Marktlage Apfel

21.04.2020 Starker Absatz von österreichischen Tafeläpfeln in Zeiten der Krise, bundesweiter Lagerbestand schwindet zusehends

Hervorgerufen durch die mediale Covid 19- Berichterstattung, räumte so mancher Endverbraucher aus Angst vor Versorgungsengpässen die Regale von Lagerware leer. So geschehen auch bei Tafeläpfeln österreichischer Herkunft. Trotz des zum Vorjahr um rund 30 % höheren Preisniveaus, war die Kauflaune im Beobachtungszeitraum, als auch davor und danach ungebrochen. Insbesondere von KW 10 bis KW 12 intensivierten sich die Zugriffe auf Rekordniveau. Mit +39 % vermarktete Menge in KW 11 und einem abermaligen Zuwachs von 10 % in KW 12 war der Peak erreicht und die Kapazitäten der heimischen Packstellen erschöpft. Erwähnenswert auch, dass die volle Leistung der Verpackungslinien aufgrund der Schutzbestimmungen für Arbeitnehmer naturgemäß nicht gänzlich abzurufen war.
 

Freilich kam es innerhalb des Beobachtungszeitraumes, wie auf der Grafik ersichtlich, auch zu Mengenverschiebungen. Mit dem Abfall der Auslieferungen von -32 % zur Vorwoche und einer Beruhigung der allgemeinen Lage, wurden ab KW 13 wieder Zusatzverkäufe möglich.

Exporte überwiegend in Richtung Deutschland, welches aufgrund schwacher Selbstversorgung bereits seit Wochen intensiv österreichische Ware zieht, knabbern stetig am heimischen Apfelbestand. Mit rund 15.000 t beschleunigte sich der Abfluss im März, zum ohnehin schon starken Februar, abermals um 10 % und reduzierte zeitgleich den von der AMA bundesweit erhobene Lagerbestand von Tafeläpfel (bio. & konv.) auf 47.500 t. (Stand.01.04.2020)

Heimische Ware ist nach wie vor, in ausreichender, bedarfsdeckender Menge verfügbar. Ein durchaus knapper Anschluss an die frühen Sorten der Ernte 2021 wird allerdings immer wahrscheinlicher. Zu diesem Zeitpunkt sind Überhänge von alterntiger Ware so gut wie ausgeschlossen und angesichts vergangener Frostnächte und den damit einhergehenden Ernteausfällen, ein zukünftiger Preisverfall hoffentlich ebenso.

Renhardt Bsc, 21.04.2020