Dürre reduziert heimische Apfelernte deutlich
Hitze und Wassermangel bremsen Fruchtentwicklung, kleinere Kaliber bei guten inneren Werten, Bewässerung wird zum entscheidenden Produktionsfaktor
Dürre reduziert heimische Apfelernte deutlich
Die österreichische Apfelernte steht 2026 deutlich unter dem Einfluss der außergewöhnlichen Hitze und Trockenheit. Im Hauptanbaugebiet Steiermark wird derzeit mit einer Erntemenge von rund 90.000 Tonnen gerechnet. Unter der Annahme des Ertragsanteil der Steiermark von 75 % kann derzeit von einer österreichischen Gesamternte von rund 125.000 Tonnen ausgegangen werden.
Hitze und Wassermangel bremsen Fruchtentwicklung
Nach weitgehend erfolgreich abgewehrten Spätfrösten Ende April setzte vor allem die extreme Witterung im Juli und August den Kulturen zu. Besonders auf seichten und sandigen Böden blieb das Fruchtwachstum durch Hitze und Trockenheit deutlich zurück. Regional kam es zudem zu Sonnenbrand und weiteren Hitzeschäden an den Früchten.
Kleinere Kaliber bei guten inneren Werten
Entsprechend ist in der laufenden Saison mit einem höheren Anteil kleinerer Kaliber und niedrigeren Stückgewichten zu rechnen. Die innere Qualität hingegen wird positiv beurteilt. Durch die hohe Sonneneinstrahlung weisen die Früchte eine gute Aromaausbildung und hohe Inhaltsstoffgehalte auf. Für die Vermarktung dürfte damit weniger die grundsätzliche Verfügbarkeit als vielmehr die Kaliber- und Qualitätsverteilung der Ernte von Bedeutung sein.
Bewässerung wird zum entscheidenden Produktionsfaktor
Besser präsentieren sich heuer Anlagen mit ausreichender Wasserversorgung. Derzeit können laut Branchenvertreter etwa 30 % der steirischen Apfelkulturen frostberegnet und bewässert werden. Diese Bestände sind von den Auswirkungen der Trockenheit wesentlich weniger betroffen. Die zunehmende Häufigkeit von Hitze, Dürre und Spätfrost unterstreicht die wachsende Bedeutung von Bewässerung, Wasserspeicherung und weiteren Schutzmaßnahmen für eine stabile heimische Apfelproduktion.
Knappere Mengen stützen Preisniveau
Trotz der erheblichen Ernteeinbußen sollte die Versorgung des heimischen Marktes mit österreichischen Äpfeln gesichert bleiben. Gesichert ist vermutlich auch eine stabile bis festere Preisentwicklung in den kommenden Monaten. Im August lag der Großhandelsabgabepreis für Tafeläpfel bei durchschnittlich 0,97 EUR/kg.
Produktionskosten und Klimarisiken bleiben hoch
Neben den witterungsbedingten Produktionsrisiken bleiben die Betriebe mit hohen Produktions- und Arbeitskosten sowie einem eingeschränkten Pflanzenschutzangebot konfrontiert. Investitionen in Bewässerung, Speicherbecken und weitere Schutzsysteme gewinnen sowohl für die Ertragssicherung als auch für die langfristige Wettbewerbsfähigkeit des österreichischen Obstbaus weiter an Bedeutung.