FAO – halbjährlicher Bericht über den globalen Lebensmittelmarkt

11.10.2021 Vor dem Hintergrund des schnell wachsenden Handels und dem starken Anstieg der Lebensmittelimporte, welche die Entwicklung und Gestaltung des weltweiten Lebensmittelmarktes in 2020/21 charakterisiert haben, besagen die momentanen Aussichten für 2021/22, dass der Handel mit Lebensmitteln stabil und die internationalen Preise weiterführend fest bleiben inmitten von Versorgungs- und Verbraucherunsicherheiten.

Für den Milchsektor wird eine langsam ansteigende globale Milchproduktion für 2021 erwartet; trotz der bremsenden Effekte der Covid-19-Pandemie in einigen Hauptproduktionsländern. Ebenfalls wird mit einem Anstieg beim Handel mit Milchprodukten gerechnet, da vor allem Asien mehr importieren wird. Diese und weitere Prognosen veröffentlicht die FAO (Food and Agriculture Organization of the United Nations) zweimal im Jahr im Report „Food Outlook“.

Milchpreis

Im ersten Halbjahr 2021 sind die internationalen Milchpreise von Jahresbeginn an gestiegen. Die massiven Importe durch Asien, hauptsächlich durch China haben diese positive Entwicklung der Milchpreise gestützt. In China führten das schnelle wirtschaftliche Wachstum und die Aufwertung des Yuan zu einem steigenden Verbrauch und einer breiter werdenden Käuferschicht zu höheren Importen an Molkereiprodukten. Die rasche Erholung der nationalen Schweinebestände in China spielte hierbei auch eine Rolle, denn dadurch wurde der Bedarf an Molkepulver wieder gesteigert.

Milchproduktion

Die weltweite Milchproduktion wird im Jahr 2021 auf 921 Millionen Tonnen anwachsen und somit die Produktion aus 2020 um 1,6 % übersteigen. Die größten Wachstumszuwächse werden in Asien gefolgt von Nordamerika, Europa, Südamerika und Ozeanien erwartet. Im Detail betrachtet bedeutet das einen Anstieg der Milchproduktion in Asien von 2,5 % gegenüber 2020 auf 388 Millionen Tonnen. 80 % des zusätzlichen Volumens an Milch werden in Indien, China, Pakistan und der Türkei produziert werden. In Indien wird nach wie vor von einem jährlichen Wachstum von 2,2 % ausgegangen. Somit würde 2021 in Indien die Milchproduktion 199 Millionen Tonnen betragen. In China wird die Milchproduktion um etwa 6,1 % auf 38 Millionen Tonnen gegenüber 2020 ansteigen. In Europa wird sich das Milchaufkommen um 0,6 % auf 237 Millionen Tonnen erhöhen. Nur in der Ukraine wird von einem Produktionsrückgang ausgegangen. In Nordamerika wird die Milchproduktion 113 Millionen Tonnen erreichen und dies bedeutet ein Wachstum von 1,9 % gegenüber dem Vorjahr. Auch in Ozeanien wird von einem Produktionsplus (1,2 %) ausgegangen. Wobei in Australien die Jahresproduktion auf 9 Millionen Tonnen klettern soll und in Neuseeland auf 22 Millionen Tonnen.

Globaler Handel mit Milch und Milchprodukten

Die weltweiten Exporte an Milch und Milchprodukten werden im Jahr 2021 etwa 88 Millionen Tonnen (in Milchäquivalent) ausmachen, das wäre eine Steigerung von 2,6 % gegenüber 2020. Der Zuwachs wird durch den höheren Importbedarf von China, Brasilien, Mexiko, Indonesien und Malaysien vorangetrieben. Wohingegen das Vereinigte Königreich und Nordirland, Australien, die Vereinigten Emirate, die Europäische Union und Russland weniger importieren werden. Auch in Thailand, Vietnam und Sri Lanka werden die Importe zurückgehen. Grund dafür ist die verschlechterte wirtschaftliche Situation und der kaum existierende Tourismus in den drei zuletzt genannten Ländern.
Die steigenden Exporte werden vor allem durch die Europäische Union, die Vereinigten Staaten, Neuseeland, Australien und Belarus gedeckt werden. Aber auch einige andere Länder wie z.B. Indien, der Iran, die Türkei, Mexiko und Russland werden ihre Exporte steigern können.
Am meisten wird der globale Export von Käse in die Höhe klettern (2,7 % Wachstum im Jahr 2021). Danach folgen Magermilchpulver mit 1,9 % Zuwachs und Vollmilchpulver mit 0,9 %. Nur bei Butter wird der Export etwas rückläufig sein (- 0,5 %).

Koppensteiner, 11.10.2021

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