Der WASDE-Monatsbericht

16.04.2021 Prognose für 2020/21: Weizenhandel auf Rekordwert von 198,9 Mio. t erhöht, Gerste-Importe stark gestiegen, weltweiter Reis-Verbrauch auf 504,3 Mio. t reduziert, Sojaproduktion in Brasilien auf 136 Mio. t angestiegen

Prognose des US-Landwirtschaftsministeriums (USDA) aus der Sicht vom 09. April 2021

Die Entwicklung der Weltgetreideproduktion (Weizen, Grobgetreide und Reis), in Mio. Tonnen

 
  • 2009/2010: 2.245,41
  • 2010/2011: 2.198,85
  • 2011/2012: 2.322,07 
  • 2012/2013: 2.267,60
  • 2013/2014: 2.477,18
  • 2014/2015: 2.520,13
  • 2015/2016: 2.467,34
  • 2016/2017: 2.662,03
  • 2017/2018: 2.619,35
  • 2018/2019: 2.627,49
  • 2019/2020: 2.673,29 (geschätzt)
  • 2020/2021: 2.726,65 (prognostiziert)

Die Welt-Versorgungsbilanzen für Weizen, Grobgetreide, Ölsaaten und Reis

 
  • es handelt sich bei allen Angaben im folgenden Text um Prognosen
  • die Prognosen betreffen das Erntejahr 2020/2021
  • Vergleiche beziehen sich, wenn nicht anders angegeben, auf das Vormonat

Weizen

Der globale Weizenausblick für 2020/21 sieht in diesem Monat ein etwas geringeres Angebot, einen höheren Verbrauch, höhere Exporte und geringere Lagerbestände vor. Die Vorräte werden um 0,5 Mio. t auf 1.076,5 Mio. t gesenkt, aber die Produktion für 2020/21 bleibt auf einem Rekordniveau von 776,5 Mio. t. Der weltweite Verbrauch für 2020/21 wird um 5,1 Mio. t auf 781,0 Mio. t erhöht, hauptsächlich aufgrund eines höheren Futtermittel- und Restverbrauchs für China. Die Auktionsverkäufe von Chinas Weizen-Altbeständen sind weiterhin groß und die internationalen Maispreise in China bleiben mit einem Aufschlag gegenüber Weizen. Dies wird voraussichtlich zu einem weiteren Anstieg des chinesischen Weizenverbrauchs für 2020/21 führen, der um 5,0 Mio. t auf einen Rekordwert von 40,0 Mio. t ansteigt.
Der prognostizierte Handel am internationalen Markt für 2020/21 wird um 1,2 Mio. t auf den Rekordwert von 198,9 Mio. t angehoben, hauptsächlich aufgrund höherer Exporte Russlands und der EU-27+UK. Russlands Exporte werden trotz der kürzlich eingeführten Exportsteuer um 0,5 Mio. auf 39,5 Mio. erhöht. Die Exporte der EU-27+UK werden um 0,5 Mio. t auf 27,5 Mio. t angehoben, da sie stärker als erwartet zunehmen. Die prognostizierten weltweiten Endbestände für 2020/21 werden um 5,7 Mio. t auf 295,5 Mio. t gesenkt, wobei der größte Teil des Rückgangs auf China entfällt. Die Bestände in China werden 2020/21 voraussichtlich zum ersten Mal seit acht Jahren (oder seit 2012/13) sinken.

Grob-Getreide (Mais, Hirse, Gerste, Roggen, Hafer, Mehrkorngetreide)

Die globale Grobgetreideproduktion für 2020/21 wird um 1,2 Mio. t höher auf 1.446,0 Mio. t prognostiziert. Der Ausblick für das internationale Grobgetreide 2020/21 in diesem Monat geht von einer höheren Produktion, einem geringeren Handel und größeren Beständen im Vergleich zum Vormonat aus. Die Maisproduktion wird für Pakistan, die EU-27+UK und Ecuador angehoben. Die Gerstenproduktion wird für Argentinien und die EU-27+UK erhöht, aber für Mexiko gesenkt.
Zu den wichtigsten Änderungen im Welthandel gehören niedrigere prognostizierte Maisexporte für die Ukraine, basierend auf den bisherigen Versanddaten. Die Maisimporte werden für Bangladesch angehoben. Die Gerstenexporte werden für Kanada, Argentinien und die EU-27+UK angehoben, wobei die Senkungen für den Irak und Kasachstan teilweise wieder ausgeglichen werden. Die Gerstenimporte sind für China stark angewachsen, wobei die Verringerung für Marokko teilweise kompensiert wird. Die weltweiten Maisendbestände sind im Vergleich zum Vormonat im Wesentlichen unverändert.

Reis

Der internationale Ausblick für 2020/21 geht von einem leicht geringeren Angebot, Verbrauch, Handel und Endbeständen aus. Das Reisangebot wird um 0,5 Mio. t auf 682 Mio. t reduziert, vor allem aufgrund einer geringeren Reisproduktion in Birma, Taiwan und Indonesien, die nicht vollständig durch eine höhere Produktion auf den Philippinen und in Thailand ausgeglichen wird. Der Weltverbrauch für 2020/21 wird um 0,4 Mio. t auf den immer noch rekordverdächtigen Wert von 504,3 Mio. t gesenkt, vor allem aufgrund von Rückgängen in den Vereinigten Arabischen Emiraten, Saudi-Arabien und Birma. Der Welthandel wird um 0,3 Mio. t auf 46 Mio. t gesenkt, hauptsächlich wegen Burma, da erwartet wird, dass die Unruhen im Land die Exporte des Landes stören wird. Die prognostizierten weltweiten Endbestände für 2020/21 werden um 0,1 Mio. t auf 177,7 Mio. t gesenkt..

Ölsaaten

Der weltumspannende Ausblick 2020/21 für Ölsaaten beinhaltet höhere Produktion, Exporte und Lagerbestände im Vergleich zum letzten Monat. Die globale Produktion wird um 2,2 Mio. t auf 598 Mio. t angehoben. Die internationale Sojaproduktion wird um 1,4 Mio. t auf 363,2 Mio. t erhöht, was vor allem auf einen Anstieg um 2 Mio. t auf 136 Mio. t in Brasilien zurückzuführen ist. Günstige Erntebedingungen im Bundesstaat Rio Grande do Sul und aktuelle Ernteergebnisse von nationalen und staatlichen Behörden unterstützen höhere Erträge. teilweise kompensiert wird dies durch eine geringere Sojaproduktion in der EU-27+UK und Paraguay. Die Produktion von Raps und Erdnüssen wird in Indien aufgrund höherer Flächenschätzungen gesteigert. Die Palmölproduktion in Malaysia wird aufgrund der niedriger als erwarteten Produktion im Januar und Februar reduziert.
Die Prognose für die weltweite Sojabohnenaussaat wird vor allem wegen der geringeren Aussaat in China gesenkt, und zwar um 2 Mio. t auf 96 Mio. t, da sich die Aussaat in letzter Zeit verlangsamt hat. Die weltweiten Sojabohnenexporte werden um 1,2 Millionen t auf 170,9 Millionen t erhöht. Die Exporte aus Brasilien, Russland und den USA wurden nach oben korrigiert, während die Ausfuhren aus Paraguay und der Ukraine gesenkt wurden. Die globalen Sojabohnen-Endbestände werden um 3,1 Mio. t auf 86,9 Mio. t angewachsen, hauptsächlich aufgrund höherer Bestände in China und Brasilien.

Veröffentlichungstermine der WASDE-Monatsberichte 2021

 
  • 12. Mai
  • 10. Juni
  • 12. Juli
  • 12. August
  • 10. September
  • 12. Oktober
  • 09. November
  • 09. Dezember

Detaillierter Überblick:

Achtung

Der Veröffentlichungszeitpunkt des WASDE-Reports ist 12:00 Uhr Ostküstenzone (entspricht 18:00 bei uns).