EU-Packstellenpreise: Bodenhaltungseier zuletzt schwächer
Der EU-Eiermarkt präsentiert sich uneinheitlich: Während sich im Bodenhaltungssegment eine sommerliche Trendwende abzeichnet und die großen Erzeugerländer deutliche Preisrückgänge melden, bleiben die Packstellenpreise im Freiland- und Biosegment weiterhin über dem Vorjahresniveau.
Bodenhaltungseier: Sommerliche Abschwächung am EU-Eiermarkt
Die Packstellenpreise der EU-Mitgliedsländer folgten 2026 einem saisonüblichen Verlauf. Rund um Ostern zog das Preisniveau zunächst an, ehe es in die typische Abwärtsbewegung überging. Im Bodenhaltungssegment wird die Talsohle im langjährigen Mittel in den Sommermonaten erreicht; heuer sanken die Packstellenpreise jedoch deutlicher und rutschten Anfang Juli sogar unter den Vorjahreswert. Laut Angaben der Europäischen Kommission lagen die EU-Preise für Bodenhaltungseier (Gewichtsklassen L und M) in der Kalenderwoche 33 bei durchschnittlich 254 €/100 kg. Das entspricht einem Rückgang von 5,8 % gegenüber der Vorjahreswoche, wobei sich das Preisniveau zuletzt zu stabilisieren scheint. In der ersten Jahreshälfte lag das Preisniveau im Schnitt noch 11,8 % über dem Vorjahr, was die deutliche Trendwende unterstreicht.
Große Erzeugerländer melden sommerliche Preisrückgänge bei Bodenware
In den zentralen Produktionsländern der EU – mit Ausnahme von Italien – gaben die Packstellenpreise für Bodenhaltungseier ab der 2. Jahreshälfte deutlich nach. In Deutschland setzte die Korrektur bereits ab Juni ein; zuletzt lagen die Preise 19 % unter dem Vorjahresniveau. Auch aus den Niederlanden wird eine vergleichbare Entwicklung berichtet. Die spanischen Packstellen meldeten Preisrückgänge von knapp 14 % gegenüber der Vorjahreswoche. Im Gegensatz dazu konnten sich die heimischen Verkaufspreise für Bodenhaltungseier weiterhin gut behaupten und lagen in der Kalenderwoche 33 rund 11 % über dem Vorjahreswert und damit klar über dem EU-Durchschnitt.
EU-Preise im Freiland- und Biosegment über Vorjahr
Das Freilandsegment zeigt hingegen ein deutlich stabileres Bild und bleibt im Jahresverlauf klar über dem Vorjahresniveau. Das Preisplus für Freilandeier (L und M) betrug im ersten Quartal durchschnittlich 9,3 % und schwächte sich im weiteren Jahresverlauf etwas ab. Ab dem zweiten Quartal gingen die wöchentlichen Packstellenpreise sukzessive zurück. Für die Kalenderwoche 33 meldeten die Packstellen der EU-Mitgliedsstaaten durchschnittliche Verkaufspreise von 319 €/100 kg, was weiterhin einer Erhöhung von 3,0 % gegenüber der Vorjahreswoche entspricht. Auch im Biosegment lagen die Packstellenpreise ganzjährig über dem Niveau von 2025. Nach einem Plus von 7,2 % im ersten Quartal erreichten die EU-Preise für Bio-Eier (L und M) zuletzt rund 459 €/100 kg, was einem Anstieg von 4,8 % gegenüber der Vorjahreswoche entspricht.