Marktlage Speisekartoffeln
Angebotsdruck trifft auf Ertragsrisiken
Angebotsüberhang belastet den österreichischen Frühkartoffelmarkt
Gute Hektarerträge in den Beregnungsgebieten, verzögerte Flächenräumungen sowie der Vermarktungsrückstau der alten Ernte führten zu einem anhaltenden Angebotsüberhang bei Speisekartoffeln. Gleichzeitig blieb die Inlandsnachfrage aufgrund der sommerlichen Temperaturen und der beginnenden Urlaubssaison verhalten. Die AMA-Großhandelspreise für konventionelle Frühkartoffeln lagen im Juni mit durchschnittlich 0,57 EUR/kg um 25 % unter dem Vorjahresniveau.
Hitze und Trockenheit verschlechtern Ertragsaussichten
Mit Fortschreiten der Saison verschlechterten sich die Ertragsaussichten der Haupternte jedoch deutlich. Eine außergewöhnlich frühe und anhaltende Hitzeperiode mit Temperaturen von bis zu 40 °C sowie ausbleibende Niederschläge führten insbesondere in den nicht beregneten Anbaugebieten zunehmend zu Trockenstress. Während die Bestände in den Beregnungsgebieten noch überwiegend zufriedenstellende Erträge lieferten, wurden bei den Frühsorten außerhalb der Bewässerungsgebiete bereits deutliche Ertragseinbußen festgestellt. Für die Anschluss- und Lagersorten rechnet die Landwirtschaftskammer Niederösterreich im Juli mit einer weiteren Verschlechterung der Ertragserwartungen, da nachhaltige Niederschläge weiterhin ausbleiben. Gleichzeitig beschleunigt die Hitze die Abreife der Bestände und begrenzt dadurch zusätzlich das Ertragspotenzial.
Qualitätsprobleme nehmen zu
Neben den witterungsbedingten Ertragseinbußen rücken zunehmend Qualitätsprobleme in den Vordergrund. Die außergewöhnlich trockenen Bodenverhältnisse begünstigen die Ausbreitung des Drahtwurms und erhöhen gleichzeitig das Risiko von Knollenbeschädigungen während der Ernte.
Markt dürfte sich im Saisonverlauf entspannen
Trotz des aktuell reichlichen Angebots an Frühkartoffeln sprechen die deutlich verschlechterten Ertragsaussichten der Haupternte sowie die gegenüber dem Vorjahr um rund 10 % reduzierte österreichische Speisekartoffelfläche für ein begrenzteres Angebot im weiteren Saisonverlauf. Zusätzlich wurden auch in den wichtigsten europäischen Anbauländern – Belgien, den Niederlanden, Deutschland und Frankreich – Flächenrücknahmen verzeichnet. Der derzeitige Warendruck dürfte sich daher mit Beginn der Haupternte spürbar abschwächen und allenfalls zu festeren Preisen führen.
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