EU-Geflügelfleischimporte 2025: Thailand legt zu, Brasilien und das Vereinigte Königreich verlieren
Krisen, Tierkrankheiten und Handelshemmnisse verschieben die Kräfteverhältnisse zwischen den zentralen Lieferländern der EU-27.
Nach aktuellen Angaben der Europäischen Kommission stiegen die EU-Einfuhren von Geflügelfleisch im Jahr 2025 auf rund 921.000 t Schlachtgewicht. Das entspricht einem Zuwachs von 2,7 % gegenüber dem Vorjahr. Die Importmengen aus Brasilien sanken auf 265.000 t (-8 %). Die geringeren Liefermengen sind vor allem auf Importbeschränkungen nach einem Vogelgrippe-Ausbruch im Mai 2025 zurückzuführen. Trotz dieses Rückgangs bleibt Brasilien das wichtigste Herkunftsland für die Europäische Union. Aus der Ukraine, dem zweitwichtigsten Herkunftsland, stiegen die Einfuhren auf insgesamt rund 200.000 t (+3 %). Die ukrainische Produktion erholte sich 2025 zwar vom kriegsbedingten Einbruch, viele Betriebsabläufe sind wegen der instabilen Stromversorgung aber weiterhin gebremst.
Thailand konnte seine Lieferungen im vergangenen Jahr hingegen deutlich steigern und belegte mit knapp 186.000 t und einem Plus von 18 % den dritten Platz. Das Vereinigte Königreich fiel auf Rang vier zurück und verzeichnete im Jahresverlauf ein Minus von 2 %. Höhere Importmengen wurden auch aus China (+27 %) und Argentinien (+39 %) gemeldet – allerdings mit vergleichsweise geringen Anteilen an der gesamten EU-Importmenge. Wertmäßig erhöhten sich die Einfuhren auf 2,58 Mrd. Euro, was einem Zuwachs von knapp 18 % entspricht.
Vereinigtes Königreich bleibt wichtigster Abnehmer von EU-Geflügelfleisch
Im Gegenzug exportierten die Mitgliedsländer der Europäischen Union im selben Zeitraum rund 2,12 Mio. t Geflügelfleisch in Drittstaaten. Das entspricht einem leichten Rückgang von 1,5 % gegenüber 2024. Wichtigster Handelspartner bleibt Großbritannien, das mit knapp 737.000 t mehr als ein Drittel der EU-Lieferungen abnimmt. Dahinter folgen Ghana und die Demokratische Republik Kongo mit 177.000 t bzw. 133.000 t. Trotz der etwas geringeren Exportmengen konnten die EU-Mitgliedsstaaten ihre Erlöse im Jahr 2025 auf über 5,41 Mrd. Euro steigern (+9 %).