FAO-Preisindex im Juli 2026
Nahrungsmittelpreisindex steigt im Juli aufgrund höherer Getreide/Ölsaatenpreise leicht an
Der FAO-Nahrungsmittel-Preisindex stellt eine Maßzahl für die monatliche Änderung der Preise auf den internationalen Märkten dar. Er ist der gewogene Durchschnitt getrennt ermittelter Preisindizes von 5 verschiedenen Produktgruppen (Getreide, pflanzliche Öle, Zucker, Milchprodukte, Fleisch) und repräsentiert insgesamt 73 weltweite Notierungen. Die Gewichtung der 5 Teil-Indizes erfolgt anhand der Exportanteile der jeweiligen Produktgruppe in den Jahren 2014-2016. Die nachträgliche Berichtigung der Indexreihe ist möglich und üblich. Daher muss für Vergleichszwecke immer die allerjüngste Ausgabe des FAO-Nahrungsmittel-Preisindexes herangezogen werden.
FAO-Nahrungsmittel-Preisindex für einzelne Produktgruppen und gesamt:
Juli 2026 | Juni 2026 - berichtigt | |
|---|---|---|
Getreide | 113,8 | 110,0 |
Pflanzliche Öle | 195,7 | 192,0 |
Milchprodukte | 116,2 | 117,0 |
Fleisch | 127,7 | 131,3 |
Zucker | 95,0 | 90,0 |
FAO-Nahrungsmittel-Preisindex | 131,1 | 130,3 |
Der FAO-Nahrungsmittel-Preisindex (FFPI) lag im Juli 2026 im Durchschnitt bei 131,1 Punkten und stieg damit gegenüber dem Stand vom Juni um + 0,6 %. Anstiege bei den Preisindizes für Getreide, Zucker und Pflanzenöle wurden teilweise durch Rückgänge bei den Indizes für Fleisch und Milchprodukte ausgeglichen. Im Vergleich zum Vorjahr lag der FFPI um + 1,0 % höher, blieb jedoch - 18,2 % unter seinem im März 2022 erreichten Höchststand.
Der FAO-Getreide-Preisindex lag im Juli bei durchschnittlich 113,8 Punkten, was einem Anstieg von + 3,4 % gegenüber Juni und einem Anstieg von + 6,9 % gegenüber dem Stand vom Juli 2025 entspricht. Die weltweiten Weizenpreise stiegen um + 5,8 % und lagen damit + 9,9 % über dem Vorjahresniveau. Grund dafür waren verstärkte Bedenken hinsichtlich anhaltender Störungen der Exportströme aus dem Schwarzmeerraum und die Auswirkungen der jüngsten Hitzewellen auf die Ernteerträge in mehreren wichtigen Erzeugerländern. Auch die weltweiten Maispreise stiegen gegenüber Juni um + 3,6 %, gestützt durch Befürchtungen hinsichtlich heißer und trockener Wetterbedingungen in Teilen des „Corn Belt“ in den USA sowie durch Ausstrahlungseffekte aus den festeren Energiemärkten vor dem Hintergrund verschärfter geopolitischer Spannungen. Die internationalen Sorghum-Preise legten im Einklang mit den Preisanstiegen bei Mais in den USA leicht zu. Im Gegensatz dazu fielen die Gerstenpreise um - 1,9 %, da die günstigen Ernteaussichten in Australien und im Schwarzmeerraum die hitzebedingten Ertragsausfälle in der EU mehr als ausglichen.
Der FAO-Preisindex für Reis blieb hingegen im Juli 2026 weitgehend stabil, da ein leichter Anstieg der Indica-Notierungen durch nachfragebedingte Preisrückgänge bei allen anderen wichtigen gehandelten Reissorten ausgeglichen wurde.
Der FAO-Pflanzliche-Öle-Preisindex lag im Juli bei durchschnittlich 195,7 Punkten, was einem Anstieg von + 2,0 % gegenüber dem Vormonat entspricht und den höchsten Stand seit Juni 2022 darstellt. Der anhaltende Anstieg des Index spiegelte die höheren Preise für Palm- und Sojaöl wider, die die niedrigeren Notierungen für Sonnenblumen- und Rapsöl mehr als ausglichen. Die internationalen Palmölpreise stiegen nach einem kurzen Rückgang im Mai den zweiten Monat in Folge an, was vor allem auf die starke Nachfrage aus dem indonesischen Biodieselsektor und die höheren Rohölpreise zurückzuführen war, die den Abwärtsdruck durch die saisonal bedingte Produktionssteigerung in Südostasien überkompensierten. Ebenso stiegen die weltweiten Sojaölpreise, gestützt durch die anhaltend robuste Nachfrage nach Rohstoffen in den USA und eine stärkere weltweite Importnachfrage aufgrund der verbesserten preislichen Wettbewerbsfähigkeit. Im Gegensatz dazu gingen die weltweiten Preise für Sonnenblumen- und Rapsöl zurück, was die Erwartungen eines größeren Angebots in der Saison 2026/27 widerspiegelte, obwohl erneute Spannungen in der Schwarzmeerregion und Bedenken hinsichtlich der Auswirkungen dieser Spannungen auf die Exportströme weitere Preisrückgänge begrenzten.
Der FAO-Fleisch-Preisindex* lag im Juli bei durchschnittlich 127,7 Punkten, was einem Rückgang um -2,8 % gegenüber Juni entspricht, jedoch immer noch + 0,8 % über dem Niveau des Vorjahres liegt. Dies war der erste monatliche Rückgang im Jahr 2026 und spiegelte niedrigere Notierungen in allen Fleischkategorien mit Ausnahme von Schaffleisch wider. Die internationalen Preise für Geflügelfleisch gingen gegenüber Juni zurück, was vor allem auf niedrigere Notierungen in Brasilien aufgrund eines reichlichen Exportangebots zurückzuführen war. Die Unsicherheit hinsichtlich des künftigen Zugangs zum Markt der EU aufgrund der Anforderungen an antimikrobielle Mittel schürte zudem die Erwartungen, dass höherwertige Produkte auf alternative Märkte umgeleitet werden könnten, was den Wettbewerb voraussichtlich verschärfen und die Preise belasten würde. Auch die Notierungen für Schweinefleisch gingen zurück, was auf das reichliche Angebot in der EU und die gedämpfte weltweite Nachfrage zurückzuführen war, obwohl die hohen Sommertemperaturen das Wachstum der Tiere bremsten und somit eine gewisse Stützung der Preise bewirkten. Die weltweiten Rindfleischpreise gaben nach, was auf eine schwächere Importnachfrage aus Asien zurückzuführen war. In Australien sanken die Exportpreise, da die Lieferungen nach China und in die Republik Korea zurückgingen, nachdem die jährlichen Kontingente ausgeschöpft waren, wodurch für nachfolgende Exporte höhere Zölle galten, während sich in Brasilien die Exporte verlangsamten, da Chinas Schutzkontingent für Rindfleisch fast vollständig ausgeschöpft war. Im Gegensatz dazu stiegen die Preise für Schaffleisch im Juli weiter an und erreichten ein neues Rekordhoch, gestützt durch anhaltend knappe Exportvorräte in Ozeanien und eine anhaltend starke weltweite Importnachfrage.
Der FAO-Milchprodukte-Preisindex lag im Juli bei durchschnittlich 116,2 Punkten, was einem Rückgang um - 0,7 % gegenüber Juni und einem Rückgang um - 24,8 % gegenüber dem Stand im Juli 2025 entspricht, womit sich der seit April zu beobachtende Rückgang fortsetzte. Der Rückgang spiegelte niedrigere Notierungen für Butter und Milchpulver wider, die eine leichte Erholung der Käsepreise mehr als ausglichen. Die Preise für Magermilchpulver (SMP) fielen gegenüber Juni um - 3,3 %, da das reichliche Exportangebot in der EU und Ozeanien in Verbindung mit einer zurückhaltenderen Kaufhaltung nach den vorangegangenen Preisanstiegen die Notierungen belastete. Dennoch blieb SMP das einzige Milchprodukt, dessen Preis über dem Niveau vom Juli 2025 lag. Die Preise für Vollmilchpulver (WMP) gingen um - 3,1 % zurück, da die gedämpfte Importnachfrage, insbesondere aus China, weiterhin die kräftigen Käufe aus Südostasien und dem Nahen Osten überwog, wobei der zunehmende Exportwettbewerb zusätzlichen Abwärtsdruck auf die Notierungen ausübte. Die Butterpreise fielen um - 2,4 %, da die verbesserte Verfügbarkeit von Milchfett und das wachsende Exportangebot die angespannte Marktlage, insbesondere in Europa, entschärften. Im Gegensatz dazu stieg der Käsepreisindex um + 1,7 % und verzeichnete damit den ersten monatlichen Anstieg seit Juli 2025, da ein saisonal bedingter Rückgang des Milchangebots die Käsepreise in der EU ankurbelte und die anhaltenden Preisrückgänge in Ozeanien mehr als ausglich, wo die Käsepreise aufgrund reichlicher Exportmengen und verschärften Wettbewerbs aus den USA weiterhin unter Druck standen.
Der FAO-Zucker-Preisindex lag im Juli bei durchschnittlich 95,0 Punkten, was einem Anstieg um + 5,6 % gegenüber Juni entspricht, jedoch immer noch - 8,0 % unter dem Vorjahresniveau liegt. Der Anstieg war vor allem auf Befürchtungen hinsichtlich der möglichen Auswirkungen anhaltender Hitze und Trockenheit auf die Ernteerträge in der EU sowie der durch El Niño bedingten Wetterbedingungen auf die Produktionsaussichten in wichtigen Erzeugerländern Asiens zurückzuführen. Die Erwartung einer stärkeren Nachfrage nach Ethanol in Brasilien infolge einer vorübergehenden Anhebung der vorgeschriebenen Ethanolbeimischung im Benzin stützte die Preise ebenfalls, da eine höhere Ethanolbeimischungspflicht dazu führen könnte, dass ein größerer Anteil des Zuckerrohrs für die Ethanolproduktion verwendet wird und dadurch die Verfügbarkeit von Zucker sinkt. Die sich verbessernden Erntebedingungen in den wichtigen Anbaugebieten im Zentrum und Süden Brasiliens begrenzten jedoch den allgemeinen Anstieg der internationalen Zuckerpreise.
*im Unterschied zu den anderen Warengruppen sind die meisten Preise, die in die Kalkulation des FAO-Fleisch-Preisindex einfließen, zum Zeitpunkt der Errechnung und Veröffentlichung des Preisindex noch nicht verfügbar. Deshalb war der Wert des Fleisch-Preisindex in den meisten der letzten Monate eine Mischung aus vorausgesagten und beobachteten Preisen. Das kann in bestimmten Fällen eine deutliche Revision des endgültigen Wertes des FAO-Fleisch-Preisindex bedeuten, welche wiederum den Nahrungsmittel-Preisindex beeinflussen kann.
Im November 2024 wurde der Fleischpreisindex überarbeitet, um die Genauigkeit bei der Darstellung der wichtigsten international gehandelten Fleischprodukte zu erhöhen. Diese Revision beinhaltet historische Anpassungen für die folgenden spezifischen Preise: Die brasilianischen Geflügelfleischpreise wurden an die von der nationalen Regierung bereitgestellten Definitionen angepasst (Quelle: Comex Stat); die australischen Rinderfleischpreise werden nun aus den von Meat and Livestock Australia (MLA) gemeldeten FOB-Werten abgeleitet; die australischen Schaffleischpreise wurden überarbeitet, um sich auf das schwergewichtige Lammfleischprodukt zu konzentrieren (Quelle: MLA), das den Exportmarkt besser repräsentiert; und die neuseeländischen Schaffleischpreise wurden aktualisiert, um den durchschnittlichen Lammexportwert zu verwenden (Quelle: AgriHQ).