FAO-Preisindex im September 2019

07.10.2019 Nahrungsmittel-Preisindex im September gleichbleibend

Der FAO-Nahrungsmittel-Preisindex stellt eine Maßzahl für die monatliche Änderung der Preise auf den internationalen Märkten dar. Er ist der gewogene Durchschnitt getrennt ermittelter Preisindizes von 5 verschiedenen Produktgruppen (Getreide, pflanzliche Öle, Zucker, Milchprodukte, Fleisch) und repräsentiert insgesamt 73 weltweite Notierungen. Die Gewichtung der 5 Teil-Indizes erfolgt anhand der Exportanteile der jeweiligen Produktgruppe in den Jahren 2002-2004. Die nachträgliche Berichtigung der Indexreihe ist möglich und üblich. Daher muss für Vergleichszwecke immer die allerjüngste Ausgabe des FAO-Nahrungsmittel-Preisindexes herangezogen werden.

FAO-Nahrungsmittel-Preisindex für einzelne Produktgruppen und gesamt:

  September 2019 August 2019 berichtigt
Getreide 157,6 157,8
Pflanzliche Öle 135,7 133,9
Milchprodukte 193,4 194,5
Fleisch 181,5 180,2
Zucker 168,0 174,8
FAO-Nahrungsmittel-Preisindex 169,9 169,9


Der FAO Lebensmittel Preisindex* (FFPI) lag im September 2019 im Durchschnitt bei fast 170 Punkten und damit unverändert gegenüber August, aber um 3,3 Prozent höher als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Während die Zuckerpreise im September stark gesunken sind, konnte der Rückgang durch höhere Preise für Pflanzenöle und Fleisch fast vollständig ausgeglichen werden. Der Milchindex ging nur geringfügig zurück, während der Getreideindex konstant blieb.

Der FAO Getreide-Preisindex lag im September bei durchschnittlich 157,6 Punkten und damit nahezu identisch mit seinem August-Durchschnitt und sank gegenüber September 2018 um 3,9 Prozent (6,4 Punkte). Bei den großen Getreidearten entwickelten sich die Preise jedoch unterschiedlich. Die Weizenpreise waren im September inmitten einer lebhaften Handelsaktivität fester, blieben aber deutlich unter dem Vorjahresniveau (um 11 Prozent), aber durch die insgesamt guten Angebotsaussichten unter Druck gesetzt. Im Gegensatz dazu fielen die Maispreisnotierungen im Vergleich zum Vormonat, da die internationalen Preise aufgrund der hohen Exportverfügbarkeiten in den Exportländern der Süd- und Nordhalbkugel weiter zurückgingen.

Der FAO Pflanzliche-Öle-Preisindex lag im September bei 135,7 Punkten und damit um 1,8 Punkte (oder 1,4 Prozent) höher als im August und markierte damit den höchsten Stand seit 13 Monaten. Der moderate Anstieg spiegelt vor allem höhere Preisnotierungen für Palm- und Rapsöle wider, während die für Soja- und Sonnenblumenöl im Monats-vergleich zurückgingen. Die stetige Importnachfrage Asiens ließ die internationalen Palmölwerte steigen. Schlechtere Prokuktionsaussichten der EU und mehr Nachfrage aus dem Biodieselsektor ließen die Preisnotierungen für Rapsöl weiter ansteigen. Die höheren Rohölpreise stützten ebenso die Pflanzenölwerte. Die schleppende globale Import- nachfrage und Aussichten auf ein großes Angebot in der Schwarzmeerregion ließen die Soja- und Sonnenblumenölpreise schrumpfen.

Der FAO-Fleisch-Preisindex* lag im September bei durchschnittlich 181,5 Punkten und damit 0,8 Prozent (1,4 Punkte) über dem Augustwert und beobachten damit die seit Februar 2019 moderaten Preissteigerungen gegenüber dem Vormonat. Im September wiederholten sich die Preisnotierungen für Schaf- und Rinderfleisch aufgrund der soliden Importnachfrage, insbesondere aus China, trotz erhöhter Exportverfügbarkeiten in Ozeanien. Die Inlandspreise für Schweinefleisch in China blieben auf dem hohen Niveau des Vormonats. Die Schweinefleischpreise auf den internationalen Märkten fielen tendenziell niedriger aus, was durch ein gestiegenes Exportangebot in Europa belastet wurde. Die Exportverfügbarkeiten zu Deckung der Importnachfrage waren aussreichend um die Preisnotierungen für Geflügelfleisch stabil zu halten.

Der FAO Milchprodukte-Preisindex lag im September bei durchschnittlich 193,4 Punkten und damit 0,6 Prozent (1,1 Punkte) unter dem Vorjahresmonat, aber immer noch 1,3 Prozent über seinem Wert im entsprechenden Monat des Vorjahres. Im September sanken, insbesondere die Preisnotierungen für Käse und Butter, am unteren Ende der Preisspanne. Moderate Erhöhungen der Exportverfügbarkeiten in Neuseeland, wo sich die Milchproduktion dem saisonalen Höhepunkt nähert, trugen zum Rückgang bei. Die starke Einfuhrnachfrage bei begrenzten Exportmöglichkeiten in Europa, bestätigten die Preisnotierungen für Magermilchpulver (SMP) und Vollmilchpulver (WMP).

Der FAO Zucker-Preisindex lag im September bei durchschnittlich 168,0 Punkten und damit fast 6,8 Punkte (3,9 Prozent) niedriger als im August. Der Rückgang gegenüber dem Vorjahresmonat ist im Wesentlichen auf die Erwartung ausreichender Zuckerbestände aufgrund positiver Produktionsaussichten für die kommende Vermarktungssaison 2019/20 zurückzuführen. Die schwächeren internationalen Energiepreise in der zweiten Septemberhälfte führten zum Rückgang der internationalen Zuckerpreise.

*im Unterschied zu den anderen Warengruppen sind die meisten Preise, die in die Kalkulation des FAO-Fleisch-Preisindex einfließen, zum Zeitpunkt der Errechnung und Veröffentlichung des Preisindex noch nicht verfügbar. Deshalb war der Wert des Fleisch-Preisindex in den meisten der letzten Monate eine Mischung aus vorausgesagten und beobachteten Preisen. Das kann in bestimmten Fällen eine deutliche Revision des endgültigen Wertes des FAO-Fleisch-Preisindex bedeuten, welche wiederum den Nahrungsmittel-Preisindex beeinflussen kann.