FAO-Preisindex im Jänner 2020

11.02.2020 Der Nahrungsmittel-Preisindex war zum vierten Mal in Folge angestiegen.

Der FAO-Nahrungsmittel-Preisindex stellt eine Maßzahl für die monatliche Änderung der Preise auf den internationalen Märkten dar. Er ist der gewogene Durchschnitt getrennt ermittelter Preisindizes von 5 verschiedenen Produktgruppen (Getreide, pflanzliche Öle, Zucker, Milchprodukte, Fleisch) und repräsentiert insgesamt 73 weltweite Notierungen. Die Gewichtung der 5 Teil-Indizes erfolgt anhand der Exportanteile der jeweiligen Produktgruppe in den Jahren 2002-2004. Die nachträgliche Berichtigung der Indexreihe ist möglich und üblich. Daher muss für Vergleichszwecke immer die allerjüngste Ausgabe des FAO-Nahrungsmittel-Preisindexes herangezogen werden.

FAO-Nahrungsmittel-Preisindex für einzelne Produktgruppen und gesamt:

  Jänner 2020 Dezember 2019 berichtigt
Getreide 169,2 164,4
Pflanzliche Öle 176,3 164,7
Milchprodukte 200,6 198,9
Fleisch 182,5 190,0
Zucker 200,7 190,3
FAO-Nahrungsmittel-Preisindex 182,5 181,2


Der FAO-Nahrungsmittel-Preisindex lag im Januar 2020 bei durchschnittlich 182,5 Punkten, 1,3 Punkte (0,7 %) höher als im Dezember 2019 und 11,3 % über dem korrespondierensem Vorjahreswert. Mit Jänner verzeichnete der FFPI das vierte Monat in Folge einen Anstieg. Dieser ist weitgehend auf das hohe Preisniveau von Pflanzenölen, Zucker und in geringerem Maße auch von Getreide und Milchprodukten zurückzuführen. Dadurch wurde der starke Rückgang der Fleischpreise mehr als ausgeglichen.

Der FAO-Getreide-Preisindex lag im Januar durchschnittlich bei 169,2 Punkten, 4,8 Punkte (2,9 %) höher als im Dezember und erreichte somit den höchsten Wert seit Mai 2018. Für alle wichtigen Getreidearten stiegen am Weltmarkt die Preise. Die Weizenpreise erhöhten sich hierbei am stärksten. Höherer Bedarf in den Zielländern, verzögerte Ankünfte durch den Streik französischer Hafenarbeiter und ein mögliches Importembargo von Seiten der Russischen Föderation heizten die Weizenpreise erneut an. Hohe internationale Marktaktivität und saisonale Versorgungsengpässe aus der südlichen Halbkugel stützten weiterhin die postitive Preisentwicklung bei Mais. Die internationalen Reispreise stiegen aufgrund klimatischer Unsicherheiten,schwacher Ernteprognosen und daraus ableitend rückläufigem Exportvolumen.

Der FAO-Pflanzliche-Öle-Preisindex lag im Januar durchschnittlich bei 176,3 Punkten, 11,6 Punkte (7,0 %) höher als im Dezember und erreichte damit ein Dreijahreshoch. Die internationalen Palmölpreise stiegen das sechsten Monat in Folge an. Der Preisanstieg begründet sich auf die Verknappung des weltweiten Angebots inmitten lebhafter Nachfrage aus dem Biodieselsektor. Auch die Preise für Soja- und Sonnenblumenöl wuchsen weiter an, da die robuste weltweite Importnachfrage mit einer geringeren Verfügbarkeit zusammenfiel. Unterdessen kletterten die Notierungen für Rapsöl auf den höchsten Stand seit Mai 2014, was die anhaltende Verknappung des weltweiten Angebots widerspiegelt. Nichts desto trotz verloren ab Mitte Januar die Preise im gesamten Pflanzenölsektor an Wert. Unsicherheiten über die Auswirkungen des Handelsabkommens zwischen den USA und China und die Besorgnis über mögliche Auswirkungen des Coronavirus auf den weltweiten Handel sind die Ursache des Preisverfalls. Bei Palmöl verstärkten die Handelsspannungen zwischen Indien und Malaysia den Preisdruck zusätzlich.

Der FAO-Fleisch-Preisindex* lag im Januar durchschnittlich bei 182,5 Punkten und damit um 7,5 Punkte (4,0 %) niedriger als im Dezember, was eine Unterbrechung des elfmonatigen Anstiegs bedeutet. Damit liegt der Index um 22,4 Punkte (14,0 %) über dem Stand vom Januar letzten Jahres. Die Preisnotierungen für alle im Index vertretenen Fleischkategorien sind im Januar gesunken, wobei die Preise für Schaffleisch am stärksten zurückgingen, gefolgt von Rind-, Schweine- und Geflügelfleisch. Ein Abschwächung der Importanfragen, insbesondere aus China und dem Fernen Osten, setzten die Weltmarktpreise für Fleisch unter Druck. Hohen Verfügbarkeiten auf den Exportmärkten, insbesondere bei Schweine- und Rindfleisch, stetzten die Preise nachhaltig unter Druck.

Der FAO-Milchprodukte-Preisindex lag im Januar bei durchschnittlich 200,6 Punkten und damit fast 1,8 Punkte (0,9 %) höher als im Dezember 19. Damit notiert der Index 18,5 Punkte (10,2 %) über dem entsprechenden Vorjahreswert. Im Januar stiegen die Preisnotierungen für Butter, Käse und Magermilchpulver (MMP). Dies zeigt eine starke Importnachfrage, in Verbindung mit den begrenzten Verfügbarkeiten am Spot-Markt in Europa und Ozeanien. Die saisonal niedrige Milchproduktion in Ozeanien sorgte für zusätzliche Preisstützung. Im Gegensatz dazu waren die Notierungen für Vollmilchpulver (WMP), aufgrund begrenzter weltweiter Nachfrage in der ersten Monatshälfte, rückläufig. 

Der FAO-Zucker-Preisindex lag im Januar bei durchschnittlich 200,7 Punkten, was einem Anstieg von 10,4 Punkten (5,5 %) gegenüber Dezember entspricht. Der vierte Preiseanstieg in Folge stellt den höchsten Wert seit Dezember 2017 dar. Ein 17 %iger Rückgang der Zuckerprouktion Indiens und 66 %iger Ernteausfall in Brasiliens größtem Anbaugebiet und weitreichend gebundene mexikanische Ware feuern den internaionalen Zuckerpreis weiter an. Der jüngste Rückgang der Rohölpreise und die anhaltende Schwäche der brasilianischen Währung (Real) gegenüber dem US-Dollar stellen jedoch limitierende Faktoren dar. 

*im Unterschied zu den anderen Warengruppen sind die meisten Preise, die in die Kalkulation des FAO-Fleisch-Preisindex einfließen, zum Zeitpunkt der Errechnung und Veröffentlichung des Preisindex noch nicht verfügbar. Deshalb war der Wert des Fleisch-Preisindex in den meisten der letzten Monate eine Mischung aus vorausgesagten und beobachteten Preisen. Das kann in bestimmten Fällen eine deutliche Revision des endgültigen Wertes des FAO-Fleisch-Preisindex bedeuten, welche wiederum den Nahrungsmittel-Preisindex beeinflussen kann.