EU-Prognose 2035: moderates Produktionswachstum bei Eiern
Die europäische Konsumeierproduktion steigt bis 2035 schwächer als im letzten Jahrzehnt, während der Verbrauch weiter zunimmt. Die EU bleibt Nettoexporteur.
EU-Eierproduktion wächst schwächer als zuletzt – Pro-Kopf-Verbrauch steigt
Die Europäische Kommission erwartet im aktuellen EU-Agrarausblick 2025-2035 einen Anstieg der Konsumeierproduktion auf insgesamt 6,71 Mio. t bis zum Jahr 2035 (in Eiäquivalent). Zwischen 2015 und 2025 wuchs die europäische Eierproduktion jährlich um 0,8 %. Im nächsten Jahrzehnt soll die Produktion weiter zunehmen, jedoch mit einer etwas geringeren Wachstumsrate von 0,5 % pro Jahr. Als Gründe nennt die Kommission das rückläufige Bevölkerungswachstum sowie möglichen Herausforderungen durch die Vogelgrippe.
Der Pro-Kopf-Verbrauch dürfte bis 2035 von derzeit 13,7 kg auf 14,5 kg zunehmen und damit jährlich um 0,5 % wachsen. Die Nachfrage soll sowohl auf Konsumentenebene als auch seitens der verarbeitenden Industrie hoch bleiben. Mit steigenden Einkommen wird zudem eine wachsende Nachfrage nach Bio- und Freilandeiern erwartet.
Abb.: Produktion von Konsumeiern und Pro-Kopf-Verbrauch in der EU
(in Eiäquivalent)
Außenhandel: Potenzielle Exportchancen in Südostasien
Der weltweite Eierverbrauch wird zwischen 2025 und 2035 voraussichtlich um 13 % steigen, vor allem in Indien und in den aufstrebenden Märkten Südostasiens. Die Analysten der EU-Kommission rechnen für 2025 mit einer Ausweitung der EU-Eierexporte um 5 % gegenüber 2024 auf rund 377.000 t Eiäquivalent. In den kommenden zehn Jahren werden die EU-Ausfuhren voraussichtlich jährlich um etwa 1,7 % zunehmen und bis 2035 ein Volumen von 427.000 t erreichten, gestützt durch die steigende Nachfrage in den Nachbarländern sowie in Märkten wie Japan.
Die EU importiert den Großteil ihrer Eier – hauptsächlich Frischeier – aus der Ukraine und dem Vereinigten Königreich. In den letzten drei Jahren haben die ukrainischen Einfuhren deutlich zugenommen; 2023 und 2024 stammten rund 60 % der gesamten EU-Eierimporte aus der Ukraine. Bis 2035 dürften die Importmengen von derzeit 149.000 t Eiäquivalent auf voraussichtlich 164.000 t steigen, was einer jährlichen Wachstumsrate von 2,7 % entspricht. Trotz steigender Importe bleibt die Europäische Union damit weiterhin Nettoexporteur.
Abb.: EU-Import- und Exportmengen von Konsumeiern (in Eiäquivalent)