Was ist zu tun, wenn...  

...ein Kalb geboren wird
Anbringung der Ohrmarken innerhalb von sieben Tagen, Eintragung ins Bestandsverzeichnis innerhalb von sieben Tagen (verpflichtend, wenn kein eAMA-Zugriff vorhanden ist), Geburtsmeldung innerhalb von sieben Tagen an die zuständige Bezirksbauernkammer oder über Internet (http://www.eama.at) unter Angabe der Betriebsnummer, Ohrmarkennummer des Kalbes, Geburtsdatum, Geschlecht, Ohrmarkennummer des Muttertieres, Hauptrasse und Zweitrasse (bei Kreuzungstieren), Ohrmarke des Vaters (falls bekannt).
Totgeburten sind prinzipiell nicht meldepflichtig, besteht jedoch im Rahmen einer Tierbestandsversicherung die Verpflichtung dazu, ist eine Geburtsmeldung mit anschließender Verendungsmeldung durchzuführen. Der Inhalt der Geburtsmeldung entspricht dem einer Normgeburt. 
...ein Rind innerhalb von Österreich verkauft wird
Eintragung ins Bestandsverzeichnis innerhalb von sieben Tagen (verpflichtend, wenn kein eAMA-Zugriff vorhanden ist), Meldungen des Verkaufs (Abgangs) innerhalb von sieben Tagen an die zuständige Bezirksbauernkammer oder über Internet (http://www.eama.at)  unter Angabe von Betriebsnummer, Ohrmarkennummer, Datum des Verkaufes (Abgangs).
...ein österreichisches Rind gekauft wird
Eintragung ins Bestandsverzeichnis innerhalb von sieben Tagen (verpflichtend, wenn kein eAMA-Zugriff vorhanden ist), Meldung des Kaufs (Zugangs) innerhalb von sieben Tagen an die zuständige Bezirksbauernkammer oder über Internet (http://www.eama.at)  unter Angabe von Betriebsnummer, Ohrmarkennummer, Datum des Kaufes (Zugangs). 
...ein Rind in ein anderes EU-Land verkauft wird
Beantragung eines Tierpasses bei der AMA oder Bezirksbauernkammer oder über Internet. Eintragung ins Bestandsverzeichnis innerhalb von sieben Tagen (verpflichtend, wenn kein eAMA-Zugriff vorhanden ist), Meldung innerhalb von sieben Tagen an die zuständige Bezirksbauernkammer oder über Internet (http://www.eama.at) unter Angabe von Betriebsnummer, Ohrmarkennummer, Datum des Verkaufs sowie des Ziellandes, in welches das Tier verkauft wurde.
...ein Rind in ein Nicht-EU-Land verkauft wird
Ein Tierpass ist nicht erforderlich. Eintragung ins Bestandsverzeichnis innerhalb von sieben Tagen (verpflichtend, wenn kein eAMA-Zugriff vorhanden ist), Meldung des Verkaufs innerhalb von sieben Tagen an die zuständige Bezirksbauernkammer oder über Internet (http://www.eama.at) unter Angabe der Betriebsnummer, Ohrmarkennummer, Datum des Verkaufs sowie des Ziellandes, in welches das Tier verkauft worden ist. 
...ein Rind aus einem EU-Land (inkl. Schweiz) gekauft wird
Wichtig: Aus einem EU-Mitgliedsland gekaufte Rinder müssen über einen Tierpass verfügen!

Dieser muss im Original entweder mit der Meldung innerhalb von sieben Tagen an die zuständige Bezirksbauernkammer oder direkt an die Agrarmarkt Austria (AMA)/Referat Rinderkennzeichnung unter Angabe von Betriebsnummer, Ohrmarkennummer des Tieres, Datum des Kaufs, Geburtsdatum, Geschlecht, Ohrmarkennummer der Mutter, Hauptrasse oder Zweitrasse (bei Kreuzungstieren), Herkunftsland übermittelt werden. Eintragung ins Bestandsverzeichnis innerhalb von sieben Tagen (verpflichtend, wenn kein eAMA-Zugriff vorhanden ist).
Importe aus dem innergemeinschaftlichen Raum können über Internet (http://www.eama.at) nicht erfasst werden. Die Kontaktaufnahme mit der zuständige Bezirksbauernkammer bzw. direkt mit der Agrarmarkt Austria (AMA) ist notwendig!

Hinweis

Wird ein Rind, welches bereits im Herkunftsland abgekalbt hat, nach Österreich verbracht, sollte diese Abkalbung vor einer möglichen Antragstellung schriftlich in der AMA nachgewiesen werden. Zu diesem Zweck ist der Abstammungsnachweis des Rindes, auf dem die Abkalbung eingetragen ist, zu übermitteln.

...ein Rind aus einem Nicht-EU-Land (ausgenommen Schweiz) gekauft wird

Eintragung ins Bestandsverzeichnis innerhalb von sieben Tagen (verpflichtend, wenn kein eAMA-Zugriff vorhanden ist), Meldung des Kaufs innerhalb von sieben Tagen unter Angabe von Betriebsnummer, Ohrmarkennummer des Tieres, Datum des Kaufs, frühere Ohrmarkennummer, Geburtsdatum (falls vorhanden), Geschlecht, Hauptrasse und Zweitrasse (bei Kreuzungstieren), Herkunftsland direkt an die Agrarmarkt Austria (AMA).
Außerdem muss der zuständige Amtstierarzt informiert werden, welcher die weitere Vorgangsweise erklärt bzw. die amtliche (Um-)Kennzeichnung überwacht.
Importe aus Drittländern können über Internet (http://www.eama.at) nicht erfasst werden. Die Kontaktaufnahme mit der zuständigen Bezirksbauernkammer bzw. direkt mit der Agrarmarkt Austria (AMA) ist notwendig!

...ein Rind geschlachtet wird
Wird das Rind in einem Schlachthof geschlachtet, führt der Landwirt eine einfache Abgangsmeldung durch. Die Schlachtmeldung erfolgt durch den Schlachthof. Im Fall einer Hausschlachtung erfolgt eine Meldung innerhalb von sieben Tagen an die zuständige Bezirksbauernkammer oder über Internet (http://www.eama.at) unter Angabe von Betriebsnummer, Ohrmarkennummer, Datum der Schlachtung.
Eintragung ins Bestandsverzeichnis innerhalb von sieben Tagen (verpflichtend, wenn kein eAMA-Zugriff vorhanden ist).
Auch bei Hausschlachtungen müssen Rinder (Kälber) von einem zuständigen Fleischuntersuchungstierarzt auf Tauglichkeit untersucht werden. 
...ein Rind verendet
Eintragung ins Bestandsverzeichnis innerhalb von sieben Tagen (verpflichtend, wenn kein eAMA-Zugriff vorhanden ist), Meldungen der Verendung innerhalb von sieben Tagen an die zuständige Bezirksbauernkammer oder über Internet (http://www.eama.at) unter Angabe von Betriebsnummer, Ohrmarkennummer, Datum der Verendung.
Im Rahmen von Vor-Ort-Kontrollen werden TKV Bescheinigungen stichprobenartig überprüft. 
...eine Ohrmarke verloren geht
Bei Verlust einer Ohrmarke ist diese Nummer unverzüglich über Internet (http://www.eama.at), schriftlich bzw. per Telefon bei der zuständigen Bezirksbauernkammer oder in der AMA nachzubestellen. Die entsprechende Ohrmarke wird nachproduziert und dem Tierhalter per Post zugesandt, wobei hier von einer durchschnittlichen Lieferzeit von fünf bis sieben Tagen auszugehen ist. Diese Frist ist abhängig von der Zustellgeschwindigkeit der Post. 
...ein Rind auf eine Alm bzw. Weide aufgetrieben wird?

Beim Auftrieb eines Rindes auf eine Alm oder Weide ist keine Doppelmeldung (Zugangs-/Abgangsmeldung) sondern lediglich eine Meldung durch den/die BewirtschafterIn der Weide bzw. Almobmann/Almobfrau (Gemeinschafts-)Alm erforderlich. Bei dieser Meldung ist die Betriebsnummer des Alm/Weidebetriebes, die Betriebsnummer des Auftreibers, das Auftriebsdatum, das geplante Abtriebsdatum und die Ohrmarkennummern der aufgetriebenen Rinder anzugeben. Meldungen können über Internet (http://www.eama.at) oder durch postalische Übermittelung des Formblattes Alm/Weidemeldung RINDER registriert werden. Beachten Sie die Meldefrist von 15 Tagen.

Nähere Informationen finden Sie im Merkblatt zu Alm/Weidemeldung Rinder.

Fragen und Antworten zum Einsatz der elektronischen Ohrmarken ab 01.10.2019:

Seit wann gelten die Regelungen zum Einsatz der elektronischen Ohrmarken?
Die Regelungen wurden durch die Änderung der Rinderkennzeichnungs-Verordnung 2008 am 30.09.2019 veröffentlicht.
Für welche Rinder gilt die Kennzeichnungspflicht mit elektronischen Ohrmarken?
Ab 01.10.2019 geborene Kälber sowie aus Drittländern importierte Rinder müssen mit einer konventionellen und einer elektronischen Ohrmarke gekennzeichnet werden. Am Betrieb vorrätige konventionelle Ohrmarken können bis 30.04.2020 weiterverwendet werden.
Was passiert mit alten konventionellen Ohrmarken?
Am Betrieb befindliche konventionelle Ohrmarken können bis 30.04.2020 eingesetzt werden. Bei einer Retournierung an die AMA kann kein Kostenersatz rückvergütet werden.
Wie ist beim Verlust von Ohrmarken bei Rindern vorzugehen?
Bei Verlust einer Ohrmarke ist diese Nummer unverzüglich über Internet (http://www.eama.at), schriftlich bzw. bei der zuständigen Bezirksbauernkammer oder in der AMA nachzubestellen. Bei der Bestellung ist zu beachten, dass das Rind bei Anbringung der Ersatzohrmarke eine elektronische und eine konventionelle Ohrmarke trägt. Bei der Bestellung einer elektronischen Ersatzohrmarke sind betriebliche Einrichtungen zu berücksichtigen, im Problemfall kann auf die elektronische Ohrmarke verzichtet werden. Die entsprechende Ohrmarke wird nachproduziert und dem Tierhalter per Post zugesandt, wobei hier von einer durchschnittlichen Lieferzeit von fünf bis sieben Tagen auszugehen ist. Diese Frist ist abhängig von der Zustellgeschwindigkeit der Post.
Wo können Ohrmarken für Rinder bestellt werden?
Im Bedarfsfall können Ohrmarken bei der AMA per E-Mail an tkz@ama.gv.at, telefonisch unter 050 3151 99 oder über die Kontaktmöglichkeit im eAMA RinderNET bestellt werden. Mit einer Lieferzeit von bis zu sieben Tagen ist zu rechnen.
Wo hoch sind die Kosten für die neuen Ohrmarken?
Gemäß Rinderkennzeichnungs-Verordnung 2008 beträgt der Kostenersatz für ein Ohrmarkenpaar bestehend aus einer konventionellen und einer elektronischen Ohrmarke € 3,00. Ein Ohrmarkenpaar bestehend aus einer konventionellen Ohrmarke mit Gewebsentnahmevorrichtung und einer elektronischen Ohrmarke beträgt € 3,60.
Welche Zusatzfunktion erfüllen die elektronischen Ohrmarken?
Die elektronischen Ohrmarken sind als Nur-Lese-Passiv-Transponder mit FDX-B-Technologie ausgeführt und entsprechen den Normen ISO 11784 und 11785. Auf dem Transponder ist ausschließlich die Lebensnummer des Tieres gespeichert, der Transponderinhalt kann mit Lesegeräten gemäß der Norm ISO 11785 ausgelesen werden. Durch die Installation geeigneter Lesegeräte an Fütterungsautomaten, AMS/Melkrobotern, Viehwaagen oder in Tiersammelstellen, Schlachtbetrieben, etc. kann die Lebensnummer der Rinder ausgelesen und entsprechend den beabsichtigten Verwendungszwecken weiterverarbeitet werden.
Die Leseabstände liegen bei 20 bis 30 cm bei mobilen Lesegeräten. Bei stationären Lesegeräten sind bis zu 80 bis 100 cm möglich. Die Leseabstände hängen generell von der Konfiguration und Sendeleistung der Lesegeräte ab.
Was ist zu tun, wenn die elektronischen Ohrmarken vom am Betrieb vorhandenen Fütterungsautomaten, AMS/Melkroboter oder dem Kälbertränkeautomaten nicht erkannt werden?

Können die elektronischen Ohrmarken nicht vom eingesetzten System gelesen werden, besteht kein unmittelbarer Nutzen. Es sind aber auch keine Fehlfunktionen zu erwarten.

Sollen die Vorteile der elektronischen Ohrmarke genutzt werden können, empfehlen wir mit dem Hersteller bzw. Handelsbetrieb des am Betrieb eingesetzten Systems Kontakt aufzunehmen, um die erforderlichen Anpassungen des eingesetzten Systems im Stall zu prüfen.

Was ist zu tun, wenn die elektronischen Ohrmarken vom am Betrieb vorhandenen Fütterungsautomaten, AMS/Melkroboter oder der Kälbertränkeautomaten erkannt werden?

Ein Fehler tritt auf, wenn vom eingesetzten System die elektronische Ohrmarke gelesen wird, die ausgelesene Ohrmarkennummer jedoch keinem Tier zugeordnet werden kann, da die elektronische Ohrmarke im System noch nicht initialisiert bzw. abgespeichert ist.

Abhängig von der eingesetzten Software/Steuerung kann eine Lösung mit oder ohne Mitwirkung des Herstellers bzw. Handelsbetrieb erfolgen:

  • Ist eine Initialisierung bzw. Abspeicherung der elektronischen Ohrmarke in der Anlage möglich, wird in weiterer Folge das Rind anhand der elektronischen Ohrmarke erkannt. Es sind anschließend keine Fehlfunktionen mehr zu erwarten.
  • Ist eine Initialisierung bzw. Abspeicherung der elektronischen Ohrmarke in der Anlage nicht möglich, hilft möglicherweise ein Softwareupdate der Steuerung der Anlage oder andere Anpassungen um zukünftig Fehlfunktionen zu vermeiden.

Zur Abklärung notwendiger Softwareupdates bzw. Anpassungen der Anlage wird die Kontaktaufnahme mit dem Hersteller bzw. Handelsbetrieb des am Betrieb eingesetzten Systems empfohlen.

Was ist zu tun, wenn aufgrund der elektronischen Ohrmarken Fehlfunktionen bei am Betrieb vorhandenen Fütterungsautomaten, AMS/Melkroboter oder der Kälbertränkeautomaten auftreten?

Treten aufgrund der elektronischen Ohrmarken Fehlfunktionen bei am Betrieb vorhandenen Fütterungsautomaten, AMS/Melkroboter oder der Kälbertränkeautomaten auf und lassen sich diese nicht unmittelbar nach Rücksprache mit dem Hersteller beheben, besteht die Möglichkeit bei der AMA mittels Formular anstelle der elektronischen Ohrmarken konventionelle Ohrmarkensets zu bestellen. Damit wird ausreichend Zeit gegeben, die erforderlichen Anpassungen des am Betrieb eingesetzten Systems ohne Fehlfunktionen im täglichen Ablauf zu planen und in weiterer Folge vorzunehmen.

Das erforderliche Formblatt „Antrag auf Ausnahme von der Belieferung mit elektronischen Rinder-Ohrmarkensets“ steht unter dem Link zum Download bereit.

Gibt es einen optischen Unterschied zwischen einer konventionellen und einer elektronischen Ohrmarke?
Die Bauformen sind nahezu ident und unterscheiden sich lediglich durch einen Kunststoffring am Verschluss des Vorderteils der Ohrmarke. Aus dem Grund wird bei elektronischen Ohrmarken ähnlich dem WLAN Zeichen angedruckt.
Was ändert sich beim Einziehen der Ohrmarke?

Allflex Ohrmarken (Farbe gelb) werden von 90 % der Betriebe eingesetzt. Für das Einziehen der elektronischen Ohrmarke ist die Allflex Zange in roter Farbe erforderlich. Diese Zange kann zu einem vereinbarten Preis von € 11,40 bei der Fa. Jacoby, Teichweg 2, 5400 Hallein (Ansprechperson: Herr Christian Seewald, Tel. 06245/895127, E-Mail: Seewald.Christian@jacoby-gm.at) bestellt werden.

Für den Einsatz der Gewebeohrmarken der Fa. Caisley (Farbe weiß) kann die bisherige Ohrmarkenzange weiterverwendet werden. Ohrgewebsproben werden über die bereits festgelegten Wege an das zuständige Labor übermittelt.