Prognosfruit 2026
EU-Apfelernte deutlich unter Vorjahr - Birnenproduktion legt zu, Witterung begrenzt Ertragspotenzial, Ausblick auf stabile Preise
EU-Apfelernte deutlich unter Vorjahr
Die europäische Apfelproduktion fällt 2026 voraussichtlich deutlich geringer aus. Nach der aktuellen Prognose der World Apple and Pear Association (WAPA), vorgestellt auf der Prognosfruit 2026 in Konstanz Anfang August, wird die Ernte in den wichtigsten EU-Erzeugerländern auf rund 9,50 Mio. t geschätzt. Damit liegt die Ernte 15,6 % unter dem Vorjahresniveau und 14,3 % unter dem Durchschnitt der vergangenen drei Jahre.
Rückläufige Mengen werden auch bei den wichtigsten Sorten erwartet. Golden Delicious verliert gegenüber dem Vorjahr 11,1 % auf 1,81 Mio. t, Gala 8,9 % auf 1,36 Mio. t. Für Red Delicious wird ein Minus von 5,3 % auf 497.000 t prognostiziert, während Idared mit 416.000 t sogar knapp 20 % unter dem Vorjahr bleiben dürfte.
Witterung begrenzt Ertragspotenzial
Als wesentliche Ursache für die geringere Ernte sind die außergewöhnlich schwierigen Witterungsbedingungen. Frostereignisse von Februar bis Ende April, anhaltende Hitze- und Trockenperioden sowie regionale Hagel- und Starkregenereignisse beeinträchtigten die Ertragsbildung in zahlreichen europäischen Anbaugebieten. In einzelnen Regionen wirken sich Trockenheit und hohe Temperaturen weiterhin negativ auf die Bestände aus. Neben den klimatischen Belastungen erhöhen steigende Produktionskosten und eingeschränkte Möglichkeiten zur Ertrags- und Qualitätssicherung den wirtschaftlichen Druck auf die europäischen Erzeuger.
Ausblick auf stabile Preise
Die deutlich kleinere EU-Apfelernte dürfte zu einer spürbaren Entlastung der Angebotsseite führen. Insbesondere bei den Hauptsorten steht in der kommenden Saison ein geringeres Warenaufkommen zur Verfügung. Damit verbessern sich vermutlich die Voraussetzungen für eine stabilere Preisentwicklung, wobei die tatsächliche Marktentwicklung wesentlich von Qualität, Kaliberverteilung, Lagerfähigkeit und dem Ernteverlauf in den kommenden Wochen abhängen wird.
* Prognose, Quelle: europäische Kommission, WAPA
EU- Birnenproduktion legt zu
Gegenläufig entwickelt sich die EU-Birnenernte. Für 2026 wird eine Ausbeute von rund 1,95 Mio. t erwartet, 5,5 % mehr als im Vorjahr und 9,9 % über dem Dreijahresmittel. Italien dürfte seine Produktion um 17,4 % auf 347.000 t steigern, für die Niederlande wird ein Plus von 9,6 % erwartet. Belgien bleibt dagegen voraussichtlich 7,2 % unter dem Vorjahresniveau.