Robuste Versorgung: EU-Milchmarkt zeigt klare Überschüsse
Die EU-27 hat ihre Milchproduktion im Jahr 2025 weiter gesteigert. Trotz sinkender Kuhzahlen konnte die Milchleistung erhöht werden. Die EU bleibt bei Milchprodukten deutlich selbstversorgt, insbesondere bei Milchpulver.
EU-Milchanlieferung 2025 deutlich ausgeweitet
Nach vorläufigen Angaben der Europäischen Kommission erreichte die Milchproduktion in den 27 EU-Mitgliedstaaten im Jahr 2025 insgesamt 158,1 Mio. Tonnen Kuhmilch. Damit lag die Erzeugung 2,4 Mio. Tonnen über dem Niveau von 2024, was einem Zuwachs von 1,6 % entspricht. Die Prognosen für das heurige Jahr gehen von einer weiteren Zunahme der Produktionsmengen auf insgesamt 158,3 Mio. Tonnen Milch aus. Betrachtet man die langfristige Entwicklung, ergibt sich damit eine voraussichtliche Mehrmenge von 10,2 Mio. Tonnen innerhalb von zehn Jahren – ein Anstieg von knapp 7 %. Von der gesamten Rohmilchmenge des Jahres 2025 wurden rund 94 % an Molkereien geliefert, also insgesamt 148,7 Mio. Tonnen. Zusätzliche 2,7 Mio. Tonnen wurden zur Fütterung der Nachzucht eingesetzt. Weitere 6,7 Mio. Tonnen wurden am Hof für die menschliche Ernährung genutzt oder direkt vermarktet.
Weniger Milchkühe – höhere Milchleistung
Die Zahl der Milchkühe in der EU-27 ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gesunken. Für 2025 erwartet die EU-Kommission einen erneuten Rückgang auf 18,8 Mio. Tieren – eine Abnahme von 0,7 % im Vergleich zu 2024. Für das laufende Jahr wird eine weitere Reduktion auf 18,6 Mio. Milchkühe prognostiziert. In den letzten zehn Jahren sind die Bestände somit um 2,7 Mio. Kühe gesunken. 2016 wurden noch 21,3 Mio. Milchkühe gemeldet – ein Minus von 13 %.
Parallel dazu ist die durchschnittliche Milchleistung je Kuh deutlich gestiegen. Während eine Milchkuh im Jahr 2016 im Schnitt 6.831 kg Milch lieferte, gehen die Analysten für 2026 bereits von 8.359 kg aus. Das entspricht einem Leistungszuwachs von rund 1.500 kg je Kuh oder 22 % innerhalb einer Dekade. Deutliche Unterschiede zeigen sich zwischen den Mitgliedsstaaten, was vor allem auf verschiedene Produktionssysteme zurückzuführen ist. Mit einer Jahresleistung von über 10.000 kg je Kuh lagen Dänemark, Finnland und Estland im Jahr 2024 an der Spitze. Österreich befand sich mit 7.100 kg im Mittelfeld. Die niedrigsten Erträge meldeten Rumänien und Bulgarien mit durchschnittlichen Milcherträgen von 3.500 bzw. 4.700 kg Milch je Kuh.
EU-Selbstversorgung bei Milch: Deutliche regionale Unterschiede
Aktuelle Daten von CLAL weisen für das erste Quartal 2026 einen durchschnittlichen Selbstversorgungsgrad der EU (gemessen in Milchäquivalent) von 116 % aus. Die Unterschiede zwischen den Regionen sind jedoch deutlich: Die baltischen und nordischen Mitgliedsstaaten erreichen mit rund 142 % den höchsten Wert. Dahinter folgen die zentral- und osteuropäischen Länder mit 134 % bzw. 106 %. Deutlich niedriger fällt die Quote im Süden der EU aus: Die südlichen Mitgliedsstaaten können ihren Eigenbedarf nur zur 80 % decken, wobei Italien mit 88 % über dem regionalen Durchschnitt liegt.
EU-Milchmarkt: Stabile Versorgungslage bei Käse – leichte Abschwächung bei Butter – Überschüsse bei Milchpulver
Der Selbstversorgungsgrad bei einzelnen Molkereiprodukten zeigt laut Daten der EU-Kommission für 2024 ein insgesamt stabiles Bild – mit klaren Unterschieden zwischen den Produktgruppen. Für Käse blieb die Versorgungslage konstant: Der Selbstversorgungsgrad lag 2024 bei 112 % und damit auf dem Niveau der Vorjahre. Die vorläufigen Zahlen für 2025 und 2026 bestätigen diesen stabilen Trend. Bei Butter zeigt sich hingegen eine leichte Abschwächung. 2024 konnte der Bedarf noch zu 113 % gedeckt werden, für 2025 wird ein Rückgang um 4 Prozentpunkte auf 109 % erwartet. Als Hauptgrund weist die EU-Kommission einen steigenden Inlandsverbrauch bei gleichzeitig stabiler Produktion aus. Weil die Nachfrage schneller wächst als das Angebot, wurden die Importmengen entsprechend ausgeweitet. Besonders hohe Werte zeigen sich bei Milchpulver: Für Magermilchpulver lag der Selbstversorgungsgrad 2024 bei 185 %, für Vollmilchpulver betrug er 159 %. Für das laufende Jahr wird bei Magermilchpulver eine weitere Steigerung auf 191 % prognostiziert, während bei Vollmilchpulver ein Rückgang auf 148 % erwartet wird. Insgesamt bleibt Milchpulver eine klar exportorientierte Ware.