Der WASDE-Monatsbericht

13.11.2019 Prognose für 2019/20: Weizenvorräte gesteigert, Maisbestände unter Vorjahr, Produktionsrückgang bei Soja, Sonnenblumensaat und Raps

Prognose des US-Landwirtschaftsministeriums (USDA) aus der Sicht vom 08. November 2019:

Die Entwicklung der Weltgetreideproduktion (Weizen, Grobgetreide und Reis), in Mio. Tonnen:

 
  • 2009/2010: 2.245,41
  • 2010/2011: 2.198,85
  • 2011/2012: 2.322,07 
  • 2012/2013: 2.267,60
  • 2013/2014: 2.477,18
  • 2014/2015: 2.520,13
  • 2015/2016: 2.467,34
  • 2016/2017: 2.662,03
  • 2017/2018: 2.618,41
  • 2018/2019: 2.629,43 (geschätzt)
  • 2019/2020: 2.658,19 (prognostiziert)

Die Welt-Versorgungsbilanzen für Weizen, Grobgetreide, Ölsaaten und Reis:

 
  • es handelt sich bei allen Angaben im folgenden Text um Prognosen
  • die Prognosen betreffen das Erntejahr 2019/2020
  • Vergleiche beziehen sich, wenn nicht anders angegeben, auf das Vormonat

Weizen:

Die globalen Aussichten für Weizen blicken in diesem Monat, auf ein größeres Angebot, steigende Exporte, einen minimal höheren Verbrauch und wachsende Endbestände. Die Produktionsprognosen für die EU und Russland werden aufgrund aktualisierter Ernteergebnisse auf 153,0 bzw. 74,0 Mio. Tonnen angehoben.  Die australische Produktion wird, aufgrund der Trockenheit und ihrer Auswirkung darauf, auf 17,2 Mio. Tonnen gesenkt und ist nun niedriger als die von der Dürre betroffene Ernte des Vorjahres.  Die argentinische Produktion wird bei trockenen Bedingungen auf 20,0 Mio. Tonnen reduziert, bleibt aber weiterhin rekordverdächtig hoch.  Die Weltexporte werden um 1,0 Mio. Tonnen auf 180,7 Mio. Tonnen erhöht. Die Produktionsprognosen und Weltexport für die EU, Russland und die Ukraine wird angehoben, was die Rückgänge für Argentinien und Australien mehr als ausgleicht.  Der globale Verbrauch ist mit 755,2 Mio. Tonnen nahezu unverändert und damit um 3 Prozent höher als im Vorjahr.  Da das globale Angebot mehr als der Verbrauch steigt, werden die Endbestände 2019/20 auf einen Rekordwert von 288,3 Mio. Tonnen angehoben, wobei China 51 Prozent der Gesamtmenge ausmacht.

Grob-Getreide (Mais, Hirse, Gerste, Roggen, Hafer, Mehrkorngetreide):

Die weltweite Maisproduktion für 2019/20 wird voraussichtlich um 1,8 Mio. Tonnen auf 1.394,9 Mio. Tonnen sinken.  Der weltweite Grobgetreide-Ausblick ist auf eine höhere Produktion, einen verstärkten Handel und niedrigere Lagerbestände im Vergleich zum Vormonat gerichtet. Die Maisproduktion wird höher eingeschätzt, da Steigerungen für mehrere afrikanische Länder sowie für Russland und die Türkei die Rückgänge für Mexiko, die Ukraine und die EU mehr als ausgleichen. In Mexiko wird die Produktion gesenkt, da die Anbaufläche für die Sommersaison voraussichtlich die niedrigste seit Bestehen der Studie ist.  Die Ertragsprognosen für Russland und die Ukraine werden aufgrund der bisher beobachteten Ernteergebnisse angehoben bzw. gesenkt. Die Maisexporte werden für Brasilien und Russland erhöht, während sie für die Vereinigten Staaten und Mexiko sinken.  Für 2018/19 werden die Maisexporte für Brasilien für das lokale Wirtschaftsjahr ab März 2019 erhöht, basierend auf den bis Oktober beobachteten Lieferungen.  Für 2019/20 werden Maisimporte nach Vietnam, Kolumbien, Japan und Südkorea angehoben. Teilweise kompensierend sind Kürzungen für den Iran, Ägypten, Malaysia und die Türkei.  Die globalen Maisendlager sind im Vergleich zum letzten Monat niedriger, mit Rückgängen in Brasilien, Iran, Mexiko, China und Argentinien, die teilweise durch leichte Steigerungen in mehreren afrikanischen Ländern abgeschwächt werden. Die weltweiten Maisendlagerbestände sind mit 296,0 Mio. Tonnen um 6,6 Mio. Tonnen gesunken.

Reis:

Die internationalen Reislieferungen 2019/20 werden um 1,4 Mio. Tonnen erhöht, hauptsächlich aufgrund gestiegener Anfangsbestände, begründet auf den geringeren Verbrauch 2018/19.  Mehrere, zumeist kompensierende Veränderungen führten zu einer teilweise geringeren globalen Produktion.  Die indische Produktion wird um 1,0 Mio. Tonnen erhöht. Indonesiens Produktion wird aufgrund des verzögerten Monsuns um 0,9 Mio. Tonnen gesenkt, und die Philippinen um 0,2 Mio. Tonnen, da die Landwirte die Produktion auf profitablere Kulturen verlagern.  Die weltweiten Exporte für 2019/20 werden geringfügig verringert, angeführt von einer Reduktion um 0,5 Mio. Tonnen für Thailand, da die Exportpreise voraussichtlich nicht wettbewerbsfähig bleiben werden.  Ein Anstieg der indischen Exporte um jeweils 0,2 Mio. Tonnen für Indien und Vietnam, aufgrund höherer Erntemengen und damit verbundenen höheren Preisen. Die weltweiten Importe sind um 0,5 Mio. Tonnen gesunken, wobei ein Anstieg von 0,8 Mio. Tonnen für Indonesien durch einen Rückgang von 0,6 Mio. Tonnen für China, einen Abfall von 0,4 Mio. Tonnen für Nigeria und einer Regression von 0,2 Mio. Tonnen für die Philippinen mehr als ausgeglichen wurde.  Die Endbestände werden um 2,0 Mio. Tonnen auf den Rekordwert von 177,0 Mio. Tonnen erhöht.

Ölsaaten:

Die Prognosen für Angebot und Nachfrage von Ölsaaten für 2019/20 beinhalten im Vergleich zum Vormonat niedrigere Produktions-, Vermahlungs- und Lagerbestände.  Die globale Produktion wird auf 463,6 Mio. Tonnen geschätzt, was einem Rückgang von 3,4 Mio. Tonnen bei der Produktion von weniger Soja, Baumwollsaatgut, Sonnenblumensaatgut und Raps entspricht.  Die Sojaproduktion für Indien wird um 2,0 Mio. Tonnen auf 9,0 Mio. Tonnen reduziert, da die Erträge aufgrund übermäßiger Niederschläge in der Nachsaison geringer sind.  Die Sojaproduktion wird auch für Kanada aufgrund niedrigerer Erträge reduziert.  Weitere Produktionsänderungen betreffen die geringere Sonnenblumenproduktion in Argentinien und die geringere Rapsproduktion in Australien und der Europäischen Union. Die Änderungen der internationalen Sojabohnenvermahlung für 2019/20 beinhalten Reduzierungen für Indien, China und Kanada.  Die Endbestände weltweiter Sojabohnen für 2019/20 werden reduziert, wobei niedrigere Prognosen für Argentinien, Kanada und Indien nur teilweise durch höhere Prognosen für Brasilien und Ägypten ausgeglichen werden. 

Veröffentlichungstermine der WASDE-Monatsberichte 2019:

 
  • 10. Dezember

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Der Veröffentlichungszeitpunkt des WASDE-Reports ist 12:00 Uhr Ostküstenzone (entspricht 18:00 bei uns).