein Wert vor einem Jahr. Der September-Wert, der höchste seit Februar 2020, stellte den vierten monatlichen Anstieg in Folge dar. Deutlich festere Preise für Pflanzenöle und Getreide standen hinter dem jüngsten Anstieg des FFPI. Im Gegensatz dazu blieben die Preise für Milchprodukte im Allgemeinen stabil, während die Preise für Zucker und Fleisch von ihrem Augustniveau zurückgingen.

Der FAO-Getreide-Preisindex lag im September durchschnittlich bei 104,0 Punkten, 5,0 Punkte (5,1 %) höher als im August und sogar 12,5 Punkte (13,6 %) über seinem Wert im entsprechenden Vorjahresmonat. Der Anstieg im September war der dritte Monat in Folge. Die Weizenpreise stiegen im September angesichts reger Handelsaktivitäten. Die Produktionsaussichten zeigten negative Auswirkungen auf die Winterweizenaussaat aufgrund der Trockenheit auf der Südhalbkugel. Die internationalen Maispreise verzeichneten ebenfalls einen beachtlichen Anstieg. Sie reagierten damit auf die schlechten Produktionsaussichten in der EU und die Abwärtskorrekturen der Maisbestände in den Vereinigten Staaten von Amerika. Das Land erwartet einen deutlichen Rückgangs des Angebots nach der Abwärtskorrektur der Maisbestände aus der vorangegangenen Saison. Die starke Importnachfrage aus China sorgte dafür, dass die Sorghumpreise den dritten Monat in Folge stiegen, während die internationalen Reispreise um 1,4 % sanken. Die Ernte des Jahres 2020 ist bei den Lieferanten auf der Nordhalbkugel in die Erntephase eingetreten oder nähert sich ihr, während sich die aktuelle Nachfrage verlangsamte.

Der FAO-Pflanzliche-Öle-Preisindex lag im September durchschnittlich bei 104,6 Punkten, stieg damit im Monatsvergleich um 5,9 Punkte (6,0 %) und markierte damit ein Achtmonatshoch. Der weitere Anstieg des Index war hauptsächlich auf steigende Palm-, Sonnenblumenkern- und Sojaöl-Notierungen zurückzuführen. Die internationalen Palmölpreise zogen im vierten Monat in Folge deutlich an. Zugrunde lagen die weltweite Importnachfrage, unerwartet niedrige Lagerbeständen in Malaysia und Unsicherheiten hinsichtlich des Produktionstempos in Südostasien in den kommenden Monaten. Die internationalen Sonnenblumenölpreise im September spiegelten die sich verschlechternden Ernteaussichten in der Schwarzmeerregion und bewirkten damit höhere Preise. Die internationalen Preise für Sojaöl stiegen weiter an.

Der FAO-Fleisch-Preisindex* lag im September bei durchschnittlich 91,6 Punkten und damit geringfügig (0,9 %) niedriger als im August, womit sich der seit Januar dieses Jahres beobachtete allgemeine Abwärstrend fortsetzte. Im Jahresvergleich liegt der Index um 9,5 Punkte (9,4 %) unter dem Wert des entsprechenden Vorjahresmonats. Im September sanken die Notierungen für Schweinefleisch, teilweise beeinflusst durch die Entscheidung Chinas, ein Importverbot aus Deutschland zu verhängen, während die Preise für Schaffleisch aufgrund hoher saisonaler Lieferungen aus Australien zurückgingen. Im Gegensatz dazu stiegen die Notierungen für Geflügelfleisch an, was durch das schnelle Tempo der internationalen Verkäufe und begrenzte exportfähige Lieferungen aus Brasilien unterstützt wurde. Die Preise für Rindfleisch blieben stabil, da ein Anstieg der Notierungen für brasilianische Produkte fast durch einen Rückgang der Notierungen für australische Produkte ausgeglichen wurde. Das spiegelt weitgehend die Bedingungen der Importnachfrage auf den einzelnen Märkten.

Der FAO-Milchprodukte-Preisindex lag im September bei durchschnittlich 104,0 Punkten, fast unverändert gegenüber August und um 2,5 Punkte (2,5 %) höher als im entsprechenden Vorjahresmonat. Moderate Erhöhungen der Preisnotierungen für Butter, Käse und Magermilchpulver (MMP) wurden durch einen Rückgang der Notierungen für Vollmilchpulver (WMP) ausgeglichen, was zu einem nahezu stabilen Index im September führte. Die Butterpreise stiegen aufgrund einer hohen Nachfrage nach kurzfristigen Lieferungen und einer geringeren Produktion in Europa, während die Käsepreise leicht anstiegen. Die Notierungen für MMP stiegen ebenfalls an, was auf ein etwas knappes Angebot in Europa zurückzuführen ist, wo die Milchproduktion saisonal bedingt rückläufig ist. Im Gegensatz dazu sanken die Preise für MMP, da die Importnachfrage nachließ, insbesondere aus dem Nahen Osten, die Produktion in Ozeanien erreichte saisonal fast den Höhepunkt.

Der FAO-Zucker-Preisindex lag im September durchschnittlich bei 79,0 Punkten, 2,1 Punkte (2,6 %) niedriger als im August. Der Rückgang der internationalen Zuckerpreise war hauptsächlich eine Reaktion auf die Erwartungen eines weltweiten Zuckerproduktionsüberschusses für die neue Saison 2020/2021. Die jüngsten Anzeichen deuten auf eine deutliche Erholung der Produktion in Indien, dem zweitgrößten Zuckerproduzenten der Welt hin. Nachdem in der vergangenen Saison in Brasilien ein Rückgang zu verzeichnen war, wird mit einer starken Produktion in Brasilien, dem weltweit größten Exporteur, gerechnet. Darüber hinaus trug die anhaltende Schwäche des brasilianischen Real gegenüber dem US-Dollar zur Senkung der Weltzuckerpreise bei.

*) Anders als bei anderen Warengruppen sind die meisten Preise, die bei der Berechnung des FAO-Fleischpreisindexes verwendet werden, nicht verfügbar, wenn der FAO-Nahrungsmittelpreisindex berechnet und veröffentlicht wird; daher wird der Wert des Fleischpreisindexes für die letzten Monate aus einer Mischung aus prognostizierten und beobachteten Preisen abgeleitet. Dies kann mitunter erhebliche Revisionen des Indexwertes des FAO-Fleischpreisindexes erforderlich machen, was wiederum den Wert des FAO-Nahrungsmittelpreisindexes beeinflussen könnte.