Der WASDE-Monatsbericht
Prognose für 2026/27: globale Weizenangebot auf 1.099,1 Mio. t abgefallen und Maisendbestände auf 275,3 Mio. t gesunken.
Die Entwicklung der Weltgetreideproduktion (Weizen, Grobgetreide und Reis), in Mio. Tonnen
Prognose des US-Landwirtschaftsministeriums (USDA) aus der Sicht vom 10. Juli 2026.
Die Welt-Versorgungsbilanzen für Weizen, Grobgetreide, Ölsaaten und Reis:
es handelt sich bei allen Angaben im folgenden Text um Prognosen
die Prognosen betreffen das Erntejahr 2026/2027
Vergleiche beziehen sich, wenn nicht anders angegeben, auf den Vormonat
WEIZEN
Der globale Weizenausblick für 2026/27 in diesem Monat geht von einem Rückgang des Angebots, einem Anstieg des Verbrauchs und des Handels sowie geringeren Endbeständen aus. Das Angebot wird voraussichtlich auf 1.099,1 Mio. t sinken, was in erster Linie auf geringere Anfangsbestände in mehreren Ländern zurückzuführen ist, während die internationale Erzeugung nur geringfügig zurückgeht. Die Produktionsprognosen für Russland und die Ukraine wurden aufgrund anhaltend günstiger Bedingungen für die Winterweizen-ernte nach oben korrigiert. Die Produktion Kanadas wird auf der Grundlage des Berichts „Principal Field Crops Area“ von Statistics Canada nach unten korrigiert. Der weltweite Verbrauch wird auf 826,2 Mio. t angehoben, was hauptsächlich auf einen höheren Verbrauch für Nahrungsmittel, Saatgut und industrielle Zwecke in Indien, im Jemen, in Saudi-Arabien und in Somalia zu sehen ist. Der Welthandel steigt auf 213,1 Mio. t, da die gestiegenen Exporte aus Argentinien, Russland und der Ukraine den Rückgang der Exporte aus Kanada mehr als ausgleichen. Die prognostizierten globalen Endbestände für 2026/27 werden auf 272,8 Mio. t gesenkt, was in erster Linie auf Rückgänge in den USA, Indien, Argentinien und Kanada begründet ist.
GROB-GETREIDE (Mais, Hirse, Gerste, Roggen, Hafer, Mehrkorngetreide)
Die weltweite Grobgetreideproduktion für das Wirtschaftsjahr 2026/27 wird voraussichtlich auf 1.592 Mio. t zurückgehen. Der Weltausblick für Grobgetreide in diesem Monat geht im Vergleich zum Vormonat von einer geringeren Produktion, einem reduzierten Gesamt-verbrauch und niedrigeren Endbeständen aus. Die internationale Maisproduktion wird nach unten korrigiert, wobei Rückgänge in der EU und in Kenia teilweise durch einen Anstieg in Kanada ausgeglichen werden. Der Rückgang in der EU spiegelt einen starken Einbruch in Frankreich wider, wo Rekordhitze die Ertragsaussichten schmälert. Sollte sich dies bestätigen, wäre die Ernte in Frankreich die geringste seit mehr als drei Jahrzehnten. Auch für Ungarn wird die Ernteerwartung nach unten korrigiert. In Kenia verschlechtern anhaltende Trockenheit im Juni die Ernteaussichten. Für das Wirtschaftsjahr 2025/26 wird die Maisernte in Argentinien entsprechend den bisherigen Ernteergebnissen nach oben korrigiert. Die globale Gerstenernte für das Wirtschaftsjahr 2026/27 steigt leicht an, wobei Kanada einen Anstieg verzeichnet. Zu den wichtigsten Veränderungen im Welthandel für 2026/27 zählen höhere Maisausfuhren der USA und Kanadas. Die Einfuhren werden für die EU, Kenia, den Irak, Jordanien und Tunesien angehoben. Für 2025/26 werden die Maisausfuhren für Argentinien, die Ukraine, Russland, Südafrika und die EU angehoben. Die Einfuhren werden für China und Thailand gesenkt, für Jordanien und den Irak hingegen erhöht. Die Welt-Endbestände an Mais für das Wirtschaftsjahr 2026/27 wurden nach unten korrigiert, wobei Rückgänge in China, der Ukraine und der EU teilweise durch einen Anstieg in Kanada ausgeglichen wurden. Die weltweiten Maisbestände liegen bei 275,3 Mio. t und sind damit gesunken.
REIS
Der globale Reisausblick für 2026/27 geht von einem größeren Angebot, einem gestiegenen Verbrauch, einem leicht rückläufigen Handel und geringeren Lagerbeständen aus. Trotz reduzierter Produktion steigt das Angebot in diesem Monat aufgrund höherer Anfangsbestände, vor allem in Indien, China und Myanmar. Der weltweite Reisverbrauch und die Nebenprodukteverwendung werden auf einen Rekordwert von 542,8 Mio. t geschätzt, was einem Anstieg gegenüber dem Vormonat entspricht, der vor allem auf eine Erhöhung in China zurückzuführen ist. Der Welthandel ist leicht rückläufig, was auf geringere Exporte aus Kambodscha begründet ist. Die für 2026/27 prognostizierten globalen Endbestände liegen in diesem Monat mit 192,6 Mio. t leicht unter dem Vormonat, wobei eine Erhöhung in Indien durch Rückgänge in China und den USA ausgeglichen wird.
ÖLSAATEN
Die weltweite Ölsaatenproduktion für das Wirtschaftsjahr 2026/27 wird auf 720,0 Mio. t angehoben. Die Rapsproduktion wird sowohl für Russland als auch für die USA aufgrund größerer Anbauflächen nach oben korrigiert. Die Sonnenblumenkernproduktion wird für Russland angehoben, für die Ukraine hingegen gesenkt. Die internationale Sojabohnen-produktion wird um 0,4 Mio. t angehoben, was auf die gemeldeten höheren Anbauflächen in den USA und Kanada begründet ist, die jedoch teilweise durch geringere Anbauflächen in Russland ausgeglichen werden. Die globalen Prognosen für Angebot und Verbrauch von Sojabohnen für 2026/27 gehen von einer vermehrten Produktion, gestiegenen Exporten und einer höheren Verarbeitungsmenge sowie niedrigeren Endbeständen aus. Die Sojabohnen-exporte der USA und Brasiliens werden nach oben korrigiert, während die Exporte Russlands aufgrund geringerer Vorräte nach unten korrigiert werden. Die Sojabohnenimporte und die Verarbeitungsmenge werden für China und Algerien nach oben korrigiert, was den Aufwärtskorrekturen sowohl bei den Importen als auch bei der Verarbeitungsnachfrage für das vorangegangene Wirtschaftsjahr entspricht. Angesichts dieser Änderungen bleibt das Wachstum des nationalen Verbrauchs an Sojamehl in China im Vergleich zum Vorjahr für das Wirtschaftsjahr 2026/27 unverändert bei 2 %. Die weltweiten Soja-Endbestände werden auf 124,2 Mio. t gesenkt, was hauptsächlich auf geringere Bestände in Brasilien zurückzuführen ist.
Veröffentlichungstermine der WASDE-Monatsberichte 2026
12. August
11. September
09. Oktober
10. November
10. Dezember
Detaillierter Überblick:
Achtung
Der Veröffentlichungszeitpunkt des WASDE-Reports ist 12:00 Uhr Ostküstenzone (entspricht 18:00 bei uns).