Europaweit wetterbedingte Ertragsausfälle bei Obst und Gemüse
Unterdurchschnittliche Temperaturen und Extremwetter bremsen Exporte von Obst und Gemüse aus. Mindererträge in Spanien, Italien und Marokko
Die Erntesaison 2025/26 in Südeuropa, aber auch Nordafrika, ist bislang durch außergewöhnliche Wetterbedingungen stark beeinträchtigt. Unwetter in Spanien, anhaltend niedrige Temperaturen in Italien sowie Wetterinstabilität und strukturelle Dürre in Marokko wirken sich gleichzeitig auf Produktion, Lieferketten und Preise aus. Da diese Länder in den Wintermonaten zu den wichtigsten Lieferanten für den europäischen Markt zählen, kommt es derzeit vor allem bei Gemüse zu teilweise deutlicher Verknappung der Verfügbarkeit und entsprechenden Preissteigerungen.
In Spanien führten Starkregen, Stürme und lokale Überschwemmungen in zentralen Anbaugebieten wie Almería, Murcia und Huelva zu Schäden an Gewächshäusern und Freilandkulturen. Besonders betroffen sind Gurken, Tomaten, Paprika, Salate und Beeren. Die Haupternte von spanischen Erdbeeren wird heuer verzögert einsetzen, verfügbare Mengen begrenzt.
In Italien bremsten unterdurchschnittliche Temperaturen und Frostnächte das Wachstum wärmeliebender Kulturen. Salate, Tomaten, Paprika und Zucchini können derzeit nur verzögert geerntet werden, wodurch Italien Angebotslücken aus Spanien nur eingeschränkt ausgleichen kann. Dies könnte die Spannungen am Markt zusätzlich verschärfen.
Marokko ist in der vor- und nachgelagerten Saison ein wichtiger Lieferant für das europäische Festland, insbesondere von Tomaten. Gleichzeitig belasten Wetterextreme, Störungen in der Lieferkette und eine seit Jahren anhaltende Dürre die Produktion.
Insgesamt führt die gleichzeitige Betroffenheit aller drei Regionen derzeit zu einer deutlichen Angebotsverknappung bei frischem Gemüse in Europa. Die Preise für Gurken, Tomaten, Paprika und Salate liegen teilweise deutlich über dem vorjährigen Durchschnitt. Erhöhte Preisvolatilität und wachsende Planungsunsicherheit für Handel und Verarbeitung sind die unerwünschten Nebenwirkungen dieser Marktlage
Auch hierzulande wirkt sich der überdurchschnittlich hohe Anteil an sonnenarmen Tagen bereits auf die Produktion von Fruchtgemüse im geschützten Anbau aus.
Die physiologische Entwicklung der Kulturen wird durch die fehlende Sonneneinstrahlung gehemmt. Erhöhte Energiekosten, ein späterer Erntebeginn und damit einhergehende Ertrags- bzw. Umsatzeinbußen sind die Folge.
Die Saison 2025/26 verdeutlicht bislang eindrücklich, dass wetterbedingte Risiken ein zunehmender Unsicherheitsfaktor für die Versorgungssicherheit und Preisentwicklung im europäischen als auch österreichischen Kontext darstellt.
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