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14.06.2023

Vogelgrippe erreicht Brasilien

Brasilien – der weltweit wichtigste Exporteur von Geflügelfleisch – galt lange Zeit als virusfrei. Mitte Mai wurde nun der erste Nachweis von Vogelgrippe (H5N1) bei Seevögeln an der Küste des südöstlichen Bundesstaates Espirito Santo bestätigt.

Eine Übertragung der Vogelgrippe auf Geflügelbetriebe konnte bis jetzt verhindert werden – aktuell sind keine Infektionen in der kommerziellen Geflügelproduktion bekannt. Die wichtigsten Geflügel produzierenden Regionen Brasiliens liegen im äußersten Süden und im mittleren Westen.

Das brasilianische Landwirtschaftsministerium setzt alles daran, Exportsperren zu verhindern und hat mit 22. Mai einen landesweiten Tiergesundheitsnotstand für 180 Tage ausgerufen.

Exportverbote: Welche Auswirkungen sind zu erwarten?

Ein Übergreifen der Vogelgrippe auf Nutzbestände würde Handelsbeschränkungen mit Auswirkungen auf den globalen Handel mit Geflügel nach sich ziehen. Exportverbote könnten eine eingeschränkte Verfügbarkeit auf dem Weltmarkt bewirken, insbesondere bei Brustfleisch und ganzen Masthühnern. China, Saudi-Arabien und Japan sind wichtige Abnehmer für brasilianisches Geflügelfleisch. Für den EU-Markt ist Brasilien mit einem Anteil von 35 % das wichtigste Lieferland. Die Einfuhrmengen von Geflügelfleisch stiegen im Jahr 2022 auf 304.050 Tonnen – eine Steigerung von 21 % gegenüber 2021.

Als potenzielle Auswirkungen auf den europäischen Markt werden eine knappere Versorgung mit bestimmten Geflügelprodukten sowie Preissteigerungen gesehen. Andererseits könnten die großen EU-Produzentenländer durch neue Exportmöglichkeiten auch Marktanteile gewinnen.

Geflügelfleisch aus Brasilien bleibt in der Kritik

Weiterhin umstritten ist das Freihandelsabkommen zwischen der Europäischen Union und dem südamerikanischen Wirtschaftsblock. Die Geflügelwirtschaft äußert Bedenken hinsichtlich der ungleichen Wettbewerbsbedingungen sowie zu Lebensmittelsicherheit, Tierwohl- und Umweltstandards.Mit Inkrafttreten des Mercosur-Abkommens würden die Einfuhren von Geflügelfleisch aus Brasilien nochmals deutlich zunehmen.

Quellen: DGS Magazin, Geflügelnews, EU-Kommission
 

DIin Reiterer, 14.06.2023

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