EU-Erzeugermilchpreise rutschen ab – Global Dairy Trade-Index im Aufwärtstrend
Das hohe Milchangebot auf europäischer Ebene setzt die Erzeugerpreise spürbar unter Druck. Die Milchpreise am Weltmarkt ziehen hingegen seit Jahresbeginn an.
EU-Rohmilchpreise: deutlicher Einbruch
Die europäischen Auszahlungspreise sackten im Jänner 2026 auf durchschnittlich 45,15 ct/kg ab (bezogen auf den natürlichen Fett- und Eiweißgehalt). Damit fiel der Rückgang stärker aus als erwartet. Im Vergleich zum Vormonat mit 48,02 ct lagen die Preise um 6,0 % niedriger. Der Wert von Jänner 2025 wurde sogar um knapp 16 % unterschritten. Für Februar rechnet die EU-Kommission mit einer weiteren Abwärtsentwicklung: Die vorläufigen Auszahlungspreise werden auf 44,19 ct/kg geschätzt, was einem erneuten monatlichen Rückgang von 2,1 % entspricht.
Bis auf Spanien, Malta und Finnland verzeichneten alle EU-Länder im Vergleich zum Vorjahr rückläufige Auszahlungspreise. In der Hälfte der Staaten fielen die Abschläge sogar zweistellig aus. So lag das Milchgeld der deutschen Milcherzeuger um 22,2 % unter dem Wert des Vorjahres. Deutliche Rückgänge wurden auch aus anderen großen Produktionsländern gemeldet: die Niederlande (-29,5 %), Polen (-16,0 %), Italien (-15 %) und Irland (-26,8 %). In Frankreich fiel der Rückgang hingegen moderater aus mit einem Minus von 3,2 %.
Quelle: Europäische Kommission
Spotmarktpreise im Sinkflug
Auch am Spotmarkt sind die Preise seit einigen Monaten deutlich unter Druck geraten und bestätigen damit das anhaltende Überangebot an Milch. Der italienische Spotmilchpreis (Lodi) rutschte im März 2026 auf 20,75 ct/kg ab und erreichte damit ein Rekordtief. Im März des Vorjahres lag der Wert noch bei 55,30 ct/kg – das entspricht einem Rückgang von 62 % innerhalb von zwölf Monaten. Der Spotmilchpreis erreichte im Juli des Vorjahres mit 66,25 ct/kg seinen Höchststand und korrigiert seit August 2025 bereits den achten Monat in Folge nach unten.
Global Dairy Trade: Aufwärtsentwicklung seit Jahresbeginn
Auf der internationalen Handelsplattform Global Dairy Trade (GDT) deutet sich eine allmähliche Stabilisierung des Milchmarktes an. Die Milchpreise haben auf den vergangenen fünf Auktionen seit Jahresbeginn insgesamt rund 24 % zugelegt. Bei der jüngsten Auktion am 3. März 2026 stieg der Durchschnittserlös für eine Mischtonne (Milchfett, Milchpulver und Käse) auf 4.301 US-Dollar. Das entspricht einem durchschnittlichen Anstieg von 5,7 % über alle Produkte und Zeiträume im Vergleich zur vorherigen Auktion. Magermilchpulver verzeichnete mit einem Preisanstieg von 9,1 % den deutlichsten Zuwachs. Auch Butter legte spürbar zu und verteuerte sich um 6,1 %, während Butteröl etwas moderater um 5,7 % anstieg. Vollmilchpulver, das am häufigsten gehandelte Produkt, erhöhte sich über alle Kontrakte hinweg im Schnitt um 4,5 %. Für Cheddar wurde ein Preisplus von 4,3 % ermittelt. Lediglich Buttermilchpulver und Laktose bildeten die Ausnahme und erzielten niedrigere Erlöse. Das gehandelte Volumen fiel auf 18.861 t, was einem Minus von 15 % gegenüber der letzten Auktion entspricht. Die Beteiligung sank geringfügig auf 165 Bieter.
Quellen: Europäische Kommission, CLAL, GDT