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18.04.2023

EU-Ausblick 2023: Erholung der Geflügelfleischproduktion erwartet

Nach einer rückläufigen europäischen Produktion im Vorjahr sieht die EU-Kommission für 2023 eine moderate Steigerung um 1,1 %. Die Entspannung bei den Futtermittel- und Energiekosten sowie ein schnelles Hochfahren der Produktion nach Abklingen der Vogelgrippewelle sollen das Wachstum begünstigen.

Die EU-Kommission erwartet in ihrem jüngsten Bericht zur Marktentwicklung einen Anstieg der europäischen Geflügelproduktion um etwa 1,1 %. Die massiven Ausfälle aufgrund der Vogelgrippe waren im Vorjahr für die Rückgänge in wichtigen Erzeugerländern, wie Frankreich (-12 %), Italien (-9 %) und Deutschland (-3 %), verantwortlich. Polen, das seine Produktion im Jahr 2022 um 6 % ausweiten konnte, bleibt wichtigstes Erzeugerland in der EU. Die Nachfrage im Geflügelbereich profitiert aktuell von der Inflation, da der Konsum von teurerem Rind- und Schweinefleisch durch günstigeres Geflügel ersetzt wird.

Laut Prognosen wird der Verbrauch in der EU um voraussichtlich 2,5 % zunehmen. Nach einem außergewöhnlich hohen Niveau der Hühnerfleischpreise im Jahr 2022 sollen die Abgabepreise bis Jahresende tendenziell stabiler bleiben.

Geringe Wettbewerbsfähigkeit dämpft Exportaussichten

Das hohe Preisniveau sowie die Handelsbeschränkungen aufgrund der Vogelgrippe haben zu einem mengenmäßigen Rückgang der EU-Exporte um rund 9 % im Jahr 2022 geführt. Laut Einschätzung der Europäischen Kommission werden die EU-Ausfuhren im laufenden Jahr trotz rückläufiger Preistendenz um weitere 5 Prozentpunkte zurückgehen.

Die EU-Einfuhren sollen 2023 voraussichtlich um 7 % zunehmen, da die Nachfrage nach Geflügelfleisch weiterhin hoch bleibt. Bereits im Vorjahr zeichnete sich mit einem Mengenplus von 105.000 Tonnen ein Trend zu steigenden Importen ab. Dies war hauptsächlich auf erhöhte Lieferungen aus der Ukraine aufgrund des zollfreien Marktzugangs zurückzuführen. Auch die Einfuhren aus Brasilien, das bei Futtermitteln und Energie wettbewerbsfähiger ist, zogen an. Hinzu kommt, dass Brasilien derzeit nicht von der Vogelgrippe betroffen ist.

Quelle: EU agricultural markets short-term outlook – spring 2023 

DI in Reiterer, 18.04.2023


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