FAO-Preisindex im Juni 2019

05.07.2019 Anstieg des Nahrungsmittel-Preisindex im Juni gestoppt.

Der FAO-Nahrungsmittel-Preisindex stellt eine Maßzahl für die monatliche Änderung der Preise auf den internationalen Märkten dar. Er ist der gewogene Durchschnitt getrennt ermittelter Preisindizes von 5 verschiedenen Produktgruppen (Getreide, pflanzliche Öle, Zucker, Milchprodukte, Fleisch) und repräsentiert insgesamt 73 weltweite Notierungen. Die Gewichtung der 5 Teil-Indizes erfolgt anhand der Exportanteile der jeweiligen Produktgruppe in den Jahren 2002-2004. Die nachträgliche Berichtigung der Indexreihe ist möglich und üblich. Daher muss für Vergleichszwecke immer die allerjüngste Ausgabe des FAO-Nahrungsmittel-Preisindexes herangezogen werden.

FAO-Nahrungsmittel-Preisindex für einzelne Produktgruppen und gesamt:

  Juni 2019 Mai 2019 berichtigt
Getreide 173,2 162,3
Pflanzliche Öle 125,5 127,4
Milchprodukte 199,2 226,1
Fleisch 176,0 173,4
Zucker 183,3 176,0
FAO-Nahrungsmittel-Preisindex 173,0 173,5


Der FAO Lebensmittel Preisindex* (FFPI) lag im Juni 2019 durchschnittlich bei 173 Punkten und damit leicht unter dem Niveau vom Mai (0,3 Prozent) und sehr nahe am Niveau vom Juni 2018. Niedrigere Preise für Milchprodukte und Pflanzenöle glichen die Preiserhöhungen bei Getreide, Zucker und Fleisch mehr als aus und beendeten fast fünf Monate ununterbrochenen Anstieg des Gesamtwertes des FFPI.

Der FAO Getreide-Preisindex lag im Juni bei durchschnittlich 173,2 Punkten, 6,7 Prozent (fast 11 Punkte) höher als im Mai und 3,8 Prozent höher als im Juni 2018. Durch den starken Anstieg der Maisausfuhrpreisnotierungen im dritten Monat in Folge, vorausblickend auf ein deutlich engeres Ausfuhrangebots des weltweit größten Maisproduzenten und -exporteurs (USA) begründete sich der jüngste Anstieg des Wertes des Index. Die internationalen Weizenpreise erholten sich nach zwei aufeinander folgenden Monaten mit Rückgängen. Die Produktionsunsicherheiten trugen ebenso wie die höheren Maiswerte zu diesen Wertzuwachs bei.

Der FAO Pflanzliche-Öle-Preisindex lag im Juni bei 125,5 Punkten, was einem Rückgang von 2,0 Punkten (1,6 Prozent) gegenüber dem Vormonat entspricht und den niedrigsten Stand seit Dezember 2018 erreichte. Der jüngste Rückgang spiegelt vor allem die nachgebenden Preise für Palmöl und Sojaöl wider, während die Werte für Sonnenblumen- und Rapsöl leicht gestiegen sind. Die internationalen Palmölnotierungen gingen durch die schleppende globale Importnachfrage, als auch durch die Aussicht auf eine saisonal steigende Produktion in wichtigen Exportländern, zurück. Die Sojaölpreise sanken aufgrund der gedämpften Exportaussichten und ausreichend globalen Angebots leicht. Im Gegensatz dazu stiegen die Preisnotierungen für Sonnenblumen- und Rapsöle aufgrund anhaltend robuster Importnachfrage und erneuter Besorgnis über ungünstige Erntebedingungen in den wichtigsten Erzeugerländern.

Der FAO Fleisch-Preisindex*  lag im Juni mit 176,0 Punkten um 2,6 Punkte (1,5 Prozent) über seinem revidierten Wert für Mai und setzte damit die moderaten Preissteigerungen der letzten fünf Monate gegenüber dem Vormonat fort.  Im Juni stiegen die Preisnotierungen für Schaf-, Schweine- und Geflügelfleisch aufgrund der starken Importnachfrage von Ostasien, da dort die Ausbreitung der afrikanischen Schweinepest die einheimische Produktion weiter einschränkte. Während die weltweite Importnachfrage auch bei Rindfleisch robust war, blieben die Preisangebote aufgrund der gestiegenen Exportverfügbarkeit aus Ozeanien stabil.

Der FAO Milchprodukte-Preisindex lag im Juni bei durchschnittlich 199,2 Punkten und damit 26,9 Punkte (11,9 Prozent) unter dem Stand vom Mai und markierte den ersten monatlichen Rückgang seit fünf Monaten, lag aber immer noch 9,4 Prozent über dem Niveau zu Jahresbeginn. Im Juni sanken die Preisnotierungen für alle vier Kategorien von Milchprodukten, die den Index bilden, wobei die Preise für Käse und Butter stärker zurückgingen. Die Preisschwäche vom Juni wurde durch erhöhte Exportverfügbarkeiten und eine schwache Importnachfrage ausgeglichen.

Der FAO Zucker-Preisindex lag im Juni durchschnittlich bei 183,3 Punkten und damit um 7,4 Punkte (4,2 Prozent) über dem Mai. Die internationalen Zuckerpreise wurden maßgeblich durch die Entwicklung der brasilianischen Währung (Real) beeinflusst, die gegenüber dem US-Dollar an Stärke gewann. Ein stärkerer Real unterstützt die internationalen Zuckerpreise, indem er die Versorgung des Weltmarktes mit brasilianischem Zucker beeinflusst, da die Produzenten es vorziehen, Zuckerrohr zu Ethanol für den lokalen Verkauf zu verarbeiten, anstatt Zucker zu exportieren und einen niedrigeren Preis zu erhalten. Berichte über einen Rückgang der Exporte aus der EU unterstützten auch die Zuckerweltpreise.

*im Unterschied zu den anderen Warengruppen sind die meisten Preise, die in die Kalkulation des FAO-Fleisch-Preisindex einfließen, zum Zeitpunkt der Errechnung und Veröffentlichung des Preisindex noch nicht verfügbar. Deshalb war der Wert des Fleisch-Preisindex in den meisten der letzten Monate eine Mischung aus vorausgesagten und beobachteten Preisen. Das kann in bestimmten Fällen eine deutliche Revision des endgültigen Wertes des FAO-Fleisch-Preisindex bedeuten, welche wiederum den Nahrungsmittel-Preisindex beeinflussen kann.