Der WASDE-Monatsbericht

22.09.2021 Prognose für 2021/22: Weizenangebot auf 1.072,8 Mio. t angehoben, weltweit höhere Maisexporte für Argentinien, weltweiter Reis-Verbrauch 2021/22 wird um 2,2 Mio. t auf 512,1 Mio. t gesenkt – geringerer Verbrauch in Indien verantwortlich, weltweite Sojabohnenendbestände um 2,7 Mio. t erhöht

Prognose des US-Landwirtschaftsministeriums (USDA) aus der Sicht vom 11. September 2021

Die Entwicklung der Weltgetreideproduktion (Weizen, Grobgetreide und Reis), in Mio. Tonnen

 
  • 2009/2010: 2.245,41
  • 2010/2011: 2.198,85
  • 2011/2012: 2.322,07 
  • 2012/2013: 2.267,60
  • 2013/2014: 2.477,18
  • 2014/2015: 2.520,13
  • 2015/2016: 2.467,34
  • 2016/2017: 2.662,03
  • 2017/2018: 2.619,35
  • 2018/2019: 2.626,21
  • 2019/2020: 2.677,14
  • 2020/2021: 2.709,24 (geschätzt)
  • 2021/2022: 2.785,11 (prognostiziert)

Die Welt-Versorgungsbilanzen für Weizen, Grobgetreide, Ölsaaten und Reis

 
  • es handelt sich bei allen Angaben im folgenden Text um Prognosen
  • die Prognosen betreffen das Erntejahr 2021/2022
  • Vergleiche beziehen sich, wenn nicht anders angegeben, auf das Vormonat

WEIZEN

Die globalen Weizenprognosen für 2021/22 gehen von einem vermehrten Angebot, einem höheren Verbrauch, mehr Handel und größeren Endbeständen aus. Das Angebot wird voraussichtlich um 7,1 Mio. t auf 1.072,8 Mio. t steigen, was auf eine Kombination aus größeren Anfangsbeständen in Kanada, der EU und Indien und einer höheren Produktion in Australien, Indien und China zurückzuführen ist. Die australische Produktion wird auf 31,5 Mio. t angehoben, da die bisherigen Bedingungen weiterhin sehr günstig sind. Dies wäre die drittgrößte Weizenernte in Australien seit Beginn der Aufzeichnungen. Die indische Produktion wird auf 109,5 Mio. t erhöht, basierend auf der vierten Vorabschätzung der Regierung. Chinas Produktion steigt um 900.000 t, was hauptsächlich auf die vom National Bureau of Statistics geschätzte größere Fläche zurückzuführen ist. Diese Erhöhungen werden teilweise durch die Senkung der kanadischen Produktion um 1,0 Mio. t kompensiert, die auf der am 30. August veröffentlichten Prognose von Statistics Canada beruht, sowie durch die Senkung der argentinischen auf 20,0 Mio. t aufgrund trockener Bedingungen. Der voraussichtliche Weltverbrauch 2021/22 wird um 3,0 Mio. t auf 789,6 Mio. t erhöht. Der größte Teil des höheren Verbrauchs entfällt auf Futtermittel und Nebenprodukte, angeführt von China, das um 1,0 Mio. t zulegt. Die Prognosen für den Welthandel 2021/22 werden auf 199,7 Mio. t erhöht, da die steigenden Exporte Australiens und Indiens die geringeren Exporte Kanadas mehr als ausgleichen. Die voraussichtlichen weltweiten Endbestände für 2021/22 werden auf 283,2 Mio. t anwachsen, wobei der größte Teil des Anstiegs auf Indien, die EU und Kanada entfällt, obwohl die globalen Bestände unter denen des Vorjahres bleiben.

GROB-GETREIDE (Mais, Hirse, Gerste, Roggen, Hafer, Mehrkorngetreide)

In diesem Monat wird für 2021/22 eine vermehrte Produktion, ein größerer Handel und ein Anstieg der Lagerbestände im Vergleich zum letzten Monat erwartet. Die weltweite Maiserzeugung wird im Vergleich zum Vormonat höher prognostiziert, wobei die Steigerungen in China und Argentinien die Rückgänge in Russland und Serbien mehr als ausgleichen. Die Maiserzeugung in China wird aufgrund der verbesserten Ertragsaussichten angehoben. Die argentinische Maisproduktion wird aufgrund der Erwartung einer größeren Anbaufläche angehoben. Die globale Gerstenproduktion ist praktisch unverändert, da die Steigerungen in Australien, der Ukraine und der EU im Wesentlichen durch Rückgänge in Kanada und Russland ausgeglichen werden. Für China wird der Maisverbrauch für Futtermittel und Nebenprodukte für 2020/21 aufgrund des verstärkten Einsatzes alternativer Energiefuttermittel wie Gerste und Sorghum gesenkt. Für 2021/22 wird der Verbrauch von Futtermitteln und Nebenprodukten erhöht, das großteils auf eine gesteigerte Ernte und niedrigere erwartete Binnenmarktpreise zurückzuführen ist. Zu den wichtigsten Änderungen im globalen Grobgetreidehandel für 2021/22 gehören höhere Maisexporte für Argentinien, wobei die Rückgänge für Serbien und Russland teilweise ausgeglichen werden. Die Maiseinfuhren Kanadas und Mexikos steigen, während sie für Vietnam sinken. Für das Wirtschaftsjahr 2020/21, das im März 2021 beginnt, werden die Maisausfuhren für Brasilien gesenkt, für Argentinien jedoch erhöht. Die weltweiten Maisendbestände für 2021/22 werden um 8,8 Mio. t auf 261,9 Mio. t erhöht, was vor allem auf einen Anstieg in China zurückzuführen ist.

REIS

Die globalen Aussichten für 2021/22 gehen von einem höheren Angebot, einem geringeren Verbrauch, einem verstärkten Handel und größeren Endbeständen aus. Das Angebot wird um 9,5 Mio. t auf 693,9 Mio. t erhöht, was in erster Linie auf eine mehrjährige Aufwärtskorrektur der Lagerbestände in Indien und eine entsprechende Verringerung des indischen Verbrauchs zurückzuführen ist. Die indische Produktion wird ebenfalls um 1,0 Mio. t auf 122,0 Mio. t angehoben, da die Erntefläche vergrößert wurde, was der zweitgrößten Ernte in der Geschichte des Landes entsprechen würde. Der weltweite Verbrauch 2021/22 wird um 2,2 Mio. t auf 512,1 Mio. t gesenkt, was in erster Linie auf den geringeren Verbrauch in Indien zurückzuführen ist, obwohl der internationale Verbrauch auf Rekordniveau bleibt. Der Welthandel 2021/22 wird um 0,9 Mio. t auf 48,5 Mio. t erhöht, das auf die gestiegenen Exporte Indiens aufgrund größerer exportierbarer Mengen zurückzuführen ist. Die voraussichtlichen globalen Endbestände für 2021/22 werden um 11,7 Mio. t auf 181,9 Mio. t erhöht, welche auf den kumulativen Effekt einer mehrjährigen Aufwärtskorrektur der indischen Bestände zurückzuführen ist.

ÖLSAATEN

Die Prognosen für das Angebot an und die Nachfrage nach internationalen Ölsaaten für 2021/22 beinhalten höhere Anfangsbestände und eine geringere Erzeugung, Ausfuhren und Verarbeitung. Die weltweite Ölsaatenproduktion wird auf 499,8 Mio. t gesenkt, meist aufgrund einer geringeren Rapsproduktion in Kanada und der EU. Teilweise kompensiert wird dies durch eine steigende Rapsproduktion in Australien und eine steigende Erdnussproduktion in Indien. Die kanadische Rapsernte wurde um 2,0 Mio. t gesenkt, das auf jüngste Regierungsberichte zurückzuführen ist. Ein vermindertes Rapsangebot in Kanada führt zu geringeren Ausfuhren dieser Ölsaat und von Erzeugnissen in die EU, nach China und in die Vereinigten Staaten. Das fallende globale Rapsangebot wird durch einen Anstieg der Sojabohnenanfangsbestände ausgeglichen, der vor allem auf die unerwartet hohen Einfuhren für 2020/21 nach China zurückzuführen ist. Größere Anfangsbestände für China und höhere Endbestände in den USA sind für den größten Teil des Anstiegs der weltweiten Sojabohnen-Endbestände für 2021/22 verantwortlich, die um 2,7 Mio. angehoben wurden. Eine weitere bemerkenswerte Veränderung bei den Ölsaaten sind die vermehrten Sojaschrotimporte für Indien, da die Regierung bis zum 31. Oktober die Verschiffung von Sojaschrot aus gentechnisch veränderten Sojabohnen erlaubt.

Veröffentlichungstermine der WASDE-Monatsberichte 2021

 
  • 12. August
  • 10. September
  • 12. Oktober
  • 09. November
  • 09. Dezember

Detaillierter Überblick:

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Der Veröffentlichungszeitpunkt des WASDE-Reports ist 12:00 Uhr Ostküstenzone (entspricht 18:00 bei uns).