Der WASDE-Monatsbericht

17.01.2022 Prognose für 2020/21: argentinische Weizenproduktion auf 20,5 Mio.t erhöht, höhere Maisexporte für Ukraine, Pakistan und Tansania - Rückgang für Paraguay, weltweite Reisvorräte auf 696,4 Mio. t gesenkt, weltweiten Sojabohnenvorräte auf 95,2 Mio. t reduziert

Prognose des US-Landwirtschaftsministeriums (USDA) aus der Sicht vom 12. Jänner 2022

Die Entwicklung der Weltgetreideproduktion (Weizen, Grobgetreide und Reis), in Mio. Tonnen

 

  • 2009/2010: 2.245,41
  • 2010/2011: 2.198,85
  • 2011/2012: 2.322,07 
  • 2012/2013: 2.267,60
  • 2013/2014: 2.477,18
  • 2014/2015: 2.520,13
  • 2015/2016: 2.467,34
  • 2016/2017: 2.662,03
  • 2017/2018: 2.619,35
  • 2018/2019: 2.626,21
  • 2019/2020: 2.678,26
  • 2020/2021: 2.717,01 (geschätzt)
  • 2021/2022: 2.788,52 (prognostiziert)

Die Welt-Versorgungsbilanzen für Weizen, Grobgetreide, Ölsaaten und Reis

 

  • es handelt sich bei allen Angaben im folgenden Text um Prognosen
  • die Prognosen betreffen das Erntejahr 2021/2022
  • Vergleiche beziehen sich, wenn nicht anders angegeben, auf das Vormonat

WEIZEN

Für 2021/22 wird mit einem stabilen Angebot, einem geringeren Verbrauch, einem Rückgang der Exporte und einem Anstieg der Lagerbestände gerechnet. Produktionssteigerungen in Argentinien und der EU werden durch einen Produktionsrückgang in Brasilien und Paraguay und niedrigeren Anfangsbeständen in Russland ausgeglichen. Die argentinische Produktion wird aufgrund aktualisierter Ernteergebnisse auf einen Rekordwert von 20,5 Mio. t erhöht. Die russischen Anfangsbestände werden um 0,6 Mio. t gesenkt, da die Exporte zum Saisonende 2020/21 höher ausfallen. Der weltweite Verbrauch für 2021/22 wird um 1,9 Mio. t auf 787,5 Mio. t gesenkt, was in erster Linie auf einen reduzierten Futtermittel- und Nebenproduktenverbrauch in den USA, der EU und der Ukraine zurückzuführen ist. Der prognostizierte Welthandel 2021/22 wird auf 204,4 Mio. t gesenkt, da der Rückgang der Exporte Russlands und der USA nur teilweise durch höhere Exporte der EU ausgeglichen wird. Russland hat vor kurzem eine Weizenexportquote von 8,0 Mio. t für den Zeitraum von Mitte Februar bis Ende Juni angekündigt, was seine Ausfuhren in der zweiten Hälfte des Wirtschaftsjahres einschränken dürfte. Russlands Ausfuhren werden auf 35,0 Mio. t gesenkt während die Ausfuhren der EU auf 37,5 Mio. t erhöht werden. Die voraussichtlichen weltweiten Endbestände 2021/22 werden auf 280,0 Mio. t ansteigen, wobei die Erhöhungen vor allem für die USA, Russland, Kasachstan und Argentinien betreffen. Die weltweiten Endbestände für 2021/22 liegen jedoch immer noch auf dem niedrigsten Stand seit 2016/17.

GROB-GETREIDE (Mais, Hirse, Gerste, Roggen, Hafer, Mehrkorngetreide)

Die globale Grobgetreideproduktion für 2021/22 wird um 1,6 Mio. t auf 1.500,1 Mio. t gesenkt. International wird in diesem Monat ein Rückgang der Produktion, des Verbrauchs und der Lagerbestände erwartet. Für die weltweite Maiserzeugung wird ein Rückgang in Brasilien, Argentinien, Kenia, Mexiko, der EU und Paraguay prognostiziert, der teilweise durch einen Anstieg in der Ukraine ausgeglichen wird. In Argentinien verringert die Trockenheit im Dezember die Ertragsaussichten für früh gepflanzten Mais in wichtigen zentralen Anbaugebieten, obwohl die kritische Phase der Anbausaison in den kommenden Monaten liegt, da die spät gepflanzte Maisfläche in weiten Teilen der Ernte zunimmt. Für Brasilien wurden die Prognosen gesenkt, da die Ertragserwartungen für die erste Maisernte in Südbrasilien geringer sind. Zu den weiteren wichtigen Änderungen bei der Grobgetreideproduktion gehören aktualisierte Angaben zur Gersten-, Sorghum- und Hirseproduktion in China auf der Grundlage der neuesten Informationen aus dem Statistischen Jahrbuch für den ländlichen Raum. Zu den wichtigsten Änderungen im globalen Handel mit Grobgetreide für 2021/22 gehören höhere Maisexporte für die Ukraine, Pakistan und Tansania und ein Rückgang für Paraguay. Für 2020/21 werden die argentinischen und brasilianischen Ausfuhren für das im März 2021 beginnende Wirtschaftsjahr auf der Grundlage der bisher beobachteten Verschiffungen angehoben. Für 2021/22 werden die Maiseinfuhren für Kenia, Brasilien, Kanada und Mexiko erhöht, für Bangladesch jedoch gesenkt. Die Gersteneinfuhren werden für den Iran gesteigert und für Saudi-Arabien gesenkt. Die globalen Maisendbestände sind niedriger, was vor allem auf die Verringerung der Bestände in Brasilien, Argentinien und Pakistan zurückzuführen ist. Die weltweiten Maisbestände sind mit 303,1 Mio. t um 2,5 Mio. t gesunken.

REIS

Die globalen Aussichten für 2021/22 gehen von einem geringeren Angebot, weniger Verbrauch, einem geringfügig höheren Handel und niedrigeren Beständen aus. Die Reisvorräte werden auf 696,4 Mio. t gesenkt, vor allem aufgrund niedrigerer Anfangsbestände in Sri Lanka und Thailand und einer abfallenden Produktion in Mali und Sri Lanka. Der weltweite Verbrauch 2021/22 wird um auf 510,3 Mio. t gesenkt, bleibt aber auf Rekordniveau. Der Welthandel ist mit 49,9 Mio. t geringfügig höher, da die höheren Exporte Indiens, Vietnams und Chinas die Rückgänge in Brasilien und Paraguay mehr als ausgleichen. Die voraussichtlichen weltweiten Endbestände für 2021/22 werden auf 186,1 Mio. t gesenkt, vor allem aufgrund von Kürzungen in Sri Lanka, Indien und Thailand.

ÖLSAATEN

Die Aussichten für 2021/22 für Sojabohnen weltweit beinhalten geringere Produktion, Auspressung, Exporte und Lagerbestände. Die internationale Sojabohnenproduktion wird um 9,5 Mio. t gesenkt, da die Ernten in Brasilien, Argentinien und Paraguay kleiner ausfallen. Die brasilianische Sojabohnenernte wird um 5 Mio. t gesenkt, was auf die trockenen Wetterbedingungen im Dezember und Anfang Januar im Süden Brasiliens zurückzuführen ist. Die argentinische Ernte wird um 3 Mio. t reduziert, da sowohl die Anbaufläche als auch der Ertrag weniger sind, was zu einer geminderten Verarbeitung und reduzierten Ausfuhren von Mehl und Öl führt. Paraguays Ernte wird auf 8,5 Mio. t gesenkt, was zu geringeren Ausfuhren vor allem in die Nachbarländer führt. Die weltweiten Sojabohnenvorräte werden aufgrund kleinerer Bestände in Brasilien und Argentinien auf 95,2 Mio. t reduziert. Weitere bemerkenswerte Veränderungen bei Ölsaaten sind eine dezimierte Palmölproduktion in Malaysia und eine höhere Rapsproduktion in Indien, da die Aussaat schneller erfolgte als erwartet.

Veröffentlichungstermine der WASDE-Monatsberichte 2022

  • 09. Februar
  • 09. März
  • 08. April
  • 12. Mai
  • 10. Juni
  • 12. Juli
  • 12. August
  • 12. September
  • 12. Oktober
  • 09. November
  • 09. Dezember

Detaillierter Überblick:


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Der Veröffentlichungszeitpunkt des WASDE-Reports ist 12:00 Uhr Ostküstenzone (entspricht 18:00 bei uns).