Europäische Ernteprognose 2026 für Marillen
Marillenproduktion über Vorjahresniveau, kaltes Frühjahr bremst Erträge aus, Strukturwandel bei Produktionsbetrieben, moderne Sorten trotzen Klimawandel
Europäische Marillenproduktion 2026 über Vorjahresniveau prognostiziert
Im Rahmen der Medfel-Messe mit Fokus auf den französischen und mediterranen Raum in Perpignan, Frankreich wird traditionell die Prognose der europäischen Marillen und Steinobst vorgestellt. Ende April war es wieder soweit.
Mit einer geschätzten Menge von 505.000 Tonnen dürfte die europäische Produktion (IT/GR/FR/SP) von Marillen 2026 um 6 % über dem Niveau des Vorjahres liegen, sowie um 3 % über dem Durchschnitt der Jahre 2020 bis 2024.
Kaltes Frühjahr bremst Erträge aus
Dennoch, die heurige Saison bleibt vermutlich unter ihrem agronomischen Potenzial, da regional Frühjahrsfröste und anhaltend feuchte Bedingungen während der Blüte den Fruchtansatz begrenzt haben. Griechenland ist der einzige größere EU-Produzent, der vermutlich ein durchschnittliches Produktionsniveau erreichen wird, während Spanien, Frankreich und Italien hinter ihren Möglichkeiten zurückbleiben.
Europäische Ertragserwartung für Marillen 2026 | in Tonnen |
|---|---|
Italien | 193.680 |
Griechenland | 95.000 |
Spanien | 110.120 |
Frankreich | 106.520 |
Gesamt | 505.320 |
Vorjahr 2025 | 476.243 |
Mittelwert 2020-2024 | 489.545 |
Quelle: chambres-agriculture(fr)
Strukturwandel bei Produktionsbetrieben
Die Produktionsflächen von Marillen und Steinobst sind auf europäischer Ebene seit Jahren stagnierend bis rückläufig. Gründe dafür sind klimatische Extremereignisse und Wasserknappheit aber auch der zunehmende Automatisierungsgrad und Kapitaleinsatz. Moderne Produktionssysteme setzen zunehmend auf höhere Pflanzdichten, Mechanisierung, Schutzmaßnahmen wie Hagelnetze und den Einsatz innovativer Sorten. Daraus ergibt sich zunehmend eine Diskrepanz zwischen hochmodernen Betrieben, welche in robuste, lagerfähige und klimatisch angepasste Sorten investieren und traditionell wirtschaftenden Betrieben, welche unter wachsendem Druck aber auch wegen fehlender Perspektive eher früher als später aus dem Markt ausscheiden.
Moderne Sorten trotzen Klimawandel
Um Spätfrösten zu entgehen führen Sorteninnovationen zu einer spürbaren Verschiebung der Vermarktungssaison. Später reifende und hybride Sorten verlängern das Angebot bis in den Spätsommer hinein, wodurch sich die Verfügbarkeit ändert. Während also zu Beginn der Kampagne zunehmend knappe Mengen zu erwarten sind, könnten sich im späteren Verlauf hohe Volumina mit entsprechendem Preisdruck entwickeln.
Erste Marillen österreichischen Ursprungs werden im Juli erwartet. Die Ertragsaussichten sind, nach einem unterkühlten aber überwiegend frostfreien Blühwetter, auch hierzulande gut.