EU-Geflügelproduktion: Starkes Plus in Osteuropa, Rückgänge im Westen
Die großen EU-Geflügelproduzenten entwickelten sich unterschiedlich: Während Polen und Spanien ihre Erzeugung deutlich ausbauten, verzeichneten Frankreich, Deutschland sowie weitere westeuropäische Staaten Rückgänge. Österreich lag mit einem moderaten Plus leicht unter dem EU-Schnitt.
Starkes Wachstum in Osteuropa treibt EU-Geflügelproduktion
Im ersten Halbjahr 2026 wurde in der EU deutlich mehr Geflügelfleisch produziert. Nach Angaben der Europäischen Kommission stieg die Erzeugung der Mitgliedsstaaten im Zeitraum Jänner bis Juni durchschnittlich um 5,5 % gegenüber dem Vorjahr. Ungarn verzeichnete mit einem Plus von 19,2 % das stärkste Wachstum, gefolgt von Rumänien mit einem Zuwachs von 16 %. Beide Länder kamen 2025 gemeinsam auf einen Anteil von rund 9 % an der gesamten EU-Geflügelproduktion. Vor allem kleinere Erzeugerländer aus Osteuropa und dem Baltikum weiteten ihre Mengen aus. Unter den großen Produzenten steigerte Polen seine Geflügelfleischerzeugung um 12,1 % innerhalb eines Jahres. Spanien, der größte Produzent der Union, meldete für die ersten sechs Monate einen Zuwachs von 7,1 %. Im Gegensatz dazu lagen Frankreich und Deutschland unter dem Vorjahresniveau: Die französische Geflügelproduktion sank um 0,6 %, während die deutsche Erzeugung sogar um 4,1 % zurückging. In Österreich erhöhte sich die Geflügelfleischerzeugung in der ersten Jahreshälfte um 4,5 % gegenüber der Vorjahresperiode und lag damit um einen Prozentpunkt unter dem EU-Mittel.
EU-Hühnerfleischpreise sinken unter Vorjahresniveau
Die Hühnerfleischpreise in der EU-27 zogen seit Jahresbeginn kontinuierlich an und erreichten im Juni mit durchschnittlich 301 €/100 kg ihren Höchststand. In der zweiten Jahreshälfte sank das Preisniveau allerdings unter die Vorjahreslinie, wobei es einen deutlichen Preisabfall Ende Juli/Anfang August gab. Zuletzt (KW 36) lag der durchschnittliche Broilerpreis bei 288 €/100 kg, was einem Minus von 4 % gegenüber der Vorjahreswoche entspricht. Die Preise für Hühnerbrust gaben auf 625 €/100 kg nach (-3 %), noch stärker fiel der Rückgang bei Keulen aus, die auf 244 €/100 kg sanken (-9 %).