Anbauflächen 2026 – Weichweizen und Zuckerrüben auf historischem Langzeittief – Sonnenblumen setzten Aufwärtstrend fort
Die Flächenauswertung der AMA-Mehrfachanträge 2026 zeigt deutliche Verschiebungen auf den heimischen Äckern.
Unter den Getreidearten verzeichnet Weichweizen den größten Flächenrückgang zum Vorjahr von -4.779 ha. Die Weichweizenfläche fällt somit auf ihr historisch geringstes Ausmaß von nur mehr 236.991 ha, ist aber weiterhin die flächenmäßig bedeutendste Kultur auf den heimischen Äckern. Im Oktober 2025 – dem Beginn des Zeitfensters für den Winterweichweizenanbau – lag die Notierung an der Wiener Produktenbörse für Qualitätsweizen um ein Fünftel unter dem Preisniveau von Oktober 2024.
Wintergerste und Bio-Roggen ausgedehnt
Demgegenüber weist heuer die Wintergerste unter allen Getreidearten den größten Zuwachs von +4.678 ha zum Vorjahr auf. Damit erreicht Wintergerste mit 101.054 ha das größte Anbauausmaß seit 2020 (103.473 ha). Demgegenüber verliert die Sommergerste -2.973 ha Anbaufläche und erreicht somit ihr historisch geringstes Flächenausmaß von lediglich 21.678 ha. Die Sommergerstenfläche reduzierte sich in den letzten zehn Jahren um 58% (!). Die diesjährige Sommergerstenfläche inkludiert 5.055 ha Sommergerste im Herbstanbau, welche vorwiegend in Niederösterreich (4.940 ha) wächst und österreichweit um rund -1.000 ha zum Vorjahr reduziert wurde. Die Roggenfläche legt zum Vorjahr um 2.863 ha zu. Dieser Flächenzuwachs ist vor allem mit mehr Bio-Roggenbau (+2.044 ha) zu erklären. Für Bio-Roggen waren die Erzeugerpreise des abgeschlossenen Getreidewirtschaftsjahres 2024/2025 um 20% zum Vorjahr erhöht. Die aktuellen Bio-Roggenlagerbestände (per 31. Jänner 2026 laut AMA-Meldewesen) liegen zudem um ein Viertel unter dem entsprechenden Vorjahreszeitpunkt. Die heimische Haferfläche wurde insbesondere von Bio-Hafer reduziert. Der heimische Markt ist mit aktuell mehr als verdoppelten Lagervorräten für Bio-Hafer sehr gut versorgt.
Körnermaisfläche wächst weiter
2026 wurde die Körnermaisfläche – nach einem kräftigen Flächenplus im Vorjahr – um weitere 2.600 ha ausgedehnt und umfasst mit einem Anbauausmaß von 204.967 ha das größte Ausmaß seit dem historischen Rekordwert aus 2013. Flächenrückgänge von anderen Kulturen der Frühjahrsaussaat wie Zuckerrüben, Kartoffeln und Sojabohnen begünstigen heuer die Ausdehnung dieses ertragreichsten Futtergetreides.
Sonnenblumen setzten Flächenzunahmen fort
Unter den Ölsaaten wurde – nach einer kräftigen Ausdehnung im Vorjahr – die Sonnenblumenfläche noch einmal deutlich vergrößert. Weiterhin sind attraktive Preise für Ölsonnenblumen als Grund für den Flächenzuwachs zu erwähnen. Demgegenüber verliert die Sojabohne das zweite Jahr in Folge Anbauflächen (-3.034 ha). Überraschenderweise konnte heuer die Rapsfläche nach einem langjährigen Abwärtstrend im geringen Ausmaß (+1.214 ha) ausgedehnt werden. Die Ausdehnung wurde vorwiegend in Oberösterreich und dem Burgenland um jeweils rd. 500 ha vollzogen.
Zuckerrübenfläche auf Langzeittief
Die Zuckerrübenfläche 2026 geht vom Langzeittief im Vorjahr um -2.212 ha weiter zurück und umfasst somit nur mehr ein Flächenausmaß von 22.807 ha und markiert somit heuer einen neuen historischen Tiefststand. Die Zuckerpreise erreichten laut EU-Preismonitoring nur mehr 516 EUR/t (für Jänner 2026) und sind somit zum Vorjahreszeitpunkt um 43 EUR/t oder 8 % rückläufig.
Kartoffelflächen rückläufig
Die Kartoffelflächen sind heuer durch ein europaweit üppiges Angebot und Preisdruck reduziert worden. Die Anbaufläche für Speisekartoffeln wurde um -1.124 ha zum Vorjahr reduziert. Die Stärkeindustriekartoffeln weisen einen Rückgang um -712 ha auf.
Kürbisanbau fast auf Rekordwert
Die Kürbisfläche kann sich heuer – nach einer kräftigen Ausdehnung im Vorjahr – nochmals über ein großes Flächenplus von +3.365 ha freuen. Damit wurde der historischen Kürbisanbaurekord in 2021 (von 39.775 ha) nur knapp unterboten. Niederösterreich bleibt weiterhin das Bundesland mit der größten Kürbisfläche.