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FAO Preisindex

10.06.2026

FAO-Preisindex im Mai 2026

FAO-Nahrungsmittel-Preisindex bleibt trotz unterschiedlicher Entwicklungen bei den Rohstoffpreisen stabil

Der FAO-Nahrungsmittel-Preisindex stellt eine Maßzahl für die monatliche Änderung der Preise auf den internationalen Märkten dar. Er ist der gewogene Durchschnitt getrennt ermittelter Preisindizes von 5 verschiedenen Produktgruppen (Getreide, pflanzliche Öle, Zucker, Milchprodukte, Fleisch) und repräsentiert insgesamt 73 weltweite Notierungen. Die Gewichtung der 5 Teil-Indizes erfolgt anhand der Exportanteile der jeweiligen Produktgruppe in den Jahren 2014-2016. Die nachträgliche Berichtigung der Indexreihe ist möglich und üblich. Daher muss für Vergleichszwecke immer die allerjüngste Ausgabe des FAO-Nahrungsmittel-Preisindexes herangezogen werden.

FAO-Nahrungsmittel-Preisindex für einzelne Produktgruppen und gesamt:

Getreide

114,3

111,3

Pflanzliche Öle

185,0

193,9

Milchprodukte

119,2

119,7

Fleisch

130,5

130,4

Zucker

95,1

88,5

FAO-Nahrungsmittel-Preisindex

130,8

131,0


 

Mai 2026

April 2026 - berichtigt 

Der FAO-Nahrungsmittel-Preisindex (FFPI) lag im Mai 2026 bei durchschnittlich 130,8 Punkten, was einem Rückgang um - 0,2 % gegenüber dem revidierten Wert vom April entspricht; damit blieb er weitgehend stabil. Anstiege bei den Preisindizes für Getreide und Zucker wurden durch Rückgänge bei Pflanzenölen und Milchprodukten ausgeglichen, während der Index für Fleischprodukte nahezu unverändert blieb. Im Vergleich zu früheren Werten lag der FFPI im Mai um + 2,9 % höher als vor einem Jahr, blieb jedoch um bis zu - 18,4 % unter seinem im März 2022 erreichten Höchststand.

Der FAO-Getreide-Preisindex lag im Mai bei durchschnittlich 114,3 Punkten, was einem Anstieg um + 2,6 % gegenüber April und um + 4,9 % gegenüber dem Vorjahreswert entspricht. Die anhaltende Zunahme spiegelte höhere Preise bei allen wichtigen Getreidesorten wider. Die weltweiten Weizenpreise nahmen im Mai den vierten Monat in Folge zu, gestützt durch die erwarteten Ernteausfälle in wichtigen Exportländern, darunter die USA, wo die Erntebedingungen für Winterweizen zu den ungünstigsten seit Jahrzehnten zählen. Die weltweit steigenden Kosten für Treibstoff und Düngemittel übten zusätzlichen Aufwärtsdruck aus. Die Maispreise wurden weiterhin durch eine stärkere Importnachfrage in den Schlüsselmärkten, ein knapperes Angebot in Brasilien und den USA sowie festere Energiepreise gestützt, die die Nachfrage im Zusammenhang mit Ethanol ankurbelten. Die internationalen Preise für Sorghum und Gerste stiegen vor allem aufgrund von Folgeeffekten der angespannten Lage auf den globalen Mais- und Weizenmärkten.

Der FAO-Preisindex für Reis stieg im Mai 2026 um + 2,7 %, da Wetterbedenken sowie höhere Preise für Rohöl und dessen Derivate die Notierungen in einigen führenden asiatischen Exportländern stützten.

Der FAO-Pflanzliche-Öle-Preisindex lag im Mai bei durchschnittlich 185,0 Punkten, was einem Rückgang um - 4,6 % gegenüber April entspricht und den ersten monatlichen Rückgang seit Anfang 2026 darstellt. Der Rückgang war hauptsächlich auf niedrigere Preise für Palm- und Sojaöl zurückzuführen, die den Anstieg der Preise für Raps- und Sonnenblumenöl mehr als ausglichen. Nachdem die internationalen Palmölpreise fünf Monate in Folge gestiegen waren, gaben sie nach, was auf die Erwartung einer schwächeren weltweiten Importnachfrage und Unsicherheiten auf den Rohölmärkten zurückzuführen war. Die weltweiten Sojaölpreise entwickelten sich uneinheitlich: Während saisonale Zuwächse bei den exportierbaren Beständen die Preise in Südamerika belasteten, stützte die robuste Nachfrage nach Biokraftstoffen die Preise in den USA. Unterdessen stiegen die Preise für Rapsöl aufgrund saisonal knapper werdender Vorräte in der EU, während die Notierungen für Sonnenblumenöl weiter zulegten, gestützt durch anhaltende Versorgungsengpässe, insbesondere in der Ukraine.

Der FAO-Fleisch-Preisindex* lag im Mai bei durchschnittlich 130,5 Punkten und blieb damit gegenüber dem revidierten Wert vom April nahezu unverändert + 0,1 %; gegenüber dem Vorjahreswert lag er um + 6,3 % höher. Höhere Notierungen für Rind- und Schaffleisch sowie ein leichter Anstieg der Preise für Geflügelfleisch wurden fast vollständig durch einen Rückgang der Preise für Schweinefleisch ausgeglichen. Gleichzeitig schränkte der anhaltende Wiederaufbau der Bestände in mehreren wichtigen Erzeugerländern das Exportangebot weiterhin ein. Die weltweiten Preise für Schaffleisch stiegen, da die höheren Notierungen in Neuseeland, die durch das begrenzte Angebot gestützt wurden, nur teilweise durch einen vorübergehenden Rückgang der australischen Exportpreise ausgeglichen wurden. Die dortigen Trockenwetterprognosen führten zu vermehrten Schlachtungen und vergrößerten das Exportangebot. Die Preise für Geflügelfleisch stiegen leicht an, da die höheren Preise in Brasilien, die durch eine starke weltweite Importnachfrage gestützt wurden, teilweise durch etwas niedrigere Notierungen in den USA ausgeglichen wurden, was auf ein reichliches Angebot zurückzuführen war. Im Gegensatz dazu gingen die Preise für Schweinefleisch zurück, was hauptsächlich auf niedrigere Preise in der EU aufgrund eines reichlichen Angebots und einer verhaltenen Importnachfrage zurückzuführen war.

Der FAO-Milchprodukte-Preisindex lag im Mai bei durchschnittlich 119,2 Punkten, was einem Rückgang um - 0,5 % gegenüber April und einem Rückgang um - 22,4 % gegenüber dem Vorjahresniveau entspricht. Die internationalen Butterpreise gaben sowohl in Europa als auch in Ozeanien weiter nach, da das verbesserte Angebot an Milchfett und der verschärfte Wettbewerb unter den großen Exporteuren die Notierungen belasteten. Die Käsepreise gaben nur geringfügig nach, da das reichliche Exportangebot und der verschärfte Wettbewerb auf den internationalen Märkten teilweise durch die anhaltende Stützung seitens der Molke- und Milchproteinmärkte ausgeglichen wurden. Das trug dazu bei, die Preise in den wichtigsten Exportregionen auf einem stabilen Niveau zu halten. Im Gegensatz dazu stiegen die Preise für Magermilchpulver weiter an, insbesondere in Europa, gestützt durch eine starke Importnachfrage aus dem Nahen Osten, Nordafrika und Teilen Asiens. Die Preise für Vollmilchpulver entwickelten sich uneinheitlich: In Ozeanien waren leichte Anstiege zu verzeichnen, gestützt durch eine saisonal knapper werdende Exportverfügbarkeit nach dem Produktionshöhepunkt sowie eine anhaltende Nachfrage aus Südostasien und dem Nahen Osten; diese wurden jedoch weitgehend durch niedrigere europäische Notierungen ausgeglichen, die die gedämpfte Nachfrage aus China und ein insgesamt komfortables weltweites Angebot widerspiegelten.

Der FAO-Zucker-Preisindex lag im Mai bei durchschnittlich 95,1 Punkten, was einem Anstieg um + 7,5 % gegenüber April entspricht. Damit erreichte er den höchsten Stand seit Oktober 2025, blieb jedoch - 13,1 % unter dem Vorjahresniveau. Der Anstieg war vor allem auf Befürchtungen hinsichtlich einer erwarteten Verknappung des weltweiten Zuckerangebots in den kommenden Monaten zurückzuführen. In den wichtigsten Anbaugebieten im Süden Brasiliens weckten Daten, die einen geringeren Anteil des für die Zuckerproduktion bestimmten Zuckerrohrs belegten, Erwartungen hinsichtlich einer stärkeren Umstellung auf Ethanol, was die weltweiten Zuckerpreise stützte. Die rege Zuckerrohrverarbeitung in der zweiten Aprilhälfte kurbelte jedoch die Zuckerproduktion an und dämpfte den Aufwärtsdruck. Zusätzliche Stützung für die Preise ergab sich aus der Befürchtung, dass El-Niño-Bedingungen die Zuckerproduktion in Indien und Thailand im Wirtschaftsjahr 2026/27 beeinträchtigen und damit möglicherweise das weltweite Exportangebot verringern könnten.

*im Unterschied zu den anderen Warengruppen sind die meisten Preise, die in die Kalkulation des FAO-Fleisch-Preisindex einfließen, zum Zeitpunkt der Errechnung und Veröffentlichung des Preisindex noch nicht verfügbar. Deshalb war der Wert des Fleisch-Preisindex in den meisten der letzten Monate eine Mischung aus vorausgesagten und beobachteten Preisen. Das kann in bestimmten Fällen eine deutliche Revision des endgültigen Wertes des FAO-Fleisch-Preisindex bedeuten, welche wiederum den Nahrungsmittel-Preisindex beeinflussen kann.

Im November 2024 wurde der Fleischpreisindex überarbeitet, um die Genauigkeit bei der Darstellung der wichtigsten international gehandelten Fleischprodukte zu erhöhen. Diese Revision beinhaltet historische Anpassungen für die folgenden spezifischen Preise: Die brasilianischen Geflügelfleischpreise wurden an die von der nationalen Regierung bereitgestellten Definitionen angepasst (Quelle: Comex Stat); die australischen Rinderfleischpreise werden nun aus den von Meat and Livestock Australia (MLA) gemeldeten FOB-Werten abgeleitet; die australischen Schaffleischpreise wurden überarbeitet, um sich auf das schwergewichtige Lammfleischprodukt zu konzentrieren (Quelle: MLA), das den Exportmarkt besser repräsentiert; und die neuseeländischen Schaffleischpreise wurden aktualisiert, um den durchschnittlichen Lammexportwert zu verwenden (Quelle: AgriHQ).

Detaillierter Überblick:

  • FAO - Food Price Index

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