Welche Entwicklungen gab es nach dem Ende der Milchquotenregelung in Europa im Milchsektor?
Die aktuelle Studie der Agrarmarkt Austria, der BLE und FranceAgriMer zeigt, wie sich die nationalen Milchmärkte seit 2015 entwickelt haben – mit klaren Parallelen, aber auch deutlichen Unterschieden.
Analyse in Österreich, Deutschland und Frankreich
Seit dem Auslaufen der Milchquoten ist in Österreich, Deutschland und Frankreich ein klarer Strukturwandel erkennbar: Die Zahl der milchliefernden Betriebe sank zwischen 2015 und 2024, gleichzeitig stiegen die durchschnittlichen Anlieferungsmengen pro Milchbetrieb. Auch die Zahl der Verarbeitungsbetriebe ist in den drei Ländern zurückgegangen, allerdings führte das Quotenende in Deutschland zunächst zu einem kurzfristigen Anstieg der Molkereiunternehmen. Unterschiede zeigen sich auch bei der Bündelung in Erzeugerorganisationen: So haben sich in Deutschland und Frankreich seit 2015 verstärkt Erzeugerorganisationen etabliert, während in Österreich die Genossenschaftsstruktur weiterhin eine zentrale Rolle spielt.
Der Produktmix der deutschen und französischen Milchindustrie blieb nach Abschaffung der Milchquote weitgehend stabil, in Österreich veränderte sich hingegen die Produktpalette: Die Käseerzeugung wurde ausgeweitet und auch die Herstellung von Mischtrunk nahm zu. Zudem weist Österreich den mit Abstand höchsten Anteil an Biomilch in der EU auf. Seit dem Ende der Quotenregelung konnte der Bio-Anteil an der gesamten Milchanlieferung nochmals deutlich zulegen, stärker als in Deutschland und Frankreich.
Die Studie Welche Entwicklungen gab es nach dem Ende der Milchquotenregelung in Europa im Milchsektor? wurde im Rahmen der Kooperation der Agrarmarkt Austria (AMA) mit der deutschen Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) und der französischen Behörde für landwirtschaftliche und maritime Erzeugnisse (FranceAgriMer) erstellt und im April 2026 veröffentlicht.