Nachhaltigkeit Biokraftstoffe - Allgemeine Informationen

Kurzinformation Nachhaltigkeit für Biokraftstoffe und flüssige Biobrennstoffe

Stand: 30/11/2010

Biokraftstoffe und flüssige Biobrennstoffe, welche ab 01.12.2010 unter den Bestimmungen der Richtlinie 2009/28/EG des Europäischen Parlaments und des Rates in Verkehr gesetzt oder verwendet werden, haben bestimmte Kriterien zu erfüllen.

Diese Nachhaltigkeitskriterien bestimmen ua., dass die landwirtschaftlichen Ausgangsstoffe, die zur Erzeugung von Biokraftstoffen und flüssigen Biobrennstoffen verwendet werden, grundsätzlich nicht auf Flächen mit hohem Wert hinsichtlich der biologischen Vielfalt, nicht auf Flächen mit hohem Kohlenstoffbestand, sowie auf ausgewiesenen Torfmooren erwirtschaftet wurden und müssen unter bestimmten Standards der Verordnung (EG) Nr. 73/2009 produziert worden sein.

Die nat. Umsetzung sieht im Sinne einer vereinfachten Abwicklung über nachhaltig produzierte landwirtschaftliche Erzeugnisse eine Erzeugerbestätigung des Bewirtschafters gegenüber dem Erstkäufer, sowie eine besondere Bestätigung (NH-U1) für Zweitkäufer vor.
Unternehmen, die mit nachhaltigen Produkten gem. BGBl. II Nr. 250/2010 handeln bzw. diese verarbeiten, haben sich vorab bei der AMA zu registrieren (Antragsformular NH-R1).

Austrian Agricultural Certification Scheme (AACS)


Mit Durchführungsbeschluss (EU) 2016/708 der Kommission vom 11. Mai 2016 wurde das lang erwartete nationale Nachhaltigkeitssystem von der Europäischen Kommission genehmigt.

Das Austrian Agricultural Certification Scheme – AACS umfasst (wie schon das bisherige AMA-System) die Kontrolle von landwirtschaftlichen Ausgangstoffen (Getreide, Ölsaaten und Pflanzenöle), die auf österreichischen Flächen angebaut und geerntet werden und zur Herstellung von nachhaltigen Biokraftstoffen und nachhaltigen flüssigen Biobrennstoffen gemäß der Richtlinie 2009/28/EG vorgesehen sind.

Weiter umfasst dieses System die Übernahme von Ausgangstoffen aus anderen Mitgliedsstaaten bzw. Drittstaaten - welche durch andere freiwillige Systeme zertifiziert wurden -  in die Massenbilanz, wie auch die Akzeptanz der österreichischen Nachhaltigkeitsdokumente durch diese Systeme, was vor allem für zum Export bestimmter Waren unumgänglich ist.

Meldeverpflichtung

Meldeverpflichtung im Verbindung mit der Einhaltung der Nachhaltigkeitskriterien für Biokraftstoffe und flüssige Biobrennstoffe

Stand: 22/10/2013

Die Agrarmarkt Austria wurde anhand des Informationsschreibens des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft BMLFUW-LE.2.3.15/0003-III/9/2013 vom 01.08.2013 über Nachhaltigkeitskriterien auf folgendes hingewiesen:
 
  • „Für österreichische Rohstoffe können neben den im Wege des nationalen Systems nach Verordnung BGBl. II Nr. 250/2010 erstellten Nachhaltigkeitszertifikaten („AMA Zertifikate“), auch Nachhaltigkeitszertifikate von freiwilligen Systemen ausgestellt werden.
  • Seitens der Wirtschaftsbeteiligten ist mit den Zertifikaten von freiwilligen Systemen für landwirtschaftliche Rohstoffe im Sinne der Rückverfolgbarkeit der Massebilanzen und zur Einhaltung der in der Richtlinie geforderten Berichtspflichten der Mitgliedsstaaten gleich zu verfahren, wie mit Nachhaltigkeitsnachweisen aus dem nationalen System (AMA System). Somit sind die entsprechenden Daten und Informationen dem Bundesministerium im Wege der Agrarmarkt Austria zu übermitteln.“
Die Bestimmungen der RL 2009/28/EG (Energie aus erneuerbaren Quellen) sehen eine entsprechende Meldeverpflichtung an die Mitgliedstaaten vor. Diese Meldeverpflichtung dient der Sammlung und Weiterleitung von Informationen betreffend landwirtschaftliche Ausgangsstoffe zum Nachweis der Einsparung der Treibhausgasemissionen und zur Berechnung der nationalen Ziele gemäß o.g. Richtlinie.

Die Meldeverpflichtung gilt für landwirtschaftliche Ausgangsstoffe, die zur Herstellung von nachhaltigen Biokraftstoffen und nachhaltigen flüssigen Biobrennstoffen gemäß der Richtlinie 2009/28/EG verwendet oder in Verkehr gebracht werden. Landwirtschaftliche Ausgangsstoffe im Sinne dieser Verpflichtung umfassen insbesondere pflanzliche Erzeugnisse aus der landwirtschaftlichen Urproduktion, einschließlich deren Ernterückstände und sonstige Reststoffe; darunter fallen auch Pflanzenöle, die für die Weiterverarbeitung zu Biokraftstoffen und flüssigen Biobrennstoffen bestimmt sind, ausgenommen solche, die der Kraftstoffverordnung 2012, BGBl. II Nr. 398/2012, unterliegen.

Die betroffenen Unternehmer haben sich anhand den bei der AMA aufgelegten Formularen - unter Nachweis der aktiven Teilnahme bei einem betreffenden Zertifizierungssystem - zu registrieren. In Folge ist der AMA quartalsweise eine Massenbilanz nach den Bestimmungen der Richtlinie 2009/28/EG vorzulegen. Die Vorgangsweise sowie die entsprechenden Mindestkriterien für die Datenübermittlung, sowie Detailinformationen finden Sie im Rahmen des aufgelegten Merkblattes unter www.ama.at.

WICHTIGER HINWEIS:

Die aktiv registrierten Unternehmer im Zuge der nachhaltigen Produktion von Biokraftstoffen und flüssigen Biobrennstoffen gemäß BGBl. II Nr. 250/2010 (nationales Zertifizierungssystem) gelten automatisch auch als Unternehmer im Rahmen der Meldeverpflichtung registriert. Die Erfüllung der Meldepflicht gilt mit Übermittlung der Quartalsmeldung bzw. der Mitteilung zur Kleinmengenregelung als erfüllt und es sind somit keine weiteren Unterlagen vorzulegen. Die dzt. Kontrollkosten beinhalten auch die Kontrollkosten der Meldeverpflichtung.

Zertifizierungssystem

Kurzinformation Nachhaltigkeit für Biokraftstoffe und flüssige Biobrennstoffe

Stand: 30/11/2010

Biokraftstoffe und flüssige Biobrennstoffe, welche ab 01.12.2010 unter den Bestimmungen der Richtlinie 2009/28/EG des Europäischen Parlaments und des Rates in Verkehr gesetzt oder verwendet werden, haben bestimmte Kriterien zu erfüllen.

Diese Nachhaltigkeitskriterien bestimmen ua., dass die landwirtschaftlichen Ausgangsstoffe, die zur Erzeugung von Biokraftstoffen und flüssigen Biobrennstoffen verwendet werden, grundsätzlich nicht auf Flächen mit hohem Wert hinsichtlich der biologischen Vielfalt, nicht auf Flächen mit hohem Kohlenstoffbestand, sowie auf ausgewiesenen Torfmooren erwirtschaftet wurden und müssen unter bestimmten Standards der Verordnung (EG) Nr. 73/2009 produziert worden sein.

Die nat. Umsetzung sieht im Sinne einer vereinfachten Abwicklung über nachhaltig produzierte landwirtschaftliche Erzeugnisse eine Erzeugerbestätigung des Bewirtschafters gegenüber dem Erstkäufer, sowie eine besondere Bestätigung (NH-U1) für Zweitkäufer vor.
Unternehmen, die mit nachhaltigen Produkten gem. BGBl. II Nr. 250/2010 handeln bzw. diese verarbeiten, haben sich vorab bei der AMA zu registrieren (Antragsformular NH-R1).