Preisanstiege für Raps, Soja und Düngemittel durch Angriff auf den Iran
Der Angriff auf den Iran führt zu einer Verteuerung von Erdöl und Erdgas sowie für Raps, Soja und Düngemittel.
Die jüngste Eskalation im Nahen Osten, ausgelöst durch Luftangriffe der USA und Israels auf den Iran, hat weltweite wirtschaftliche Turbulenzen zur Folge. In Reaktion darauf startete der Iran Raketen- und Drohnenangriffe auf mehrere Nachbarstaaten und sperrte die Straße von Hormus für den internationalen Schiffsverkehr. Die Meerenge hat für die weltweite Energieversorgung eine Schlüsselrolle, da etwa 30 % des globalen Ölhandels und 20 % des Flüssigerdgas-Handels (LNG) durch diese Region transportiert werden. Die Sperrung der Straße von Hormus destabilisiert die Energiemärkte erheblich, da die dort transportierten Öl- und Gaslieferungen für die weltweite Versorgung – und besonders für Katar als wichtigen Gasexporteur – zentral sind.
Die Erdölpreise liegen durch die Herstellung von Biodiesel aus Raps und Bioethanol aus Mais im starken Zusammenhang mit diesen Agrargütern. Dementsprechend stieg der Rapskurs an der Pariser Börse auf aktuell 499 EUR/t (Schlusskurs 03.03.2026, Mai-Kontrakt) an und markiert damit das höchste Niveau seit 12 Monaten.
Der Pariser Maiskurs ist ebenso nach oben geklettert und liegt mit aktuell 210,50 EUR/t (Schlusskurs 03.03.2026, März-Kontrakt) auf dem höchsten Niveau seit 9 Monaten. In abgeschwächter Form kletterte auch der Pariser Weizenpreis nach oben und liegt mit 203,25 EUR/t (Schlusskurs 03.03.2026, Mai-Kontrakt) auf dem höchsten Niveau seit 10 Monaten.
Nicht unerwähnenswert sind auch die Gaspreisanstiege durch die Eskalation im Iran: Der europäische Großhandelspreis für Gas (Dutch TTF Natural Gas Futures) liegt am 3.März 2026 bei 55,30 EUR/MW auf dem höchsten Niveau seit mehr als zwei Jahren. Erhöhte Gaspreise führen in der Regel zu erhöhten Stickstoffdüngerpreisen. Die Kalkammonsalpeterpreise am europäischen Großhandel (FOB deutsche Ostseehäfen) liegen aktuell mit 378 EUR/t unverändert zur Vorwoche, aber übersteigen die Preiskurve der letzten 12 Monate. Die europäischen Großhandelspreise für Harnstoff liegen mit aktuell 570 EUR/t (FOB deutsche Ostseehäfen) auf dem höchsten Niveau seit drei Jahren.
https://www.ama.at/marktinformationen/getreide-und-olsaaten/preise/