Der WASDE-Monatsbericht

22.07.2020 Prognose für 2020/21: Geringste EU Weizen-Produktion seit 2012/13, Welthandel für 2020/21 mit mehr Maisimporten für Kanada und Algerien, globale Reis-Endbestände 2020/21 mit 185,8 Mio. t auf Rekordhoch, Sojabohnen-Endbestände auf 95,1 Mio. reduziert.

Prognose des US-Landwirtschaftsministeriums (USDA) aus der Sicht vom 10. Juli 2020:

Die Entwicklung der Weltgetreideproduktion (Weizen, Grobgetreide und Reis), in Mio. Tonnen:

 
  • 2009/2010: 2.245,41
  • 2010/2011: 2.198,85
  • 2011/2012: 2.322,07 
  • 2012/2013: 2.267,60
  • 2013/2014: 2.477,18
  • 2014/2015: 2.520,13
  • 2015/2016: 2.467,34
  • 2016/2017: 2.662,03
  • 2017/2018: 2.619,35
  • 2018/2019: 2.624,63
  • 2019/2020: 2.666,86 (geschätzt)
  • 2020/2021: 2.730,34 (prognostiziert)

Die Welt-Versorgungsbilanzen für Weizen, Grobgetreide, Ölsaaten und Reis:

 
  • es handelt sich bei allen Angaben im folgenden Text um Prognosen
  • die Prognosen betreffen das Erntejahr 2020/2021
  • Vergleiche beziehen sich, wenn nicht anders angegeben, auf das Vormonat

Weizen:

Die weltweiten Aussichten 2020/21 für Weizen gehen von einem geringeren Angebot, einem geringeren Verbrauch, geringeren Exporten und geringeren Lagerbeständen aus. Das Angebot wird um 2,9 Mio. t auf 1.066 Mio. t reduziert, da größere Anfangsbestände durch eine geringere Produktion, vor allem in der EU, den Vereinigten Staaten, Marokko und Russland, mehr als ausgeglichen werden. Die EU-Produktion wird um 1,5 Mio. t auf 139,5 Mio. t sinken - die kleinste EU-Weizenproduktion seit 2012/13 - hauptsächlich aufgrund von Flächenreduzierungen von Frankreich und Spanien. Der für 2020/21 prognostizierte Welthandel wird um 0,8 Mio. t auf 188,0 Mio. reduziert, da niedrigere EU-Exporte nur teilweise durch höhere australische Exporte ausgeglichen werden können. Der Weltverbrauch sinkt um 1,6 Mio. t auf 751,6 Mio. t, vor allem aufgrund der geringeren Futtermittel- und sonstiger Verwendung in der EU, den Vereinigten Staaten und Marokko. Die für 2020/21 prognostizierten weltweiten Endlagerbestände werden um 1,3 Mio. t auf 314,8 Mio. sinken, bleiben aber weiterhin rekordverdächtig, wobei auf China und Indien 51 bzw. 10 Prozent des Gesamtverbrauchs entfallen.  

Grob-Getreide (Mais, Hirse, Gerste, Roggen, Hafer, Mehrkorngetreide):

Die Aussichten für 2020/21 für internationales Grobgetreide für diesen Monat gehen von einer praktisch unveränderten Produktion, einem leicht höheren Handel und geringeren Lagerbeständen im Vergleich zum Vormonat aus. Die globale Maisproduktion ist im Vergleich zum letzten Monat praktisch unverändert, da die prognostizierten Steigerungen für Russland und Bolivien im Wesentlichen durch einen Rückgang für Kanada ausgeglichen werden. Die Gerstenproduktion wird für die EU und Marokko gesenkt, für Kanada jedoch angehoben. Größere Veränderungen im Welthandel für 2020/21 beinhalten größere Maisimporte für Kanada und Algerien, mit einer teilweise ausgleichenden Reduzierung für Kenia. Für 2019/20 werden die Maisexporte für Argentinien angehoben, aber für Brasilien für das Wirtschaftsjahr ab März 2020 gesenkt, basierend auf Beobachtungsdaten bis Anfang Juli. Chinas Maisfutter und sonstige Verwendung für 2019/20 und 2020/21 wird gegenüber dem letzten Monat angehoben, basierend auf einem schneller als erwarteten Wiederanstieg des Sojaschrot-Äquivalents des Proteinverbrauchs und der aktuellen Maispreise. Die weltweiten Mais-Endbestände für 2020/21 wurden gegenüber dem letzten Monat gesenkt, wobei die größten Rückgänge in China, Argentinien, der EU, Kanada und Mexiko zu verzeichnen waren.

Reis:

Das globale Reisangebot für 2020/21 wird mit höheren Anfangsbeständen und höherer Produktion beziffert. Die weltweite Produktion 2020/21 und der Verbrauch werden jeweils um 0,5 Mio. t steigen, und bleiben auf Rekordniveau. Da das Angebot stärker steigt als der Verbrauch, deshalb erreichen die internationalen Endbestände für 2020/21 mit 185,8 Mio. t ein Rekordhoch, wobei China und Indien 63 Prozent bzw. 21 Prozent halten.   

Ölsaaten:

Die Prognosen für das weltweite Angebot und die Nachfrage nach Ölsaaten für 2020/21 beinhalten im Vergleich zum letzten Monat eine geringere Produktion, geringere Exporte, eine höhere Vermahlung und geringere Endbestände. Die weltweite Ölsaatenproduktion wird bei geringerer Raps-, Baumwollsaat- und Sojabohnenproduktion um 2,0 Mio. t auf 604,2 Mio. t reduziert. Die Sojabohnenproduktion wird für Kanada und Uruguay gesenkt, was zu weniger Exporten 2020/21 für beide Länder führt. 2020/21 werden die weltweiten Sojabohnen-Endbestände um 1,3 Mio. t auf 95,1 Mio. reduziert, da geringere Bestände für Brasilien und China zum Teil durch höhere US-Bestände ausgeglichen werden. Diese niedrigen Bestände an Sojabohnen spiegeln bemerkenswerte Bilanzrevisionen für Brasilien im Jahr 2019/20 und China in den Jahren 2019/20 und 2020/21 wider. Für Brasilien wird die Ernte 2019/20 um 2 Mio. t auf 126 Mio. t erhöht, aufgrund höherer Erträge. Die Exporte werden um 4 Mio. t auf 89 Mio. t erhöht, was zu einer Reduzierung der Endbestände um 2 Mio. t führt. Die Exporte im Zeitraum Februar 2020 - Januar 2021 werden ebenfalls um 2,5 Mio. t auf 79,5 Mio. t erhöht. Die Bilanzveränderungen Chinas für 2019/20 beinhalten eine Steigerung der Importe um 2 Mio. t auf 96 Mio. t und eine Erhöhung um 1 Mio. t in der Vermahlung, was zu höheren Endbeständen führt. 2020/21 führen Chinas gesteigerte Anfangsbestände durch vermehrte Vermahlung zu niedrigeren Endbeständen.

Veröffentlichungstermine der WASDE-Monatsberichte 2020:

 
  • 12. August
  • 11. September
  • 09. Oktober
  • 10. November
  • 10. Dezember

Achtung

Der Veröffentlichungszeitpunkt des WASDE-Reports ist 12:00 Uhr Ostküstenzone (entspricht 18:00 bei uns).